Naturgeschichte

Spurensuche NATURWISSENSCHAFTLICHER DISZIPLINEN

Liebe Besucherin, lieber Besucher meiner Webseite,
woran denken Sie spontan, falls Sie den Ausdruck „Naturgeschichte“ hören?
Wenn Sie für wegweisende Forschungen der Astronomie, Geologie, Paläontologie und Biologie offen sind, lade Sie zur Lektüre meiner Betrachtungen ein. Es handelt sich um pointierte Essays als Impulse zum eigenen Nachdenken. Inhaltlich liegen den ersten acht Texten Hunderte von wissenschaftlichen Studien zu Grunde.
Der auf die Vergangenheit ausgerichtete Blick ist oft eine zuverlässige Brücke zum Verstehen und Bewältigen der gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen.
Die gedankliche Auseinandersetzung mit den vorgestellten Aspekten lohnt sich für jede und jeden. Wenn die Erde ein lebensfreundlicher und sicherer Planet bleiben soll, sind die zielführenden Forschungen der dafür zuständigen Fachpersonen zur Kenntnis zu nehmen und die vorgeschlagenen Maßnahmen zu verwirklichen.
Drei weitere Texte setzen sich mit Covid-19 auf der medizinischen, genetischen und ethischen Ebene auseinander und bieten zwei Reflexionen, die in den Blick auf das Gestern, Heute und Morgen des Universums, der Lebenswelt und des Einzelnen religiöses Gedankengut vor dem Hintergrund empirischen Wissens einfließen lassen.
Albert Einstein ist in Bild und Wort präsent, weil er trotz mancher Widerwärtigkeiten während seines irdischen Aufenthaltes am Humor und an der Utopie einer friedlichen Menschheit festhielt.
Beim Lesen in besinnlichen Stunden können Sie mit erhellenden und/oder beglückenden Einsichten überrascht werden.
Dies wünscht Ihnen von Herzen
Klaus Wilhelm

Ein persönliches Wort des Dankes & Kontakt

Mein Klassenlehrer in der gymnasialen Oberstufe bemerkte einmal, jede Wissenschaft könne begeistern, sobald mit ihr eine offene Auseinandersetzung stattfände. Wer behaupte, es gäbe uninteressante Bereiche des Wissens, habe sich damit noch zu wenig oder nicht befasst.
Albert Einstein betonte, dass frühzeitiges Spezialisieren die kreative Entfaltung des Denkens behindert, wovon der Erfolg des wissenschaftlichen Forschens und die Bereicherung kulturellen Lebens abhängig sind. Wer nicht neugierig wie ein feinfühliges Kind die Geheimnisse der Natur aufspüren und verstehen wolle und durch Überbürdung mit Spezialkenntnissen beim selbstständigen Denken beeinträchtigt werde, könne zwar zu einer „Art benutzbarer Maschine“, aber nicht zu einer voll entwickelten Persönlichkeit werden. Ein Mensch mit viel Fachwissen und ohne Offenheit für Werte wie das Verborgene, Gerechte und Schöne gleiche mehr einem „wohlabgerichteten Hund“ als einer harmonisch entwickelten Person.
Angetrieben von Impulsen wie diesen begab ich mich auf die Suche nach Dozenten an der Universität des Saarlandes, die außer ihrem Fachwissen auch motivierende Anstöße zum eigenen Nachdenken anboten. Dabei lernte ich Carl Wetter, der Pflanzen infizierende Viren im Südwesten Deutschlands erforschte, bei einem fächerverbindenden Kolloquium 1974 kennen. Er verstand es, mich für anthropologische Reflexionen vor evolutionsbiologischem Hintergrund zu begeistern. Als Gymnasiast hatte ich Biologie in der Oberstufe abgewählt. Doch nun entschied ich mich für das Studium der Biologie, um beispielsweise zu erfahren, inwiefern das Genom das Denken, Empfinden, Reden und Handeln des Menschen beeinflusst. Anschließend wollte ich wissen, ob die Lebewesen Gehäuse zur Erhaltung der Gene sind, was der Ethologe Richard Dawkins im Bestseller Das egoistische Gen („The Selfish Gene“, 1976) mittels ausgewählter Beispiele beschrieb: „Wir sind Überlebensmaschinen – Roboter, blind programmiert zur Erhaltung der selbstsüchtigen Moleküle, die Gene genannt werden.“
Einen Blick auf die stammesgeschichtliche Entwicklung der Primaten gewährte der Zoologe Erich Steitz in einem Seminar und Arbeitsbuch. Bei den diversen Lehrveranstaltungen von Friedrich Leibenguth erkannte ich, dass die Genetik spannend wird, wenn das Interesse abwechselnd auf Disziplinen wie die Molekular-, Cyto-, Züchtungs-, Evolutions- und Humangenetik gerichtet wird. Seinen seit der Pubertät bestehenden Traum, die Flora und Fauna in tropischen Regenwäldern und kargen Wüstenregionen zu studieren und dabei gar neue Arten zu entdecken und einen Blick auf noch unbekannte Kulturen zu werfen, realisierte er durch Reisen. Die Erlebnisse und Erkenntnisse hielt er in Büchern mit eigenen Federzeichnungen fest.
Vom Sprachphilosophen und Zeichentheoretiker Kuno Lorenz bekam ich den Tipp, nach Wurzeln des Evolutionskonzeptes bei vorsokratischen Naturphilosophen wie Anaximander und Empedokles zu suchen. Überrascht war ich über die originellen Spekulationen. Erwähnen möchte ich auch den Mediävisten und Linguisten Herbert Backes mit einer großen Offenheit für fachübergreifende Studien zu den genetischen, anatomischen und neurologischen Grundlagen der menschlichen Sprache sowie den Literaturwissenschaftler Gerhard Sauder für den fundierten Einblick in das epische, lyrische und dramatische Werk von Friedrich Hölderlin. Eine Anregung erhielt ich zuvor von Carl Wetter, der mir ein Büchlein mit seinen Lieblingsgedichten auslieh.
Aufschlussreich zu Beginn der 1990er Jahre war die Lektüre des Sachbuches Zufall Mensch („Wunderful Life: The Burgess Shale and the Nature of History“, 1989) von Stephen Jay Gould, in dem die komplexe Fauna der „Kambrischen Explosion“ an Hand der faszinierenden Fossilien des Burgess Shale in Britisch-Kolumbien vorgestellt wurde. Ich erhielt den Impuls, mich mit der stammesgeschichtlichen Deutung der fossilen Überlieferung ausführlicher auseinanderzusetzen. Zudem begründete der Paläobiologe Steven M. Stanley in Krisen der Evolution („Extinction“, 1987), dass Sterbeereignisse unterschiedlichen Ausmaßes ein Bestandteil der Lebensgeschichte sind. Beeindruckend war damals auch das Fehlen von Gegenargumenten seitens des Publikums bei einem Vortrag des Chemikers Harald Binder von der Studiengemeinschaft Wort und Wissen über die Tragweite präbiotischer Konzepte. Tipps bei der Blickausrichtung auf Einschläge von Asteroiden und Kometen während der Erd- und Lebensgeschichte bekam ich später von dem Würzburger Geologen, Geophysiker und Impaktforscher Kord Ernstson.
Als Lehrer haben mich immer wieder die Offenheit und der Einfallsreichtum von hellhörigen und lebensfrohen Kindern und Jugendlichen beeindruckt. Ich bemerkte, dass Einfühlungsvermögen, Flexibilität und Humor nicht weniger wichtig als die Vermittlung von Fachwissen und Werten sind. Wiederholt stellte ich fest, dass kluge Menschen oft auch bescheiden sind. Sie bestätigen eine Lebensweisheit des Historiker Ernst Curtius im 19. Jahrhundert: „Der Hochmut des Wissens ist dort zu Hause, wo eine beschränkte, einseitige und engherzige Richtung vorherrscht.“ Einstein bedankte sich einmal bei einem Dienstboten in Tokio, indem er ihm auf ein Blatt Papier schrieb: „Stilles bescheidenes Leben gibt mehr Glück als erfolgreiches Streben, verbunden mit beständiger Unruhe.“ Hinzugefügt sei eine Lebensweisheit Darwins: „Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich mindestens einmal pro Woche Lyrik lesen und Musik hören.“
Allen, die mir durch Lehrveranstaltungen, Publikationen, Vorträge, Filme, Briefe, Emails und persönliche Gespräche bei der Entdeckungsreise hilfreich zur Seite standen, sage ich ein herzliches Dankeschön.

Über die Email-Adresse naturgeschichte@aol.com bin ich erreichbar.