Naturgeschichte

Spurensuche der Astronomie, Geologie und Biologie

Ästhetisch umrahmt mit über die sommerliche Blütenpracht im Garten der Sinne faszinierten Jugendlichen

Liebe Besucherin, lieber Besucher der Seite,
woran denken Sie, wenn Sie „Naturgeschichte“ hören?
Wenn Sie für wegweisende Forschungsergebnisse der Biologie, Geologie und Astronomie offen sind, lade Sie zur Lektüre meiner Texte ein. Es handelt sich um pointierte Artikel als Impulse zum eigenen Nachdenken. Der Blick in die Vergangenheit ist oft die beste Brücke zum Verstehen der Gegenwart und Bewältigen zukünftiger Herausforderungen.
Die gedankliche Auseinandersetzung mit den vorgestellten Aspekten lohnt sich für jede und jeden. Wenn die Erde ein artenreicher und sicherer Planet bleiben soll, sind die zielführenden Veröffentlichungen der dafür zuständigen Fachpersonen zur Kenntnis zu nehmen und die von ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen zu verwirklichen.

Wenn Sie bei der Lektüre oder später in einer besinnlichen Stunde die dargelegten Themen reflektieren, können Sie mit einer erhellenden Einsicht überrascht werden.
Dies wünscht Ihnen
Klaus Wilhelm

Die bisher nachgewiesenen Impakte im heutigen Deutschland

Die bisher nachgewiesenen Impakte im heutigen Deutschland

Nach heutigem Wissen naturwissenschaftlicher Impaktforschung waren vier deutsche Regionen von Einschlägen betroffen, die über 200 vor allem kleinere Krater hinterließen. Die zwei zuerst entdeckten Impaktkrater sind das Nördlinger Ries und das etwa 40 Kilometer...

mehr lesen
Aufrüttelnde Streifschüsse und Impaktwahrscheinlichkeiten

Aufrüttelnde Streifschüsse und Impaktwahrscheinlichkeiten

Als am 1. September 2020 der circa 22 bis 49 Meter große Asteroid 2011 ES4 etwa 122.880 Kilometer entfernt bzw. mit einem Drittel der Monddistanz die Erde streifte, bemerkte Manfred Gaida vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt: „Dennoch, der nächste Impakt kann...

mehr lesen
Gehört ein kambrischer Sack zu den Urahnen des Menschen?

Gehört ein kambrischer Sack zu den Urahnen des Menschen?

Beim Blick auf den stammesgeschichtlichen Weg zum Menschen wird den fossil ältesten Wirbeltieren eine ausschlaggebende Bedeutung zugewiesen. Dazu stellte ein Team um Jian Han von der Northwest University in China 2017 in Nature einen neuen fossilen Fund vor. Die...

mehr lesen
Das Tohuwabohu an der Wiege der Primaten und des Menschen

Das Tohuwabohu an der Wiege der Primaten und des Menschen

König Ödipus konnte das Rätsel der Sphinx, welches Wesen morgens vier, mittags zwei und abends drei Beine hat, lösen und dadurch das geflügelte Ungeheuer mit Löwenleib in den Abgrund treiben. Er kannte aber zu wenig sich selbst und seine Eltern. Unwissend tötete er...

mehr lesen
Homo erectus – ein sprechender Handwerker und Seefahrer

Homo erectus – ein sprechender Handwerker und Seefahrer

Die ältesten bekannten Fossilien des bis zu 1,80 Meter großen Homo erectus, der langlebigsten Menschenart, stammen laut etablierter Lehre aus Afrika und sind circa zwei Millionen Jahre alt. Von dort wanderten Gruppen nach Europa und Asien. Vor etwa 1,8 Millionen...

mehr lesen
Die genetische Kluft zwischen Mensch und Schimpanse

Die genetische Kluft zwischen Mensch und Schimpanse

Studien der vergleichenden Verhaltensforschung haben gezeigt, dass Schimpansen und Menschen sich emotional kaum unterscheiden. Wie Menschen bekunden Schimpansen psychische Gestimmtheiten wie Freude, Ärger, Abscheu, Wut, Angst, Erstaunen und Erregung über Mimik und...

mehr lesen

Ein persönliches Wort des Dankes & Kontakt

Mein Klassenlehrer in der gymnasialen Oberstufe bemerkte einmal, jede Wissenschaft könne begeistern, sobald mit ihr eine offene Auseinandersetzung stattfände. Wer behaupte, es gäbe uninteressante Bereiche des Wissens, habe sich damit noch zu wenig oder nicht befasst.
Albert Einstein betonte, dass frühzeitiges Spezialisieren die kreative Entfaltung des Denkens behindert, wovon der Erfolg des wissenschaftlichen Forschens und die Bereicherung kulturellen Lebens abhängig sind. Wer nicht neugierig wie ein feinfühliges Kind die Geheimnisse der Natur aufspüren und verstehen wolle und durch Überbürdung mit Spezialkenntnissen beim selbstständigen Denken beeinträchtigt werde, könne zwar zu einer „Art benutzbarer Maschine“, aber nicht zu einer voll entwickelten Persönlichkeit werden. Ein Mensch mit viel Fachwissen und ohne Offenheit für Werte wie das Verborgene, Gerechte und Schöne gleiche mehr einem „wohlabgerichteten Hund“ als einer harmonisch entwickelten Person.
Angetrieben von Impulsen wie diesen begab ich mich auf die Suche nach Dozenten an der Universität des Saarlandes, die außer ihrem Fachwissen auch motivierende Anstöße zum eigenen Nachdenken anboten. Dabei lernte ich Carl Wetter, der Pflanzen infizierende Viren im Südwesten Deutschlands erforschte, bei einem fächerverbindenden Kolloquium 1974 kennen. Er verstand es, mich für anthropologische Reflexionen vor evolutionsbiologischem Hintergrund zu begeistern. Als Gymnasiast hatte ich Biologie in der Oberstufe abgewählt. Doch nun entschied ich mich für das Studium der Biologie, um beispielsweise zu erfahren, inwiefern das Genom das Denken, Empfinden, Reden und Handeln des Menschen beeinflusst. Anschließend wollte ich wissen, ob die Lebewesen Gehäuse zur Erhaltung der Gene sind, was der Ethologe Richard Dawkins im Bestseller Das egoistische Gen („The Selfish Gene“, 1976) mittels ausgewählter Beispiele beschrieb: „Wir sind Überlebensmaschinen – Roboter, blind programmiert zur Erhaltung der selbstsüchtigen Moleküle, die Gene genannt werden.“
Einen Blick auf die stammesgeschichtliche Entwicklung der Primaten gewährte der Zoologe Erich Steitz in einem Seminar und Arbeitsbuch. Bei den diversen Lehrveranstaltungen von Friedrich Leibenguth erkannte ich, dass die Genetik spannend wird, wenn das Interesse abwechselnd auf Disziplinen wie die Molekular-, Cyto-, Züchtungs-, Evolutions- und Humangenetik gerichtet wird. Seinen seit der Pubertät bestehenden Traum, die Flora und Fauna in tropischen Regenwäldern und kargen Wüstenregionen zu studieren und dabei gar neue Arten zu entdecken und einen Blick auf noch unbekannte Kulturen zu werfen, realisierte er durch Reisen. Die Erlebnisse und Erkenntnisse hielt er in Büchern mit eigenen Federzeichnungen fest.
Vom Sprachphilosophen und Zeichentheoretiker Kuno Lorenz bekam ich den Tipp, nach Wurzeln des Evolutionskonzeptes bei vorsokratischen Naturphilosophen wie Anaximander und Empedokles zu suchen. Überrascht war ich über die originellen Spekulationen. Erwähnen möchte ich auch den Mediävisten und Linguisten Herbert Backes mit einer großen Offenheit für fachübergreifende Studien zu den genetischen, anatomischen und neurologischen Grundlagen der menschlichen Sprache sowie den Literaturwissenschaftler Gerhard Sauder für den fundierten Einblick in das epische, lyrische und dramatische Werk von Friedrich Hölderlin. Eine Anregung erhielt ich zuvor von Carl Wetter, der mir ein Büchlein mit seinen Lieblingsgedichten auslieh.
Aufschlussreich zu Beginn der 1990er Jahre war die Lektüre des Sachbuches Zufall Mensch („Wunderful Life: The Burgess Shale and the Nature of History“, 1989) von Stephen Jay Gould, in dem die komplexe Fauna der „Kambrischen Explosion“ an Hand der faszinierenden Fossilien des Burgess Shale in Britisch-Kolumbien vorgestellt wurde. Ich erhielt den Impuls, mich mit der stammesgeschichtlichen Deutung der fossilen Überlieferung ausführlicher auseinanderzusetzen. Zudem begründete der Paläobiologe Steven M. Stanley in Krisen der Evolution („Extinction“, 1987), dass Sterbeereignisse unterschiedlichen Ausmaßes ein Bestandteil der Lebensgeschichte sind. Beeindruckend war damals auch das Fehlen von Gegenargumenten seitens des Publikums bei einem Vortrag des Chemikers Harald Binder von der Studiengemeinschaft Wort und Wissen über die Tragweite präbiotischer Konzepte. Tipps bei der Blickausrichtung auf Einschläge von Asteroiden und Kometen während der Erd- und Lebensgeschichte bekam ich später von dem Würzburger Geologen, Geophysiker und Impaktforscher Kord Ernstson.
Als Lehrer haben mich immer wieder die Offenheit und der Einfallsreichtum von hellhörigen und lebensfrohen Kindern und Jugendlichen beeindruckt. Ich bemerkte, dass Einfühlungsvermögen, Flexibilität und Humor nicht weniger wichtig als die Vermittlung von Fachwissen und Werten sind. Wiederholt tellte ich fest, dass kluge Menschen oft auch bescheiden sind. Sie bestätigen eine Lebensweisheit des Historiker Ernst Curtius im 19. Jahrhundert: „Der Hochmut des Wissens ist dort zu Hause, wo eine beschränkte, einseitige und engherzige Richtung vorherrscht.“ Einstein bedankte sich einmal bei einem Dienstboten in Tokio, indem er ihm auf ein Blatt Papier schrieb: „Stilles bescheidenes Leben gibt mehr Glück als erfolgreiches Streben, verbunden mit beständiger Unruhe.“ Hinzugefügt sei eine Lebensweisheit Darwins: „Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich mindestens einmal pro Woche Lyrik lesen und Musik hören.“
Allen, die mir durch Lehrveranstaltungen, Publikationen, Vorträge, Filme, Briefe, Emails und persönliche Gespräche bei der Entdeckungsreise hilfreich zur Seite standen, sage ich ein herzliches Dankeschön.

Über die Email-Adresse naturgeschichte@aol.com bin ich erreichbar.