Das Leid vor der Geburt der neuen Erde und Menschheit

Eine persönliche Reflexion auf christlicher Betrachtungsebene, die andere religiöse Positionen nicht antastet, mit der Bitte an Gott, sein heilsgeschichtliches Wirken in der heutigen Zeit deutlicher zum Ausdruck zu bringen

Hinweis: Naturwissenschaftliches Erklären und religiöses Reflektieren sind zwei eigenständige Formen des Erkennens. Religiöse Aussagen dürfen in auf Beobachtung basierenden Konzepten der Biologie nicht enthalten sein. Bei manchen religiösen Themen ist es hilfreich, naturwissenschaftliche Erkenntnisse einzubinden.

INHALT

1. Die Vielfalt viraler Strategien
2. Das Raffinesse-Spektrum von Sars-CoV-2
3. Der Airburst über Sodom und die Überflutungskatastrophe
4. Die Aktivitäten des Mörders von Anfang an
5. Das erhellende Licht durch Jesus
6. Was jede und jeder für die Lehre Jesu Offene beachten sollte
7. „Der Geist der Wahrheit wird in die ganze Wahrheit führen“
8. Die Hilfe der von Gott vorgesehenen Wegbegleiterin
9. Eine persönliche Bitte an den Allerhöchsten

1. Die Vielfalt viraler Strategien
Viren sind leblose Partikel, die aus dem Erbmolekül DNA oder RNA und einer umhüllenden Proteinkapsel bestehen. Manche haben noch eine Lipiddoppelmembran mit eingelagerten Proteinen. Zur Vermehrung benötigen sie lebende Zellen. Dabei sind sie wie Computerviren auf nicht zu ihnen gehörende Hard- und Software angewiesen. Um möglich erfolgreich zu sein, imitieren sie Moleküle infizierter Wirte, um von deren Immunabwehr nicht bemerkt und beseitigt zu werden. Die Hülle kann von der Zellmembran der Wirtszelle stammen, so dass das Immunsystem wegen der chemischen Ähnlichkeit ausgetrickst ist. Zudem können die Hüllproteine verändert werden, um den Zugriff des Immunsystems zu erschweren. Nach dem Eindringen in lebende Zellen integrieren sie sich ins Genom oder programmieren sie zu Fabriken um, die eine Fülle neuer Viren produzieren und freisetzen. Dabei platzen die Zellen.
Wann, wo und wie die ersten Viren entstanden, wird noch heftig diskutiert. Makroviren könnten Gene von Amöben infizierenden Bodenbakterien haben. Andere Viren könnten aus bakteriellen Komponenten wie Plasmiden entstanden sein. Heute könnte es schätzungsweise über 100 Millionen verschiedene Virentypen geben, deren Mehrzahl noch unbekannt ist. Die weitaus meisten Viren sind harmlos. Manche sind nützlich, da sie schädliche Bakterien vernichten oder beim Wachstum eine höhere Temperatur ertragen lassen. Für jede Bakterienart könnte ein eigener Virustyp existieren, der deren Vermehrung begrenzt.
Nahezu überall in, auf und über der Erde gibt es Viren. Laut einer Schätzung von 2005 übertrifft die Anzahl irdischer Viren (1033) die der Sterne im Universum (1025) und der Sandkörnchen am Meer (1028). In der Atmosphäre tummeln sich bis in zwei Kilometer Höhe bis zu 460 Mal mehr Viren als Bakterien. Jedes Jahr fallen pro Quadratmeter ungefähr drei Billionen Viren auf die Erdoberfläche. Im Grundwasser töten Viren Kohlendioxid bindende Archaeen, was einen Einfluss auf das Klima haben könnte. Auf und im Körper eines Erwachsenen halten sich vermutlich mindestens 100 Billionen Viren auf. Im Ejakulat wurden über zwei Dutzend infektiöse Virentypen entdeckt, die unter anderem die Hoden schädigen, die Beweglichkeit der Spermien reduzieren, Mutationen auslösen und Akutanfälle von Chikungunya- und Lassa-Fieber auslösen könnten. Sogar die Gletscher der Hochgebirge und Polargebiete beherbergen über 10.800 Typen von hauptsächlich Bakterien infizierenden DNA-Viren. Nur die wenigsten Typen sind erst erforscht.
Viren gehören zu den Weltmeistern beim Mutieren und Überspringen von Artgrenzen. Ein Virus kann mit dem bisherigen Wirt verwandte Arten oder bisweilen eine taxonomisch weit entferne Gruppe heimsuchen. Es kann dem Wirt zuerst einen Vorteil bieten, dann ihn schädigen. Die Infizierten können zunächst sterben, später kooperieren die Viren mit den Wirten der gleichen Art beim Vernichten von Rivalen. Manche Viren überprüfen ihre Mutationen auf die Auswirkung hin. Falls sie zu einem Problem beim Andocken oder Eindringen in die Wirtszelle führen, werden sie von einem Korrekturmechanismus abgewandelt oder beseitigt.
Zu den Verursachern viraler Infektionen gehören die Erreger von Aids, Chikungunya, Covid-19, Dengue-, Gelb-, Marburg-, West-Nil-Fieber, Ebola, Herpes, Influenza, Masern, Pocken, Polio, Röteln, Tollwut und Zika. Bei einigen Tumoren könnten die Verursacher von Eppstein Barr, Hepatitis B und C, Papillom, Herpes 8 und T-lymphotrope-1 beteiligt sein.
Clever verhält sich das Ebola-Virus. Vor dem Verlassen der Zellen lässt es Antikörper anlockende Partikel bilden, um das Immunsystem von ihm abzulenken. Herpes-Viren, von denen nahezu jeder erwachsene Mensch einen der neun verschiedenen Typen zeitlebens in sich trägt, täuschen den infizierten Zellen mit Proteinen vor, nicht aufgesucht oder bedroht zu sein und entkommen so der Immunabwehr. Virale Proteine rekrutieren bestimmte Proteine der Wirtszellen und verwenden sie bei ihrer Vermehrung. Bei der Entstehung von Alzheimer-Demenz könnten Herpes-Viren beteiligt sein, da sie in Nervenzellen des Gehirns eindringen und die Gehirnsubstanz verringern können.
Hepatitis-C-Viren werden im Tierexperiment von einem Selbstheilungsmechanismus der infizierten Leberzellen entfernt. Die betroffenen Leberzellen sind genetisch jedoch anders programmiert, so dass teilweise andere Gene in anderer Intensität aktiviert werden. Sie können etwa beim Stoffwechsel und bei der Teilung von Leberzellen beteiligt sein. Eventuell haben Hepatitis-C-Patienten dadurch ein höheres Risiko für Leberkrebs. Das Zika-Virus erhöht durch Verknotung die Stabilität seiner Erbsubstanz, so dass durch die herabgesetzte Aktivität von RNA abbauenden Enzymen ein größeres Ansteckungspotenzial vorliegt.
Das Bakterien infizierende Virus Phi3T benutzt ein Peptid aus sieben Aminosäuren zur Manipulation anderer Phi3T-Viren. Bei Freisetzung töten sie keine Bakterien mehr, sondern integrieren sich in ihr Genom und bereiten möglich viele Bakterien auf zukünftige Virenvermehrungen vor. Infiziert das Virus T4 das Bakterium Escherichia coli, ist die Bakterienzelle bereits in 20 bis 30 Minuten zerstört. Dabei hilft T4 eine Umprogrammierung der Wirtszelle. Es setzt nach dem Eindringen als Katalysatoren unter anderem drei ADP-Ribosyltransferasen für die Übertragung eines Teils des Coenzyms NAD ein, wodurch die Wechselwirkung von über 30 Bakterienproteinen verändert ist. Zudem könnte das Virus durch feste kovalente Bindung bakterieller RNA an Ribosomen die Synthese bakterieller Proteine blockieren. Ihm könnte es die Regulierung der Bildung viraler Proteine ermöglichen.
Durch eine virale Infektion können die Gestalt, der Stoffwechsel und/oder das Verhalten des Wirts verändert werden. Bei mit dem Zika- und Dengue-Virus infizierten Mäusen und Menschen verändert sich die Bakterienbesiedlung der Haut, wodurch ein Geruch entsteht, der Gelsen und andere Mücken zum Weitertragen der Viren anlockt. Baculoviren lassen die Raupen des Schwammspinners ein Enzym zum Inaktivieren des Häutungshormons produzieren. Sodann schützen sie sich tagsüber nicht mehr vor Fressfeinden, sondern klettern mit letzter Kraft in Richtung Baumwipfel, heften sich an ein Blatt, lösen sich auf und tropfen nach unten. Andere Schwammspinnerraupen fressen die verseuchten Blätter und bilden weitere Baculoviren.
Virale Erbsubstanz im Genom der Meeresschnecke Elysia chlorotica verleiht dem Tier einen pflanzentypischen Stoffwechsel. Die Schnecke betreibt Fotosynthese, wenn sie die Chloroplasten von der Meeresalge Vaucheria litorea bei der Ernährung erhält. Die Chloroplasten durchziehen wie eine grüne Lichterkette den blattförmigen Körper. Bei genügend Helligkeit kann Elysia die Energie des Sonnenlichts bis zu neun Monate lang nutzen. In der Schnecke sind die Chloroplasten sogar länger funktionsfähig als in der Alge. Dabei spielt ein Gen für die Reparatur von DNA-Schäden im Schneckengenom eine Rolle, das an den Nachwuchs weitergereicht wird. Sobald er die Meeresalge konsumiert hat, betreibt auch er Fotosynthese. Nach der Eiablage beginnen die Schnecken zu erkranken und siechen dahin. Pathologische Gewebeveränderungen deuten eine aggressive Infektion an. Anthropomorph ausgedrückt haben die den Schnecken ein leichtes Leben gewährten Viren ihr aggressives Potential entdeckt und zum Ausmerzen einer überflüssigen Schneckengeneration eingesetzt.
Höchst kompliziert ist der Aspekt, welche Nukleotid-Sequenzen Viren ins Genom von Lebewesen eingeschleust und welche Gene Viren von Zellen übernommen und eventuell modifiziert haben. Das Influenza-Virus hat eine dem humanen Neuramidase-Gen ähnelnde Sequenz. HIV besitzt eine kleine IL8-Sequenz, die der des Menschen ähnelt und die es zum Eindringen in dessen Immunzellen benötigt. Ein Abschnitt im Erbgut des Rous Sarcoma Virus ähnelt einer Sequenz des Vogelgenoms. Durch ihn und den Schalter eines Proto-Onko-Gens kann es die karzinogene Aktivität bei Vögeln entfalten. Das Klosneuvirus hat Gene für die Proteinsynthese und TetV-1 für die Gärung, sie können es aber nicht realisieren.
Mittels eigener Enzyme bauen DNA-Viren wie der das Bakterium Escherichia coli infizierende Phage Lambda sowie RNA-Viren wie HIV und die Erreger von Hepatitis-B (HBV) und T-Zell-Leukämie (HTLV-1) ihre in DNA umgeschriebene RNA ins Genom von Wirtszellen ein. Dazu verwenden die Viren mit RNA-Genom (Retroviren) das Enzym Reverse Transkriptase. Die Genomabschnitte, die bei Retroviren und Zellen übereinstimmen oder sehr ähnlich sind, werden „endogene Retroviren“ (ERV) genannt. Diese können von Retroviren ins Erbgut von Zellen integriert oder vom zellulären Genom übernommen worden sein. Im Genom des Menschen entfallen acht bis zehn Prozent auf endogene Retroviren. Manche sind in der Lage, die Aktivität von Genen zu kontrollieren. Bei Katzen, Schweinen, Mäusen und Koalas kodieren sie Moleküle, die für die Spezies selbst oder andere Arten infektiös sind.
Humane endogene Retroviren (HERV) können sich erwünscht oder schädlich auswirken. Ihre Aktivitäten können gewebespezifisch oder bei weiblichen Personen teilweise anders als bei männlichen sein. HML-2-Transkripte (in mRNA umgeschriebene DNA-Sequenzen) kommen in gesunden und kranken Geweben und Organen vor. Aktiv sind sie etwa im Kleinhirn, in der Hypophyse und Schilddrüse sowie in den Hoden. Sie beeinflussen die Aktivität benachbarter Gene, die Plazentabildung, die Embryonalentwicklung und Interaktion von Neuronen. HERV beseitigen Neurotoxine, korbeln das Muskelwachstum männlicher Individuen an und können das Krebsrisiko reduzieren. Durch deaktivierte HERV auf den Chromosomen 12 und 19 differenzieren Stammzellen zu Billionen Nervenzellen.
Im Unterschied dazu können HERV-Transkripte bei Krebserkrankungen stark exprimiert sein und so Tumoren auslösen. Da im Krebsgewebe die Nukleotidsequenz der Tumorbildung sich an der gleichen Stelle in allen Zellen befindet, stammen alle Krebszellen des Tumors von einer Ausgangszelle ab. Zudem entstehen durch aktivierte HERV-K (HML-2) deformierte Nervenzellen in der Großhirnrinde. Sie können auch die Gehirnschichtung verändern. Bei Krankheiten wie Schizophrenie und Multiple Sklerose können aktivierte HERV wie HERV-K beteiligt sein. Mittlerweile liegen Hinweise vor, dass HERV auch Alzheimer begünstigen. Sie fördern die Ausbreitung der verklumpten Tau-Proteine im Gehirn, da ihre Proteine den zwischenzellulären Transport der Tau-Proteine mittels Membranbläschen unterstützen. Zunehmend mehr Befunde legen ihre Beteiligung bei Erkrankungen mit fehlgefalteten Proteinen wie amyotropher Lateralsklerose und Tauopathien nahe. UV-Strahlung, manche Bakterien und Viren könnten die Blockade von HERV aufheben. Die Funktionen der gleichen und ähnlichen Nukleotidsequenzen von Retroviren und Menschen sind erst ansatzweise bekannt.

2. Das Raffinesse-Spektrum von Sars-CoV-2
Trickreich und effizient operiert das schwere akute respiratorische Coronavirus 2 (kurz Sars-CoV-2), dessen Erbgut etwa 30.000 RNA-Codons für die Synthese von 28 verschiedenen Proteinen enthält. Sein Wirkungsspektrum ist umfangreicher, als der Name verrät. Jede Variante verfügt über eine andere Strategie. Clever werden die gegen das Virus gerichteten Antikörper und Immunzellen ausgetrickst oder die Interferon-Ausschüttung blockiert. Die Viren vermehren sich in den Infizierten, bevor sie deren Anwesenheit durch Symptome bemerken. Unwissend stecken sie andere an. Laut einer WHO-Schäzung sind 2020 und 2021 wegen Covid-19 knapp 15 Millionen Personen zusätzlich gestorben. Während der Pandemie wurden mehr als sieben Millionen Kinder zu Vollwaisen.
Diverse Schäden richtet das ans Protein ACE2 der Zellmembran bindende Spike-Protein an. Mit Hilfe von bei der Neurophysiologie des Menschen beteiligten Proteinen leitet Sars-CoV-2 beim Andocken an eine Wirtszelle eine erzwungene Fusion (Endozytose) ein. Danach können intakte und infizierte Zellen miteinander verschmelzen und absterben. In der Lunge kann eine Entzüdung der die Arterien auskleidenden Endothelzellen und im Gehirn ein Schlaganfall auftreten. Noch stärker können die Endothelzellen von nicht zur Virushülle gehörenden Proteinen geschädigt werden. Zum Herabsetzen der Antikörper-Bindung bedient das Virus sich eines beim Abbau von Hämoglobin anfallenden Proteins. Ein Unterdrückungsmechanismus hält die gegen es gerichtete Interferonmenge auf niedrigem Niveau, so dass das Virus sich ungestörter im Körper ausbreiten kann. Bei der Vervielfältigung der RNA kontrolliert ein Enzym, ob Fehler passieren. Die vorherige Infektiosität wird eventuell durch eine höhere Mutationsrate wieder hergestellt oder verstärkt.
Durch chemische Mimikry von Protein KAT2A im humanen Histonprotein H3 reduziert das Virus die antivirale Reaktion menschlicher Wirtszellen, indem es die Regulierung der Transkription durch sein Protein ORF8 stört. Histone sind Proteinkomplexe, um die der DNA-Strang gewickelt ist. Der Vorläufer Sars-CoV-1 von 2003 mit einer Sterblichkeitsrate von zirka zehn Prozent besaß ORF8 noch nicht. Ohne ORF8 verläuft Covid-19 schwächer. Bei Anwesenheit sinkt die KAT2A-Konzentration und der Covid-19-Verlauf ist stärker. ORF8 kann KAT2A-Proteine beseitigen und das Ablesen immunologisch relevanter Gene mit Hilfe einer dichteren Verpackung der DNA reduzieren. Demnach stört Sars-CoV-2 die epigenetische Regulierung infizierter Wirtszellen mittels Histon-Mimikry. Wie die anderen Sars-Coronaviren besitzt Sars-CoV-2 ein spezifisches genetisches Kennzeichen, das als „Sars-unique-Domain“ (SUD) bezeichnet wird. In infizierten Zellen bindet das SUD-Protein mit deren Protein Paip-1. Die Ribosomen bilden nun vermehrt virale Proteine. Die Synthese der Wirtszellenproteine ist gedrosselt, da nicht-virale RNAs zerstört werden.
Personen mit einem effizienten Immunsystem können bei einer Sars-CoV-2-Infektion benachteiligt sein, da die T-Lymphozyten nicht nur die infizierten Zellen zerstören, sondern auch Interferon-Gamma freisetzen. Es blockiert die Vermehrung der Viren und aktiviert weitere Immunzellen, lässt aber die Schleimhautzellen mehr ACE2-Proteine bilden, so dass eine größere Virenmenge in die Zellen zum Verstärken der Infektion eindringt. Eine weitere Besonderheit ist die vorzeitige Ausschüttung des Botenstoffs TGFß, so dass die natürlichen Killerzellen des angeborenen Abwehrsystems davon abgehalten sind, die infizierten Zellen zu registrieren und ihre Zerstörung einzuleiten. Durch die verfrühte Hemmung der natürlichen Killerzellen ist die Immunabwehr fehlgeleitet und die Körperschäden des schweren Verlaufs können entstehen.
Um möglichst viele Bereiche des Organismus zu schädigen, bedient Sars-CoV-2 beim schweren Verlauf sich auch der frei beweglichen Fresszellen, die Körperfremdes wie Bakterien und Körpereigenes wie zelluläre Partikel im Blut und in Zellzwischenräumen aufnehmen können. Zunächst versetzt das Virus die Zellen der oberen Atemwege in den Ruhezustand zum Verhindern von Entartung im Alter. Dadurch startet eine bahnbrechende Kettenreaktion, zu deren Beginn die alt gewordenen Zellen zahlreiche Entzündungen verursachende Botenstoffe abgeben. Daraufhin kontaktieren die Fresszellen die seneszenten Schleimhautzellen, um sie zu entfernen. Durch die immense Botenstoffmenge werden aber auch die Fresszellen in den Überalterungsruhezustand versetzt und infizieren nun die Zellen anderer Organe mit Entzündungen auslösenden Botenstoffen. In der Lunge wird der seneszente Zustand vor allem auf die Endothelzellen übertragen, so dass eine Lungenentzündung entstehen kann. Zudem sondern Zellen der Blutgefäßwände bei der sich ausbreitenden Überalternung Verklumpungen begünstigende Stoffe ab. Dadurch können Minithrombosen und wegen des reduzierten Gasaustauschs in den Lungenlappen Atemnot auftreten. Eine Hauptrolle haben die Fresszellen. Das Virus könnte zudem die bei über 90 Prozent der Menschen inaktiv vorliegenden Epstein-Barr-Viren reaktivieren, die unter anderem als Spätfolge Multiple Sklerose auslösen könnten. Im schlimmsten Fall tritt der Tod durch Multiorganversagen ein. Attackiert das Immunsystem die im Blutkreislauf sich ausbreitende Infektion zu heftig, kann eine Sepsis wegen geschädigter Organe wie Herz, Lunge und Niere auftreten, die bei einem Drittel der an Covid-19 Erkrankten bei zu später Diagnose und ohne Behandlung tödlich verläuft.
Typische Anzeichen einer Infektion sind Halsschmerzen, Schnupfen und Kopfschmerzen. Bei der ab Spätsommer 2023 nachgewiesenen und genetisch sich stark von den vorherigen Typen unterscheidenden Variante BA.2.86 („Pirola“) können wunde Finger und Zehen, gerötete und juckende Augen, Durchfall, Geschwüre und/oder Schwellungen im Mund und auf der Zunge auftreten. Bemerkenswerterweise verfügt Pirola wieder über das hoch effiziente Eindringen in Lungenzellen anfänglicher Typen. Dazu wird das zelluläre Enzym TMPRSS2 verwendet. Ungefähr 35 Mutationen beim Spike-Protein ermöglichen, sich neutralisierenden Antikörpern zu entziehen. Allerdings bilden infizierte Zellen relativ wenig intakte Viren. Zur Verstärkung der Antikörperflucht ging aus Pirola über eine einzige Spike-Mutation die Sublinie JN.1 mit potenziell neuen Attacken hervor. Dazu zählen Angstzustände, Schlafprobleme und Darminfektionen. Offenbar finden virale Optimierungsversuche statt.
Nach überstandenem Covid-19 können noch Symptome wie Schwindel, Konzentrationsmangel, Erinnerungsdefizite, Bewusstseinseinstrübung, Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Ängste, Depression, Riechstörung, Haarausfall, Schlaf- und Herz-Kreislauf-Probleme vorliegen. Sie können direkt nach der Infektion, Monate danach und/oder mit zeitlichen Abständen auftreten. Betroffen können etwa Lunge, Herz, Vagus-Nerv, Niere, Leber, Magen, Darm, Gehirn, Bewegungsapparat und Blutgerinnung sein.
Bei Long-Covid liegen Symptome noch vier Wochen und bei Post-Covid noch über drei Monate nach der akuten Infektion vor. Die Betroffenen leiden meistens an extremer Erschöpfbarkeit (Fatigue), sind kaum noch belastbar und können unter anderem mit doppelter Häufigkeit eine Lungenembolie oder Atemprobleme entwickeln. Bei Kleinkindern steigt nach der Infektion das Risiko für Diabetes 1. Eine mögliche Ursache sind eine zerstörte Bauchspeicheldrüse, eine überaktivierte Immunreaktion und Stressfaktoren. In Abhängigkeit vom Alter, Geschlecht und gesundheitlichen Zustand vor der Infektion leidet mindestens jede und jeder Zehnte an einem Teil der über 200 Langzeitsymptome, die sich auf mehrere Organsysteme auswirken und von denen mehr als 60 eine direkte Auswirkung der Infektion sind. Besonders bei in der Frühphase der Pandemie Erkrankten bestehen zwei Jahren danach noch gesundheitliche Störungen.
Die Ursachen werden zunehmend aufgespürt. So schädigt das Spike-Protein die Herzmuskelzellen wie ein Gift. Die den Sauerstoff transportierenden Erythrozyten und die für die Abwehr von Krankheitserregern zuständigen Blutkörperchen können Verformungen und eine andere Größe und Fexibilität in den Blutgefäßen aufweisen. Deformierte Erythrozyten können sich den Fließbedingungen in den sehr engen Blutgefäßen zu wenig anpassen, können sich ineinander verhaken und hängen bleiben, so dass die Sauerstoffversorgung des Körpers beeinträchtigt ist. Dadurch könnten Atemprobleme und eventuell eine Thrombose auftreten. Was im Einzelnen im Gehirn passiert, wird teilweise kontrovers diskutiert.
So wurde mitgeteilt, Sars-Co-2-Viren könnten die Astrozyten infizieren, die den Nervenzellen Nährstoffe liefern, und die Rezeptoren der Perizyten blockieren, so dass die Haargefäße des Blutgefäßnetzes sich zusammenziehen. Mögliche Folgen sind Gedächtnisstörung, Schwindel, Depression und Schlaganfall. Das nach Überwinden der Blut-Hirn-Schranke ins Nervengewebe eingedrungene Spike-Protein schwächt die Funktion der Mitochondrien ab, zerstört Cytochrom-C-Oxidase-Systeme und senkt den ATP-Spiegel. Lebensnotwendige Mechanismen wie Membranpumpen können dadurch versagen, welche die Nervenzellen für ihre Funktion benötigen. Die Reduzierung der mitochondrialen Funktion versuchen die Wirtszellen durch Aktivierung der mitochondrialen Genexpression und der angeborenen Immunabwehr inklusive der integrierten Stressantwort zu kompensieren.
Besonders im Kleinhirn, das die Orientierung im Raum ermöglicht und bei Bewegungsimpulsen des Großhirns die Einzelkontraktionen der Muskulatur aufeinander abstimmt, blockiert das Virus mitochondriale Gene für die zelluläre Energiegewinnung. Über molekulare Signale wird dadurch die mitochondriale Genaktivität des gesamten Organismus unterdrückt, wobei Herz, Niere, Leber und Lypmphknoten besonders betroffen sind. Eine länger gestörte mitochondriale Funktion kann wegen fehlender Energiereserven der Zellen zum schweren Covid-19-Verlauf mit kardiovaskuären und kognitiven Störungen, Entzündungen und Organversagen führen.
Zum Verstärken der Infektion im Gehirn bedient das Virus sich der Nanoleitungen zwischen den Nervenzellen, um von aufgesuchten Nervenzellen in eigentlich nichtempfängliche zu gelangen. In den Nanoröhrchen wird Sars-CoV-2 vom Immunsystem nicht bemerkt. Ungestört vervielfältigt es seine RNA in Gebilden wie Doppelmembranbläschen. Zudem fördert das Virus die Bildung stabilerer und längerer Nanotunnel in doppelter Anzahl. Zum pathogenen Repertoire des Erregers könnten auch bei Überreaktionen des Immunsystems entstehende Auto-Antikörper zählen, die den eigenen Körper attackieren. Sie könnten zerebrale Fehlfunktionen auslösen, so dass nach Passieren der Blut-Hirn-Schranke Symptome wie Vergesslichkeit und Psychosen auftreten. Der ausgeprägten Ermüdung von Long-Covid-Kranken liegt vermutlich eine überschießende Anti-Entzündungsreaktion zu Grunde. Ohne Entzündung könnten durch Makrophagen Schlaf auslösende Moleküle ausgeschüttet werden.
Bei Autopsie-Untersuchungen wurde bei manchen an Covid-19 Verstorbenen im Gehirn virale Erbsubstanz, aber keine mit dem Virus infizierte Nervenzelle gefunden. Vermutlich registriert der Organe wie Darm, Herz und Lunge mit dem Gehirn verbindende Vagus-Nerv des Parasympathikus die Entzündungsreaktionen im Körper und reagiert ohne Infektion im Hirnstamm, wodurch unter anderem Botenstoffe ausgeschüttet werden, die sich auf die Motivation und Stimmung auswirken. Demnach sind die neurologischen Symptome wie Fatigue eine Begleiterscheinung der gegen das Virus gerichteten Immunreaktionen des Körpers. Eine direkte virale Schädigung des Gehirns liegt nicht vor.
Laut einem 2024 publizierten Vergleich von Hirnscans spielen undichte Blutgefäße im Gehirn und ein hyperaktives Immunsystem eine Hauptrolle bei Bewusstseineintrübungen mit Erinnerungsdefiziten und Konzentrationsproblemen. Wegen einer gestörten Blutversorgung werden die Blutgefäße vor allem im Frontal- und Temporallappen durchlässiger, so dass Blutbestandteile wie Gifte und Krankheitserreger zu den betroffenen Stellen gelangen. Hinzu kommen eine gestörte Blutgerinnung und Immunantwort sowie eine durch an Gehirngewebe angeheftete Blutzellen ausgelöste Entzündungsreaktion.
Einer mathematischen Studie zufolge könnte die Variante Omikron auch bei schwacher Symptomatik die Lebenserwartung mit Hilfe von den eigenen Körper attackierenden Antikörpern (Anti-Autokörpern) reduzieren. Die während einer akuten Infektion gebildeten Antikörper könnten bis zu 90 Prozent Anti-Autokörper sein. Sie können zu bleibenden Schäden an Blutgefäßen und Organen führen sowie die Immunabwehr durch beschädigte T-Zellen schwächen. Bei Verlust können die fehlenden T-Zellen nicht mehr ersetzt werden. Mögliche Folgen sind Erschöpfungszustände und Geruchsverlust über einen längeren Zeitraum.
Eine zentrale Basis bei der Entstehung von Covid-19 sind die beiden Enzyme Papain-ähnliche Protease und Hauptprotease 3CL, die wie Scheren virale und humane Proteine an bestimmten Stellen zerlegen und danach die Fragmente zusammensetzen. Einzigartigerweise vermag die Papain-ähnliche Protease 602 und die Hauptprotease 3CL 6.444 Proteine des Menschen zerlegen, was ungefähr einem Drittel aller Proteine entspricht. Einen Teil der Bruchstücke erkennt das Immunsystem nicht als zum eigenen Körper gehörend und bildet Auto-Antikörper gegen die „Neo-Antigene“. Als Reaktion kann eine akute Entzündung entstehen, aus der später eine chronische Autoimmunerkrankung hervorgehen kann. Der clevere Trick des Virus ist die Bildung des „nebulösen Konvoluts“ aus heterogenen Proteinfragmenten, um der Immunabwehr zu entkommen.

3. Der Airburst über Sodom und die Überflutungskatastrophe
Die Schreiber biblischer Texte verfassten religiöse Unterweisungen, keine wissenschaftlichen Artikel und historischen Protokolle. Daher ist die Beschreibung von Ereignissen wie der Katastrophe von Sodom und Gomorra und der Sintflut nicht wörtlich zu nehmen. Hier ein inhaltlicher Annäherungsversuch mit heutigem Wissen:
Laut biblischer Textvorlage wurden die Städte Sodom und Gomorra durch ein kosmisches Ereignis vernichtet, da Bürger mit zwei Engeln sexuell verkehren wollten, die Lot besuchten. Er fühlte sich von ihnen so stark bedroht, dass er ihnen seine zwei Töchter anbot. Da wurden die Männer noch aggressiver und wollten die Tür des Hauses aufbrechen. Die Engel streckten die Hand aus, zogen Lot in sein Haus und sperrten die Tür zu. Die Männer erblindeten und fanden den Eingang nicht mehr. Am Morgen floh Lot mit seiner Frau und den Töchtern auf Geheiß der Engel ins sichere Zoar. Die Region von Sodom und Gomorra wurde mit allem auf den Feldern von Grund auf vernichtet. Als Lots Frau zurückblickte, erstarrte sie zu einer Salzsäule (vgl. Gen 19,1ff). Vor der Katastrophe war die bewässerte Jordangegend fruchtbar „wie das Land Ägypten“ (vgl. Gen 13,10). Der biblische Text bezieht sich vermutlich auf ein reales Ereignis.
21 Fachpersonen präsentierten 2021 den vorläufigen Stand einer seit 2005 in der antiken Stadt Tall el-Hammam im südlichen Jordantal nordöstlich des Toten Meeres durchgeführten archäologischen Ausgrabung. Der Studie zufolge gab es dort um 1.650 v. Chr. ein Zerstörungsszenario, dessen wahrscheinlichste Ursache ein im Anflug explodierendes Geschoss aus dem All war. Die bei der Luftdetonation freigesetzte Energiemenge könnte die vom 30. Juni 1908 bei Tunguska in Sibirien übertroffen haben. Damals erhellte frühmorgens ein greller Lichtblitz den Himmel. Eine heftige Druckwelle knickte 60 bis 80 Millionen Bäume in der Region des Flusses Steinige Tunguska. Ein Gebiet mit fast der Fläche des Saarlandes wurde verwüstet. Wäre das kosmische Objekt fünf Stunden später eingetroffen, hätte Leningrad, die damalige Hauptstadt der Sowjetunion, das heutige St. Petersburg, durch die Zerstörungskraft von ungefähr tausend Hiroshima-Atombomben in Schutt und Asche gelegen.
In der Metropole Tall el-Hammam mit über 50.000 Einwohnern zerstörte die Druckwelle des Airbursts über dem Toten Meer mehr als zwölf Meter eines vier- oder fünfstöckigen Palastes und einen vier Meter messenden Lehmziegelwall. Weitere Indizien für eine Extremdruck- und Hochtemperaturzerstörung sind nach Nordosten geworfene schwere Gegenstände, eine ungefähr 1,5 Meter dicke Schicht mit Asche, bei fünf bis zehn Gigapascal geschockter Quarz, zerstörte Zirkon-Kristallstrukturen, diamantartiger Kohlenstoff, geschmolzener Gips-Putz, Gold, Silber, Platin, Nickel und Chromit, geschmolzene und verglaste Töpferwaren und Lehmziegelreste, geschmolzene Speere und Schwerter aus Metall und zerschmetterte Skelettteile von Menschen. Ihre Kleidung und Körper verbrannten unmittelbar, da die Schmelztemperatur von Chromit 2.140 Grad Celsius beträgt. Von der Schockwelle und Feuersbrunst wurden zirka 15 Städte sowie über 100 Dörfer und Gehöfte einer blühenden Zivilisation ausgelöscht. Teilweise regnete das durch die enorme Hitze verdampfte Salzwasser auf das südliche Jordantal herab und verhinderte 300 bis 600 Jahre lang die landwirtschaftliche Nutzung der Böden.
Hier die Studie in Nature Scientific Reportshttps://www.nature.com/articles/s41598-021-97778-3
Informationen über die Ausgrabungen in Tall el-Hammam: https://tallelhammam.com/
Die Ähnlichkeit mit dem biblischen Text führt zum Schluss, dass die Zerstörung von Tall el-Hammam durch mündliche Überlieferung einer Augenzeugenbeschreibung in den Untergang Sodoms im Buch Genesis eingeflossen sein könnte.
Auch der Sintflut-Erzählung könnte ein reales Ereignis zu Grunde liegen. Der Ausdruck „sint-vluot“ bedeutet im Mittelhochdeutschen eine große allgemeine Flut. Eine fast übereinstimmende Überflutung wird im älteren Gilgamesch-Epos geschildert. Überlieferungen aus Australien, Indien, Island und Griechenland erzählen ebenfalls von einer verheerenden Flut.
Laut Bibel ereignete sich die Sintflut, nachdem das Sinnen und Trachten der Menschen „immer nur böse war“ (vgl. Gen 6,5). Gott war mit ihrem Reden und Handeln nicht einverstanden, da sie die Erde mit anderen „Wesen aus Fleisch“ zu einem lebenswidrigen Aufenthaltsort machten (vgl. Gen 6,12). So tötete Kain seinen Bruder Abel (vgl. Gen 4,8). Sodann brachen „alle Quellen der gewaltigen Urflut auf, und die Schleusen des Himmels öffneten sich“ (vgl. Gen 7,11). Der Blick auf das nachsintflutliche Verhalten zeigt allerdings eine Menschheit wie vor der Sintflut.
Als reale Entsprechung könnten die Überschwemmungen von Euphrat und Tigris oder gar der späten Eiszeit in Frage kommen. Damals ergossen sich immense Wassermassen des Mittelmeers am Bosporus in einen tiefer gelegenen Süßwassersee und schufen das heutige Schwarze Meer. Der steigende Wasserspiegel überflutete eine 100.000 Quadratkilometer umfassende Fläche. Archäologische Funde legen eine dichte Besiedlung der Uferregion und ein rasches Verlassen der Unterkünfte nahe.
Vergleichbares könnte in anderen Regionen passiert sein. So wurden in Nordamerika vermutlich durch Ausbrüche von Eisstauseen die Channeled Scablands im Bundesstaat Washington überflutet. Damals könnte eine Wassermenge mit mehrfachem Volumen des Bodensees sich über das Columbia-Plateau ergossen und beim Abfließen tiefe Schluchten erzeugt haben. In mehreren Regionen der Erde kamen Überflutungen zu Stande, unter anderem wenn Eisdämme oder Endmoränen brachen.
Für die Annahme, dass es sich bei den „aufgebrochenen Quellen“ um das extrem heiße Wasser in der Übergangszone vom oberen zum unteren Erdmantel handelt, wurde noch kein Indiz gefunden. Der Fund von zwei an der Grenze zum unteren Erdmantel entstandenen Diamanten mit an Wasser gebundenen Mineralen Ringwoodit und Brucit könnte auf ein dortiges Wasserreservoir verweisen, das sechsmal größer als das Wasser der Meere ist.
Hier können sich Fragen wie diese ergeben: Gab es während der Lebensgeschichte eine friedliche Epoche? Ab wann ist gewaltsames Sterben fossil belegt? Lebten damals bereits Menschen? Werden die Sintflut und die kosmische Zerstörung einer Region erneut stattfinden?
Eine fossil dokumentierte Lebenswelt ohne gewaltsames Sterben könnten die etwa 120 bisher ausgegrabenen Arten des oberen Präkambriums sein, die den „friedlichen Garten von Ediacara“ bewohnten. Fossil überlieferte Verletzungen wurden bei ihnen noch nicht entdeckt. Räuber-Beute-Beziehungen sind paläontologisch ab dem darüber liegenden Kambrium belegt, das vor zirka 539 Millionen Jahren begann. Damals packte die Gattung Anomalocaris die Beute mit dornigen Mundwerkzeugen und zerkleinerte sie im Mund mit mehreren Zahnreihen wie mit einem Nussknacker. Vor 240 Millionen Jahren wurden langhalsige Dinosaurier der Gattung Tanystropheus enthauptet, was Bissspuren an abgetrennten Hälsen belegen. Dass Menschen im Kambrium oder in der Trias gelebt haben, ist durch ein fossiles Relikt nicht bekannt und extrem unwahrscheinlich. Fossil überliefert sind Funde der Gattung Homo seit etwa zwei Millionen Jahren. Doch die Bibel enthält eine Sammlung religiöser Texte von Schreibkundigen mit individuellen Interessen, die zu unterschiedlichen Zeiten gelebt haben, keine wissenschaftlichen Studien der Paläontologie.
Das Töten und Konsumieren von Lebewesen ist ein Bestandteil der Lebenswelt vom Erdaltertum bis heute. Braunbären und Löwen töten Jungtiere anderer Väter, um durch die Beendigung des Stillens von Fortpflanzungspartnerinnen das eigene Erbgut zu vermehren; umherschweifende Junglöwen-Rudel töten Harem-Anführer und verspeisen sie bisweilen; männliche Löwen töten ihre Schwester beim Streit um Nahrung; Stummelaffen, Mäuse und Schleimfische töten gelegentlich den Nachwuchs; männliche Breitfuß-Beutelmäuse können nach bis zu 14-stündigem Sexualkontakt wegen hohem Kortison-Spiegel tot umfallen und Artgenossen beiderlei Geschlechts konsumieren die Leiche; Panda-Mütter säugen den stärkeren Jungbären und lassen den anderen sterben; weibliche Erdhörnchen töten männliche Nachkommen, Tanten töten Nichten; Präriehündinnen töten die Jungtiere von kleineren Erdhörnchenarten; Schafe verstoßen Lämmer; das stärkste Steinadlerküken wirft die schwächeren Geschwister aus dem Nest; ältere Wiedehopf-Küken fressen jüngere Geschwister und gelegentlich unterstützt die Mutter das kannibalische Verhalten; etwa jedes dritte halbwaise Küken des Grünbürzel-Sperlingspapageis wird vom neuen Partner des verbleibenden Elternteils oder von kinderlosen Paaren getötet, die brütende Paare aus der Höhle vertreiben; junge Gottesanbeterinnen fressen Geschwister und später verspeisen Weibchen bisweilen den Fortpflanzungspartner; Wolfsspinnenmännchen fressen nach der Begattung manchmal das Weibchen; Bienenköniginnen töten Schwestern, Arbeiterinnen werfen ihre Brüder aus dem Stock zum Verhungern oder töten sie mit einem Stich; Arbeiterinnen von Honigtopfameisen zerstückeln schwächere Königinnen zurm Verzehr und rotten fremde Nester aus; Wüstenameisen konsumieren Eier, Larven und Arbeiterinnen in Nestern schwächerer Artgenossen, foltern und zerstückeln deren Königinnen vor dem Verzehr; Kegelrobben, Komodowarane, Kaulquappen von Baumsteigerfröschen und der australischen Aga-Köte sowie Taufliegenlarven verzehren ihresgleichen; der kräftigste Tigerhaifötus verspeist im Uterus die schwächeren; junge Ohrwürmer verleiben sich die tote Mutter ein; Jungtiere mancher Spinnenarten fressen die Mutter, Tanten und extra für sie gelegte Eier von Geschwistern; die Schwarze Witwe und Vogelspinne töten kleine Schlangen und fressen an ihnen; Totenschädelameisen setzen größere Schnappkieferameisen mit Säureeinsatz außer Gefecht, enthaupten sie, sammeln die Köpfe im Bau und schleppen die Leichen zu ihrem Volk zum Zerlegen und Verzehr; weibliche Paviane und Schimpansen töten Jungtiere von Konkurrentinnen; Schimpansenhorden greifen Gorillas an, entreißen Jungtiere der Mutter und töten sie; Pflanzen beseitigen Konkurrenten am Standort durch Chemikalien in Wurzeln und Blättern oder locken den Feind der sie fressenden Raupen durch Duftstoffe zum Verzehr an; Abwehrstoffe angeknabberter Tomaten machen hungrige Raupen des Eulenfalters zu Kannibalen; der schmarotzende Teufelszwirn zapft die Leitungsbahnen verschiedener Wirtspflanzen an, um Nährstoffe und Wasser zu stehlen sowie durch Verabreichen spezieller microRNAs die Aktivität von Genen zur Verteidigung der Geschädigten zu blockieren; Würgefeigen umschlingen andere Bäume im tropischen Regenwald und schnüren deren Leitgefäße so lange ab, bis sie absterben, verrotten und ihre Standorte zur Verfügung stellen; Menschen essen andere Lebewesen oder Teile von ihnen; manche töten Embryonen, Föten, Kinder und/oder ältere Personen. Hier kann gefragt werden: Inwiefern ist der vollkommene Gott, dem die Lebewesen ihr Dasein verdanken (vgl. Ps 146,6; Mt 5,48), dafür verantwortlich?
Eine Sintflutkatastrophe wird laut biblischer Aussage nicht mehr stattfinden. Nach der Sintflut versprach Gott Noach, seiner Familie und seinen Nachkommen: „Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben“ (Gen 9,11). An zwei anderen Stellen heißt es, dass Gott der zerstörerischen Kraft des Wassers eine Grenze setzte, die es zukünftig nicht mehr überschreiten darf (vgl. Ps 114,9; Jes 54,9).
Zu den kosmischen Zerstörungsszenarien gab Jesus den Hinweis, auf sein erneutes Kommen auf die Erde würden vorab „gewaltige Zeichen am Himmel“ und „Erschütterungen der Kräfte des Himmels“ verweisen (vgl. Lk 21,11.26). Ob der Hinweis sich auf tatsächliche Phänomene am Himmel und/oder Erkenntnisse der Astronomie und Kosmologie bezieht, ist offen.

4. Die Aktivitäten des Mörders von Anfang an
In den Evangelien tauchen der Teufel und seine Gehilfen, die Dämonen, häufig auf. Nach 40-tägigem Fasten in der Wüste versucht der Teufel Jesus mit einem Bibelzitat, was das raffinierte, eloquente und scheinheilige Vorgehen bekundet. Doch Jesus befiehlt ihm: „Weg mit dir, Satan!“ (Mt 4,10). Wiederholt wird Jesus bei seiner irdischen Mission vom Satan attackiert. Er lässt sich von ihm aber nicht blenden und von seinem Vorhaben abhalten. Für Jesus sind der Teufel und seine Dämonen real existierende, personale Geistwesen einer für Menschen nicht wahrnehmbaren Wirklichkeit. Sie verfügen über Fähigkeiten zum Verführen, Verwirren und Schädigen. Laut Aussage Jesu ist der Teufel „ein Mörder von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge“ (vgl. Joh 8,44).
In einer Gleichnisdeutung bezeichnet Jesus ihn als „der Feind, der auf dem Acker der Welt das Unkraut sät“. Er ergänzt: „Das Unkraut sind die Söhne des Bösen“ (vgl. Mt 13,38f). Von den Menschen verlangt das Walten des „Herrschers dieser Welt“ (vgl. Joh 16,11) ständige Wachsamkeit und entlarvende Klugheit. Denn als Durcheinanderwerfer („diabolos“) versucht er, den klaren Blick einzutrüben, so dass Falsches als wahr und Böses als gut erscheint.
Gemäß Hinweisen Jesu können Erkrankungen des Körpers, der Psyche und/oder des Geistes dämonisch zu Stande kommen. In den Evangelien wird zwischen Erkrankungen mit und ohne direkte Beteiligung des Bösen unterschieden. Eine Erkrankung ohne direkte dämonische Einflussnahme ist das Fieber der Schwiegermutter des Petrus. Jesus beugte sich über die Kranke und befahl dem Fieber zu weichen. Sofort konnte die Frau wieder arbeiten.
Eine dämonische Besessenheit zeigt sich im mentalen, psychischen und physischen Leid eines Mannes bei Gerasa, der in Grabhöhlen hauste. Er schrie unaufhörlich bei Tag und Nacht und schlug sich mit Steinen. Niemand konnte ihn bezwingen, auch nicht mit Ketten und Fesseln. Jesus befreite den Kranken mit göttlicher Kraft und Vollmacht mit dem Befehl: „Verlass diesen Mann, du unreiner Geist!“ Daraufhin verließ eine Legion Dämonen den Kranken und fuhr mit Erlaubnis Jesu in eine Schweineherde. Die etwa 2.000 Tiere stürzten den Abhang hinab und ertranken in einem See (vgl. Mk 5,1ff).
Auch im Alten Testament ist vom Teufel als Widersacher Gottes und Urheber des Bösen die Rede. Er heißt auch „Satan“, was im Hebräischen „Widerstand leisten“ bedeutet. Laut erstem Schöpfungsmythos der Bibel bot Gott die Erde den Menschen und Tieren als einen Aufenthaltsort an, auf dem sie sich von Pflanzen und Früchten der Samenpflanzen ernährten (vgl. Gen 1,29f). Den Verzehr von „allem Lebendigen, das sich regt“ außer von „Fleisch, in dem noch Blut ist“ erlaubte Gott erst nach der Sintflut (vgl. Gen 9,3f). Das mit Mühsal, Leid und Sterben verbundene Erdendasein besteht laut Mythos vom Garten Eden erst seit der Verführung des Menschen durch eine hinterlistige und um sie werbende Schlange. Sie redet der Frau ein, durch den Genuss der „Früchte des Baumes in der Mitte des Gartens“ würden ihr und ihrem Gefährten die Augen aufgehen: „Ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.“ Sodann nimmt die Frau von den Früchten des wie eine Augenweide wirkenden Baumes, gibt auch ihrem Mann davon und beide essen sie. In der Folge erkennen sie ihre Nacktheit, fürchten sich vor Gott und verstecken sich vor ihm. Damit sie die Hände nicht auch noch nach dem „Baum des Lebens“ ausstrecken und davon essen, müssen sie den Garten verlassen (vgl. Gen 3).
Aus der Textvorlage kann abgeleitet werden, dass Gott das Verhalten der Menschen beachtet und gegebenenfalls reagiert. Doch Satan gaukelt ihnen Luftschlösser vor. Menschliches Versagen kann weitreichende Folgen haben. Ein Werden-wie-Gott erlaubt Gott ihnen nicht. Der Mensch handelt böse und zerstört die Freundschaft mit ihm, wenn er die Interessen des Bösen verwirklicht und moralischen Prinzipien folgt, die Gott missfallen.
Dass die beiden als Personen einer mythischen Erzählung tatsächlich als die ersten Menschen auf der Erde gelebt haben, ist nicht belegbar. Ungeachtet dessen stufte die Katholische Kirche Adam und Eva als Heilige mit zu gedenkendem Festtag am 24. Dezember vor dem Hochfest der Geburt Jesu ein. Wie sie, sollten sie existiert haben, nach der Vertreibung aus dem Garten Eden redeten und handelten, weiß nur Gott. Er entscheidet über die Aufnahme von Personen als Heilige im Himmel. Ungewiss ist auch, ob von der Katholischen Kirche als Heilige eingestufte Personen wie Kaspar, Melchior und Balthasar im Himmel sind.
Der Name „Adam“ bedeutet im Hebräischen „Erdling“. Laut Mythos ist der Mensch aus Erdboden („adamah“) geformt, was auf den materiellen Körper verweist. Erst bei der Vertreibung aus dem Garten nennt Adam seine Frau Eva, was Leben („chawwa“) bedeutet. Äpfel als verlockende Früchte werden im Text nicht erwähnt. Dass sie auf Gemälden zu sehen sind, könnte damit zusammenhängen, dass das lateinische Adjektiv „malum“ sowohl „das Böse“ als auch „Apfel“ bedeutet. Der Garten Eden ist nicht das Paradies bzw. der Himmel, da der Mensch den Garten bebauen und hüten soll (vgl. Gen 2,15). Bemerkenswerterweise stirbt der Mensch im Garten Eden zunächst noch nicht (vgl. Gen 2,17). Er ernährt sich von den Bäumen und benennt jedes lebendige Wesen (vgl. Gen 2,19f).
Die Vorstellung des zunächst unsterblichen Menschen verweist auf eine Passage im Buch der Weisheit. Demnach „hat Gott den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht. Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt, und ihn erfahren alle, die ihm angehören.“ Nochmals heißt es: „Denn Gott hat den Tod nicht gemacht und hat keine Freude am Untergang der Lebenden. Zum Dasein hat er alles geschaffen“ (Weish 2,24; 1,13f). Der Aussage lässt sich unter anderem das Sterben durch Unfall, Gewalt, destruktive Impulse wie Dominanz, Eifersucht, Habgier, Machtbesessenheit, das auf 120 Jahre begrenzte Erdendasein (vgl. Gen 6,3) und der Verlust des ewigen Lebens bei Gott von Menschen, die es wollen und entsprechend reden und handeln, zuordnen.
Dämonisch herbeigeführtes Sterben wird im Buch Tobit geschildert. Demnach liebte ein Dämon die schöne und kluge Sara. Männer, die das Mädchen heirateten, wurden von ihm umgebracht. Saras Vater berichtet: „Ich habe meine Tochter schon sieben Männern zur Frau gegeben; doch jeder, der zu ihr ins Brautgemach ging, ist noch in derselben Nacht gestorben.“ Als Tobias mit Hilfe des Engels Rafael Sara heiratete und den barmherzigen Gott anrief, starb er nicht (vgl. Tob 6; 7; 8).
Dem alttestamentlichen Buch Ijob zufolge gehörte Satan ursprünglich zu den „Gottessöhnen“ und sah den Herrn von Angesicht zu Angesicht. Er durchstreifte die Erde und trat zusammen mit den Seinen vor den Herrn und berichtete ihm von Ijobs Frömmigkeit und rechtschaffenem Handeln. Er behauptete, Ijob fürchte Gott nur, da er ihn beschütze und das Tun seiner Hände segne. Falls der Herr jedoch seine Hand gegen Ijob ausstrecke und Ijob seinen weit im Land ausgebreiteten Besitz verliere, würde er dem Herrn ins Angesicht fluchen. Hier will Satan einen Frommen von Gott distanzieren, was ihm aber nicht gelingt. Als Ijob seine Söhne, Töchter, Knechte, Rinder, Kamele, Esel, Schafe, Haus und die übrigen Besitztümer verloren hatte, fiel er zu Boden, betete Gott an und sagte nichts Ungehöriges gegen ihn. Er akzeptierte sogar, dass Satan ihn „mit bösartigem Geschwür von der Fußsohle bis zum Scheitel schlug“ (vgl. Ijob1; 2).
Als drei Freunde Ijob besuchten und sieben Tage lang bei seinem Anblick kein Wort mit ihm reden konnten, verfluchte Ijob allerdings in Verbitterung sein Erdendasein und wünschte, wegen der erschöpften Kraft im Grab zu liegen. Er sprach: „Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren bin, die Nacht, die sprach: Ein Mann ist empfangen.“ Und weiter: „Warum starb ich nicht vom Mutterschoß weg, kam ich aus dem Mutterleib und verschied nicht gleich?“ (Ijob 3,3.11). Er fragte sich, warum Gott Menschen wie ihm Leben schenkt, sie aber den Tod mehr als verborgene Schätze suchen und unter dem Hügel frohlocken würden (vgl. Ijob 3,20-22).
Den ursprünglichen Aufenthalt Satans bei Gott deutet der Name „Luzifer“ („Lichtträger“) an. Als Ankläger der Menschen vor dem Herrn nennt ihn das Buch Sacharja (Vers 3,1). Bei einer Gelegenheit trat er gegen Israel auf und reizte David zu einer Volkszählung (vgl. 1 Chr 21,1). Im Judasbrief streitet der Teufel mit dem Erzengel Michael um den Leichnam des Mose (vgl. Jud 9). In der Offenbarung des Johannes heißt Satan auch „der große Drache, die alte Schlange“. Er lebte im Himmel und wurde mit seinen Mitstreitern bei einem Konflikt von Michael und anderen Engeln auf die Erde gestürzt, wo sie die Menschen verführen und dann ihre Vergehen bei Tag und bei Nacht vor Gott bringen (vgl. Offb 12,7ff).
Jesus sah auch neurologische Erkrankungen wie die Epilepsie eines taubstummen Jungen, der unkontrolliert zu Boden fiel, als dämonische Übel an. Zudem heilte er durch Auflegung seiner Hände eine Frau mit verkrümmtem Rücken, die „von einem Dämon geplagt wurde“ bzw. „die der Satan seit 18 Jahren gefesselt hielt“. Die an einem Sabbat in einer Synagoge Anwesenden waren darüber erfreut. Den empörten Synagogenvorsteher nannte Jesus einen Heuchler (vgl. Mk 9,14ff; Lk 13,10ff). Bei der Befreiung von Besessenheit fielen manche unter lautem Geschrei auf den Boden, ohne sich zu verletzen. Beim Verlassen teilten die Dämonen über die Stimme der Geheilten bisweilen mit: „Du bist der Sohn Gottes!“ (Lk 4,41). Jesus befahl ihnen dann zu schweigen, da die Menschen selbst erkennen sollten, dass er der Messias ist.
Der Ausdruck „Sohn Gottes“ wurde in vorchristlicher Zeit besonders für Pharaonen in Ägypten und für Könige im Orient verwendet. Auch das Alte Testament enthält den Ausdruck. Der leibliche Sohn von David und Nachfolger seines könglichen Vaters „wird für den Herrn Sohn sein“ (vgl. 2 Sam 7,14). Ein vorbildlicher Mensch ist für Gott „sein Sohn“ (vgl. Sir 4,10). Bei den Personen handelt es sich um Menschen, die keinen Anspruch auf göttliche Verehrung haben. Wohin die göttliche Verehrung eines Menschen führen kann, zeigt die blutige „Weltherrschaft“ („imperium sine fine“) von Kaiser Augustus als Sohn des Göttlichen („Caesar divi filius“) vor dem Hintergrund römischen Götter-Glaubens.
Jesus ist der einzige göttliche Sohn des himmlischen Vaters. Er bejahte die Frage des Hohenpriesters beim Verhör vor dem Hohen Rat, ob er der Messias, der Sohn Gottes sei: „Du hast es gesagt“ (Mt 26,64) bzw. „Ihr sagt es – ich bin es“ (Lk 22,70). Kritiker wollten ihn vorher wegen Gotteslästerung steinigen, da er nur ein Mensch sei, sich selbst zu Gott machte und ihn lästerte mit der Aussage: „Ich bin Gottes Sohn“ (vgl. Joh 10,36). Jesus entzog sich aber ihrem Zugriff.
Jesus konnte jede und jeden sofort und vollständig heilen oder befreien, wenn er von den Betroffenen oder stellvertretend einem anderen darum gebeten wurde. Dazu gehörten Menschen mit Aussatz, Epilepsie, Lähmung, Skelettdeformation, Blindheit und Taubstummheit (vgl. Mt 15,30f et al.). Sieben Dämonen verließen Maria Magdalene. Sie begleitete ihn mit anderen Frauen von Dorf zu Dorf, die er geheilt und von bösen Geistern befreit hatte (vgl. Lk, 8,1f).
Das dämonische Agieren kann bei Menschen die Gesundheit, das Denken, Empfinden, Reden und Handeln beinflussen. Der Teufel und seine Helfer können einfallsreicher, durchtriebener und wirkmächtiger als Menschen handeln. Als Jesus den Jüngern weissagte, er werde in Jerusalem vieles erleiden und getötet werden, bevor er am dritten Tag auferweckt werde, reagierte Petrus, Gott möge es verhindern. Aus menschlicher Sicht ist die Aussage nachvollziehbar. Jesus akzeptierte sie aber nicht und befahl: „Weg mit dir, Satan! Geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen. Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“ Oder anders übersetzt: „Tritt hinter mich, du Satan! Ein Ärgernis bist du mir, denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen“ (Mt 16,23). Hier versucht der Teufel durch Eingebung eines Gedankens bei einem engen Begleiter Jesu, seine irdische Mission umzulenken. Für Jesus ist sogar der Apostel Judas, der ihn dem jüdischen Klerus auslieferte, ein Teufel: „Und doch ist einer von euch ein Teufel“ (Joh 6,70). Ein Mensch ist aber kein Teufel. Ob die Formulierung korrekt ist, bleibt offen.
Die Evangelien enthalten keinen Beleg, dass Jesus eine Krankheit, ein Sterben, eine Katastrophe oder ein anderes Leid herbeiführte. Als er auf dem Weg nach Jerusalem von Bewohnern eines samaritischen Dorfes nicht aufgenommen wurde, waren zwei Apostel so entsetzt, dass sie ihn fragten: „Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet?“ Unmissverständlich wies Jesus die beiden zur Rache Neigenden zurecht und stellte sich ihrem Ansinnen entschieden entgegen (vgl. Lk 9,51ff). Er respektierte die Abweisung und verzichtete auf eine zerstörerische Machtdemonstration. Manche Textüberlieferungen fügten der Aussage Jesu hinzu: „Ihr wisst nicht, was für ein Geist aus euch spricht.“
Jesus lehrte und lebte einen Glauben ohne Hass, Gewalt, Zerstörung und Zwang vor. Er dachte, redete und handelte teilweise anders die Propheten im Alten Bund und viele spätere Christen. Elija sagte zu einem Hauptmann von 50 Leuten, die im Auftrag des Königs Ahasja von Samaria zu ihm mit der Aufforderung gesandt wurden, vom Gipfel eines Berges zum König herabzukommen: „Wenn ich ein Mann Gottes bin, so falle Feuer vom Himmel und verzehre dich und deine Fünfzig.“ Es geschah: 51 Personen starben (vgl. 2 Kön 1,9f). Bei den Attacken Satans gegen Ijob heißt es, das vom Himmel fallende „Feuer Gottes“ sei in dessen Schafe und Knechte eingeschlagen und habe sie verzehrt (vgl. Ijob 1,16). Jesus lehrte keinen Gott wie der Prophet Jesaja: „Der Herr zieht in den Kampf wie ein Held, er entfacht seine Leidenschaft wie ein Krieger. Er erhebt den Schlachtruf und schreit, er zeigt sich als Held gegenüber den Feinden“ (Jes 42,13).
Im Ersten Korintherbrief wird daran erinnert, dass die Väter unter der Wolke durchs Meer zogen und auf Mose getauft wurden. Als sie sich von der Gier beherrschen ließen, habe Gott an den meisten keinen Gefallen mehr gehabt und sie in der Wüste sterben lassen. Einige habe der Verderber umgebracht, weil sie murrten (vgl. 1 Kor 10,1ff). Laut Zweitem Korintherbrief tarnt Satan sich als „Engel des Lichts“ (vgl. 2 Kor 11,14). Paulus bezeugt, ein Bote Satans habe ihn verletzt, um demütig zu bleiben: „Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestoßen: ein Bote Satans, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe.“ Er gesteht, die Leiden Jesu seien ihm „überreich“ zuteil geworden (2 Kor 12,5.7). Jesus habe ihn gebeten, die Völker „von der Macht des Satans“ durch Bekehrung zu Gott zu befreien (vgl. Apg 26,18). Ein außerbiblischer Hinweis auf dämonisches Wirken findet sich bei Johannes Vianney, dem Pfarrer von Ars und Patron der katholischen Priester. Er berichtete von nächtlichen Störungen wie im Zimmer herumgerückten Stühlen, abgerissenen Gardinen, wackelnden Möbeln oder auf dem Boden herumgeschleiftem Bett. Der Pfarrer erkannte allmählich, dass die nächtlichen Attacken einem Ereignis im Interesse Gottes vorausgingen und ertrug sie mit Geduld.

5. Das erhellende Licht durch Jesus
Mose teilte den Israeliten im Auftrag Gottes mit: „Jahwe ist der Gott im Himmel droben und auf der Erde unten, keiner sonst“ (Dtn 4,39). Der Weisheitslehrer Jesus Sirach betete zu Gott, seine Herrlichkeit allen anderen Völkern zu zeigen: „Wie du dich an uns vor ihren Augen als heilig bezeugt hast, so verherrliche dich an ihnen vor unseren Augen, damit sie erkennen, wie wir es erkannten: Es gibt keinen Gott außer dir“ (Sir 36,4f).
Gott ist der Urheber und Eigentümer der Welt. Er liebt, was er ins Dasein rief und schont seine Werke (vgl. Sir 42,15ff; Weish 11,24ff). An Zerstörung und Leid hat er kein Gefallen. Besonders liebt er die Menschen mit ihren Schwächen, deren irdische Existenz er wollte. Wird das sensible und liebende Herz Gottes aber zutiefst verletzt, handelt er selbst oder gebietet er dem Teufel keinen Einhalt, damit das Fehlverhalten erkannt, beendet und gegebenenfalls der Schaden wiedergutgemacht wird. In diesem Zusammenhang sprach Jesus vom „Zorn Gottes“ (vgl. Lk 21,23), der auch im Alten Testament mehrmals erwähnt wird (etwa Jes 45,7; Joël 2,13; Am 3,6).
Gott Vater, der durch seinen Sohn Jesus „die Welt erschaffen hat“ und dessen Sohn „das Abbild seines Wesens ist“ (vgl. Hebr 1,2), ist vollkommen, unbeirrbar treu, gerecht, barmherzig, gnädig und gütig (vgl. Dtn 32,4; Ps 145,8f; Joël 2,13). Er vergibt und vergisst die Vergehen, wenn er aufrichtig darum gebeten wird und die Bemühung um zukünftiges Unterlassen sieht. Niemand liebt Jesus zufolge jede und jeden zärtlicher als der Vater im Himmel, der den Menschen nahe ist. Er ist kein tyrannischer Gott und schreckenerregender Alter mit pompöser Tiara wie auf manchen Gemälden, sondern jung wie Jesus. In ihm kann er gesehen werden, weil beide eine Einheit in zwei göttlichen Personen sind (vgl. Joh 14,9f).
Die Menschenähnlichkeit beider zeigt sich sogar im gelentlichen Humor. So nannte Jahwe das von ihm erwählte Volk „du armer Wurm Jakob, du Würmlein Israel“ (vgl. Jes 41,14). Jesus bezeichnete den Tetrarchen Herodes Antipas als „Fuchs“ (vgl. Lk 13,32) und die zwei Apostelbrüder Jakobus und Johannes als „Donnersöhne“ (vgl. Mk 3,17). Die Geselligkeit Jesu zeigt sich bei der Teilnahme an einer Hochzeit zu Kana (vgl. Joh 2,1ff) und beim Mahl beim Zöllner Matthäus mit vielen Zöllnern und Sündern (vgl. Mt 9,9ff) oder bei den Geschwistern Maria, Marta und Lazarus in Betanien (vgl. Joh 12,1ff). Jesus feierte Feste und genoss das Essen und Trinken in Gemeinschaft mit seinen Jüngern und anderen Personen.
Im Alten Testament wird aber auch ein Gott vorgestellt, der tötet und lebendig macht, der auf vor seinem Wort Zitterende blickt, auf Abfall mit Unheil reagiert, zermürbende Leiden auferlegt, Todesurteile erlaubt, als Herr der Heere Kriege führt und den Israeliten bei der Inbesitznahme von Kanaan sieben mächtigere Völker zur Vernichtung ausliefert (vgl. etwa Dtn 7,1f; 32,39; Psalmen, Jes 54,5; 66,2; Bar 4,28f; Jona 3,10 oder Mal 1,11). Jahwe entfacht ein loderndes Feuer, sendet Schwindsucht feisten Männern und nachts einen Engel zum Erschlagen von 185.000 Feinden im Lager der Assyrer (vgl. Jes 10,16; 2 Kön 19,35). Zefanja lässt er zurzeit von König Joschija ankündigen, er werde in Juda die Fische, Vögel und das Vieh wegraffen und die Menschen ausrotten, die Bewohner Kanaans zu Grunde richten, Assur vernichten und Niniwe zur Öde machen und im trotzigen, schmutzigen und gewalttätigen Jerusalem unter anderem die überheblichen Prahler, die frech betrügenden Propheten und die das Heilige entweihenden Priester entfernen (vgl. Zef 1,1-4; 2,5.13; 3,1ff).
Mose erhielt vom Herr den Auftrag, Rache an den Midianiten für die Israeliten zu nehmen, so dass alle Männer und fünf Könige erschlagen, die Frauen und kleinen Kinder gefangen genommen, der Besitz und das ganze Vieh erbeutet sowie die Städte und Zeltdörfer der Midianiten niedergebrannt wurden. Als Mose sah, dass die für den Glaubensabfall der Israeliten verantwortlichen Frauen noch lebten, befahl er, alle Knaben und alle Frauen, die mit einem Mann sexuellen Kontakt hatten, umzubringen. Alle Mädchen und alle Frauen ohne sexuellen Kontakt ließ er für die Israeliten leben (vgl. Num 31,1-18). Die Wunden von kriegerischer Gewalt wie vom Schwert Durchbohrte, vom Hunger Gequälte und verschleppte Propheten und Priester werden als Folgen von Unrecht, Schuld der Väter und Sünden gegenüber Gott dargelegt (vgl. Jer 17ff).
In der Bibel findet sich auch ein Gott, der jeden Erstgeborenen bei Mensch und Vieh in Ägypten erschlägt, seinem Zorn freien Lauf lässt, Menschen nicht vor dem Tod bewahrt und sie der Pest ausliefert, als Krieger vor Zorn schnaubend Pharaos Wagen und seine Streitmacht ins Meer wirft, die Frevler und alle, die Unrecht tun, verlacht und für immer vernichtet, Vernichtende zum Zerstören erschafft, abtrünnige Könige verspottet, Gewalttätige und Gewalttat Liebende aus tiefer Seele hasst, Feinde zerschmettert, Bedrängern die Glieder zerschlägt, die Blutschuld rächt, schonungslos alle Fluren Jakobs vernichtet, im Grimm die Bollwerke der Tochter Juda niederreißt, zum Propheten Hosea sagt, eine Kultdirne zur Frau zu nehmen und mit ihr Kinder zu zeugen, den Weg von Menschen zornentbrannt in den Abgrund führt, als siegreicher Held zur Schlacht ruft, die Ausrottung der Völker befiehlt, sie mit eiserner Keule zerschlagen und wie Krüge aus Ton zertrümmern lässt, Übeltäter von der Erde vertilgt und sich von Königen mit Beben die Füße küssen lässt, was etwa in Ex 12,12f, 15,3ff; Dtn 10,17; 1 Kön 13,34; Jes 35,4, 54,16; Ps 2, 6, 9, 11, 53, 76, 78, 89, 92, 106, 110; Spr 22,23; Sir 5,6f; Klgl 2,2; Hos 1,2; Jona 3,9; Mi 7,18 zu finden ist.
Dazu ist anzumerken, dass Gott so handelte, wenn Menschen ihn als ihren Urheber vergaßen, ihren schlechten Vorhaben freien Lauf ließen oder Götzen verehrten. Über Israel sagte Jahwe: „Den ganzen Tag streckte ich meine Hände aus nach einem abtrünnigen Volk, das einen Weg ging, der nicht gut war, nach seinen eigenen Plänen, nach einem Volk, das in seinem Trotz mich ständig ärgert“ (Jes 65,2f). Salomo wandte sich vom Herrn ab, der ihm zuvor zweimal erschienen war, und diente fremden Göttern, was Gott ihm verboten hatte (vgl. 1 Kön 11,9f). Zeitweise gab es 450 Propheten des Baal und 400 Propheten der Aschera in Israel (vgl. 1 Kön 18,19). Sogar Kinder wurden Baal geopfert. Im Tal Ben-Hinnom bauten Israeliten die Kulthöhe des Tofet und brachten ihre Söhne und Töchter als Brandopfer dar (vgl. Jer 7,30f; 19,4f; 32,35). Jerusalem hatte schwer gesündigt und wurde deshalb zum Abscheu (vgl Klgl 1,8). Für den Verfasser des Buches der Weisheit ist die Verehrung namenloser Götzenbilder „aller Übel Anfang, Ursache und Höhepunkt“ (vgl. Weish 14,27).
Mose sah das vom Herrn abgefallene Israel als „ein falsches, verdrehtes Geschlecht, Verkrüppelte, die nicht mehr seine Söhne sind, ein dummes, verblendetes Volk“ an (vgl. Dtn 32,5f). Der Herr ließ daher über Mose androhen, bei weiterem Nichtbefolgen der Gebote und Missachten seiner Satzungen unter anderem Schwindsucht, das Augenlicht zum Verlöschen bringende und den Atem erstickende Fieber und die Pest zu senden (vgl. Lev 26,16.25). Der Prophet Elija gestand Gott in tiefster Verzweiflung: „Mit Leidenschaft bin ich für den Herrn, den Gott der Heere, eingetreten, da die Israeliten deinen Bund verlassen, deine Altäre zerstört und deine Propheten mit dem Schwert getötet haben. Ich allein bin übriggeblieben, und nun trachten sie auch mir nach dem Leben“ (1 Kön 19,14).
Gott wollte die ihn zutiefst Verletzenden durch Leid zur Einsicht führen, das ihm missfallende Handeln zu beenden. Wenn Menschen nicht existierende Götter anbeteten und ihnen Brandopfer darbrachten, sich für den Tod und nicht für das Leben entschieden, regte Gott sie mit spürbarer Ernsthaftigkeit zum Nachdenken und Korrigieren des Verhaltens an, denn der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist ein eifersüchtiger Gott (vgl. Ex 20,5; 34,14; Jos 24,19). Ihm geht es darum, dass Menschen auf falschen Wegen es erkennen und die Richtung ändern, um am Leben zu bleiben (vgl. Ez 33,11). Vor allem will er den Schwachen beistehen. Dabei berücksichtigt er den soziokulturellen Entwicklungsstand. Im Innersten ist Jahwe ein liebevoller, gütiger und verzeihender Gott: „Hat er betrübt, erbarmt er sich auch wieder nach seiner großer großen Huld. Denn nicht freudigen Herzens plagt und betrübt er die Menschen“ (Klgl 3,32f).
Im Übrigen können mehrere Jahrhunderte zwischen dem geschilderten Ereignis und dem Verfassen des Bibeltextes liegen. Wissenslücken und Einfügungen eigener Ansichten sind bei den Schreibkundigen nicht ausgeschlossen. Zudem gab es einen alten Propheten in Bet-El, der eine falsche Aussage als Mitteilung Gottes deklarierte (vgl. 1 Kön 13,18). Kernaussage Jahwes im Alten Testament ist das Versprechen, sein „Knecht“ werde als Unschuldiger die Schuld für die Vergehen der Menschen auf sich laden und durch die Wunden seiner Misshandlung beseitigen (vgl. Jes 52,13ff; 53,1ff).

6. Was jede und jeder für die Lehre Jesu Offene beachten sollte
Jesus ruht als einziger göttlicher Sohn am Herzen des Vaters (vgl. Joh 1,14.18). Er redete und handelte gemäß dem Auftrag seines Vaters (vgl. Joh 14,31). Wer an Jesus glaubt, glaubt an den, der ihn als „Licht“ und als „Retter“ auf die Erde gesandt hat. Seine Lehre wird aber jene „am Jüngsten Tag“ richten, die ihn verachtet und seine Worte abgelehnt haben. Jesus betonte: „Denn ich habe nicht von mir aus gesprochen, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat (vgl. Joh 12,44ff).
Mose gab das Gesetz mit zahlreichen Geboten und Verboten; Jesus verkündete die Wahrheit (vgl. Joh 1,17; 14,6). Der Vater bestätigte die Authentizität der Verkündigung Jesu bei dessen Verklärung auf einem Berg, indem eine Stimme aus einer Wolke rief: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören“ (Mt 17,5). Oder so formuliert: „Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören“ (Mk 9,7). Der Apostel Petrus bezeugte später, er habe die Stimme vom Himmel gehört. Jesus habe von Gott Vater Ehre und Herrlichkeit beim Hören „der Stimme der erhabenen Herrlichkeit“ empfangen. Zu ihm sprach sie: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe“ (vgl. 2 Petr 1,17f). Der Vater zeigte seine Präsenz in der Stimme aus einer Wolke. Es erinnert an die Wolke, die unter König Salomo die „Gotteswohnung“ mit der Bundeslade mit der „Herrlichkeit des Herrn“ erfüllte (vgl. 1 Kön 8,10f).
Das Geschehen entsprach der Weissagung des Mose, als die Israeliten Jahwe am Horeb baten, einen Propheten wie ihn als Erfüllung von allem erstehen zu lassen. Mose prophezeite ihnen: „Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören“ (Dtn 18,15). Der Vater sandte seinen Sohn Jesus als den Verkünder der Wahrheit und den von ihm gesalbten Erlöser der Menschheit.
In Jesus offenbarte der Vater sich authentisch den Menschen. Jesus war quasi „der Exeget des Gesetzes durch Mose“ bzw. mit den Worten des Paulus „das Ende des Gesetzes“ (vgl. Röm 10,4). Es bestand eine Wirkeinheit zwischen Jesus und dem Vater, von der Jesus sagte: „Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn“ (Joh 5,19).
Für Christen ist daher im Alten Testament nur das gültig, was mit der Lehre und dem Handeln Jesu übereinstimmt. Lebenswidrige Bräuche wie die Steinigung einer Frau beim Ehebruch übernahm Jesus nicht. Anstatt die überlieferten Feuer-, Schlacht- und Speiseopfer darzubringen, setzte Jesus sich den Qualen des von Menschen herbeigeführten Sterbens aus, damit jede und jeder von den Sünden befreit werden und ewig leben kann. Er ignorierte Gesetze aus finsterer Zeit und lehrte im Auftrag seines Vaters: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“ (Joh 15,12). Daher soll das Erkennungszeichen der Christen die Liebe sein (vgl. Joh 13,35).
Der Psalmist verglich den irdischen Aufenthalt eines Menschen mit dem Gras, das morgens grünt und blüht und abends geschnitten wird und welkt. Er begründet die Endlichkeit des Daseins: „Denn wir vergehen durch deinen Zorn, werden vernichtet durch deinen Grimm.“ Die Gewalt des göttlichen Zornes ist die vernichtende Kraft menschlichen Lebens: „Denn unsere Tage gehen hin unter deinem Zorn. (…) Wer kennt die Gewalt deines Zornes und und fürchtet sich vor deinem Grimm?“ (vgl. Ps 90,7.9.11). Jesus dagegen lehrte: „Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen“ (Joh 5,24).
Das Reden und Tun herausragender Personen des Alten Testaments hat für Christen teilweise keine Vorbildfunktion. So bat König David unmittelbar vor dem Sterben seinen Sohn Salomo, Schimi wegen eines bösen Fluchs gegen ihn zu bestrafen: „Schick sein graues Haupt blutig in die Unterwelt!“ (1 Kön 2,9). Der Gottesmann Elischa wünschte seinem Diener Gerasi wegen dessen Habsucht, der Aussatz soll an ihm und seinen Nachkommen immer haften. Sofort war Gehasi vom Aussatz weiß wie Schnee befallen (vgl. 2 Kön 5,27).
Während Jesaja von den Fevlern sagt, „die Toten werden nicht leben, die Verstorbenen stehen nie wieder auf; denn du hast sie bestraft und vernichtet, jede Erinnerung an sie hast du getilgt“ (vgl. Jes 26,14), und der Psalmist betet, „verflucht sei, wer abirrt von deinen Geboten“ sowie „ich saß nicht bei falschen Menschen, mit Heuchlern hatte ich keinen Umgang; verhasst ist mir die Schar derer, die Unrecht tun; ich sitze nicht bei den Frevlern; ich wasche meine Hände in Unschuld“ (vgl. Ps 119,21; 26,4-6;), lehrte Jesus das immerwährende Leben und aß bei einem Zöllner zusammen mit vielen anderen Zöllnern und Sündern (vgl. Mt 9,10). Er stellte die Verwirklichung der guten Werke über die Gebote und Forderungen, die mit seiner Lehre nicht in Einklang zu bringen sind (vgl. Eph 2,10.15). Von einer Sünderin ließ er sich die Füße mit wohlriechendem Öl salben und unaufhörlich küssen. Dabei vergoss sie Tränen über seine Füße und trocknete sie mit ihren Haaren ab. Wegen der ihm geschenkten Liebe vergab Jesus ihr die Sünden und ließ sie in Frieden gehen (vgl. Lk 7,36ff).
Der Psalmist betete: „Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist, der meine Hände den Kampf gelehrt hat, meine Finger den Krieg.“ Er bat Jahwe: „Schleudre Blitze und zerstreue die Feinde, schieß deine Pfeile ab und jag sie dahin!“ (Ps 144,1.6). Jesus richtete den Blick auf die Liebe, das Verzeihen, die Versöhnung, das friedliche Miteinander und den Verzicht aufs Richten anderer. Er verzichtete auf zwölf Legionen Engel, die ihn vor der Gefangennahme bewahrt hätten. Als ein Begleiter mit dem Schwert einem Diener des Hohenpriesters ein Ohr abschlug, heilte Jesus das Ohr und befahl: „Steck dein Schwert in die Scheide!“ Er fügte hinzu: „Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen“ (Mt 26,52). Es erinnert an den Pharao, der die neugeborenen Knaben der Israeliten in den Nil werfen ließ und selbst im Wasser des Meeres ertrank (vgl. Ex 1; 14).
Viele alttestamentliche Stellen entsprechen der Lehre Jesu. Bei den Kriegszügen der Israeliten gegen die Philister wuchsen Gebirge von Gefallenen gespenstisch in die Höhe. Sogar die Bundeslade verhinderte keine Niederlage. Ihr Anblick heizte die Kampfbereitschaft und Tapferkeit der Philister erst richtig an. Hier führte das Einbinden Gottes durch die Bundeslade dazu, dass sie erbeutet wurde sowie 30.000 Mann Fußvolk und die Elis-Söhne Hofni und Pinhas starben (vgl. 1 Sam 4,1-11). Zur Menschenliebe Gottes gehören Eigenschaften wie das Spenden von Trost und das Kümmern um seine Kinder (vgl. Jes 49,15; 66,13). Das Gebot der Nächstenliebe findet sich in zwei Versionen: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ (Lev 19,18). Und: „Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem anderen nicht zu!“ (Tob 4,15a).
Jesus erlaubte nicht das Töten von Menschen. Die von ihm verkündete Feindesliebe (vgl. Mt 5,44; Lk 6,27), das Böse durch das Gute zu besiegen (vgl. Röm 12,21), fordert den Verzicht auf Freund-Feind-Ideologien und die Beendigung der Kriegs-Spirale. Den Krieg gutheißende Christen befürworten ein Verhalten, das der Lehre Jesu und dem friedlichen Miteinander diametral im Wege steht. Anstatt Meinungsdifferenzen verbal zu klären, erlauben sie, unbekannte Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu töten, Infrastrukturen zu zerstören und Lebensräume der Gott gehörenden Erde (vgl. Ex 19,5) mit Bomben, Raketen und Minen zu ruinieren. Der Apostel Petrus betonte in einer öffentlichen Ansprache, dass Gott durch Jesus den Frieden verkündete (vgl. Apg 10,36).
Wer einen Menschen tötet, dazu den Befehl erteilt oder es als moralisch erlaubt einstuft, handelt wider das göttliche Gebot „Du sollst nicht morden!“ (Ex 20,13; Dtn 5,17). Für den Psalmisten sind Mörder dem Herrn ein Gräuel (vgl. Ps 5,7). Laut Jesus ist der Mord etwas Böses, das aus dem Herzen kommt und den Menschen unrein macht (vgl. Mk 7,21.23). Christen mit Verantwortung in Kirche, Staat und Theologie, die das Töten von Menschen mit klugen Einfällen rechtfertigen oder tolerieren, zählen zu jenen, von denen Jesus sagte: „Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (vgl. Mt 7,15f). Paulus warnte eindringlich vor einigen Leuten, die ein verfälschtes Evangelium verkünden (vgl. Gal 1,6ff). Der Gemeinde in Korinth teilte er mit: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wer den Tempel Gottes zerstört, den wird Gott zerstören. Denn Gottes Tempel ist heilig und der seid ihr“ (1 Kor 3,16f).
Jesus lehrte: „Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden“ (Mt 5,5.9). Bei der Aussendung der Jünger grüßte der auferstandene Jesus sie zweimal: „Friede sei mit euch!“ Danach hauchte er sie an, erfüllte sie mit dem Heiligen Geist und beautragte sie, die Sünden zu erlassen (Joh 20,19ff). Wer laut Jesus einen anderen tötet oder ihm auch „nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein“ (vgl. Mt 5,21f).
Doch die Katholische Kirche hielt sich im Verlauf der Jahrhunderte nicht strikt an Jesu Vorgabe. Aus pseudo-christlichen Motiven wurden „gerechte Kriege“ wie die Osmanen- und Kolonialkriege sowie die Kreuzzüge gebilligt, unterstützt oder geführt. Ein Papst zog wie Julius Caesar als Feldherr in den Krieg, um Staatsgebiete für Verwandte zu erobern. 1512 kämpfte die vom Papst gebildete „Heilige Liga“ bei Pavia und 1513 bei Novara gegen Frankreich um das Herzogtum Mailand. Der Glaube, von göttlicher Vorsehung zum Papst bestimmt zu sein, führte bei einem Clan zu Gewalt und Terror, wenn die eigene Souveränität oder die kirchliche Lehrmeinung angetastet wurde. Papst Gregor XIII. ließ nach der Ermordung von Tausenden Hugenotten, Anhänger Calvins, 1572 in der Bartholomäusnacht als Dank ein „Te Deum“ singen und eine Gedenkmünze mit Schwert tragenden Engeln und niedergemachten Protestanten prägen. Heinrich II. von Virneburg, Erzbischof von Köln, führte in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts zahlreiche Inquisitionsverfahren gegen Theologen durch, von denen etliche als Ketzer im Rhein ertränkt oder auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden.
Der um das Jahr 1190 während des Dritten Kreuzzugs mit den Johannitern und Templern entstandene und 1198 zum geistlichen Ritterorden erhobene „Ordo Theutonicorum“ (Orden der Deutschen) hatte außer religiösen und karitativen Aufgaben auch eine militärische Funktion. Er beteiligte sich 1225 beim Kampf des polnischen Herzogs Konrad von Masowien gegen die „heidnischen Preußen“, errichtete den Ordensstaat Preußen und erlitt schwere Niederlagen mit mehreren Tausend Toten am Ende des 14. Jahrhunderts bei den Schlachten gegen die verbündeten Polen und Litauen. Die Ordenstracht ist ein schwarzes Kreuz auf weißem Gewand. Der Zisterziensermönch Christian von Oliva nahm bereits 1209 an einem von Papst Innozenz III. genehmigten Kreuzzug gegen die Preußen teil, um missionarisch zu wirken. Danach gelangten bei Kreuzzügen eroberte Regionen wiederholt in kirchliche Hand.
Die Christen sollten auf militante Zeichen mit dem Kreuz Jesu und Namen wie „Kreuz-Ritter, Krieger Gottes, Legionär Christi, Gemeinschaft von Ritterbrüdern“ verzichten. Sie führen zu Missverstädnissen und entsprechen nicht der Lehre Jesu in den Evangelien. Das Gleiche gilt für die über 1000-jährige Entgleisung des Papsttums, die dem Nachfolger Petri die ranghöchste Herrschaft im westlichen Europa verlieh.
Dass der Papst als klerikaler Monarch den eigenständigen Staat Vatikanstadt leitet, als Staatsoberhaupt die legislative, exekutive und judikative Gewalt ausübt, von einem Kardinalstaatssekretär in der Leitung vertreten wird und dass der Kirchenstaat international unter Autorität des souveränen Heiligen Stuhls steht, ist ein kirchenhistorischer Fehltritt. Nur wenn die von Jesus gestiftete Kirche auf staatsähnliche Machtstrukturen und Einrichtungen wie prunkvolle Unterkünfte, Garde und Banken verzichtet und den pastoralen Verkündigungs- und Heilungsauftrag in den Mittelpunkt der Tätigkeit stellt, wird sie die Gaben des Heiligen Geistes in Fülle erhalten. Er verschenkt sich umso mehr, je weniger Wert auf Macht, Ansehen und materielle Güter gelegt wird. Jesus wies darauf hin, keiner könne sein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet (vgl. Lk 14,33). Ein Bischof soll bescheiden sein. Sein Reden und Handeln sollen übereinstimmen, um glaubwürdig zu sein (vgl. Tit 1,7-9).
Die Katholische Kirche sollte nicht an Umgangsformen aus Zeiten festhalten, in denen blinder Gehorsam und rigorose Unterwürfigkeit verlangt waren. So empfiehlt das vatikanische Protokoll den Besuchern des Papstes, einen Kniefall zu machen und die Anrede „Eure Heiligkeit“ zu verwenden. Es erinnert an das Jahrhunderte alte Spanische Zeremoniell, an dem aristokratische Herrscherhäuser festhielten, um die angeschlagene Stellung durch unterwürfige Umgangsformen zu festigen. Kein Mensch muss vor einem anderen einen Kniefall machen, auch nicht vor dem Papst. Als ein Hauptmann sich ehrfürchtig Petrus zu Füßen warf, reagierte dieser: „Steh auf! Auch ich bin nur ein Mensch“ (Apg 10,25f). Kniefällige Ehrfurcht gebührt allein Gott. Jesus wies nach 40-tägigem Fasten den Teufel, der ihm alle Reiche der Erde übergeben hätte, wenn er sich vor ihm niedergeworfen und ihn angebetet hätte, zurecht, es heiße in der Schrift, vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen (vgl. Lk 4,8).
Die verlangten Unterwürfigkeitsgesten und verherrlichenden Auszeichnungen von Klerikern wie „Der Große“ oder „Doctor Seraphicus“ sind historische Relikte. Ernennungen wie „Pontifex Maximus, Staatssekretär seiner Heiligkeit, Kardinaldekan, Kardinaldiakon, Kardinalpriester, Kardinalbischof, Kurienkardinal, Metropolit, Titular- und Auxiliarbischof, General-, Bischofs- und Gerichtsvikar, Regens, Spiritual, Dompropst, Domdechant, Apostolischer Administrator, Diözesanadministrator, Dekan, Propst, Vikar, Subsidiar, Rektor, Primas, Großerzbischof und Generalsuperior“ und vom Papst verliehene Ehrentitel wie „Kaplan seiner Heiligkeit, Päpstlicher Ehrenprälat und Apostolischer Protonotar“ und Anreden wie „Eure Eminenz, Eure Exzellenz, Monsignore, Ehrwürdiger und Hochwürden“ sind kaum verständliche Überheblichkeitsrelikte und wirken wie trennende Zäune zwischen Klerikern und Laien. Mit dem Leben und Auftrag Jesu haben sie nichts gemeinsam.
Der Papst ist nicht der „Heilige Vater“, sondern der heutige Nachfolger des Apostels Petrus. Jesus sprach seinen göttlichen Vater „Heiliger Vater“ an (vgl. Joh 17,11). Heilige gibt es nur im Himmel. Jede und jeder auf der Erde kann jederzeit schlecht denken, reden und handeln. So wurde der Bischof Paulinus, der 353 als Einziger bei der Synode von Arles Athanasius von Alexandria nicht verurteilte, seines Amtes enthoben und nach Phrygien verbannt, wo er starb. Papst Stephan VI. ließ gegen Ende des 9. Jahrhunderts die Leiche des Vorvorgängers Formosus im Peterdom exhumieren, sie mit päpstlichen Gewändern ausstatten, auf den Papstthron setzen, per gerichtlichem Prozess der Insignien berauben und von der Kathedra schubsen, um die Amtshandlungen des Verstorbenen posthum für ungültig zu erklären. Den beim Schwören verwendeten Finger ließ er abhacken und anschließend die Leiche in den Tiber werfen. Ungebunden wurde er nun Papst. Sein Nachfolger hob den Beschluss auf, ließ die Leiche wieder aus dem Tiber bergen und im Petersdom erneut bestatten. Päpste im 10. Jahrhundert waren die Spielbälle römischer Adelsfamilien. Minderjährige wurden Päpste, dann ausgetauscht oder umgebracht. Ein Papst hat den Tod von zwei Vorgängern zu verantworten. Päpste der Renaissance wie Sixtus IV. begünstigten primär die eigene Familie. Mit Bestechungsgeldern wurden Stimmen der Kardinäle bei der Papstwahl gekauft. Ein Papst hatte vier Kinder, ernannte einen Sohn zum Kardinal, widmete sich der Affäre mit einer jungen Geliebten und ließ verschwenderische Trinkgelage mit nackten Tänzerinnen veranstalten.
Das Fatale mancher Kriege ist, dass psychopathische Herrscher, denen in der Kindheit zu wenig Liebe geschenkt wurde und die als Erwachsene der Selbstverherrlichung huldigten, das Töten befahlen. Das Raffinierte im Interesse des Bösen beim Rechtfertigen von Kriegen und anderen Tötungsformen von Menschen besteht darin, dass moralisch Schlechtes unter dem Deckmantel des gesetzlich Erlaubten und religiös Guten gerechtfertigt und praktiziert wird. Bertha von Suttner, Friedensnobelpreisträgerin von 1905, charakterisierte das Irrationale der Kriege: „Rache und immer wieder Rache! Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut, das soll immer wieder mit Blut ausgewaschen werden.“
Die Absurdität des Kriegs zeigt die folgende Episode zu Beginn des Jahres 2017. Der US-Außenminister John Kerry traf sich damals mit dem Vietnamesen Vo Ban Tam, der 1969 als Vietcong den Auftrag hatte, die in einen Hinterhalt geratene Crew des Leutnants Kerry zu töten. Das Vorhaben misslang. Dabei erschoss Kerry einen vietnamesischen Kämpfer. Er verabschiedete sich vom vorherigen Gegner: „Ich bin froh, dass wir beide am Leben sind.“
Alle Menschen sind aus der Sicht Gottes seine Kinder und daher miteinander verwandt. Sie sollten sich wie sich liebende Geschwister verhalten. Vor dem Hintergrund bat Papst Johannes Paul II. 2001 in der Omaijaden-Moschee in Damaskus die Muslime um Vergebung für die durch Christen erlittenen Leiden und fügte hinzu: „Gewalt zerstört das Bild des Schöpfers in seinen Geschöpfen.“ Juden, Christen, Muslime, Anders- und Nichtgläubige sollten kooperativ und friedlich miteinander umgehen.
Der Vater hat seine Vollmacht, Gericht zu halten, auf Jesus übertragen: „Auch richtet der Vater niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren“, teilte Jesus mit (Joh 5,22). Alle Verstorbenen werden „seine Stimme hören“ und entweder „zum Leben auferstehen“, wenn sie sich um das Gute bemüht haben, oder „zum Gericht“ bei nicht bereutem, gegenteiligem Reden und Handeln. Jede und jeder wird sich selbst im Lichte Gottes beurteilen. Dabei werden die Privilegierten ihr Verhalten besonders genau prüfen (vgl. Weish 6,1ff). Um direkt bei Gott ohne das Gericht weiter zu leben, hinterließ Jesus das Versprechen: „Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen“ (vgl. Joh 5, 21ff). Wer aber einen Menschen in böser Absicht bei klarem Verstand tötet oder es befiehlt und es nicht bereut und möglich wiedergutmacht, verstößt gegen das Liebesgebot und verliert das ewige Leben bei Gott (vgl. 1 Joh 3,11ff).
Laut Jesus ist Herrschaft mit Unterdrückungs- und Macht mit Missbrauchpotenzial verbunden (vgl. Mt 20,25). Beim Blick in die Geschichte und Gegenwart bekundet sich politischer, wirtschaftlicher und religiöser Machtmissbrauch in vielerlei Formen. Mächtige bedienen sich der Macht, um Verwandten, Freunden, Sympathisanten und sich Vorteile und Vermögen zu verschaffen. Darüber werden sie „am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen“ (vgl. Mt 12,36).
Ausschlaggebend ist nicht, ob ein Mensch bestimmte Handlungen religiöser Praxis pro forma vollzogen hat, sondern ob die innere Bemühung vorlag, im Interesse Gottes zu reden und zu handeln. Jesus wies klar und deutlich darauf hin, dass das Weiterleben im Himmel nur möglich ist, wenn der Wille seines Vaters verwirklicht wurde: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.“ Viele werden dann sagen: „Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht?“ Jesus wird ihnen antworten: „Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!“ (Mt 7,21-23). Daher werden nicht der äußere Schein, Titel und Ehrenbezeichnungen, der soziale Status und die gesellschaftliche Funktion beurteilt, sondern die Bemühung, dem Willen Gottes in der Liebe zu entsprechen. Reden ohne Tat genügt Gott nicht. Ansichten von Menschen, die etwa einen Mächtigen einen Wohltäter nennen, fließen in die Schau auf das eigene Leben im Lichte Gottes nicht ein (vgl. Lk 22,25). Gott lässt das Ansehen nicht gelten und nimmt keine Bestechung an (vgl. Dtn 10,17).
Auf die persönliche Verantwortung vor Gott bezogene Aussagen finden sich bereits im Alten Testament. So erinnert der Schreiber des Buches Kohelet daran, die Gebote Gottes zu achten, und fügt hinzu:„Denn Gott wird jedes Tun vor das Gericht bringen, das über alles Verborgene urteilt, sei es gut oder böse“ (12,14). Im Buch Maleachi wird ein Tag göttlicher Gerechtigkeit erwähnt, an dem die Überheblichen und Frevler, die Gott auf die Probe stellten, zu Spreu werden. Anschließend werden sie wie in einem Ofen verbrennen, so dass weder „Wurzel noch Zweig“ von ihnen bleiben. Für die Gerechten hingegen wird die Sonne aufgehen (vgl. 3,13ff).
Jede und jeder legt durch die gewählte und praktizierte Lebensführung fest, ob er/sie ins unermessliche und unvergängliche Licht des Himmels aufgenommen wird, um zu einem neuen Menschen mit einem verklärten Leib zu werden, der dem verherrlichten Leib des auferstandenen Jesus nachgebildet ist (vgl. Röm 8,29), oder den Anspruch auf himmlische Glückseligkeit verliert. Der vollendete Mensch im Himmel hat einen immateriellen Leib (vgl. 1 Kor 15,44ff) und lebt ewig glücklich bei Gott, den Engeln und anderen Menschen.
Die individuelle Vorstellung vom Himmel ist sehr verschieden. Beispielsweise lautet die Antiphon zum Benedictus im Gottesdienst der Katholischen Kirche am 11. November, dem Gedenktag des heiligen Martin von Tours, der als Bischof auf die Privilegien seines Amtes verzichtete, in einer armseligen Holzhütte vor der Stadt gewohnt und laut einer Legende als junger Mann am Stadttor von Amiens einem frierenden Bettler die Hälfte seines Umhangs gegeben haben soll: „O seliger Mann, du hast die Freude des Paradieses erlangt! Jubelnd begrüßen dich Engel und Heilige, und die Jungfrauen heißen dich willkommen. Der Himmel sei deine Stätte in Ewigkeit.“
Martin nahm Jesus, der beim irdischen Aufenthalt auf Vermögen, Eigentum und Geld keinen Wert legte, zum Vorbild. Er wies die Jünger zurecht: „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mamon.“ Als sehr am Geld hängende Pharisäer dies hörten und über Jesus lachten, sagte er zu ihnen: „Ihr redet den Leuten ein, dass ihr gerecht seid; aber Gott kennt euer Herz. Denn was die Menschen für großartig halten, das ist in den Augen Gottes ein Gräuel“ (Lk 16,15). In ähnlicher Weise äußerte sich Jahwe gegenüber Samuel bei der Erwählung Davids zum König: „Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz“ (1 Sam 16,7).
Wer zu irdischer Lebzeit bewusst im Interesse des Bösen handelt, indem er/sie beispielsweise Gott zutiefst beleidigt, das Liebesgebot aus überheblichem Stolz ablehnt, den Teufel und die Dämonen mit rituellen Praktiken ehrt oder Kinder als Selbstmordattentäter rekrutiert und das Gott missfallende Handeln nicht bereut und möglich wiedergutmacht, entscheidet sich selbst gegen die himmlische Glückseligkeit.
Die endgültige und unwiderrufliche Trennung von Gott bezeichnete Jesus als „Hölle“. Sie betrifft jene, die bewusst und konsequent keine Achtung und Liebe Gott und den Mitmenschen entgegengebracht, ihre schlechten Taten nicht bereut und die Barmherzigkeit Gottes abgelehnt haben. Jeder psychisch und mental intakte Mensch kann seine Lebensweise so gestalten, dass er/sie sich dem Guten widersetzt und im Interesse des Bösen redet und handelt. Die Situation nach dem Sterben entspricht quasi derjenigen davor (vgl. 2 Kor 11,15).
Gott kniet quasi vor der autonomen Entscheidung jeder Person. Er beugt nicht den Willen des Menschen und zwingt niemanden, ihn, sich selbst und die anderen zu lieben. Jesus konkretisierte es an Hand der Aussage, dass von fünf Hausbewohnern drei gegen zwei und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter stehen können (vgl. Lk 12,52f). Auf Grund der persönlichen Verantwortung für das eigene Reden und Tun kosten die dem Bösen Huldigenden ihre Früchte nach dem irdischen Leben weiter. Niemand muss bei Gott im Himmel leben. Die Existenz der Hölle ist ein zentraler Bestandteil der Lehre Jesu in den Evangelien.
Eine eindeutige Definition der Hölle enthalten die Evangelien nicht. Die Aussagen Jesu lassen zwei verschiedene Vorstellungen der „Hölle“ zu, die er auch „Unterwelt“ nannte. So würden die Bewohner von Karfanaum, die sich trotz vieler Wunder nicht bekehrten, „am Tag des Gerichts in die Unterwelt hinabgeworfen“ (vgl. Mt 11,20ff; Lk 10,13ff).
Einerseits könnte „Hölle“ den Verlust des ewigen Lebens bedeuten. Gemäß Jesus haben jene Anteil an „der Auferstehung der Toten“, die Gott für würdig hält, an „jener Welt teilzuhaben“. Sie leben im Himmel nicht mehr als verheiratete Paare, sondern als Kinder Gottes gleich den Engeln (vgl. Lk 20,35). Im Ersten Brief des Johannes wird gesagt: „Wer nicht liebt, bleibt im Tod. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder und ihr wisst: Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt“ (1 Joh 3,14f). In der Offenbarung des Johannes ist die Rede vom „See von brennendem Schwefel“. In ihm würden Übertäter wie Mörder „den zweiten Tod“ erleiden (vgl. Offb 21,8).
Andererseits wird „Hölle“ im Sinne einer ewigen Qual für Personen mit schlechter und nicht bereuter Lebensweise verwendet. Bildhaft befinden diese Verstorbenen sich in einem „ewigen Feuer, wo sie heulen und mit den Zähnen knirschen“ (vgl. Mt 13,42.50). Sie erleben es, da sie das Liebesgebot nicht beachtet haben. Im Gleichnis von den Schafen und Böcken sagt Jesus: Die sich nicht um Notleidende wie die Hungrigen, Dustigen, Fremden, Erfrierenden, Kranken und ungerecht Verurteilten kümmerten, werden von ihm „weggehen in das für den Teufel und seine Engel bestimmte ewige Feuer zur ewigen Strafe“. Er begründete es: „Was ihr für einen der Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan“ (vgl. Mt 25,32ff). Er fügte hinzu: „Es ist besser für dich, verstümmelt oder lahm in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen und zwei Füßen in das ewige Feuer geworfen zu werden“ (Mt 18,8).
Im Markusevangelium wird die Hölle, in die derjenige kommt, der „einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt“, als „nie erlöschendes Feuer“ beschrieben (vgl. Mk 9,42f). Der Täufer Johannes sprach ebenfalls vom „nie erlöschenden Feuer“, in dem „die vom Weizen getrennte Spreu“ verbrannt werde (vgl. Lk 3,17). Hier folgt auf das irdische Leben ein immerwährendes qualvolles Erleben.
Ob zwei Optionen bestehen, ist offen. Fest steht: Der Aufenthalt im Himmel und in der Hölle sind zwei gegensätzliche Zustände von Verstorbenen ohne Berührungspunkt.
Die unüberwindbare Kluft verdeutlichte Jesus im Gleichnis von einem reichen Mann, der Tag für Tag herrlich und in Freuden lebt, und Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre ist und der vor der Tür des Reichen hungert. Der verstorbene Lazarus wird von den Engeln in Abrahams Schoß getragen, um getröstet zu werden; der Reiche dagegen ist nach seinem Begräbnis qualvollen Schmerzen in der Unterwelt ausgesetzt. Er erleidet große Qual in einem Feuer, da er zu irdischer Lebenszeit die Lehre von Mose und den Propheten zwar kannte, aber nicht danach handelte. Dem hungernden Lazarus zu helfen, lehnte er bei klarem Verstand ab. Daher wird er Höllenqualen ohne Aussicht auf Veränderung ausgesetzt. Abraham sagt ausdrücklich, ein tiefer, unüberwindbarer Abgrund läge zwischen dem Aufenthaltsort des Lazarus und dem „Ort der Qual“. Niemand könne ihn überwinden, selbst wenn er es wollte (vgl. Lk 16,19ff).
Andeutungen zur Existenz der Hölle enthält das Alte Testament. Judith sagt von Völkern, die das Volk Gottes bekämpfen: „Am Tag des Gerichts straft sie der allmächtige Herr, er schickt Feuer und Würmer in ihr Gebein; in Ewigkeit sollen sie heulen vor Schmerz“ (Jdt 16,17). Der Psalmist schreibt: „Hinabfahren müssen die Frevler zum Totenreich, alle Heiden, die Gott vergessen“ (Ps 9,18). Im Buch der Sprichwörter sagt Gott: „Wer mich findet, findet Leben und erlangt das Gefallen des Herrn. Doch wer mich verfehlt, der schadet sich selbst; alle, die mich hassen, lieben den Tod“ (Spr 8,35f). Im Buch der Weisheit heißt es, die dem Teufel Angehörenden werden den Tod erfahren (vgl. Weish 2,24). Daniel stellt heraus: „Von denen, die im Land des Staubes schlafen, werden viele erwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur Schmach, zu ewigem Abscheu“ (Dan 12,2). Der Verfasser des Buches Maleachi erwähnt einen künftigen Tag göttlicher Gerechtigkeit, an dem alle Überheblichen und Frevler, die Gott auf die Probe stellten, wie in einem Ofen verbrennen werden. Die Gerechten werden wie die Sonne aufgehen. Gott werde zu ihnen gut wie zu einem seinem Vater dienenden Sohn sein (vgl. Mal 3,13ff).
Der schlimmste Übeltäter ist nicht in der Hölle, wenn er zu irdischer Lebenszeit Gott um Verzeihen seiner Fehlverhaltensweisen bittet. Bevor manche bei ihm als vollendete Menschen im Himmel sind, werden sie einer inneren Reinigung zur Heiligung unterzogen. Der neben Jesus gekreuzigte Verbrecher, der sein Fehlverhalten bereute und Jesus bat, an ihn zu denken, wenn er in „sein Reich“ komme, war laut Aussage Jesu nach dem Sterben sofort im Himmel. Er erlebte seine vor Gott rein machende Reinigung schon auf der Erde am Kreuz (vgl. Lk 23,32ff). Gott lässt einen Missbrauch seiner Barmherzigkeit aber nicht zu, indem das schlechte Reden und/oder Handel bei klarer Einsicht weiter praktiziert und die Beendigung bewusst hinausgezögert wird. Dabei ist zu bedenken, dass niemand weiß, ob er/sie vor dem letzten Atemzug noch Gott um Verzeihen der schwerwiegenden Vergehen bitten kann.
Im Himmel leben nur Menschen, die den Dreieinen Gott, die Engel, Menschen und sich selbst in grenzenloser Fülle lieben. Als Hilfestellung äußerte Jesus, vor Gott wie ein Kind zu werden (vgl. Mt 18,3). Wer nach dem Sterben noch nicht wie ein Kind zu lieben vermag und danach verlangt, erwirbt es bei einem Läuterungsprozess mit intensivem Verlangen nach vollkommener Liebe.
In der Bibel wird der jenseitige Reinigungsprozess nicht ausdrücklich genannt. Für Gefallene zu beten und ein Sündopfer darzubringen, damit sie von ihren Sünden befreit werden, impliziert, dass sie noch leben und von ihren Sünden noch nicht befreit sind (vgl. 2 Makk 12,43ff). Nur lebendige Menschen können von ihren Fehlverhaltensweisen befreit werden. In einer Parabel sagt Jesus, Gott vergebe alle Schuld, wenn er um Verzeihung gebeten werde. Wenn aber jemand, dem Gott die Schuld vergab, einem anderen gegenüber kein Erbarmen zeige und ihm nicht vergebe, würde der Vater ihn so behandeln, als „übergäbe er ihn Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt hat“ (vgl. Mt 18,23ff). Die Aussage Jesu bringt zum Ausdruck, dass manche Menschen noch von ihren nicht bereuten Sünden befreit werden, bis sie vor Gott rein sind. Im Ersten Korintherbrief findet sich dazu das Bild eines reinigenden Feuers: „Das Werk eines jedenwird offenbar werden; jener Tag wird es sichtbar machen, weil es im Feuer offenbart wird. Das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt. Hält das stand, was er aufgebaut hat, so empfängt er Lohn. Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch“ (3,13f).
Der zeitlich begrenzte Reinigungsprozess für jene, die zu irdischer Lebzeit das Liebesgebot zu wenig beachtet haben und so vor Gott treten, ergibt sich aus dem Wesen Gottes. Weil er Licht und Wahrheit ist, können nur Menschen mit reinem Herzen ihm ins Angesicht blicken. Personen, die Gott, sich selbst und den Mitmenschen zu wenig Liebe geschenkt haben und zu Gott wollen, haben von sich aus das innige Verlangen nach Vervollkommnung. Der barmherzige Gott bietet ihnen nochmals seine Vergebung an, da sie die Liebe unzureichend beachtet haben und es nicht bereut haben.
Eine 20-Jährige aus Belgien, die bei den Schwestern von Mutter Teresa in Russland ein Praktikum absolvierte, dabei den Einsatz auf die Kranken und Ausgegrenzten richtete, sich besonders um mongoloide Kinder kümmerte und im liebevollen und dankbaren Lächeln eines nackten und abgemagerten Mannes das Lächeln Jesu sah, äußerte bei Exerzitien: „Das Kommen des Pfingsten der Liebe hängt von uns ab, von unserer Hingabe an die Barmherzige Liebe in der Nacht der gegenwärtigen Zeit.“ Kurz bevor Claire bei einem Autounfall starb, sagte sie zu ihrer Mutter: „Liebe, liebe, liebe! Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr man es später bereut, nicht geliebt zu haben.“ Oder mit den Worten von Roger Schutz, Gründer der Gemeinschaft von Taizé: „Am Abend unseres Lebens wird es die Liebe sein, nach der wir beurteilt werden, die Liebe, die wir allmählich in uns haben wachsen lassen und sich entfalten lassen, in Barmherzigkeit für jeden Menschen.“
Eine Ausnahme zum Verbot des Tötens von Menschen gibt es bei zwischenmenschlichen und -staatlichen Differenzen in der Regel nicht. Ein auf Machterweiterung fixierter Herrscher, für den außerstaatliches Gebiet wertvoller als die dort lebenden Menschen ist und uneinsichtig seine menschenverachtende Einstellung mit militärischem Blutvergießen realisieren lässt, darf hinter Schloss und Riegel gebracht, aber nicht getötet werden.
Allein bei einem eindeutig erkennbaren Mordvorhaben darf die es beabsichtigende Person als allerletztes Mittel getötet werden, um den Mord zu verhindern. Eine Schusswaffe sollten nur Menschen von staatlichen Einrichtungen wie die Polizei zum Schutz des inneren Friedens und von legalen Unternehmen etwa zur Absicherung von Geldtransporten besitzen. Die dazu Eingesetzten müssen psychisch und mental gesund sein.
Jesus lebte auf der Erde, um „die Werke des Teufels zu zerstören“ (vgl. 1 Joh 3,8). Er wurde ein auf die liebevolle Zuwendung von Menschen angewiesener Säugling, um die Neigung zum Morden und Zerstören durch eine Demutsgebärde Gottes zu blockieren. In der sichtbaren Person Jesu war der für Erdenbewohner sinnlich nicht wahrnehmbare Gott bei den Menschen.
Unzählige haben sich über das Liebesgebot hinweggesetzt. Manche redeten öffentlich von ihrer Bemühung um Frieden, rüsteten aber gleichzeitig zum Krieg. Andere zogen mit pubertärer Begeisterung aufs Schlachtfeld, um in die Anordnung von Krieg nicht eingebundene Unbekannte zu töten, selbst umgebracht zu werden und Eltern mit den Kindern aus der Heimat zu vertreiben. Derzeit sind über 100 Millionen wegen Krieg und diversen Menschenrechtsverletzungen auf der Flucht. 238.000 Menschen starben 2022 wegen Kampfhandlungen, davon die meisten durch Kriege, allein in der Ukraine mindestens 82.000 Personen.
Das Fehlverhalten von Christen reicht bis zu den Aposteln zurück. So wird berichtet, dass ein Ehepaar sein Grundstück verkaufte und nicht den vollen Erlös den Aposteln zu Füßen legte. Sodann attackierte Petrus den Mann so heftig, dass er leblos zu Boden fiel. Der Leichnam wurde von jungen Männern hinausgetragen und begraben. Drei Stunden danach betrat die Gattin den Raum. Petrus fragte sie: „Weshalb seid ihr übereingekommen, den Geist des Herrn auf die Probe zu stellen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, stehen vor der Tür; auch dich wird man hinaustragen.“ Nun fiel auch die Frau zu Boden und starb. Die jungen Männer beerdigten den Leichnam neben dem ihres Mannes. In der Gemeinde verbreitete sich große Furcht (vgl. Apg 5,1ff).
Als Paulus erfuhr, dass ein Mann mit der Frau seines Vaters lebte, urteilte er abwesend: „Im Namen Jesu, unseres Herrn, wollen wir uns versammeln, ihr und mein Geist, und zusammen mit der Kraft Jesu, unseres Herrn, diesen Menschen dem Satan übergeben zum Verderben des Fleisches, damit sein Geist am Tag des Herrn gerettet wird“ (vgl. 1 Kor 5,1ff). Ein Zauberer und falscher Prophet, der einen Prokonsul vom Glauben abhalten wollte, wurde von Paulus attackiert: „Du elender und gerissener Betrüger, du Sohn des Teufels, du Feind aller Gerechtigkeit, willst du nicht endlich aufhören, die geraden Wege des Herrn zu durchkreuzen? Jetzt kommt die Hand über dich. Du wirst blind sein und eine Zeitlang die Sonne nicht mehr sehen.“ Sogleich erblindete der Mann (vgl. Apg 13,10f).
Die Vernunft verbietet das Töten von Menschen. Denn wer seine Tötung einem anderen nicht erlaubt, darf auch einen anderen nicht töten. Beide haben das gleiche Lebensrecht. Fachpersonen der Ethik und Gesetzgebung, die das Töten von Menschen im Strafvollzug oder Krieg rechtfertigen, verlangen von anderen ein Verhalten, das dem Tötungszwang unterliegende Tiere beim Nahrungserwerb, Suche einer Fortpflanzungspartnerin oder Erhalt der Gruppenleitung einsetzen. Jede und jeder in die Ausübung einer Tötungshandlung Eingebundene sollte das moralische Grundprinzip beachten: „Das ureigenste aller Menschenrechte ist die Eigenverantwortung“ (Viktor E. Frankl).
Wer das Töten von Menschen dennoch gutheißt oder rechtfertigt, kann sich mit den Gleichgesinnten auf einer unbewohnten Insel fern menschlicher Zivilisation treffen, um sich gegenseitig im Interesse des Bösen umzubringen.
Albert Einstein forderte 1931 in Anbetracht der aufflammenden Kriegspropaganda nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland, den Krieg möglich schnell zum Verschwinden zu bringen: „Bei diesem Gegenstand komme ich auf die schlimmste Ausgeburt des Herdenwesens zu reden: auf das mir verhasste Militär! Wenn einer mit Vergnügen in Reih und Glied zu einer Musik marschieren kann, dann verachte ich ihn schon; er hat sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde. Diesen Schandfleck der Zivilisation sollte man so schnell wie möglich zum Verschwinden bringen. Heldentum auf Kommando, sinnlose Gewalttat und die leidige Vaterländerei, wie glühend hasse ich sie; wie gemein und verächtlich erscheint mir der Krieg: Ich möchte mich lieber in Stücke schlagen lassen, als mich an einem so elenden Tun beteiligen! Ich denke immerhin so gut von der Menschheit, dass ich glaube, dieser Spuk wäre schon längst verschwunden, wenn der gesunde Sinn der Völker nicht von geschäftlichen und politischen Interessenten durch Schule und Presse systematisch korrumpiert würde.“
Auch ein Zitat von Antoine de Saint-Exupéry, der als Pilot drei Flugzeugabstürze knapp überlebte und vom letzten Aufklärungsflug am 31. Juli 1944 nicht mehr zurückkehrte: „Der Krieg ist kein Abenteuer. Der Krieg ist eine Krankheit, wie Typhus.“ Das Wrack seines von einem deutschen Jagdflieger abgeschossenen Flugzeugs wurde 2005 als Mahnmal im Mittelmeer vor der Küste von Marseille gefunden.
Und ein Appell von Papst Franziskus (2021): „In jede Gegend der Menschheit, der wir angehören und die uns angehört, weil wir alle Brüder und Schwestern sind, wollen wir das Lied vom Leben bringen! Setzen wir uns dafür ein, dass die Todesschreie verstummen, genug der Kriege! Die Produktion und der Handel von Waffen mögen gestoppt werden, denn wir bedürfen des Brotes und nicht der Gewehre.“ Die Politiker aller Staaten rief der Papst auf, sich für ein Ende des Krieges einzusetzen: „Bitte lassen Sie die jungen Generationen die gesunde Luft des Friedens atmen, nicht die verschmutzte Luft des Krieges, der Wahnsinn ist!“

7. „Der Geist der Wahrheit wird in die ganze Wahrheit führen“
Lebensbedrohliche Viren könnten clever konzipierte und hoch effizient wirkende Erzeugnisse „des Mörders von Anfang an“ bzw. „des Herrschers dieser Welt“ sein (vgl. Joh 8,44; 12,31). Von Lebewesen übernahm und modifizierte er ggf. Erbmaterial. Ließ die Wirkung nach, lenkte er die Mutantenbildung. So lagen der rasanten Verbreitung von Omikron zirka 50 Mutationen gegenüber dem Ausgangstyp zu Grunde. Bei ihm war jeder tausendste Infizierte ein Superspreader, bei Omikron jeder zehnte bis zwanzigste. Zudem besaß Omikron eine effizientere Immunflucht als die vorherigen Mutanten. Bemerkenswerterweise erhielt die Subvariante BQ.1.1 den inoffiziellen Namen „Höllenhund“ bzw. „Kerberus“. In antiken Mythen der Griechen ist der Hund Kerberos, oft dargestellt mit mehreren Köpfen und umwunden von Schlangen, der Torhüter zum Hades, in den die Toten ohne Rückkehr gelangen.
Spuren dämonischer Beteiligung könnten auch auch bei der Entstehung und Mutantenbildung des seit der Jungsteinzeit belegten Pestbakteriums zu finden sein. Bei der Justinianischen Pest ab dem sechsten Jahrhundert und der spätmittelalterlichen Pest starb in Europa knapp die Hälfte der Bevölkerung. Nach kleineren, regionalen Ausbrüchen kam es ab der Mitte des 19. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer weiteren Pest-Pandemie mit zirka 15 Millionen Todesopfern besonders in Asien. Ohne rechtzeitige Antibiotika-Einnahme ist die Pest nahezu immer tödlich. Durch Erwerb, Veränderung und Verlust genetischer Information können zuvor nicht bekannte Symptome, die für die Therapie zu spät korrekt diagnostiziert werden, oder antibiotikaresistente Varianten auftreten. Eine hohe Sterberate findet sich auch beim Lepra-Erreger, dessen bakterielles Genom bei der globalen Ausbreitung über Tausende von Jahren fast unverändert blieb. Heute erkranken jährlich noch zirka 200.000 Menschen in mehr als 120 Ländern an „Aussatz“. Zur Symptomatik zählen entstellte Gesichter, verkrüppelte Hände und verstümmelte Füße.
In Anbetracht der genialen Wirkweise der vorgestellten Viren und Bakterien könnte der Teufel ihr Erzeuger sein. Bei den bakteriellen Erregern manipulierte er harmlose Bakterien. Wer die hoch effizienten Tötungsmechanismen wie die erzwungene Endozytose von Sars-CoV-2, die molekulare Injektionsspritze des enterohämorrhagischen Escherichia-coli-Bakteriums zum Auslösen von EHEC durch Verabreichung von Gift, die brutale Vorgehensweise des Tetanus-Erregers, der Erkrankte bei klarem Bewusstsein nach zahlreichen Wundstarrkrämpfen qualvoll sterben lässt, als Erzeugnisse eines strafenden Gottes deutet, vertritt eine religiöse Position, die mit den Worten und Taten Jesu nicht übereinstimmt.
Die zukünfigen Herausforderungen durch hochpathogene Viren und/oder Bakterien sind ungewiss. Unter anderem könnte das Influenza- oder Nipah-Virus eine neue Pandemie auslösen. Derzeit sterben zwischen 60 und 90 Prozent der mit dem Nipah-Virus Infizierten in südostasiatischen Ländern. Durch Mutationen könnte die Infektiosität erhöht werden.
Möglicherweise hat der Böse auch bei hochpathogenen Pilzen wie den besonders gefährlichen Hefepilzen Candida albicans und neuerdings Candida auris, der bei sämtlichen Organen tödliche Erkrankungen auslösen kann, sich pandemieartig langsam verbreitet und dessen Herkunft bisher im Dunkeln liegt, beim das Zentralnervensystem infizierenden und schwere Hirnhautentzündungen herbeiführenden Cryptococcus neoformans sowie beim global vorkommenden Schimmelpilz Aspergillus fumigatus die Hand im Spiel. Aspergillus kann hartnäckige Lungeninfektionen mit Mukoviszidose bei Menschen mit Immunschwäche auslösen und in seinem Interesse das Lungenmikrobiom manipulieren, so dass vermehrt Stoffwechselprodukte gebildet werden, die für den Pilz vorteilhaft sind. Die Therapie mit den wenigen Antimykotika gestaltet sich schwierig, da zahlreiche immens anpassungsfähige Varianten vorliegen. Bei 252 untersuchten Typen betrug die genetische Übereinstimmung nur etwa 77 Prozent. Viele Varianten divergierten deutlich. Infektiöse Pilze werden wie Bakterien resistent gegen Arzneistoffe, doch auf Grund des komplexen Genoms langsamer. Der Hauptgrund für die Zunahme der Pilzresistenzen ist die Verwendung der gleichen Azol-Antimykotika in Landwirtschaft, Veterinär- und Humanmedizin.
Krebszellen entgehen durch raffinierte Tricks wie Zellmembranlöcher verschließende Reparaturproteine dem Angriff des Immunsystems und verhindern so den programmierten Zelltod. Durch Anhäufung somatischer Mutationen können die Tumorzellenbildung gefördert und die umliegenden Gewebezellen zum Vorteil des Krebses manipuliert werden. So beeinflussen die Brustkrebszellen mit der relativ oft vorliegenden p53-Mutation nahegelegene Fettzellen, die Immunantwort gegen den Tumor zu hemmen und so sein Wachstum zu fördern. Dabei gelangen zahlreiche die Abwehrreaktionen schwächende Immunzellen in den Tumor. Die mutierten Brustkrebszellen programmieren die Fettzellen so um, dass sie das Tumorwachstum durch eine Entzündung verstärken. Des Weiteren schütten viele Tumore den Signalstoff Prostaglandin E2 aus, damit Immunzellen den Krebs nicht in einer frühen Phase als Bedrohung registrieren und aus zellulären Vorläufern keine zytotoxische T-Zellen werden, die aus anderen Körperbereichen in den Tumor wandern und ihn attackieren. Durch Bindung von E2 an die Rezeptoren EP2 und EP4 auf der Oberfläche von stammzellähnlichen T-Lymphozyten werden die zytotoxischen T-Zellen ausgebremst und die Tumorzellen können sich ausbreiten.
Maligne Gliome, bösartige Gehirntumoren, breiten sich im gesamten Gehirn aus und weichen so einer medikamentösen Therapie und operativen Entfernung aus. Fast jede und jeder der daran Erkrankten stirbt. Befindet das Gliom sich in der Nähe eines sprachrelevanten Areals, treten Sprachstörungen auf, da die Geschwulst ins Gehirngewebe eindringt, es zusammendrückt, Schwellungen auslöst und den Blutfluss zu sich lenkt. Den sprachlichen Defiziten liegen veränderte dynamische Schaltkreise zu Grunde. Dabei bilden sich funktionsfähige Synapsen zwischen den Tumor- und Nervenzellen, die zur Ausbreitung der Glioms beitragen.
Offenbar verfügen die Krebszellen über einen Mechanismus, mit dem sie die Verschaltungen des Gehirns zu ihrem Vorteil umgestalten. Dabei erhalten sie neuronale Signale, die zu ihrer Vermehrung und Ausbreitung beitragen. Sie bedienen sich der zerebralen Plastizität und stören die kognitive Gehirnleistung, was sich nachteilig auf die Überlebensrate der Erkrankten auswirkt. Bei der Bildung der elektrophysiologischen Synapsen mit Astrozyten (bestimmten Gliazellen) bedienen sie sich des Transmitters Glutamin. Es entsteht ein Netzwerk aus miteinander verbundenen Krebs- und Gliazellen. Zur Bildung weiterer Netzwerke bewegen einzelne Tumorzellen sich im Gehirngewebe. Sobald sie Zugriff zu den neuronalen Signalen haben, verstärken sie durch Membranausstülpungen das Eindringen ins Gehirngewebe.
Vergleichbares passiert, wenn Metastasen von Brustkrebs ins Gehirn gelangen. Sie lösen dort die Bildung von Glutamat-Rezeptoren und Kontaktstellen zwischen zwei Neuronen aus, um durch Abgreifen neuronaler Signale die Vermehrungsrate zu erhöhen und so den Krankheitsverlauf zu verstärken. Zum Erhalt von genügend Sauerstoff und Nährstoffen initiieren sie die Bildung zusätzlicher Blutgefäße mit Hilfe des körpereigenen Hormons Adrenalin.
Bei Tumorerkrankungen liegt meistens eine komplexe Wechselwirkung zwischen verschiedenen Faktoren vor. So können Nervenzellen des Parasympathikus die Ausbreitung von Magen- und Prostatakrebs unterstützen und der Metastasenbildung von Brust- und Pankreaskrebs entgegenwirken. Es signalisiert, dass intensive psychische Zustände wie Verliebtheit oder längerfristiger Groll sich hemmend oder fördernd auf Krebserkrankungen auswirken können. Laut neuerer Forschung könnten bei der Krebszellenbildung auch epigenetische Fehlregulierungen beteiligt sein.
Generell könnte der Teufel bei der tendenziellen Verschlechterung des menschlichen Erbguts beteiligt sein. Abertausende Gene für potenzielle und obligatorische Erkrankungen sind heute bekannt. Eine Krankenheilung durch okkulte Praktiken wird vorgetäuscht, wenn Satan seine Einflussnahme beendet. Damit die Fachpersonen der Biotechnologie nicht weiter in seinem Interesse handeln, sollten sie auf Experimente zur Erzeugung pathogener Krankheitserreger verzichten. Das Gleiche gilt für Aggressivität steigernde sowie das klare und verantwortungsvolle Denken eintrübenden Wirkstoffe.
Zudem ist bei der Dunklen Energie, die das Universum immer schneller expandieren und finsterer werden lässt und die gemäß einer 2023 veröffentlichten Bewertung von empirischen Daten elliptischer Galaxien im Inneren der Schwarzen Löcher verborgen sein könnte, ein dämonisches Wirken möglich. Die Schwarzen Löcher bestehen möglicherweise aus Dunkler Energie, die auf den im Verborgenen agierenden Teufel hinweisen könnte. Dies ist religiöse, keine kosmologische Aussage.
Gott kann jede hochkomplexe Attacke des Bösen beenden (vgl. Sach 3,2; Jud 9), wenn er von genug Menschen darum gebeten wird. Der Teufel kann nur realisieren, was Gott zulässt (vgl. Ijob 1,12). Völlig ausgeschlossen ist der Gedanke, Satan und seine Dämonen seien Gott überlegen. Gott als ihrem Urheber sind sie immer unterlegen.
Durch seine Leiden nach der Gefangennahme und sein Sterben am Kreuz besiegte Jesus den Teufel. Sein Erlösungsopfer setzt das dämonische Handeln voraus. Jesus entmachtete den Bösen, der die Gewalt über den Tod innehatte (vgl. Hebr 2,14). Zuvor tat Jesus Gutes in Städten und Dörfern und heilte alle, die „in der Gewalt des Teufels“ waren (vgl. Mt 4,24; Apg 10,38). Jesus bändigte die „alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt“ (vgl. Offb. 12,9). Auf der erneuerten Erde gibt es die heutige Machenschaft des Bösen nicht mehr (vgl. Offb 21,1).
Jesus beauftragte die Jünger, Kranke zu heilen, Dämonen auszutreiben und unlängst Verstorbenen das Weiterleben von Gott zu erbitten: „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!“ Dabei gilt: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“ (vgl. Mt 10,6-8). Demnach können uneigennützig handelnde Nachfolger der Jünger dies realisieren, wenn Gott an ihrer Seite ist. Wer jedoch als Christ nicht gratis („dem Herrn dankend“) handelt, entfernt sich von der Vorgabe Jesu und bringt das Evangelium, Jesu frohe Botschaft, in Misskredit. Die reichen Verkünderinnen und Verkünder der Lehre Jesu „lässt der Herr leer ausgehen“ bzw. „schickt er mit leeren Händen fort“ (vgl. Lk 1,53).
Die Geschichte des Christentums bekundet allerdings ein Abweichen von der Vorgabe Jesu in einer Fülle von Fällen. Bereits Paulus hielt sich nicht konsequent an die Aussage Jesu. Er gestand der frühchristlichen Gemeinde in Korinth: „Andere Gemeinden habe ich ausgeplündert und Geld von ihnen genommen, um euch dienen zu können“ (2 Kor 11,8). In der Regel nahm er keine Entlohnung für seinen religiösen Dienst, sondern lebte um der Glaubwürdigkeit willen als Zeltmacher von der bei Tag und Nacht ausgeübten Arbeit seiner Hände (vgl. Apg 18,3; 1 Kor 4,12; 1 Thess 2,9). Silber, Gold oder Kleider verlangte er von keinem. Er arbeitete auch für den Unterhalt seiner Begleiter (vgl. Apg 20,33f). Wer in der Nachfolge der Jünger Jesu tätig ist, sollte beachten: Der Einsatz bringt die meisten und besten Früchte, wenn dafür kein Honorar genommen wird.
Jesus lebte es vor und versprach nach seiner Auferstehung allen, die an ihn glauben: „In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden“ (Mk 16,17f). Zeichen und Wunder wie diese sollen nicht dem Profit, sondern der Bekräftigung der Lehre Jesu dienen.
Im frühen Christentum heilte Jesus bei der Verkündigung seiner Liebesbotschaft durch Petrus in Lydda einen Mann, der seit acht Jahren lahm und bettlägerig war, und ließ Jesus eine Frau voll Nächstenliebe in Joppe, deren Leichnam im Obergemach aufgebahrt war, durch das Gebet des knienden Petrus wieder leben. Zu dem Mann sagte Petrus: „Äneas, Jesus Christus heilt dich. Steh auf und richte dir dein Bett!“ Dem Leichnam befahl Petrus: „Tabita, steh auf!“ Sofort stand Äneas auf und öffnete Tabita die Augen, sah Petrus an und setzte sich auf (vgl. Apg 9,31ff). Durch den Apostel Philippus fuhren in Samarien aus vielen Besessenen unter lautem Geschrei die unreinen Geister aus. Gelähmte und andere Kranke wurden geheilt, so dass große Freude herrschte (vgl. Apg 8,5ff). Eine Viper, die Paulus auf Malta fest in die Hand biss, fügte ihm keinen Schaden zu. Einheimische meinten, die Hand würde anschwellen und Paulus würde tot umfallen. Stattdessen heilte Jesus durch Paulus den an Ruhr fiebrig erkrankten Vater eines gastfreundlichen Mannes und andere Kranke durch Auflegen von dessen Hände (vgl. Apg 28,1ff). Durch die Apostel wirkte Jesus viele Zeichen und Wunder. Alle herbeigebrachten Kranken und von Dämonen Geplagten heilte Jesus (vgl. Apg 5,12ff). Es belegt, dass Jesus jederzeit das lebenswidrige Agieren dämonischer Mächte durch das inständige Gebet menschlicher Werkzeuge außer Kraft setzen kann. Petrus legte Wert darauf, dass bei der Wiederbelebung Tabitas keine Schaulustigen anwesend waren. Jesus will keine Show präsentieren.
Wer die Aussagen Jesu in den Evangelien über den Bösen als zutreffend einstuft, kann seine Existenz nicht leugnen. Das Erdendasein kann als ein Dornenweg mit zermürbenden Herausforderungen erlebt werden, auf dem fast nur Durststrecken zu bewältigen sind. Die Zeiten mit unerträglichem Leid können die glücklichen vielfach übertreffen. Auch Jesus war tief erschüttert und weinte, als er auf die zukünftige Zerstörung Jerusalems blickte und in Betanien die zwei weinenden Schwestern seines vor vier Tagen verstorbenen Freundes Lazarus und andere Trauernde sah. Doch er ließ Lazarus das Grab lebend verlassen (Joh 11,17ff).
In Jesus war auch Gott Vater auf der Erde, da beide Personen eine Einheit sind. Den Jüngern prophezeite Jesus, sie würden versprengt werden und ihn allein lassen. Doch der Vater würde ihn nicht allein lassen: „Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir“ (Joh 16,32). Der Vater war in Jesus auf der Erde unter den Menschen, um seine Werke zu vollbringen (vgl. Joh 14,10f). Sie erkannten ihn aber nicht, kritisierten seine Worte, misshandelten ihn trotz des Guten, das er ihnen tat, verspotteten ihn, kreuzigten ihn und ließen ihn die bittere Qual des Sterbens erleben. Erst kurz vor Abschluss des Sterbens war Jesus allein, so dass er ausrief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34). Gott Vater und Jesus litten, da sie die Menschen mehr lieben als sich selbst. Niemand kann sagen, Gott habe ihm beim irdischen Aufenthalt mehr zugemutet als sich selbst.
Damit der himmlische Vater besser erkannt und ihm entsprechend verehrt werden kann, sollte er durch ein eigenes Hochfest von der Katholischen Kirche geehrt werden. Dass Gott als Vater angerufen und angebetet werden will, teilte er in vorchristlicher Zeit „seinem Knecht David“ mit (vgl. Ps 89,27). Dieses Anliegen ist liturgisch bedeutsamer, als des Täufers Johannes, einzelner Apostel, der Mutter Jesu oder der Weihe einer spätantiken Kirche in Rom zu gedenken. Der Termin des Festtages zur Vertiefung der persönlichen Beziehung zwischen Gott Vater und den Menschen sollte zum jahreszeitlichen Feiern passen. Es bietet sich etwa der erste Sonntag im August an.
Wie Gott Vater im Neuen Bund unter den Menschen auf der Erde weilte, so war Jesus im Alten Bund anwesend. Laut Paulus tranken alle Israeliten bei der Wanderung durch die Wüste „den gleichen gottgeschenkten Trank; denn sie tranken aus dem lebenspendenden Felsen, der mit ihnen zog. Und dieser Fels war Christus“ (vgl. 1 Kor 10,4). Jesus offenbarte dies Paulus: „Ich erkläre euch Brüder: Das Evangelium, das ich verkündet habe, stammt nicht von Menschen; ich habe es ja nicht von einem Menschen übernommen oder gelernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi empfangen“ (Gal 1,11f). Jesus bat außerdem den Jünger Hananias in einer Vision, zu Paulus nach Tarsus wegen seines Auftrags zu gehen: „Denn dieser Mann ist mein auserwähltes Werkzeug: Er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen“ (Apg 9,15).
Das Wirken Jesu in vorchristlicher Zeit wird auch im Ersten Petrusbrief erwähnt. Demnach haben die Propheten mit dem „Geist Christi“ nach dem Heil gesucht, geforscht und Zukünftiges geweissagt: „Sie haben nachgeforscht, auf welche Zeit und welche Umstände der in ihnen wirkende Geist Christi hindeute, der die Leiden Christi und die darauf folgende Herrlichkeit im voraus bezeugte“ (vgl. 1 Petr 1,10f). Jesus war im Alten Bund anwesend und nach der Beendigung seines irdischen Aufenthaltes half er bei der Verkündigung seiner Botschaft.
In diesem Zusammenhang bedarf ein biblischer Widerspruch einer Klärung. Im Buch Exodus heißt es: „Der Herr und Mose redeten miteinander Auge in Auge, wie Menschen miteinander reden“ (Ex 33,11). Im Buch Numeri sagt der Herr zur Beziehung mit Mose: „Mit ihm rede ich von Mund zu Mund, von Angesicht zu Angesicht, nicht in Rätseln. Er darf die Gestalt des Herrn sehen“ (Num 12,8). Laut Aussage Jesu hat aber nur er den Vater gesehen: „Niemand hat Gott je gesehen.“ Und: „Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen“ (Joh 1,18; 6,46). Oder auch: „Niemand hat Gott je geschaut“ (1 Joh 4,12). Kritikern sagte Jesus über den Vater: „Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt je gesehen“ (Joh 5,37). Es ist daher zu fragen, mit wem Abraham, Isaak, Jakob, Mose, Aaron, Nadab, Abihu, die 70 Ältesten Israels, Gideon und Salomo Kontakt hatten.
Der Widerspruch lässt mindestens zwei Lösungsversuche zu. Einerseits könnte es sich bei den im Alten Bund geschilderten Gottesbegegnungen um mystische Erlebnisse handeln. Gott teilte sich auserwählten Personen über Visionen und Einsprechungen mit, ohne auf der Erde real anwesend zu sein. Wer aber später Jesus sah und mit ihm redete, hatte Kontakt mit einem materiell anwesenden Mann. Jede und jeder konnte Jesus leibhaftig sehen und berühren.
Andererseits könnte Jesus mit Männern des Alten Bundes geredet haben. Er beteiligte sich bei der Erschaffung der Welt als „das Wort“ und war, „noch ehe Abraham wurde“ (vgl. Joh 1,3; 8,58). Der Vater zeigt sich in ihm: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9). Jesus ist im Vater und der Vater in ihm: „Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist“ (Joh 14,11). Zudem war der Vater am Tag in der Wolkensäule bei der Wanderung durch die Wüste und der Durchquerung des Meeres und nachts zeigte er den Israeliten in der Feuersäule den Weg (vgl. Ex 13,21; 1 Kor 10,1f). Hätte er im Alten Bund seine tatsächliche Gestalt gezeigt, wären die Aussagen Jesu über ihn nicht mehr notwendig gewesen. Jesus offenbarte aber authentisch den Vater. Dabei redete und handelte er teilweise anders als in vorchristlicher Zeit, da der Wissensstand und soziokulturelle Hintergrund anders waren.
Aus der Anwesenheit Jesu und des Vaters folgt, dass auch Gottes Geist im Alten Bund zugegen war. Als „Himmel und Erde“ ins Dasein gerufen wurden, schwebte er „über dem Wasser“ (vgl. Gen 1,2). Der Psalmist erwähnt die lebendig machende und erneuernde Kraft von Gottes Geist: „Sendest du deinen Geist aus, so werden sie erschaffen, und du erneuerst das Antlitz der Erde“ (Ps 104, 30). Der Geist Gottes erwählte Propheten, um den Messias anzukündigen. Auf ihn lässt der Geist des Herrn sich nieder (vgl. Jes 11,2). 70 Älteste, Eldad und Medad gerieten durch Gottes Geist „in prophetische Verzückung, die kein Ende nahm“. Daher bat ein Diener Mose, sie daran zu hindern. Mose aber sagte: „Wenn nur das ganze Volk des Herrn zu Propheten würde, wenn nur der Herr seinen Geist auf sie alle legte!“ (vgl. Num 11,25ff).
Zur ständigen Einheit vom Vater und Jesus passt, dass beide in der Bibel als „Herr – Fels – Erlöser“ bezeichnet werden. Ein Lied des Mose enthält die Aussagen: „Ich will den Namen des Herrn verkünden; preist die Größe unseres Gottes! Er heißt: Der Fels“ (Dtn 32,3f). Der Psalmist jubelt: „Es lebt der Herr! Mein Fels sei gepriesen“ (Ps 18,47). Der Herr spricht zu seinem Herrn: „So spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße“ (Ps 110,1). Laut Jesus hat David durch Erleuchtung des Geistes Gottes erkannt, dass der Messias sein Herr ist (vgl. Mt 22,41ff; Mk 12,35ff; Lk 20,41ff). Im Buch Jesaja heißt es: „Verlasst euch stets auf den Herrn; denn der Herr ist ein ewiger Fels.“ Und: „So spricht der Herr, dein Erlöser“ (Jes 26,4; 44,24; 48,17). Eine Passage in einem Gebet lautet: „Du, Herr, bist unser Vater, ‚Unser Erlöser von jeher‘ wirst du genannt (Jes 63,16). Die Bestätigung: „Du hast mit starkem Arm dein Volk erlöst, die Kinder Jakobs und Josefs“ (Ps 77,16).
Jesus redete als „der Herr“ mit Marta aus Betanien (vgl. Lk 10,41). Seine Jünger sprachen ihn mit „Herr“ an (vgl. Joh 11,12), der Apostel Thomas den auferstandenen Jesus mit „Mein Herr und mein Gott!“ (vgl. Joh 20,28). Der Christenverfolger Paulus fragte bei der Bekehrung die Stimme: „Wer bist du Herr?“ (Apg 9,5). Später bezeichnete er Jesus als „unseren Herrn“ (vgl. Eph 1,17; Kol 1,3). Zudem glaubte er wie viele andere bis in die heutige Zeit, Gott habe „den Herrn auferweckt“ (1 Kor 6,14).
Aus der Gottheit Jesu folgt, dass er nach dem Sterben aus eigener Kraft das Grab lebend verließ. Er kündigte im Matthäus-, Markus- und Lukasevangelium den Jüngern an, er „werde am dritten Tag auferstehen“ (vgl. etwa Mt 20,19). Im Gleichnis vom guten Hirten erwähnt Jesus, der Vater liebe ihn, da er sein „Leben hingebe, um es wieder zu nehmen“. Er habe Macht, sein „Leben hinzugeben und es wieder zu nehmen“ (vgl. Joh 10,17f). Beim verstorbenen Lazarus sagt er: „Aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken“ (vgl. Joh 11,11). Demnach ist Jesus aus eigener Kraft auferstanden, und Lazarus hat er auferweckt. Jesus lebte nach dem Sterben weiter, auch wenn sein toter Körper zunächst in einem Grab lag. Auf Grund der Einheit der drei göttlichen Personen vollzog die Auferstehung Jesu sich in göttlicher Gemeinschaft.
Zu ergänzen ist, dass auch Abraham als dem Auserwählten Jahwes (vgl. Jes 51,1f) und Petrus als dem irdischen Nachfolger Jesu der Ausdruck „Fels“ zugeordnet wird (vgl. Mt 16,18). Das Wort deutet Festigkeit, Sicherheit, Beständig- und Zuverlässigkeit an. Paulus erwähnt zudem den enthüllenden, befreienden und verwandelnden „Geist des Herrn“: „Weil wir eine solche Hoffnung haben, treten wir mit großem Freimut auf, nicht wie Mose, der über sein Gesicht eine Hülle legte, damit die Israeliten das Verblassen des Glanzes nicht sahen. Doch ihr Denken wurde verhärtet. Bis zum heutigen Tag liegt die gleiche Hülle auf dem Alten Bund, wenn daraus vorgelesen wird, und es bleibt verhüllt, dass er in Christus ein Ende nimmt. Bis heute liegt die Hülle auf ihrem Herzen, wenn Mose vorgelesen wird. Sobald sich aber einer dem Herrn zuwendet, wird die Hülle entfernt. Der Herr aber ist der Geist, und wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit. Wir alle spiegeln mit verhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn“ (2 Kor 3,12ff). Daher kann jede der drei göttlichen Personen als „Herr“ angesprochen werden, wobei besonders der „Geist des Herrn“ noch eine Fülle weiterer Bezeichnungen hat. Wer ihn erkennen will, muss sich ihm mit viel Sensibilität, Behutsamkeit und Liebe nähern.
Jesus hinterließ das Versprechen: „Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil“ (Mk 11,24). Oder: „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun“ (Joh 14,12-14). Oder auch: „Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten“ (Joh 15,7).
Laut Jesus kümmert der Vater im Himmel sich mehr um die Menschen als die Eltern um ihre Kinder (vgl. Mt 7,7ff). Der himmlische Vater gibt den Menschen, worum sie ihn bitten: „Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten“ (Mt 18,19). Und: „Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben. Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist“ (Joh 16,23f).
Vergleichbare Aussagen finden sich im Alten Testament. Der Psalmist schreibt, Jahwe beachtet die Bitten der Menschen: „Du erhörst die Gebete“ (Ps 65,3). Oder: „Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr; er entreißt sie all ihren Ängsten“ (Ps 34,18). An anderer Stelle wird versprochen: „Das Flehen des Armen dringt durch die Wolken, es ruht nicht, bis es am Ziel ist. Es weicht nicht, bis Gott eingreift und Recht schafft als gerechter Richter“ (Sir 35,21f).
Die biblischen Zitate sind nicht im Konjunktiv und ohne Ausnahme formuliert. Daher beseitigt Gott lebenswidrige Übel wie die Verursacher von Pandemien, wenn die Zitate zutreffend sind und genug Menschen mit dem Glauben und Vertrauen eines Kindes ihn darum bitten. Der Dreieine Gott kann Zeichen und Wunder besonders in schwierigen Bedrängnissen wirken (vgl. Dan 6,28; Apg 5,12). Beim Beenden des Tötens von Menschen steht Gott den Gutwilligen gerne zur Seite.

8. Die Hilfe der von Gott vorgesehenen Wegbegleiterin
Im Mythos vom Garten Eden sagt der Herr zur Schlange nach der gelungenen Verführung des Menschen: „Feindschaft setze ich zwischen dich und der Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst ihn an der Ferse“ (Gen 3,15). Demnach besteht eine feindschaftliche Beziehung zwischen Satan und einer Frau, deren Kinder ihn „am Kopf treffen“. Die Frau ist die jungfräuliche Mutter Jesu, die nach der Empfängnis Jesu beim Besuch der schwangeren Mutter des Täufers Johannes ausrief: „Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter“ (Lk 1,48). Im Neuen Testament wird die Mutter Jesu 21 Mal genannt. Ihr Name lautet Mirjam in Hebräisch, Marjam in Aramäisch, Mariam in Altgriechisch und Maria in Latein. In vorchristlicher Zeit hieß die Schwester von Aaron und Mose Mirjam (vgl. Num 26,59). Jahwe wies Mirjam die gleiche Bedeutung wie ihren Brüdern bei der Befreiung Israels zu (vgl. Mi 6,4).
Als der Engel Gabriel der Jungfrau Maria aus Nazaret mitteilte, sie habe bei Gott Gnade gefunden und werde durch die Herabkunft des Heiligen Geistes und die Überschattung mit der Kraft des Höchsten einen Sohn empfangen, dem sie den Namen Jesus geben soll, willigte sie ein, obwohl sie nicht wusste, wie die Schwangerschaft ohne Mann zu Stande kommt: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38). Demnach war Maria ein demütiges Mädchen, das sich dem Willen Gottes unterordnete. Zudem überlegte es, was der Gruß des Engels zu bedeuten habe. Als Hirten den Säugling Jesus nach der Geburt aufsuchten und später der 12-jährige Jesus bei einer Wallfahrt in Jerusalem im Tempel zurückblieb, bewahrte Maria es in ihrem Herzen und dachte ebenfalls darüber nach, was der tiefere Sinn des Erlebten sein könnte (vgl. Lk 1,29; 2,19.51).
Auch Jesus ordnete sich demütig dem Willen seines Vaters unter. Er redete und tat beim irdischen Aufenthalt nur das, was er von seinem Vater hörte und bei ihm sah. Jesu Handeln entsprach dem Auftrag seines Vaters (Joh 14,31), auch als sein Schweiß durch das Wissen von den bevorstehenden Leiden bei der Kreuzigung sich mit dem Blut von geplatzten Blutgefäßen vermischte (vgl. Lk 22,44). Ergriffen von Angst und Traurigkeit beim stillen Gebet im Garten Getsemani gestand er den Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes, seine Seele sei zu Tode betrübt (vgl. Mt 26,37f). Er kniete vor der Gefangennahme nieder und flehte: „Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen“ (Lk 22,42). Doch aus Gehorsam gegenüber dem Vater und um der Glaubwürdigkeit seiner Lehre willen ließ er sich seinen Gegnern ausliefern. Denn er hatte die Jünger und viele andere Menschen gelehrt zum Vater zu beten: „Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde“ (Mt 6,10). Auch in tiefster Bedrängnis stimmte das Verhalten Jesu mit seinen Worten überein.
Da Jesus „die Gebote seines Vaters hielt, blieb er in seiner Liebe“ (vgl. Joh 15,10). Er respektierte den Willen des Vaters, leistete ihm keinen Widerstand und bat die Jünger, sich über seinen Heimgang zum Vater zu freuen. Dabei teilte er ihnen mit: „Denn der Vater ist größer als ich“ (Joh 14,28). Im Himmel wirkt Jesus als göttlicher Fürsprecher der Menschen beim Vater. Er allein ist Gott, Mensch und Mittler zwischen Gott und den Menschen (vgl. 1 Tim 2,5). Wer das Liebesgebot Jesu hält, bleibt in seiner Liebe und erfährt seine Freude. Durch die gespürte Freude Jesu wird die menschliche Freude vollkommen (vgl. Joh 15,11).
Jesus teilte vieles nicht mit, da die Zeit dafür noch nicht reif war: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen“ (Joh 16,12f). Jesus versprach, den göttlichen Beistand zu senden, der von dem nimmt, was er vom Vater und ihm hört, um den Menschen das Kommende zu verkünden. Der Heilige Geist „enthüllt das Geheimnis der verborgenen Weisheit Gottes“ und führt das von Jesus Gesagte durch Aktualisierungen in die ganze Wahrheit (vgl. Joh 16,7.13-15). Dabei bedient er sich vor allem der Mutter Jesu. Sie steht der Kirche Jesu seit dem Empfang des Heiligen Geistes zu Pfingsten in Übereinstimmung mit dem Willen des himmlischen Vaters zur Seite.
Wie die Erscheinungen des auferstandenen Jesus mit verschiedenem Aussehen eine wegweisende Bedeutung für die Verbreitung des christlichen Glaubens haben, so könnte auch Maria, umgeben von Licht und Engeln, bereits im Jahr 40 dem Apostel Jakobus bei einer Vision in Spanien Mut bei der Verkündigung der Botschaft Jesu zugesprochen und ihm versichert haben, sein Wirken werde viele Früchte tragen. Die Stätte der Vision in der Nähe von Saragossa wurde zum ersten christlichen Wallfahrtsort Spaniens mit der Basilika „Unsere liebe Frau von Pilar“, wo viele Menschen Hilfe durch die Fürbitte Mariens erfahren haben. Mystische Ereignisse wie dieses gehören zur Geschichte des christlichen Glaubens. Fünf Marien-Visionen der heutigen Zeit werden vorgestellt.
Am 13. Mai 1917 könnte Maria die Schafe hütenden Kinder Jacinta (7), Francisco (8) und Lucia (10) aus Fatima in Portugal gebeten haben, in den folgenden Monaten bis Oktober jeweils am 13. zur gleichen Stunde an die gleiche Stelle am Abhang der Cova da Iria zu kommen. Laut Aussage von Lucia stand sie ganz in Weiß gekleidet über einer Steineiche und verbreitete ein noch helleres Licht als die stärksten Sonnenstrahlen. Als sie die Hände öffnete, drang ein starkes Licht in die Seele der Kinder, und sie erkannten sich selbst im Lichte Gottes, viel klarer als sie sich im besten Spiegel sehen konnten. Voll Ehrfurcht fielen sie auf die Knie und beteten in Liebe den Dreieinen Gott an.
Gefragt, woher sie komme, antwortete die Dame: „Ich bin vom Himmel.“ Um anzudeuten, sie erscheine im Auftrag Gottes, stand sie auf einer Wolke – sichtbares Zeichen für den anwesenden Gott Vater bei der Verklärung Jesu auf einem Berg (vgl. Lk 9,34f). Demnach sendet Gott Maria zu den Menschen, um ihnen durch ihre Worte und Fürbitte in den Nöten der Zeit zu helfen. Jesus verkündete alles Wichtige. Manches wurde aber vergessen und bedarf aktualisierender Vertiefungen und Ergänzungen durch den Heiligen Geist, dem die Jungfrau Maria von allen Menschen durch die von ihm verwirklichte Empfängnis Jesu am nächsten steht.
Lucia zufolge bat Maria die Kinder am 13. Juli, täglich den Rosenkranz für den Frieden auf der Erde und das Ende des Krieges zu beten. Sie sagte, der Krieg gehe seinem Ende entgegen. Würde Gott aber weiter beleidigt, werde unter Papst Pius XI. ein schlimmerer Krieg beginnen und gäbe Gott zuvor ein großes Zeichen am nächtlichen Himmel. Um den Krieg zu verhindern, soll Russland ihrem Unbefleckten Herzen geweiht werden. Bei Erfüllung des Wunsches werde Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Andernfalls werde Russland Irrlehren global verbreiten und Kriege und Verfolgungen der Kirche herbeiführen. Der Papst hätte viel zu leiden, verschiedene Länder würden vernichtet. Am Ende werde ihr Unbeflecktes Herz triumphieren, der Papst werde ihr Russland weihen, das sich bekehren wird, und den Menschen werde eine Zeit des Friedens geschenkt.
Dazu Ereignisse von 1917 in Russland: Februarrevolution, Abdankung von Zar Nikolaus II., Lenins Rückkehr aus dem Exil, Petersburger Juli-Aufstand, Flucht Lenins nach Finnland und Arbeit an seiner Staatstheorie, Oktoberrevolution. Weitere Fakten: Bei den Visionen war Benedikt XV. Papst; der Erste Weltkrieg endete am 11. November 1918, auf Benedikt XV. folgte Pius XI. von 1922 bis 10. Februar 1939.
Laut Wetterstationen erhellte am 25. Januar 1938 ein Nordlicht den Nachthimmel wie einen tiefroten und violetten Glutherd bis nach Griechenland. Am 12./13. März 1938 ließ Hitler Österreich besetzen und verkündete danach den Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich, was nach geltendem Völkerrecht eine Kriegshandlung war.
Am 23. August 1939 schrieb Der Völkische Beobachter: „Am Dienstag morgen (22.8.) wurde von 2.45 Uhr an auf der Sternwarte Sonneberg am nordwestlichen und nördlichen Himmel ein sehr großes Nordlicht beobachtet.“ Albert Speer, Hitlers Architekt und später Rüstungsminister, berichtet in seinen Erinnerungen (Ffm 1969): „Etwa Anfang August 1939 fuhren wir, ein unbeschwerter Kreis, mit Hitler zum Teehaus auf den Kehlstein. (…) Während wir die fünfzig Meter emporfuhren, meinte Hitler unvermittelt, wie in ein Selbstgespräch vertieft: ‚Vielleicht ereignet sich bald etwas ganz Großes. Selbst wenn ich Göring hinschicken müsste… Notfalls würde ich aber auch selbst fahren. Ich setze alles auf diese Karte.’ Bei dieser Andeutung blieb es.“
Speer schreibt weiter: „Knapp drei Wochen später hörten wir, dass der deutsche Außenminister in Moskau verhandelte. Während des Abendessens wurde Hitler ein Zettel gereicht. Er überflog ihn, starrte hochrot werdend einen Augenblick vor sich hin, schlug auf den Tisch, dass die Gläser klirrten, und rief mit überkippender Stimme: ‚Ich hab` sie! Ich hab` sie!“
Der Zettel war ein Telegramm Stalins an den Reichskanzler Hitler zum Nichtangriffspakt mit Russland. Speer dazu: „Das war die überraschendste, erregendste Wendung, die ich mir vorstellen konnte, ein Telegramm, das die beiden Namen Stalin und Hitler freundschaftlich auf einem Stück Papier vereinte.“ Nach der Pressekonkonferenz berichtete Goebbels mit fiebrig glänzenden Augen, die Sensation sei nicht zu überbieten gewesen. Ein englischer Pressevertreter habe resigniert gemeint, als draußen gleichzeitig die Kirchenglocken läuteten: „Das ist das Grabgeläut des britischen Empires.“ Speer zufolge machte diese Bemerkung den weitaus stärksten Eindruck auf den euphorischen Hitler dieses Abends: „Nun glaubte er, dass er hoch genug stehe, dass ihm das Schicksal nun nichts mehr anhaben könne.“
Es folgt die Reaktion Hitlers auf das Zeichen am Himmel, die Speer von Hitlers Adjutant von Below, zuständig für die Luftwaffe, erfuhr: „In der Nacht standen wir mit Hitler auf der Terrasse des Berghofes und bestaunten ein seltsames Naturschauspiel. Ein überaus starkes Polarlicht überflutete den gegenüberliegenden, sagenumwobenen Untersberg für eine lange Stunde mit rotem Licht, während der Himmel darüber in den verschiedensten Regenbogenfarben spielte. Der Schlussakt der Götterdämmerung hätte nicht effektvoller inszeniert werden können. Gesichter und Hände eines jeden von uns waren unnatürlich rot gefärbt. Das Schauspiel rief eine eigentümlich nachdenkliche Stimmung hervor. Unvermittelt sagte Hitler, zu einem seiner militärischen Adjutanten gewandt: ‚Das sieht nach viel Blut aus. Dieses Mal wird es nicht ohne Gewalt abgehen.’“
Am 1. September 1939 (Herz-Jesu-Freitag) war der Überfall auf Polen und am 22. Juni 1941 (Herz-Jesu-Fest) auf Russland. Portugal blieb vom Zweiten Weltkrieg verschont. Anlässlich der Nationalwallfahrt am 13. Mai 1931 weihte Kardinal Cerejevia von Lissabon mit allen Bischöfen Portugals das Land dem Unbefleckten Herzen Mariens. Er sagte am 29. Juni 1956 im portugiesischen Rundfunk: „Man kann nicht daran zweifeln, dass es die Fürbitte des Unbefleckten Herzens Unserer Lieben Frau von Fatima war, dass es der Vorsehung des Herrn gefallen hat, uns vor dem Krieg zu bewahren, für den die Invasionstruppen entlang der französisch-spanischen Grenze bereitstanden.“ Er fügte hinzu, in zwei Dokumenten von Lucia wurde die wunderbare Beschirmung versprochen.
Die erste Weltweihe vollzog Papst Pius XII. am 31. Oktober 1942 bei einer Rundfunkansprache an die Portugiesen. Er erneuerte sie feierlich am 8. Dezember 1942 im Peterdom ohne die globale Beteiligung der Bischöfe, worum Lucia ihn 1940 in einem Schreiben bat. Am 4. November 1942 endete die zweite Schlacht von El Alamein in Ägypten mit dem Sieg der Alliierten. Dazu eine Bemerkung von Winston Churchill: „Man könnte fast sagen, dass wir vor Alamein nie einen Sieg und nach Alamein nie eine Niederlage hatten.“ Der Anfang vom Ende des Dritten Reichs war die Kapitulation der 6. Armee der Wehrmacht beim Kampf um Stalingrad am 2. Februar 1943 (Fest der Darstellung Jesu im Tempel). Der Afrikafeldzug endete mit der Kapitulation der Heeresgruppe Afrika am 13. Mai 1943 (Jahrestag der ersten Vision Mariens in Fatima).
Das Waffenstillstandsabkommen zwischen Italien und den Alliierten Großbritanien und USA wurde am 8. September 1943 (Fest der Geburt Mariens) bekanntgegeben. Ab dem 15. August 1944 (Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel) landeten die Alliierten in Südfrankreich, um Hitlers Truppen zu vertreiben. Die bedingungslose Kapitulation und damit die Einstellung sämtlicher Kampfhandlungen der deutschen Wehrmacht traten am 8. Mai 1945 in Kraft. Es ist der Gedenktag der Visionen des Erzengels Michael auf dem Monte Gargano gegen Ende des fünften Jahrhunderts. Später wurde Michael nach der Schlacht auf dem Lechfeld von 955 zum Schutzpatron des Ostfrankenreiches und danach von Deutschland erklärt. Die Redewendung „der deutsche Michel“ leitet sich davon ab. Japan kapitulierte am 15. August 1945 (Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel).
Gegen alle Widerstände der Vereinigten Polnischen Arbeiterpartei unternahm Papst Johannes Paul II. am 2. Juni 1979 eine neuntägige Pilgerreise in seine Heimat. Zu Beginn bat er Gott in Warschau am Vorabend von Pfingsten „aus der ganzen Tiefe dieses Jahrhunderts“ um die Herabkunft des Heiligen Geistes: „Sende aus deinen Geist! Sende aus deinen Geist! Und erneuere das Angesicht der Erde! Dieser Erde!“
Für das Wort „Erde“ verwendete er den Ausdruck „ziemia“, das im Polnischen auch „Boden“ und „Land“ und im übertragenen Sinn „Nation“ bedeutet. Mieczyslaw Rakowski, 1988/89 vorletzter Ministerpräsident im realsozialistischen Polen, sah den Abschluss-Gottesdienst des Papstes in Krakau vom Hotelzimmer hinter einer Gardine aus und gestand später: „Ich begriff plötzlich, wie sehr diese Millionen Hunger nach einer neuen Sprache hatten. Bis dahin gab es ja nur Parteijargon. Die Parolen kannten sie auswendig. Die waren oft ohne Bezug zum Alltag der Menschen. Und plötzlich erscheint da einer, der eine völlig andere Sprache gebraucht, ohne leere Parolen. Was er sagt, bedeutet Hoffnung auf ein besseres Leben.“
Am 25. März 1984 weihte Papst Johannes Paul II. mit katholischen Bischöfen die Menschheit unter sinngemäßer Nennung Russlands dem Unbefleckten Herzen Mariens, worum sie am 13. Juli 1917 in Fatima bat: „In besonderer Weise überantworten und weihen wir dir jene Menschen und Nationen, die dieser Überantwortung und Weihe besonders bedürfen.“ Vor der aus Fatima nach Rom gebrachten Statue kniete er und vertraute die Welt dem mütterlichen Herzens Mariens an. Das Weihegebet endet: „Noch einmal zeige sich in der Geschichte der Welt die unendliche Heilskraft der Erlösung: die Macht der erbarmenden Liebe! Dass sie dem Bösen Einhalt gebiete! Dass sie die Gewissen wandle! In deinem Unbeflekten Herzen offenbare sich allen das Licht der Hoffnung!“
Am 25. März, neun Monate vor Weihnachten, gedenkt die Katholische Kirche der Verkündigung der Empfängnis Jesu durch den Engel Gabriel. Er teilte Maria mit, sie werde durch den Heiligen Geist schwanger, das Kind sei der Sohn Gottes und seine Herrschaft werde kein Ende haben. Im Kreml feierte der slowakische Bischof Paul Hnilica am 25. März 1984 im Geheimen einen Gottesdienst mit einer Tablettendose als Kelch und in einer Prawda versteckten Messtext-Kopien. Das Transitvisum stellte ihm die sowjetische Botschaft in Indien aus. Beim Gottesdienst vollzog er in Einheit mit dem Papst vor Ort die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens. Nach den beiden Weihen traten bedeutsame Ereignisse ein.
Zuerst brach am 13. Mai 1984 (Jahrestag der ersten Vision in Fatima und des Attentats auf Papst Johannes Paul II. von 1981) ein 5-tägiges Feuer im Militärlager von Seweromorsk bei Murmansk aus, bei dem Hunderte Raketen detonierten. Ob ein Zusammenhang zwischen dem Friedensgebet beim Weiheakt und der Detonation der Raketen in Folge fehlerhaften Verhaltens von Menschen bestand, weiß kein Mensch. Auffallend ist die zeitliche Nähe der zwei Ereignisse. So auch hier:
Während der in Ost und West aufgeheizten Ära von Ministerpräsident Nikita Chruschtschow rief João Pereira Venâncio, für Fatima zuständiger Bischof von Leiria, die Bischöfe der Katholischen Kirche in einem von Papst Johannes XXIII. ermächtigten Schreiben zu einem Gebetstag im Geist der Botschaft von Fatima am 13. Oktober 1960 auf. Zur Bekräftigung seines Anliegens besuchte der Bischof in Deutschland den Eucharistischen Weltkongress in München, die Gnaden-Kapelle in Altötting, die Fatima-Kapelle in Wiebelskirchen und die Kirche „Maria Königin“ in Saarbrücken. Am Gebetstag waren in Fatima Tausende Pilger bei regnerisch-stürmischem Wetter unterwegs und verbrachten die Nacht im Gebet. Elf Tage danach ereignete sich die Neledin-Katastrophe beim Start der ersten, neu entwickelten Interkontinentalrakete R-16 in Baikonur, bei der mindestens 126 Personen starben. Von Mitrofan Nedelin, dem Verantwortlichen, lagen nach der Explosion nur noch Teile seiner Uniform und seines Ordens „Held der Sowjetunion“ vor.
Zum Attentat bemerkte der Papst ein halbes Jahr danach: „Eine Hand hat die Kugel gefeuert, eine andere hat sie gelenkt.“ Zum Dank für sein Überleben ließ er eine der Kugeln, von denen eine die Aorta nur wenige Millimeter verfehlte und eine andere die Wirbelsäule nicht durchschlug, in die Krone zwischen den Edelsteinen der Original-Statue Mariens in Fatima einfügen und unternahm er am 13. Mai 1982 eine Wallfahrt nach Fatima. Maria bestätigte es am gleichen Tag in Medjugorje, worauf noch eingegangen wird: „Seine Feinde wollten ihn töten, aber ich habe ihn beschützt.“ Der Attentäter Ali Agca fragte den Papst, als er ihn am 27. Dezember 1983 im Gefängnis von Rebibbia besuchte: „Warum sind Sie nicht tot? Ich weiß, dass ich genau gezielt habe.“ Und: „Ich weiß, dass die Kugel verheerend und tödlich war.“ Als der Papst ihm verzieh, fragte Ali: „Was ist das, was man Fatima nennt?“ Er war überzeugt, dass nur ein Wunder den Papst gerettet hat.
Am 10. März 1985 starb der schwer erkrankte Konstantin Tschernenko, Generalsekretär der KPdSU. Einen Tag danach wurde Michail Gorbatschow zum Nachfolger gewählt und leitete sein Reformwerk ein. Dabei endete die seit seiner Kindheit bestehende Stalin-Euphorie, als er die Jahrzehnte lang abgearbeiteten Erschießungs-Kommandos sah, auf denen die Namen von 100 oder sogar 200 Menschen aufgelistetet waren. Seine Erschütterung betraf die menschlichen Abgründe und die Partei. Er kommentierte es: „Das Wichtigste ist das menschliche Leben. Und es wird sich zeigen, wie wir es genutzt haben und wie es uns benutzt hat.“
Beim Abkommen beider Großmächte über den Verzicht und Abbau atomarer Mittelstreckenraketen in Washington am 8. Dezember 1987 sprach Gorbatschow von einer „neuen Ära der Vernunft“. Die Katholische Kirche feiert am 8. Dezember, neun Monate vor dem Fest ihrer Geburt, das Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens, was auf die immerwährende Seelenreinheit der jungfräulichen Mutter Jesu verweist. Um als Sportlerin die geografische Verbundenheit der Staaten der NATO und des Warschauer Paktes zu demonstrieren, schwamm die US-Amerikanerin Lynne Cox vier Monate zuvor im 4 Grad kalten Wasser von der zu Alaska gehörenden Insel Little Diomede zur 4,35 Kilometer entfernten Insel Big Diomede der Sowjetunion, wo sie als Heldin gefeiert wurde. Generalsekretär Gorbatschow und Präsident Reagan beglückwünschten sie später in Washington. Bei der Umsetzung des Abkommens wurden knapp 2.700 Raketen bis Mai 1991 demontiert.
Ihre Unbefleckte Empfängnis teilte Maria selbst bei mystischen Ereignissen mit. In der Nacht vom 18./19. Juli 1830 sagte sie der Novizin Katharina Labouré zu Paris in der Kapelle in der Rue du Bac Nr. 140, sie sei „ohne Sünde empfangen“. Am 25. März 1858 erhielt das Hirtenmädchen Bernadette Soubirous in Lourdes als Zeichen für die Echtheit der Erscheinungen im Dialekt der Region die Auskunft: „Què soy era Immaculada Councepciou“ („Ich bin die Unbefleckte Empfängnis“). Als Bernadette zum Pfarrer geführt wurde, um den geheimnisvollen Satz zu wiederholen, den sie noch nie gehört hatte und nicht verstand, war er zutiefst erschüttert. Er erklärte Bernadette die Bedeutung und glaubte an die Echtheit der Visionen.
Am 13. Oktober 1989, Jahrestag der letzten Vision in Fatima, wurde nach 72-jähriger Unterbrechung ein Gottesdienst in der ehemaligen „Mariä-Entschlafen-Kathedrale“ im Kreml gefeiert. Gorbatschow besuchte mit seiner ohne Schleier rot gekleideten Gattin Raissa den Papst am 1. Dezember 1989. Nach der eineinhalbstündigen Unterredung fragte der Papst den Gast, ob er Raissa begrüßen dürfe. Mit Einwilligung Gorbatschows ging er beherzt auf die regungslos an der Tür des Arbeitszimmers Stehende zu und strich ihr, was er sonst bei keiner Präsidentengattin tat, sanft über die Wange. Die Drei spürten eine Zuneigung, die ihre swlawische Herkunft begünstigte.
Danach hatten der Papst und der Präsident einen intensiven Briefwechsel mit einem Gefühl der Sympathie und des gegenseitigen Verständnisses. In einem von der italienischen Zeitung La Stampa am 3. März 1992 veröffentlichten Artikel bezeugte Gorbatschow: „Heute können wir sagen: Was im Osten Europas in den letzten Jahren geschehen ist, wäre ohne diesen Papst unmöglich gewesen, ohne die große Rolle, die er auch im politischen Bereich in der Weltszene gespielt hat.“ Die zwei Männer arbeiteten zusammen bei der „Anstrengung, einen Beitrag zu leisten zur Schaffung einer neuen Weltzivilisation“. Um den Respekt der UdSSR gegenüber dem Papst zum Ausdruck zu bringen, nahm Gennadij Gerassimov als sowjetischer Botschafter in Portugal und ehemaliger Kreml-Sprecher am 13. Mai 1991 am Gottesdienst des Papstes in Fatima teil und brachte in einem Interview die Überzeugung zum Ausdruck, zwischen den Prophezeiungen in Fatima und der Perestroika bestünde eine Verbindung.
Eine Zäsur war der Putsch in St. Petersburg und Moskau zum Sturze Gorbatschows. Er ereignete sich am 19. August 1991. An diesem Tag fand 1917 die vierte Vision Mariens in Fatima statt, weil die Kinder am 13. August entführt und eingekerkert wurden. Der Putsch endete am 22. August, dem Gedenktag „Maria Königin“. Als am 13. Oktober 1991 Erzbischof Kondrusiewicz aus Moskau in Fatima mit dem dortigen Bischof um den Segen und Schutz Mariens für Russland bat, wurde das religiöse Geschehen per Satellit nach Moskau übertragen und als Live-Sendung in den meisten Republiken der UdSSR ausgestrahlt. Erneut war es im Fernsehen am 7. November 1991 zu sehen. Die Feier auf dem Roten Platz in Moskau zum Jahrestag der Oktoberrevolution fiel aus. Am 8. Dezember 1991 gaben die drei Präsidenten der GUS in Minsk die Erklärung ab, die Kommunistische Partei werde ab dem heutigen Tag verboten und die UdSSR sei offiziell aufgehoben.
Lucia äußerte 1992 über Gorbatschow: „Dieser Mann in Russland war unwissend ein Instrument Gottes im Rahmen dieser Bekehrung.“ Der Papst bemerkte 1992 zu einem Zeitungsartikel Gorbatschows, den er vor der Veröffentlichung in Russisch erhielt: „Es ist wahr, zwischen uns gab es einen instinktiven Kontakt, als wenn wir uns schon seit Jahren gekannt hätten. Ich weiß auch warum: Unsere Begegnung war von der Vorsehung vorbereitet“. Und: „Ich glaube, er ist ein Mann von Prinzipien, geistig sehr reich. Ein charismatischer Mensch, der ohne Zweifel einen entscheidenden Einfluss auf die Ereignisse im Osten Europas hatte. Er erklärt sich nicht als Gläubiger, aber mit mir – daran erinnere ich mich – sprach er über die Bedeutung des Gebetes, der inneren Dimension des Menschen.“ Er fügte hinzu: „Es gab nicht nur eine kommunistische Krise, es gab auch eine Perestroika. Und Perestroika heißt auch ‚Bekehrung’.“ Die koreanischen Bischöfe wies der Papst 1990 bei der Synode darauf hin, das Wunder der Befreiung Polens vom Kommunismus sei nicht ihm zu verdanken, sondern das Werk Mariens, wie sie es in Fatima und Medjugorje bezeuge.
1993 betete am 27. Januar Arpad Goncz, Staatspräsident von Ungarn, in der Kapelle in Fatima, bedankte sich für die religiöse Freiheit nach 40-jähriger Unterdrückung und sagte, er sei von einer Verbindung zwischen Fatima und dem Untergang des Kommunismus in den Ländern Osteuropas überzeugt. Der beim friedlichen Arbeiteraufstand in Danzig beteiligte und spätere polnische Staatspräsident Lech Walesa betete am 13. Mai in der Kapelle in Fatima einen Teil des Rosenkranzes für den Frieden vor. Ein halbes Jahr vorher unternahm Corazon Aquino als erste Auslandsreise nach der Übergabe der Regierung auf den Philippinen eine Wallfahrt nach Fatima, um sich für das Überleben der Attentats- und Putschversuche zu bedanken.
Der so genannte „dritte Teil des Geheimnisses von Fatima“ wurde 2000 mit einem Kommentar von Kardinal Joseph Ratzinger veröffentlicht. Er bemerkte: „Keine großen Geheimnisse werden enthüllt; der Vorhang vor der Zukunft wird nicht aufgerissen.“ Im dem Bericht Lucias werden in einer schwer deutbaren Bildersprache ein steiler Berg, auf den Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen hinaufsteigen, ein großes Kreuz aus rohen Stämmen auf dem Gipfel und eine halb zerstörte große Stadt genannt. Ein in Weiß gekleideter Bischof sei halb zitternd mit wankendem Schritt, von Schmerz und Sorge gedrückt, durch die Stadt gegangen und habe für die Leichen gebetet, denen er auf dem Weg begegnete, bevor er den Gipfel erreichte. Das Weitere wörtlich: „Am Berg angekommen, kniete er zu Füßen des großes Kreuzes nieder. Da wurde er von einer Gruppe von Soldaten getötet, die mit Feuerwaffen und Pfeilen auf ihn schossen. Genauso starben nach und nach die Bischöfe, Priester, Ordensleute und verschiedene weltliche Personen, Männer und Frauen unterschiedlicher Klassen und Positionen. Unter den beiden Armen des Kreuzes waren zwei Engel, ein jeder hatte eine Gießkanne aus Kristall in der Hand. Darin sammelten sie das Blut der Märtyrer auf und tränkten damit die Seelen, die sich Gott näherten.“
Joseph Ratzinger zufolge beschreibt die Vision den Weg der Kirche in einer Zeit der Gewalt, Zerstörung und Verfolgung. Sie zeige das 20. Jahrhundert als ein Jahrhundert der Leiden, der Märtyrer, der Weltkriege und vieler lokaler Kriege. Zu beachten sei: „Der Sinn der Schauung ist es eben nicht, einen Film über die unabänderlich fixierte Zukunft zu zeigen. Ihr Sinn ist genau umgekehrt, die Kräfte der Veränderung zum Guten hin zu mobilisieren.“ Er erinnerte sich an ein persönliches Gespräch mit Schwester Lucia, bei dem sie ihm gesagt habe, es werde ihr immer mehr deutlich, es sei das Ziel der Erscheinungen gewesen, sich mehr in Glaube, Hoffnung und Liebe einzuüben – alles andere sei nur Hinführung dazu.
Offenbar zeigen die Bilder nicht nur Leiden im 20. Jahrhundert. Das Blut getöteter Menschen tränkt die Erde bis heute. Was von den Prophetien von Fatima noch aussteht: „Am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren.“ Und: „Der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden.“ Dafür wird in der am 13. Oktober 2007 in Fatima dem Dreieinen Gott geweihten Wallfahrtsbasilika mit knapp 9.000 Sitzplätzen täglich gebetet.
Die drei Kinder konnten weder lesen noch schreiben und meinten, „Rússia“ sei der Name einer Frau, für die sie beten sollten. Am 13. Juni 1917 bat Lucia die Dame, sie und die zwei anderen in den Himmel mitzunehmen. Sie entgegnete, Jacinta und Francisco werde sie bald holen. Lucia werde aber noch einige Zeit auf der Erde bleiben, da Jesus sich ihrer bedienen will, damit die Menschen Maria kennen und lieben lernen. Denen, die ihr Unbeflecktes Herz verehren, versprach sie das Heil. Gott werde sie lieben wie Blumen, die sie vor seinen Thron bringt. Fancisco starb 1919, Jacinta 1920, Lucia wurde Ordensschwester und starb 2005.
Gott hatte einen verschiedenen Plan mit den drei Kindern, was sich bei ihrer mystischen Vorbereitung von 1915/16 widerspiegelte. Damals sahen die Kinder dreimal einen Engel, der sich als „der Engel des Friedens“ bezeichnete und den sie strahlender als einen Kristall im Sonnenlicht beschrieben. Er versprach ihnen den Schutz Portugals und bat sie, die furchtbaren Beleidigungen Gottes durch Gebete und Opfer wieder gutzumachen. Bei seiner dritten Begegnung ließ er eine Hostie, aus der Blut in einen Kelch tropfte, in der Luft schweben, kniete sich nieder, betete den Dreieinen Gott in tiefer Ehrfurcht an und bat ihn, die Beleidigungen zu verzeihen und die Einsicht der Betroffenen zu erhellen. Danach erhob er sich, ließ Francisco und Jacinta den Inhalt des Kelches trinken und reichte Lucia die Hostie.
Die Kinder spürten eine Kraft des Übernatürlichen, die sie umhüllte, und wiederholten kniend das Gebet des Engels. 25 Jahre später charakterisierte Lucia ihre Reaktionen auf den Empfang der Kommunion: „Die Kraft der Gegenwart Gottes war so intensiv, dass sie uns fast gänzlich fesselte und vernichtete. Sie schien uns längere Zeit selbst des Gebrauches unserer körperlichen Sinne zu berauben. In diesen Tagen erledigten wir unsere Arteiten gleichsam getragen von demselben übernatürlichen Wesen, das uns dazu bewegte. Der Friede und das Glück, das wir fühlten, waren sehr groß, aber rein innerlich, und richteten die Seele völlig auf Gott. Auch die körperliche Entkräftung, die uns niederwarf, war sehr groß.“
Bei der Vision am 13. Juli zeigte Maria den Kindern einen Augenblick die Hölle „als Feuermeer mit dem widerlichen Teufel und vor Schmerz schreienden Menschen“, um ihnen zu veranschaulichen, weshalb sie beten und Opfer bringen sollen. Jesus möchte besonders jene, die seiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen, vor der Hölle bewahren. Damit die Kinder beim Anblick der Hölle nicht starben, versprach Maria ihnen vorher den Himmel.
Abermillionen Menschen aus den meisten Ländern der Erde haben den Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina mit einem vom Papst beauftragten Visitator besucht, an dem vier weibliche und zwei männliche Personen bezeugen, Maria würde sich ihnen seit dem 24. Juni 1981 mit individuell verschiedener Häufigkeit im ekstatischen Zustand zeigen und mit ihnen in der Landessprache sprechen. Bei ganz innigen Anliegen betet sie in ihrer Muttersprache. Über 600 im Pfarrbüro aufbewahrte Berichte dokumentieren spontane Heilungen durch die Fürbitte Mariens, darunter Krebserkrankungen und fortgeschrittene Multiple Sklerose. Oft trat die vollständige und bestehende Genesung beim Gebet für andere ein. Beim täglich stattfindenden Gottesdienst nahmen mehr als eine Million Priester von 1986 bis 2023 teil.
In den 1980er Jahren sahen die damals Jugendlichen Jakov und Vicka kurz den Himmel, das Fegefeuer als seelische Reinigung Verstorbener und die Hölle. Mirjana berichtete, den Teufel als misslungenes Imitat Mariens gesehen zu haben. Sie habe ihn sofort erkannt, da seine Augen keine Wärme und Liebe ausstrahlten. Zum Himmel bemerkte sie: „Ich habe das Paradies erlebt und ich kann bestätigen, dass es auf der Erde nichts gibt (kein Gebirge, keine tropische Insel, nicht die sieben Weltwunder), das mit dem verglichen werden kann, was jene erwartet, die das Licht anstelle der Dunkelheit wählen!“ Und Ivanka erblickte bei der letzten regelmäßigen Vision Mariens zwei Engel und durfte auf Wunsch mit ihrer zuvor verstorbenen Mutter kurz sprechen, die ihre Tochter umarmte und küsste. Ivanka beschrieb ihre Mutter, die als zirka 40-jährige Frau die Erde verließ: „Das war meine Mama, aber viel schöner. Sie war ganz jugendlich, und von den Leiden, die sie hatte, war nichts mehr zu sehen.“
Beim Blick in den jährlichen Liturgischen Kalender entsteht der Eindruck, dass insbesondere Päpste, Bischöfe, Priester, Ordensleute und Angehörige des Adels im Himmel sind. Im Unterschied dazu sah Vicka im Himmel vor allem Hausfrauen. Es ist skandalös, dass ein Seligsprechungsverfahren bis zu 250.000 Euro kostet. Zudem kann das Denken und Wollen eines Verstorbenen nicht authentisch beurteilt werden. Allein Gott kennt es in der Gesamtheit und entscheidet über die Aufnahme in den Himmel. Das verlangte Wunder vollbringt Gott. Die Zeichen wie Heilungen und Dämonenaustreibungen bei der Verkündigung der Apostel ließ der Herr geschehen (vgl. Mk 16,20). Menschen können Gott darum bitten. Er kann ihnen auch die Vollmacht und Kraft geben, in seinem Auftrag Leiden zu heilen und Dämonen auszutreiben, um den Glauben zu stärken. Dabei wirkt Gott in ihnen und deutet seine Hilfe an.
Am 25. März 2020 wies Maria in Medjugorje darauf hin, dass Satan das Leben der Menschen und die Erde zerstören will. Offen ist, ob er es selbst oder mit Hilfe menschlicher Werkzeuge realisieren will. Einen Tag nach dem Einfall russischen Militärs in der Ukraine gab sie am 25. Februar 2022 die Botschaft: „Liebe Kinder! Ich bin bei euch und beten wir gemeinsam. Meine lieben Kinder, helft mir mit dem Gebet, damit Satan nicht vorherrscht. Seine Macht des Todes, des Hasses und der Angst hat die Erde heimgesucht. Darum, meine lieben Kinder, kehrt zu Gott und dem Gebet zurück, zum Fasten und zur Entsagung für all jene, die niedergetreten, arm sind, und keine Stimme haben in dieser Welt ohne Gott. Meine lieben Kinder, wenn ihr nicht zu Gott und zu seinen Geboten zurückkehrt, habt ihr keine Zukunft. Deshalb hat er mich zu euch gesandt, um euch zu führen. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“
Direkt nach der Weihe der Menschheit mit namentlicher Nennung Russlands und der Ukraine an das Unbefleckte Herz Mariens durch Papst Franziskus und katholische Bischöfe beschrieb Maria die aktuelle Situation der Menschheit am 25. März 2022: „Liebe Kinder! Ich höre euer Flehen und eure Gebete für den Frieden. Satan kämpft seit Jahren für Krieg. Deshalb hat Gott mich unter euch gesandt, um euch auf dem Weg der Heiligkeit zu führen, denn die Menschheit steht am Scheideweg. Ich rufe euch auf, zu Gott und den Geboten Gottes zurückzukehren, damit es euch wohl ergehe auf Erden und dass ihr aus dieser Krise herausgeht, in die ihr hineingegangen seid, weil ihr nicht auf Gott hört, der euch liebt und euch retten will und euch in ein neues Leben führen möchte. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“
Vier Monate nach Kriegsbeginn bedankte sie sich am 25. Juni 2022 für die Gebete und Opfer, betonte die Wichtigkeit menschlicher Werkzeuge bei der vom Heiligen Geist gelenkten Realisation ihres heilsamen Plans und versprach ihre Nähe in den Tagen dämonischer Bemühung: „Liebe Kinder! Ich freue mich mit euch und danke euch für jedes Opfer und Gebet, das ihr in meinen Anliegen dargebracht habt. Meine lieben Kinder, vergesst nicht, dass ihr wichtig seid in meinem Plan des Heils der Menschheit. Kehrt zu Gott zurück und betet, damit der Heilige Geist in euch und durch euch wirke. Meine lieben Kinder, ich bin mit euch auch in diesen Tagen, in denen Satan sich um Krieg und Hass bemüht. Die Spaltung ist stark und das Böse wirkt im Menschen wie nie zuvor. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“
Zwei Wochen nach dem brutalen Überfall von Hamas-Kriegern mit über 1.100 Toten, 4.000 Verletzten und 240 Geiseln im völlig überraschten Israel, der Heimat Jesu und Mariens vor zwei Jahrtausenden, gestand sie am 25. Oktober 2023: „Liebe Kinder! Die Winde des Bösen, des Hasses und des Unfriedens wehen über die Erde, um die Leben zu zerstören. Deshalb hat mich der Allerhöchste zu euch gesandt, um euch auf den Weg des Friedens und der Einheit mit Gott und den Menschen zu führen. Ihr, meine lieben Kinder, seid meine ausgestreckten Hände: Betet, fastet und bringt Opfer dar für den Frieden – den Schatz, nach dem sich jedes Herz sehnt. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“
Maria spricht die Menschen als ihre lieben Kinder an, da sie die Mutter Jesu ist, der durch die Menschwerdung zum Bruder der Menschen wurde. Beim Sterben sagte Jesus auf seine Mutter und den Jünger blickend, den er liebte und der als einziger Apostel anwesend war: „Frau, siehe, dein Sohn!“ Zu Johannes: „Siehe, deine Mutter!“ (Joh 19,26f). Da Jesus alle Menschen wie den Jünger liebt, wurde er stellvertretend für alle Menschen zum Kind seiner Mutter. Die Menschen sind Söhne und Töchter Gottes (vgl. Jes 43,7) und Kinder Mariens. Jede und jeder kann aber die persönliche Beziehung zu ihr selbst festlegen, etwa auch als Schwester, Weggefährtin oder Fürsprecherin bei Gott. Wie der Polarstern ganzjährig nach Norden zeigt und um ihn herum sich scheinbar der ganze Sternenhimmel dreht, da er genau in der Verlängerung der Erdachse steht, so möchte Maria jede und jeden dafür Offenen einfühlsam und sicher zu Gott in die himmlische Herrlichkeit führen. Ein Blick auf ein anderes mystisches Ereignis:
Laut Zeugnis von vier Mädchen aus Garanbadal in Spanien hatten sie von 1961 bis 1965 über 2.000 Begegnungen im ekstatischen Zustand mit Maria. Am 1. Januar 1965 habe sie Conchita mitgeteilt, Gott werde zum gegebenen Zeitpunkt allen Menschen den Zustand ihrer Seele aus seiner Sicht durch ein Ereignis in der Atmosphäre zeigen. Alle würden es sehen sowie körperlich und seelisch wie ein Feuer spüren. Niemand werde durch das Ereignis selbst sterben. Es sei aber möglich, wegen starker innerer Erregung zu sterben. Die Seelenschau soll bewirken, die Gutwilligen näher zu Gott zu bringen und die anderen zur Umkehr zu motivieren. Gemäß Hinweis von Loli bei einem Telefonat von 1983 werde es geschehen, wenn die Menschheit es „am notwendigsten“ brauche.
Nach Aussage Conchitas werde Gott innerhalb eines Jahres nach der warnenden Seelenschau an einem Donnerstagabend in Garabandal ein Wunder wirken, das deutlich größer und überzeugender als das Sonnenwunder vom 13. Oktober 1917 in Fatima sein und ungefähr eine Viertelstunde dauern werde. Bei den Kiefern oberhalb des Dorfes entstünde etwas Nicht-Materielles, das einer Rauchsäule ähnlich sei, gesehen und fotografiert, aber nicht berührt werden könne. Die in Garabandal anwesenden Kranken würden geheilt. Laut Einsprechung Jesu an Conchita von 1963 würden die Herzen vieler Menschen durch das Wunder sich für die Liebe Gottes öffnen. Der junge Theologe und Jesuit Luis Andréu sah am 8. August 1961 abends bei den Kiefern die Jungfrau und das Wunder vorab. Danach war er so glücklich, dass er morgens gegen vier Uhr bei der Heimfahrt auf dem Beifahrersitz des Autos vor Freude starb.
Falls die Menschheit nach der Warnung und dem Wunder Gott weiter beleidigt, geschehe etwas, dessen Anblick bei den Kindern gellende Angstschreie auslöste. Sie deuteten es als ein schreckliches Strafgericht.
Dazu ist anzumerken, dass Aussagen über den genauern Verlauf der Ereignisse und die mutmaßlichen Zeitpunkte spekulativ sind. Allein Gott entscheidet und kennt die Daten. Es kann jede Ankündigung zudem durch Liebe zu ihm und den Mitmenschen, Gebet und Fasten (etwa Verzicht auf auf Süßigkeiten, Krimi, Unterhaltung oder alkoholische Getränke) modifiziert, verschoben oder verhindert werden. Wer es vermag, kann mittwochs und freitags bei beliebig viel Brot und Wasser fasten. Christliches Fasten ist ein privater Verzicht ohne finstere Miene, den nur der das Verborgene kennende Gott sehen soll (vgl. Mt 6,16-18). Laut Aussage Mariens in Medjugorje können Kriege durch Gebet und Fasten abgewendet und sogar Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden.
Von den Vorhersagen in Garanbandal haben drei sich gemäß Ankündigung nicht erfüllt. Laut Conchita teilte die Jungfrau mit, Pater Pio werde das Wunder sehen und der blinde Amerikaner Joey Lomangino aus Lindenhurst, Long Island, der Garabandal mit Zustimmung von Pater besuchte, werde beim Wunder wieder sehen. Doch Pater Pio starb 1968 und Joey 2014. Nach Pater Pios Heimgang äußerte Conchita, er werde beim Wunder da sein, sie wisse aber nicht auf welche Weise. Als Papst Johannes XXIII. starb, äußerte Conchita, es gäbe nur noch drei Päpste. Das Pontifikat eines weiteren Papstes sei nur von sehr kurzer Dauer. Danach komme das „Ende der Zeit“. Eingetroffen ist, das bischöfliche Besuchsverbot von Garabandal für ortsfremde Priester werde aufgehoben. Worauf die Ankündigung verweist, vor dem Wunder sei der Gottesdienstbesuch eingeschränkt, ist offen.
Während der Untergang Sodoms nicht aufzuhalten war, weil sich keine zehn Gerechten in der Stadt fanden (vgl. Gen 18/19), blieb Ninive vor der Zerstörung bewahrt. Gott sah die Umkehr der Bewohner einschließlich des Königs durch Fasten und Unterlassen böser Taten, nachdem Jona öffentlich ausgerufen hatte: „Noch 40 Tage, und Ninive ist zerstört!“ Dies missfiel Jona ganz und gar. Er wurde zornig wegen der Barmherzigkeit Gottes und wollte sterben. Gott aber hielt an seinem Mitleid fest (vgl. Jona 3/4). Er hatte keinen Gefallen an der Zerstörung der am Tigris gelegenen Hauptstadt des assyrischen Reiches mit mehr als 120.000 Menschen. Wie er sich bei den etwaigen Ankündigungen von Garabandal verhalten wird, ist ungewiss.
Die Erde gehört Gott (vgl. Ex 19,5) und die Menschen sind seine irdischen Abbilder. Er wird nicht ohne weiteres zulassen, dass ein atomares Inferno, eine verheerende Pandemie, eine planetare Kollision wie bei der Mondentstehung, ein vagabundierendes Schwarzes Loch oder die kosmische Strahlung einer nahen Supernova die Menschheit vernichtet und der Teufel triumphiert. Eine Supernova innerhalb von 20 Parsec, was einem Abstand von ungefähr 65 Lichtjahren entspricht, wäre für die Menschheit nach heutigem Wissensstand tödlich. Wenn das menschliche Fehlverhalten Gott zutiefst verletzt, wird er die Menschheit zunächst warnen.
Das globale Arsenal an hyperschallschnellen Raketen mit nuklearen Sprengköpfen, Drohnen und Marschflugkörpern, Bio- und Chemie-Waffen und superelektromagnetische Impulswellen erzeugenden Waffen hat das Potenzial, die Menschheit zu vernichten und die Elektronik-Infrastruktur global zu zerstören. Es könnte auf die von Jesus vorausgesagte große Not verweisen, „wie es noch nie eine gegeben hat, seit die Welt besteht, und wie es auch keine mehr geben wird“. Falls die Waffen eingesetzt werden, was die historische Regel zur Verwendung hergestellter Waffen besagt, wird Gott eingreifen.
Ein mystischer Beleg: Vom 3. Juli 1876 bis 3. September 1877 könnten drei 8-jährige Mädchen aus der saarländischen Ortschaft Marpingen mystische Erlebnisse gehabt haben, bei denen sie Jesus als Kind auf dem Arm seiner Mutter sahen, die sich ihnen als die „Unbefleckt Empfangene“ vorstellte, was sprachlich korrekter als die „Unbefleckte Empfängnis“ ist, eine weiße taubenähnliche Gestalt herabschwebte und eine laute Stimme von oben wiederholt sagte: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen gefunden habe.“
Seither ereignen sich zahlreiche Gebetserhörungen sowie seelische und körperliche Heilungen vor allem durch das von Jesus und Maria gesegnete Wasser einer Quelle, die oberhalb der von der schönen jungen Dame gewünschten Kapelle im Härtelwald entspringt, was zahlreiche Dankestafeln belegen. Maria versprach, in „einer schwer bedrängten Zeit“ wieder nach Marpingen zu kommen. Der Ortspfarrer war „von der Wirklichkeit und dem göttlichen Ursprung der Erscheinungen vollkommen überzeugt“. Das Verbot der preußischen Regierung, den Ort der Visionen im Härtelwald aufzusuchen, wurde erst 1917 aufgehoben. Artikel mit weiteren Informationen hier
Etwaig sind die mystischen Erlebnisse dreier Frauen vom 17. Mai bis 17. Oktober 1999 die Erfüllung des Versprechens. Mit der Stimme von Marion könnte Jesus am 6. September mitgeteilt haben, dass es keinen Dritten Weltkrieg, keinen Holocaust geben wird. Er fügte hinzu: „Ihr habt zwei sehr schlimme Kriege erlebt. Ich habe dies zugelassen, um zu zeigen, was geschieht, wenn ihr euch selbst überlasst. Nicht ich wollte diese Kriege. Heute ist die Wissenschaft in der Lage, Waffen zu bauen, die ohne weiteres die ganze schöne Erde zerstören. Doch ich lasse dies nicht zu, da ich so viele betende Herzen vorfinde und offene Menschen. Ich lasse es nicht zu. Habt keine Angst! Ich komme als König der Barmherzigkeit und der Liebe, nicht als harter Richter.“ Er betonte, dass die Liebe das Beurteilungskriterium des göttlichen Gerichts ist: „Mein Gericht besteht darin, dass ihr seht, dass ihr die Liebe zu wenig geliebt habt.“ Gemäß Christine versicherte auch Maria am 8. September, es werde keinen Dritten Weltkrieg geben, da Gott seine Kinder zu sehr liebt. Es würden zuvor aber Ereignisse stattfinden, die zur „Heimholung der Seele“ dienten. Wer glaubt, vertraut und Gott liebt, brauche sich davor nicht zu fürchten.
Am 5. September wünschte die Dame, dass „hier an diesem Orte“ ein Heiligtum zur Ehre des Dreieinen Gottes entstehen soll. Mehrmals sagte sie, der Triumph ihres Unbefleckten Herzens in Deutschland werde in Marpingen beginnen. Der Friede in den einzelnen Ländern und dann auf der Erde werde mit dem Triumph ihres Unbefleckten Herzens einziehen. Jesus fügte am 6. September hinzu, er möchte, dass beim Triumph des Unbefleckten Herzens seiner Mutter in der Welt gleichzeitig sich sein Triumph in der Heiligen Eucharistie vollziehe. Seine Gegenwart in der Heiligen Kommunion strahle und möchte in die Seelen der Menschen eindringen, um sie zu erleuchten und in der Kälte der Welt mit der Liebe Gottes zu erfüllen. Im Tabernakel warte er jeden Augenblick auf den Besuch der Menschen. Beim Empfang der Heiligen Eucharistie wünsche er reine Herzen, die sich nach ihm sehnen und vor Liebe glühen. Im Sakrament der Beichte, Frucht seines qualvollen Leidens und Sterbens und größtes Geschenk seiner unendlichen Barmherzigkeit, würden die Seelen weißer als der Schnee. Wie Gott jedes Fehlverhalten vergibt, so soll auch der Mensch alle Kränkungen verzeihen. Jesus, der König des Weltalls, der Barmherzigkeit und der Liebe, bittet die Menschen, auf ihn zu schauen.
Zweimal betonte die Dame, es sei alles im göttlichen Plan und sie werde alles lenken: „Habt keine Angst, meine Kinder! Ich bin immer bei euch und ich liebe euch von ganzem Herzen. Ich werde alles lenken.“ Sie versprach, Gott werde die Welt erneuern. Es werde eine Zeit anbrechen, die viel schöner als alles je zuvor sein werde, voll Vertrauen auf Gott. Der Allmächtige werde in der Welt siegen. Das Böse gebe es dann eine Zeitlang nicht mehr. Nur Gott wisse, wann dies eintreffen werde. Bei den abschließenden Visionen am 17. Oktober erinnerte sie daran: „Mein Sohn Jesus und auch ich, wir lieben euch sehr. Vergesst es bitte nie in all eurem Leid. Immer daran denken: Wir lieben euch. Wir lieben euch sehr.“
Gefragt, wer sie sei, antwortete sie am 20. Juni: „Ich bin die Mutter des Herrn, die vor Gottes Thron steht, kniet, kniet und Fürsprache einlegt für alle meine Kinder in der ganzen Welt.“ Kraft des Heiligen Geistes von Jesus gesandt, möchte sie möglich allen Menschen beistehen. Sie betonte: Wer lebt, wie Jesus es gelehrt hat, braucht sich vor dem Sterben nicht zu fürchten. Er/sie wird quasi durch einen Vorhang in die Glückseligkeit des Himmels hinübergehen. Jede und jeder entscheidet selbst beim irdischen Aufenthalt, ob er/sie danach immer im Himmel oder in der Hölle sein wird.
Das Töten von menschlichen Embryonen und Feten bezeichnete sie als „etwas, was Gott sehr viel Schmerzen bereitet, was das Herz Gottes mit vielen Wunden übersät“. Das Herz Jesu blute aus Schmerz über dieses Handeln von Menschen. Die Getöteten seien zwar im Himmel, aber die Menschen, die es täten, seien „in Gefahr auf ewig verloren zu gehen“. Gottes Barmherzigkeit fließe im Sakrament der Beichte und stünde für alle bereit. Sie wisse nicht, wie lange der liebende und barmherzige Gott noch warte, bis ein „Strafgericht herabriesle“. Um es zu verhindern, bat sie eindringlich, das vorgeburtliche Töten zu beenden.
Der zuständige Bischof Reinhard Marx ließ per Dekret am 13. Dezember 2005 mitteilen: „Es steht nicht fest, dass den Ereignissen in Marpingen aus den Jahren 1876 und 1999 ein übernatürlicher Charakter zukommt. Es bestehen schwerwiegende Gründe, die es nicht erlauben, sie als übernatürliches Geschehen anzuerkennen.“ Eventuell würden einige heutige Bischöfe die Einsprechung beim Täufer Johannes, das zeitweilige Verweilen Jesu bei den Aposteln nach seinem Sterben, die Zungen wie von Feuer an Pfingsten, die Schau der Herrlichkeit Gottes und Jesu zu seiner Rechten von Stephanus, die Einsprechung eines Engels bei Philippus, die Visionen und Einsprechungen bei Paulus, die Jesus-Vision des Jüngers Hananias in Damaskus und/oder die nächtliche Befreiung des im Gefängnis mit zwei Ketten gefesselten und von zwei Soldaten bewachten Petrus durch einen Engel ähnlich einstufen.
Ästhetisch störend wirkt in Marpingen die Statue der Grotte. Marion sah eine wunderschöne junge Dame mit an den einzelnen Tagen zum Teil verschiedenem Aussehen. Sie hatte dunkle Haare, auf dem Haupt ein Sternendiadem, blaue Augen, trug ein schlichtes weißes Kleid mit Sternen, ein weißes Kleid mit durchschimmerndem Blau oder ein strahlend weißes Gewand als himmlische Königin, einen zart blauen Schleier oder einen weißen und darüber einen nach hinten reichenden, längeren blauen Schleier. Vor ihrer Brust strahlte ein Kreuz. In der Hand, von der Strahlen in alle Richtungen ausgingen, hielt sie einen leuchtenden Rosenkranz.
Beim Rosenkranz handelt es sich um einen Perlen-Kranz, mit dessen Hilfe heilsgeschichtlich wichtige Situationen Jesu und Mariens als meditatives Gebet betrachtet werden. Das Wort verweist auf die Zeit mittelalterlicher Minne, in der der einzelne Ritter seiner „Dame“ oder „Seiner Lieben Frau“ ein Liebesgedicht oder einen Blumenkranz darbrachte. Diese Liebesgabe wurde „Rosarium“ genannt. Der Rosenkranz sollte dementsprechend gebetet und durch Betrachtungen umrahmt werden. Nur so schenkt er ein von Freude und Zuversicht erfülltes Herz.
Der Autor kann das Zustandekommen der Ereignisse nicht erklären. Er vermutet, dass die drei Frauen beim von der Dame gewünschten Segen von mehreren anwesenden Priestern und Ordensgeistlichen auf Grund ihrer religiösen Einstellung umgefallen wären, wenn sie ihre Äußerungen erfunden und ihr Verhalten inszeniert hätten. Der Pfarrer, mit dem sie in Kontakt standen und der 2022 mit 103 Jahren verstarb, kann bezüglich seiner religiösen Position und Praxis – salopp gesagt – als „Verkörperung des Katechismus anno 1960“ charakterisiert werden. Er hätte sich eine öffentliche Täuschung mit Jesus, einer Taube als Heiligem Geist, Maria, Engeln und Heiligen nie erlaubt.
Ein Video zur eigenen Meinungsbildung: https://www.youtube.com/watch?v=ZtqjNgRDOQc
Den heute vier Frauen und zwei Männern aus Medjugorje zufolge wird Gott beim Eintreffen der jeweils zehn ihnen von Maria anvertrauten Geheimnisse der Menschheit bekunden, dass er „immer noch der Herr dieser Welt“ ist. Wie in Garabandal beinhalten auch die ersten zwei Geheimnisse von Medjugorje eine große Warnung und einen Bezug zur Ortschaft. Beim dritten Geheimnis werde auf dem Hügel namens Podbrdo mit den meisten öffentlichen Visionen ein sichtbares und unzerstörbares Zeichen gegeben. Die göttliche Herkunft werde jedem und jeder einleuchten. Die anderen Geheimnisse würden anregen, Gott den ersten Platz im Leben einzuräumen, um ihm jederzeit froh und mit gutem Gewissen begegnen zu können.
Offenbar gibt es unter den Geheimnissen sehr schöne und gegenteilige. Die ständige Verbundenheit mit Gott durch das Herzensgebet habe eine große Bedeutung. Der Zeitpunkt und der Verlauf zukünftiger Ereignisse könnten beeinflusst werden. Was passieren werde, hänge auch davon ab, wie viele gutwillige Menschen den irdischen Lebensweg mit Gott gehen. Eine besondere Bedeutung werde dem in Fatima angekündigten „Triumph Mariens“ beigemessen. Oft habe sie darüber gesprochen. Ivanka beantwortete die Frage, was danach geschehen werde: „Der Himmel auf Erden!“ Hildegard von Bingen bemerkte dazu im 12. Jahrhundert: „Der Himmel auf Erden ist überall, wo ein Mensch von Liebe zu Gott, zu seinen Mitmenschen und zu sich selbst erfüllt ist.“
Die Jungfrau Maria hat bei mystischen Visionen das Aussehen einer Person, die dem persönlichen Ideal vollkommener weiblicher Schönheit der Sehenden entspricht. In ihrem Blick und Verhalten spiegelt sich ihre menschliche Vollendung im Himmel. Ihr faszinierender Liebreiz inspirierte Dichter, Komponisten und Künstler. Wer sein Herz ihrer Liebe öffnet, gelangt mit Hilfe des Heiligen Geistes – bildlich ausgedrückt – in einen vom göttlichen Licht überfluteten Garten, in dem nach Plan des Vaters die schönsten Blumen mit lieblichem Duft erblühen. Der Vater wird jene lieben wie Blumen, die Maria vor seinen himmlischen Thron bringt.

Hier ein Porträt mit dem kleinen Jesus und neun verbale Annäherungen:
Der indigene Mexikaner Juan Diego sah Maria 1531 als eine „dunkelhäutige liebe Frau“ auf dem Berg Tepeyac, die der entrechteten und unterdrückten Bevölkerung nach der Eroberung der Spanier ihre Nähe bekundete. Durch ein Rosen-Wunder wurde der zunächst kritisch eingestellte Bischof von der Echtheit der Vision überzeugt und ließ eine Kapelle zur Ehre Mariens errichten. In der heutigen Basilika in Guadalupe, einem Vorort von Mexko City, befindet ein Bild Mariens. Papst Johannes Paul II. vertraute Süd- und Nordamerika dem Schutz Unserer Lieben Frau von Guadalupe an und legte den 12. Dezember als Gedenktag für die gesamte Katholische Kirche fest. Derzeit wird der Wallfahrtsort jährlich von über zehn Millionen Pilgerinnen und Pilgern besucht.
Bernadette beschrieb die Dame unter anderem wie folgt: „Die Frau ist schöner denn alles! Sie ist jung wie eine Fünfzehnjährige und von unsäglicher Anmut. Ihre Blicke rufen Entzücken hervor und ihr Lächeln ist von Güte ohnegleichen und von mütterlicher Zärtlichkeit. Ihr Kleid ist von blendender Helle. Ein weißer Schleier, weiß wie Milch, bedeckt ihr Haupt bis zum Stirnansatz. Das Haar der Frau ist durch den Schleier bedeckt. Die Füße sehen unbekleidet unter dem langen Kleid hervor, und auf jedem Fuß liegt eine blühende gelbe Rose. An einem Arm hängt ein langer Rosenkranz mit Perlen von leuchtendem Weiß, einer funkelnden gelben Kette und einem Kruzifix von gleicher Farbe wie die Kette. Der ganze Schmuck erstrahlt in hellem Licht und ist gleichzeitig wunderbar weich: Glanz einer anderen Welt, der die Frauengestalt in ein Glorienkleid hüllt, das strahlt, ohne auch nur im Geringsten zu glitzern. Ein blauer Gürtel umfasst die Hüften der Frau, seine Enden gehen ohne einen Knopf ineinander über, er reicht bis zur Knie. In keinem irdischen Farbton findet sich das Blau des Gürtels, die Farbe oder die Art des wunderbaren Stoffes des Gewands der Frau wieder. Damit verglichen sieht alles Blaue und Weiße abgestanden und jedes Gewebe, auch der leuchtendste Satin, grob aus. Es ist etwas anderes, viel schöner. Selbst das Blau des Himmels ist nicht so blau wie der Farbton des Gürtels, der um und vor der Gestalt der wunderschönen Frau schwebt. Die Perlen des Rosenkranzes sind durchsichtiger und kostbarer als alle Edelsteine. Das Gold der Kette, an der das Kruzifix hängt, ähnelt nicht dem Gold, das die Menschen bewundern. Es ist ganz anders, viel, viel schöner!“
Während der instabilen inneren Lage Frankreichs bat Maria vier Mädchen aus L’Île-Bouchard vom 8. bis 14. Dezember 1947 um ihr Gebet für das friedliche und baldige Ende des Konflikts mit ungewissem Ausgang. Jacqueline berichtete dem Pfarrer: Ich sah eine schöne Dame mit weißem Kleid, dessen Ärmel wellenförmig waren, und blauem Gürtel. Sie trug einen weißen Schleier, der leicht bestickt war und auf der Stirn lag. An ihrem rechten Arm hing ein Rosenkranz mit weißen Perlen, der an einer goldenen Kette befestigt war und an dessen Ende sich ein schönes goldenes Kruzifix befand. Die Haare der Dame waren blond, gelockt und fielen auf beiden Seiten herab. Lichtstrahlen in Rot, Rosa, Orange, Gelb, Grün und Blau umgaben ihr Antlitz. Ihre Füße standen auf einem rechteckigen Stein. Davor bildeten fünf leuchtende rosa Rosen eine halbkreisförmige Girlande mit zwei grünen Blättern an deren Enden.
Laut Tagebuch und Äußerungen Conchitas hatte die von ihr erstmals am 2. Juli 1961 gesehene etwa 18-Jährige ein brünettes Gesicht, schwarze Augen und Augenbrauen, eine feine Nase, sehr hübsche, leicht geschwungene Lippen und zarte Hände. Auf den langen, dunkelkastanienbraunen, gewellten und in der Mitte gescheitelten Haaren befand sich hinten ein von den Ohren ausgehendes Diadem mit zwölf goldenen Sternen. Sie trug ein weißes Kleid und einen lichtblauen Mantel. Die Füße waren nicht zu sehen. Am Gelenk der rechten Hand hing ein kastanienbraunes Skapulier vom Berg Karmel. Nicht beschreiben lässt sich der sehr schöne Klang ihrer Stimme. Auf dem linken Arm sas der erst einige Monate alte Jesus mit kastanienfarbigen Augen, ein wenig langem, gelocktem, blondem Haar, einem Kronreif sowie weit geöffneten und nach unten gerichteten Armen. Bekleidet war das Kind mit einem Kleid, das einer blassblauen Tunika ähnelte. Keine irdische Frau gleicht der Jungfrau.
Der Pfarrer von Medjugorje, der Franziskaner Jozo Zovko, bat Mirjana am dritten Tag der Visionen, die Schönheit der Dame zu beschreiben. Sie hielt in der Autobiografie „My Heart Will Triumph“ (1986) fest: Ihre Schönheit ist anders, als wenn Menschen von Schönheit sprechen und dabei oft die Augen, die Haare oder ein anderes auszeichnendes Merkmal hervorheben. Bei ihr ist jedes Merkmal schön, und alles ist harmonisch. Sie trägt einen weißen Schleier, der ihr ovales Gesicht umrahmt. Die Hautfarbe ähnelt dem sonnengebräunten Teint der meisten Mittelmeervölker. Zusammen mit ihrem schwarzen, ein wenig zurückgebundenen Haar erinnert sie an eine Person im Nahen Osten. Ihre zierliche Nase ist perfekt auf ihre mandelförmigen Augen abgestimmt. Die leichte Röte auf ihren Wangen entspricht der Farbe ihrer kleinen Lippen, die voll und zart aussehen. Sie zu sehen bewirkt ein Gefühl, das am besten mit „mütterlich“ wiedergegeben werden kann. Ihr Gesichtsausdruck zeigt Eigenschaften wie Zärtlichkeit, Mitgefühl, Fürsorge und Geduld. Aus ihren blauen Augen strömt eine Liebe, bei der ich das Gefühl hatte, umarmt zu werden. Mein einziger Wunsch dabei war, immer bei ihr zu bleiben und mitgenommen zu werden.
Jakov, der bei der ersten Vision am 24. Juni 1981, dem Fest des Täufers Johannes, zehn Jahre alt war, zwei Jahre später seine Mutter und ein Jahr danach seinen Vater verlor, erinnerte sich am 12. April 2022 in einem Vortrag in Medjugorje an das damals Erlebte auf dem Podbrdo und teilte zu der von ihm gesehenen Dame mit: Ich sah eine Frau, die mit ihrer Hand ein Zeichen gab, nach oben zu ihr zu kommen. Ich hatte große Angst und wollte weglaufen. Doch es war in mir auch der Wunsch, hinzugehen und sie kennenzulernen. Sodann begann eine neue Phase in meinem Leben. Ich sah die schönste Frau mit den schönsten Augen und einer großen Liebe in den Augen. Mein Herz begann, diese große Liebe zu spüren und zu fühlen: Das ist meine Mutter! Ich fühlte mich von ihr beschützt. Ihre Schönheit kann mit Worten nicht beschrieben werden. Nie wird jemand ein Bild oder eine Statue mit ihrer tatsächlichen Schönheit anfertigen können. Ihre Schönheit ist die Liebe, die bei ihr erlebt wird.
Ivan aus Medjugorje wird bei Interviews oft nach dem Aussehen der Erscheinung gefragt. Er bemerkte dazu: „Wenn ihr wissen würdet, wie schön Maria ist und wie sehr euch die heilige Jungfrau liebt, würdet ihr vor Freude weinen.“ Vor jeder Vision sieht er zuerst ein Licht, und dann steht sie vor ihm auf einer Wolke. Ivan weiter: „Ich verliere den Horizont um mich herum, ich sehe nichts, ich fühle nichts, weder Zeit noch Raum. Sobald sie kommt, verschwindet alles andere um mich herum.“ Schwer ist es für ihn, nach jeder Begegnung die Augen wieder auf die materielle Welt zu richten. Denn ihre Anwesenheit bedeutet für ihn, das Licht des Paradieses erlebt zu haben. Ivanka sagte im Juli 1981 zu einem sie besuchenden Priester: „Mein lieber Pfarrer, wenn Sie sie sehen würden, dann würden Sie am liebsten gleich in die Ewigkeit übersiedeln, um sie ewig anschauen zu können. Das ist eine solche Schönheit, dass man das mit einfachen Worten überhaupt nicht beschreiben kann.“
Nach 20-jähriger Prüfung stufte die Katholische Kirche die am 28. November 1981 begonnenen Visionen Mariens von drei Mädchen in Kibeho im südlichen Ruanda als authentisch ein. Gefragt nach dem Aussehen der Dame, teilte Nathalie mit: Sie war von Licht umstrahlt. Keine Statue zeigt sie, wie sie ist. Wer sie anblickt, sieht eine alle Schönheit übersteigende Schönheit. Sie sah wie eine 20 bis 30 Jahre alte Frau aus, verhielt sich sehr jung und sprach perfekt meine Muttersprache. Ihre Hautfarbe war weder schwarz noch weiß. Die Augen ähnelten einer dunkelhäutigen Frau. Sie trug sehr schöne Gewänder wie eine junge Braut.
Keine Frage: Bei der rationalen Auseinandersetzung mit mystischen Mitteilungen bleiben bei manchen Passagen Irritationen nicht aus, etwa: Wie kann Gott angesichts der Tatsache, dass Zecken gefährliche Viren und Bakterien übertragen, Wanderheuschrecken Ernten vernichten und Giftschlangen jährlich Millionen von Menschen verletzen, von denen über 100.000 sterben, jedes Geschöpf lieben, was in Medjugorje am 25. Mai 2023 gesagt wurde? Soll etwa angenommen werden, dass Gott die „blutige Seite des Kampfes ums Überleben“ gefällt? Ähnliches wird auch bei der rationalen Betrachtung der Evangelien erlebt, etwa: Trug Jesus selbst das Kreuz (Joh) oder ein anderer Mann (Lk)? Verhöhnten beide Verbrecher den gekreuzigten Jesus (Mt, Mk) oder nur einer und der andere bat ihn, er möge in seinem Reich an ihn denken (LK)? Bei all dem sollte nicht ausgeblendet werden, dass beim Reflektieren von Botschaften echter Mystik die wegweisenden überwiegen. So erhielt Mirjana am 18.03.2023 den Impuls: „Betet, meine Kinder, dass ihr gemeinsam mit meinem Sohn all euren Brüdern und Schwestern nur den Frieden, die Freude und die Liebe bringen könnt.“
Durch Teilhabe am Wissen Gottes hat Maria Einblick in zukünftige Ereignisse. Bei der ersten Vision am 24. Juni 1981 in Medjugorje war im ehemaligen Jugoslawien kein Krieg. Bei der dritten rief Maria die Menschen zur Versöhnung mit Gott auf. Weinend vor einem Kreuz stehend sagte sie wiederholt: „Friede, Friede, Friede und nur Friede!“ Erneut flehte sie zweimal: „Zwischen Gott und Mensch soll wieder Friede herrschen. Der Friede soll unter den Menschen sein!“ Pater Jozo wurde nach dem Gebet in der Kirche von Anwesenden gebeten, draußen auf den Berg mit dem Kreuz zu blicken. Er sah auf dem Gipfel nur Licht, dann Maria und anschließend das Kreuz, von dem das Wort „MIR“ (Friede) ausfloss. Zehn Jahre danach begann der Bruderkrieg. Nun wurde erkannt, dass Maria als sicheren Weg die Friedensbotschaft ihres Sohnes anbot.
Während des Golfkriegs erklärte sie Vicka: „Wenn Krieg kommt, geschieht es, da der Krieg schon in den Herzen ist. Der innere Krieg kommt dann nur nach außen. Wenn ihr aber Frieden im Herzen habt, hört auch der äußere Krieg auf.“ Maria will den Frieden vermitteln, der mit Gott zu Stande kommt. Daher nannte sie sich in Medjugorje „Königin des Friedens“.
In Ruanda brach im Oktober 1990 ein Bürgerkrieg aus, bei dem zirka 800.000 Menschen bei einem grausamen Genozid starben. Kibeho war besonders betroffen. 1994 töteten Kalaschnikow-Fanatiker unbewaffnete Bewohner. Auf dem Platz vor der Kirche lagen ungefähr 11.000 Leichen und Sterbende übereinander. Um auch die Schutzsuchenden in der Kirche zu töten, wurden Wände mit Granaten und Maschinengewehrsalven durchlöchert. Bei einem Feuer in der Kirche verbrannten Menschen bei lebendigem Leib oder wurden erschossen. Unter den mehr als 25.000 Getöteten in Kibeho waren auch die Seherin Claire und ihr Mann. Sie attackierte ihre Schulkameradinnen Alphonsine und Nathalie zunächst heftig, hatte dann jedoch selbst Visionen von Maria.
Durch eine bildhafte Prophezeiung wollte Maria den Völkermord verhindern. Bei der Vision am 15. August 1982 weinte sie. Eigentlich erwarteten die Anwesenden wegen des Hochfestes eine freudvolle Vision. Doch Maria zeigte sich mit Tränen in den Augen. Die Seherinnen sahen einander umbringende Menschen, brennende Hütten, sehr dunkle, tiefe Gruben und Schädel von Menschen, die teilweise in zwei Hälften gespalten waren. 1983 erblickten die Mädchen einen strömenden Fluss aus Blut. Maria teilte mit, sie leide, da die Herzen der Menschen sich immer mehr verhärten. Es gäbe zu wenig Liebe unter ihnen. Sie leide wegen der Untreue gegenüber den Geboten Gottes und wegen der Heuchelei.
Offensichtlich trafen die prophetischen Bilder in Ruanda ein. In der Gegend von Kibeho starben ungefähr 90.000 Menschen auf grausamste Weise. Doch niemand nahm die beängstigenden Bilder ernst, auch nicht die Seherinnen.
Um das Weiterleben der Verstorbenen bildhaft anzudeuten, sah Alphonsine Menschen an verschiedenen Orten. Sie berichtete: „Maria nahm mich mit auf eine Reise zu einem Ort, wo die Menschen traurig waren. Es war nicht schön. Sie sagte, wer nicht nach dem Willen Gottes lebt, endet hier. Dann kamen wir an einen anderen Ort. Er war ruhig, aber ebenso traurig. Er war vergleichsweise besser als der erste Ort. Wir erreichten noch einen weiteren Ort, der wunderbar war. Ich hörte Klänge, Musik, sanfte Stimmen. Ich konnte aber keinen sehen.“ Maria gewährte einen Blick auf die Hölle, das Fegefeuer und den Himmel, ohne die drei Ausdrücke zu verwenden.
In Kibeho stellte Maria sich als „die Mutter des Wortes“ vor. Ihr Sohn Jesus, „das Wort“ (vgl. Joh 1,1), wies im Gleichnis von 100 Schafen darauf hin, dass der himmlische Vater sich über die Rückkehr eines Einzelnen mehr freut als über 99 Gläubige (vgl. Mt 18,12ff). Auch Maria möchte, dass die Herzen aller Menschen sich zu Gott bekehren. Die Leiden, etwa wegen einer Krankheit, beim Fasten oder während einer Wallfahrt, haben eine erlösende Kraft und helfen, eine innige Beziehung zu Gott aufzubauen und zu intensivieren. Auch Jesus, der „Urheber des Heils der Menschen“, wurde durch Leiden vollendet (vgl. Hebr 2,10).
Rational war der Wille seines Vaters kaum nachvollziehbar: Das Opfer Abrahams hatte er kurz vor der Tötung von dessen Sohnes Isaak verhindert. Nun aber soll der einzige Sohn des allmächtigen Vaters Menschen zum Misshandeln und Kreuzigen übergeben werden, deren Existenz ohne den Vater und Sohn nicht möglich wäre. Bei der Annahme des von seinem Vater verlangten Opfers könnte Jesus unter anderem geholfen haben, kein Verstorbener sollte zu ihm sagen können, er oder sie habe beim irdischen Aufenthalt intensiver als er gelitten. Allerdings verfügt nicht jede und jeder bei einer niederschmetternden Herausforderung über die Kraft, das Leiden Gott zu übergeben, um die noch fehlenden Leiden beim Erlösungsopfer Jesu zu ergänzen und so zum „Miterlösenden“ zu werden. Körperliche, psychische und/oder kognitive Extremleiden können zum Verlust des Glaubens führen, was Nichtbetroffene nicht immer nachvollziehen können.
Indizien für den übernatürlichen Charakter der Visionen in Kibeho, bei denen Ärzte, Psychologen und Theologen anwesend und mit Untersuchungen beauftragt waren, sind etwa die völlige Isolation der Mädchen von Reizen der Umgebung und eine Gewichtszunahme bei den Visionen, so dass zwei erwachsene Männer ein Mädchen nicht hochheben konnten. Die Seherinnen reagierten während den Visionen nicht auf eine brennende Kerze unter der Hand oder auf Blitzlicht. Sie hörten nichts und richteten den Blick über eine Stunde lang auf die hell leuchtende Sonne, ohne dass die Netzhaut verbrannte. Auf Wunsch Mariens fastete Nathalie zwei Wochen ohne Essen und Trinken. Sie sollte nur in der Bibel lesen und mit der Eucharistie leben. Nur am achten Tag trank sie wegen der schmerzenden Kehle etwas Weihwasser. Gewöhnlich sind sechs Tage ohne Flüssigkeitszufuhr in Ruanda tödlich. Doch Nathalie blieb laut Feststellung anwesender Ärzte bei bester Gesundheit.
Es erinnert an die Verkündigung der Apostel, die Jesus „bekräftigte durch Zeichen, die er geschehen ließ“ (vgl. Mk. 16,20). Der Lehre Jesu glaubten viele in Jerusalem, als sie die Zeichen sahen, die er tat. Vor der Heilung des im Sterben liegenden Sohnes eines königlichen Beamten aus Kafarnaum sagte Jesus: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht.“ Als Juden ihn steinigen wollten, weil er gesagt hatte, er sei Gottes Sohn, bat Jesus sie, wenigstens seinen guten Werken zu glauben, die er im Auftrag seines Vaters vor ihren Augen getan hatte. Die im Namen seines Vaters vollbrachten Werke legten Zeugnis für ihn ab  (vgl. Joh 2,23; 4,48; 10,25.31ff). Wer Jesus nicht glauben konnte, er sei im Vater und der Vater sei in ihm, wurde von Jesus gebeten, wenigstens auf Grund der Werke zu glauben (vgl. Joh 14,11). Die Zeichen und Wunder bei den Visionen Mariens sind Hilfen des Heiligen Geistes, ihren Worten zu glauben und ihre Bitten zu erfüllen. Sie bestätigen und führen das von Jesus Gesagte aktualisierend in die ganze Wahrheit (vgl. Joh 14,26; 16,13).
Maria ist die von Gott erwählte Vermittlerin zwischen ihm und den Menschen. Jede und jeden möchte sie auf dem persönlichen Weg zu Gott begleiten. In jeder Krankheit und Notlage kann sie helfen, wenn sie darum gebeten wird und es mit dem Plan Gottes übereinstimmt. Ihr Wirken stößt an die Grenze, wenn Gott etwas anderes vorhat. Zudem würde eine Hilfe Mariens in jeder Situation zu einem christlichen Glaubenszwang führen, den Gott nicht will.
Maria darf als jungfräuliche Mutter Jesu und im Himmel vollendeter Mensch geliebt und verehrt, aber nicht verherrlicht und angebetet werden. So kann Gott über sie von mehr Menschen „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft geliebt werden“ (vgl. Dtn 6,5; Mt 22,37). Die ihr geschenkte Liebe übergibt sie Jesus, damit er den Menschen eine Zeit gewährt, die das Bisherige an Schönheit, Frieden, Liebe und Gottvertauen bei weitem übertrifft.

9. Eine persönliche Bitte an den Allerhöchsten
Jesus brachte seine Gebete und Bitten bisweilen „mit lautem Schreien und unter Tränen“ vor seinen Vater (vgl. Hebr 5,7). Er war beim irdischen Aufenthalt der gehorsame Sohn, der nur das lehrte und tat, was der Vater ihm auftrug. Der Umfang der irdischen Mission Jesu war begrenzt. Daher will der Autor eine persönliche Bitte dem die souveräne Alleinherrschaft über die Welt innehabenden Vater vortragen, da das langwierige Töten von Menschen offenbar nur mit göttlicher Hilfe endet. Der Allerhöchste kann Unmögliches für Menschen machen, retten und Wunder vollbringen (vgl. Ps 97,5; Dan 6,27f; Mk 10,27; Lk 1,51).
Vater, es fällt mir schwer, dich den Herrn, meinen Gott „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft zu lieben“ (vgl. Dtn 6,5), was Jesus als das erste von allen Geboten zitierte (vgl. Mk 12,30), denn deine Gedanken und Wege sind hoch erhaben und oft nicht die meinen (vgl. Jes 55,8f). Deine Pläne und Entscheidungen sind unergründlich und deine Wege unerforschlich (vgl. Röm 11,33). Du willst von Menschen geliebt werden, die keine Antwort erhalten, wenn sie in tiefer Verzweiflung zu dir rufen. „Wir haben dich gesucht, Gott, in jeder Ruine, in jedem Granattrichter, in jeder Nacht. Wir haben dich gerufen. Gott! Wir haben nach dir gebrüllt, geweint, geflucht! Wo warst du da, lieber Gott?“, bezeugt der Kriegsheimkehrer Beckmann in Draußen vor der Tür von Wolfgang Borchert.
Wegen deiner bisherigen Passivität bei zutiefst bittenden Menschen in zermürbenden Nöten, dem allgegenwärtigen Blutvergießen in der Lebenswelt und dem immer lebenswidriger werdenden Aufenthalt auf der Erde mangelt mir die echte Liebe zu dir. Niemand hat mich gefragt, ob, wann und wo ich leben will. Warum müssen die Menschen andere Lebewesen konsumieren? Wann erkennen sie, dass die Bodenschätze, Nutzflächen, Wälder und Quellen der dir gehörenden Erde für alle da sind, nicht der Habgier und dem Profit Einzelner und Weniger dienen, und der Sinn des Lebens nicht darin besteht, großes Vermögen im Überfluss anzuhäufen (vgl. Lk 12,15)? Weshalb sollen die Menschen die Situation auf der Erde verbessern, die bei der weiteren Entwicklung der Sonne zum Roten Riesen unbewohnbar sein wird? Existiert im hiesigen Sonnensystem ein Planet mit Lebewesen, damit du dich beim Anblick des Schauspiels von Siegern und Besiegten erfreuen kannst?
In Anbetracht des gewaltigen Ausmaßes des heutigen Sterbens von Menschen in bewaffneten Konflikten, bei denen zirka 70 Staaten in Kriege mit knapp 900 mitwirkenden Milizen verwickelt sind und die von den friedliebenden Bürgerinnen und Bürger nicht verhindert und bisher nicht beendet werden konnten und denen du bislang tatenlos zugeschaut hast, bin ich nahe daran, die Liebe zu dir zu verlieren. Ich reagiere wie der Psalmist: „Wach auf! Warum schläfst du, Herr? Erwache, verstoß nicht für immer! Warum verbirgst du dein Angesicht, vergisst unsere Not und Bedrängnis“ (Ps 44,24f)?
Wie du weißt, drücken die Nachrichten seit dem 7. Oktober 2023 aus Israel und Palästina auf die Seele vieler Menschen. Anstatt des friedlichen Miteinanders herrscht ein Blutvergießen in der Region deines ersten heilsgeschichtlichen Bundes. Barbarische Hamas-Krieger überfielen am Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz wehrlose Menschen aus verschiedenen Ländern in Israel. Frauen wurden entblößt, vergewaltigt, gefoltert, ermordet und verstümmelt; Leichen bespuckt und geschändet. Die israelische Regierung erklärte den Kriegszustnd und es folgte ein militärisches Töten und Zerstören im dicht besiedelten Gaza-Streifen.
Den Blick darauf gerichtet, frage ich dich, Vater: Gelten noch deine Worte über Jerusalem bei dem Psalmisten und Jesaja? „Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem, dann soll mir die rechte Hand verdorren. Die Zunge soll mir am Gaumen kleben, wenn ich an dich nicht mehr denke, wenn ich Jerusalem nicht zu meiner höchsten Freude erhebe“ (Ps 137,5f). „Ihr sollt euch ohne Ende freuen und jubeln über das, was ich erschaffe. Denn ich mache aus Jerusalem Jubel und aus seinen Einwohnern Freude. Ich will über Jerusalem jubeln und mich freuen über mein Volk. Nie mehr hört man dort lautes Weinen und lautes Klagen“ (Jes 65,18f). Zudem wird im Buch Jesaja versprochen: „Der Herr ist ein Gott des Rechtes; wohl denen, die auf ihn warten“ (Jes 30,18).
Ein weiteres aggressives Blutvergießen findet in der Ukraine statt. Dort hungern, dürsten, leiden und sterben Menschen wegen des auf Expansion ausgerichteten Denkens des macht- und ruhmsüchtigen Präsidenten von Russland, unterwürfigen Sympathisanten und teilweise Armeeangehörigen mit Spaß am Zerstören, Misshandeln und Töten. Beim Rechtfertigungsversuch nach Beginn des Krieges zitierte der Präsident bei einem Propaganda-Konzert zum Jahrestag der Annexion der Krim im Moskauer Olympia-Stadion den Satz Jesu: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh 15,13).
Dies hat der medienwirksam am Oster- und Weihnachtsgottesdienst in Moskau teilnehmende Herrscher vor Jesus zu verantworten. Es erinnert an das aus dem Kontext gerissene Bibelzitat des Teufels bei der Versuchung Jesu in der Wüste nach 40-tägigem Fasten. Um von Jesus den Beweis zu erhalten, dass er der Sohn Gottes ist, forderte er ihn auf, sich von der Zinne des Jerusalemer Tempels hinabzustürzen (vgl. Mt 4,5f). Dabei zitierte er: „Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt“ (Ps 91,11f).
Der Präsident und das mit ihm befreundete Oberhaupt der Orthodoxen Kirche Russlands sollten wissen, dass Jesus das Töten von Menschen nicht erlaubte. Sein irdischer Aufenthalt war, wie von den Propheten angekündigt, durchdrungen vom Frieden. Jesaja nannte ihn „Fürst des Friedens“ (vgl. Jes 9,5). Micha bestätigte es (vgl. Mi 4,2f). Sacharja prophezeite den Bewohnern Jerusalems den gerechten und demütig auf einem Fohlen reitenden Friedenskönig, der den Kriegsbogen vernichten und den Völkern den Frieden verkünden wird (vgl. Sach 9,9f). Der Psalmist lehrte, der Herr „setzt den Kriegen ein Ende bis an die Grenzen der Erde; er zerbricht die Bogen, zerschlägt die Lanzen, im Feuer verbrennt er die Schilde“ (Ps 46,9f). Oder:  „Zukunft hat der Mann des Friedens“ (Ps 37,37).
Zacharias, der Vater des Täufers Johannes, verhieß durch Eingebung des Heiligen Geistes, Jesus käme als das aufstrahlende Licht aus der Höhe für die in der Finsternis und im Schatten des Todes Sitzenden; er werde die Schritte auf den Weg des Friedens lenken (vgl. Lk 1,78f). Bei der Geburt Jesu verkündeten Engel den Hirten: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade“ (vgl. Lk 2,13f). Jesus lehrte, die Gewaltlosen würden „das Land erben“; die Friedenstifter würden „Söhne Gottes genannt werden“ (vgl. Mt 5,5.9). Zur bevorstehenden Zerstörung Jerusalems bemerkte er unter Tränen: „Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt!“ (Lk 19,42). Nach der Auferstehung grüßte er die Jünger: „Friede sei mit euch!“ (vgl. Joh 20,19.21). Jesus wirkte als versöhnender Friedenstifter durch sein blutiges Sterben am Kreuz. Als das Ebenbild des „Gottes des Friedens“ möchte er friedvolle Menschen (vgl. Eph 2,15f; Kol 1,20; Hebr 13,3.20).
Wer sich über das Lebensrecht anderer Menschen hinwegsetzt, hat es vor Gott zu verantworten. „Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird“, lehrte Jesus (Mt 10,26; Lk 12,2). Er wird das im Dunkeln Verborgene „ans Licht bringen und die Absichten der Herzen aufdecken“. „Das Werk eines jeden wird offenbar werden“ (vgl. 1 Kor 4,5; 3,13). Jede und jeder stirbt ein einziges Mal, „worauf dann das Gericht folgt“ (vgl. Hebr 9,27). Alle Menschen haben „über sich selbst vor Gott Rechenschaft abzulegen“ (vgl. Röm 14,12). Sie werden beim „Gericht, das der Vater auf Jesus übertragen hat und gerecht ist“ (vgl. Joh 5,22ff), nicht nach der zum äußeren Schein dargebrachten Frömmigkeitsübungen, sondern nach ihrer Liebe zu Gott und Mensch beurteilt.
Wer Gott, die anderen und sich selbst liebt, lebt nach dem Sterben gemäß Aussage Jesu ohne Gericht ewig bei Gott weiter. Als ein Mann Jesus fragte, welche Gebote er befolgen soll, um Gutes zu tun und das ewige Leben zu gewinnen, nannte Jesus an erster Stelle: „Du sollst nicht töten!“ (Mt 19,18). Um das Bibel-Zitat des russischen Präsidenten ins rechte Licht zu rücken: Wer sich schützend vor von einem Soldaten mit Tötungsabsicht anvisierte Personen stellt, ihn zum Wegwerfen der Waffe auffordert und von ihm erschossen wird, gibt sein Leben für seine Freunde hin.
Der Präsident von Russland ließ mit patriarchaler Zustimmung mehr als 10.000 Zivilisten töten, Kinder deportieren, Naturlandschaften, Dörfer und Städte wie Butscha, Charkiw, Cherson und Irpin in Minen- und Trümmerfelder mit Leichen verwandeln und behauptete, der Westen wolle Russland zerstören. Der Patriarch sagte in der Weihnachtspredigt im Januar 2024, Russland habe sich äußerer Angriffe zu erwehren. Tatsächlich will der russische Präsident fremdes Territorium seinem Herrschaftsgebiet unter Blutvergießen hinzufügen. Um dies zu erreichen, lässt er Kindergärten, Museen, Theater, Kirchen, Kranken- und Wohnhäuser, Seniorenheime, Strom-, Gas- und Wärmeleitungen, Fahrzeuge, Straßen, Parks, Felder, Wiesen und Wälder in der Ukraine zerstören sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen, Grundwasser und Atemluft hochgradig verseuchen. Dörfer und Städte wie Marinka bei Donezk wurden einschließlich der Kirche durch Phosphorbomben dem Erdboden gleichgemacht. Kein vernünftiger Mensch lässt ein Land in ein Trümmerfeld verwandeln, um es sich danach anzueignen. Zum Überleben flohen Millionen Frauen, Kinder und ältere Menschen aus ihrer Heimat. Trauer, Verzweiflung und Sorge um ihre Männer, Söhne und Väter sind in ihren Gesichtern abzulesen. Vater, allein du weißt, wie viele in bitterster Bedrängnis zu dir riefen: „Hör mein Gebet, Herr, vernimm mein Schreien, schweig nicht zu meinen Tränen!“ (Ps 39,13).
Das vom russischen Präsidenten genannte „Zurückholen“ der souveränen und unabhängigen Ukraine mit militärischer Gewalt ist quasi eine Kopie von Hitlers „Heimholen“ des Sudetenlands ins Nazi-Regime. Der Präsident meint zudem, der Tod russischer Soldaten, für deren Sterben er verantwortlich ist, könne durch einen hohen Geldbetrag an ihre Familien und durch Hilfe von Mitarbeitern „wiedergutgemacht“ werden. Die Gutheißung des Angriffskrieges von Seiten des Patriarchen erinnert an die Worte des Paulus beim Abschied in Ephesus. Er ermahnte die Ältesten der Christengemeinde: „Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen. Und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen“ (Apg 20,29f).
Die derzeitige Symbiose von Präsidentschaft und Moskauer Patriarchat zeigte sich augenfällig am 1. März 2024 bei der 20-minütigen Beerdigung des 47-jährigen Alexej Navalny, der unter anderem die Korruption in Russland und den Angriffskrieg kritisierte, einen Tötungsversuch mit Gift überlebte und danach in einem sibirischen Straflager unter menschenunwürdigen Bedingungen und nicht geklärten Umständen starb. Wer verbot wohl den Trauergottesdienst und die am dritten und neunten Tag nach dem Sterben von der Russisch-Orthodoxen Kirche gebotenen kirchlichen Trauergebete? Den Priester, der die 40 Tage nach dem Sterben übliche Gedenkfeier vornahm, hat der Patriarch für drei Jahre vom prieserlichen Dienst suspendiert. Navalny verwendete bei seinen Mitteilungen auch biblische Passagen und Aspekte christlicher Moral. Als der Sarg die Kirche zu Ehren der Marien-Ikone „Lindere meine Tränen“ erreichte, riefen Tausende: „Alexej lebt weiter…“
Die das Töten und Zerstören anordnenden Personen der Regierung und des Militärs in Russland haben vor Gott zu verantworten, dass über 500 sakrale Gebäude in der Ukraine zerstört oder beschädigt wurden. Das Gleiche gilt für die Soldaten, welche die Fatima-Statue Mariens im katholischen Priesterseminar Sacred Heart von Vorzel zertrümmerten und den goldenen Kelch raubten, den Papst Johannes Paul II. beim Gottesdienst in der Ukraine 2001 verwendete. Fast vollständig zerstört wurde Mariupol, namentlich „die Stadt Mariens“.
Gesetzgebende und Rechtsprechende, welche die Verurteilung von den Krieg Kritisierenden etwa als „Hochverräter“ oder „Ausländische Agenten“ vorgaben oder realisierten und Vertreter der richterlichen Gewalt, die den alleinerziehenden Vater eines Mädchens, das als 12-Jährige eine Zeichnung gegen den Krieg in der Ukraine im Unterricht anfertigte, auf der zwei russische Raketen in Richtung einer Mutter und eines Kindes in der Ukraine fliegen, zunächst zu einer Geldstrafe und dann zu zwei Jahren Gefängnis verurteilten und dadurch das Mädchen von seinem Vater trennten, haben ihr Handeln vor Jesus zu beurteilen. Zwei Auszüge aus dem Brief von Mascha an ihren Vater: „Bitte, gib einfach nicht auf. Glaube, hoffe und liebe. Eines Tages werden wir uns an den Tisch setzen und uns an alles erinnern. Ich liebe dich, ich hoffe, ich weiß, dass du nicht aufgeben wirst, du bist stark, wir sind stark, wir können und ich werde für dich und für uns beten, Papa. (…) Wenn wir uns endlich treffen, gebe ich dir ein großes schönes Geschenk. Papa, ich möchte nicht über meine Gesundheit und Stimmung schreiben, ich möchte dich nicht verärgern, aber ich habe die bittere Wahrheit besser verstanden als die süße Lüge. Wenn wir uns treffen, erzähle ich dir alles. Hier ist ein Antikriegszeichen, ich werde dir diesen Anhänger als dem mutigsten Mann der Welt geben! Ich liebe dich, du bist ein Held. Mein Held.“
Wer als Christ das Töten von unbekannten Menschen in einem anderen Land einen „Heiligen Krieg“ oder „Krieg im Namen Gottes“ nennt, verhält sich wie jemand, der den Teufel für heilig erklärt. Und wer als Oberhaupt einer christlichen Kirche lehrt, den aus eigenem Entschluss einen Angriffskrieg realisierenden Soldaten würden im Falle des Sterbens alle Sünden vergeben, missbraucht das durch blutiges Leiden von Jesus erwirkte Geschenk göttlicher Barmherzigkeit zur Rechtfertigung babarischen Vorgehens. Jesus hat als Bruder der Menschen Anteil an den körperlichen, psychischen und mentalen Leiden der Misshandelten, Verwundeten, Getöteten und ihrer Angehörigen. Er wird denjenigen, durch deren Anordnung oder Spaß am Töten Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder starben, die jeweils Betroffenen bei der moralischen Selbstbeurteilung im Lichte Gottes zeigen, wenn sie ihr Fehlverhalten beim irdischen Aufenthalt nicht bereut und möglich wiedergutgemacht haben.
Während der Moskauer Patriarch beim „Weltkonzil des Russischen Volkes“ Ende März 2024 in einer Grundsatzerklärung die staatliche Unabhängigkeit der Ukraine ausschloss, den Einmarsch als eine neue Etappe des nationalen Befreiungskampfes des russischen Volkes gegen das „verbrecherische Kiewer Regime und den dahinter stehenden kollektiven Westen“ darstellte sowie die „Verteidigung des einheitlichen geistigen Raums der Heiligen Rus“ als einen aus spiritueller und moralischer Sicht „heiligen Krieg“ zur Verteidigung Russlands vor dem Ansturm des Globalismus und dem Sieg des dem Satanismus verfallenen Westens bezeichnete, zeigte der Papst eine Woche danach bei der Generalaudienz das Neue Testament und den Rosenkranz eines gefallenen Soldaten aus der Ukraine. Spürbar ergriffen sagte Franziskus: „Der Name dieses Jungen war Oleksandr – Alexander, 23 Jahre alt. Alexander las das Neue Testament und die Psalmen, und er hatte im Buch der Psalmen den Psalm 129 unterstrichen: ‚Aus der Tiefe rufe ich zu dir, Herr; Herr, höre meine Stimme‘. Und dieser 23-jährige Junge starb im Krieg. Er hat ein Leben hinter sich gelassen. Und dies ist sein Rosenkranz und sein Neues Testament, das er las und betete.“ Und weiter: „Ich möchte, dass wir alle in dieser Zeit schweigen und an diesen jungen Mann und so viele andere wie ihn denken, die in diesem Wahnsinn des Krieges gestorben sind. Krieg ist immer zerstörerisch. Lasst uns an sie denken und für sie beten!“

Kein Kind sollte dies erleben! (Foto: pexels-berke-arakli)

Vater, wie du weißt, werden in Russland die in der Ukraine sterbenden Menschen offiziell oft nicht als Menschen bezeichnet, sondern als Nazis oder Feinde, die eliminiert werden müssen. An Stelle der Aneignung von fremdem Territorium wird vom Kampf gegen das Böse gesprochen. Lass die Bürgerinnen und Bürger in Russland die Intention dieser Ausdrucksweisen erkennen, und dass ein ehemaliger Präsident, der an Weihnachten ukrainische Politiker als „Schweine ohne Glauben“ titulierte, nicht die Sprache Jesu in den Evangelien verwendete. Lass sie auch die Aussage des Patriarchen zum jetzigen Präsidenten reflektieren: „Er ist orthodox – nicht um sich beliebt zu machen, nicht um gewählt zu werden, sondern ein echter Orthodoxer, der die heiligen christlichen Sakramente empfängt und ein kirchliches Leben lebt. Nicht immer waren die Zaren so orthodox wie jetzt unser Präsident.“
Jesus betonte, die Menschen nicht nach dem äußeren Schein, sondern den Taten zu urteilen: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Mt 7,16.25). Er warnte vor Heuchlern, die wie weiß angestrichene Gräber und schön aussehen, innen aber voll Knochen, Schmutz und Verwesung, voll Ungehorsam gegen Gottes Gesetz sind (vgl. Mt 23,27f). Der russische Schriftsteller Michail Bulgakow porträtierte den Teufel als einen gut gekleideten Herrn, der Sympathie und gute Manieren im Umgang mit sich fordert, im sozialen Verhalten aber Kriege und Revolutionen beginnt, Menschen ermordet und ihre Seele verwüsten will.
Hier vier Früchte der Präsidentschaft, die der Patriarch als „Wunder Gottes“ einstufte und deren Angriffskrieg gegen die Menschen in der Ukraine er als „metaphysischen Kampf“ im Namen des Rechts guthieß, „sich auf der Seite des Lichts zu positionieren, auf Seiten der Wahrheit Gottes, auf Seiten dessen, was uns das Licht Christi, sein Wort, sein Evangelium offenbaren“ – christliche Religion als Mittel zur Gewaltverschärfung:
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-schulanfang-101.html
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-cherson-interview-103.html
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/gefluechtete-trauma-ukraine-krieg-russland-100.html
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-krieg-bachmut-103.html
Ende Oktober 2023 nahmen die Spitzenkräfte der Orthodoxen Kirche und anderer Religionen in Russland den Dank des Präsidenten für die Unterstützung in der „militärischen Spezialoperation“ entgegen. Vater, lass die Menschen erkennen, dass du als der alleinige Gott das Töten von Menschen durch Mose und Jesus verboten hast. Ich frage dich wie der Schreibkundige von Psalm 10: „Warum bleibst du so fern, verbirgst dich in Zeiten der Not?“ Sitzt du erhaben auf deinem himmlischen Thron (vgl. Mt 23,22), ohne auf die Not der um deine Hilfe Flehenden zu reagieren? Erwartest du, dass die Bitten und Gebete dir „mit lautem Schreien und unter Tränen“ wie von Jesus vorgetragen werden, um erhört und von der Angst befreit zu werden (vgl. Hebr 5,7)? Ich bitte dich inständig: Steh den Bürgerinnen und Bürgern der Ukraine und allen anderen Notleidenden und um deine Hilfe Bittenden in den Situationen tiefster Bedrängnis hilfreich zur Seite und erleuchte jene mit deinem Licht, die sich über dein Verbot der Tötung von Menschen hinwegsetzen. Lass sie erkennen, dass sie dich als den Urheber und Garant des Lebens tief verletzen.
In den Blick auf die Ukraine sollten Aspekte wie die verbreitete Korruption, die rechtsradikalen und oligarchen Aktivitäten sowie der Umgang mit kritischen Medien, Oppositionellen und Minderheiten wie Russen, Polen und Ungarn einbezogen werden. Von der Regierung wurde der russischen Bevölkerung der Alltag zunehmend erschwert, da die russische Sprache und Literatur zurückgedrängt wurden. Ukrainisch ist seit 2022 per Gesetz als alleinige Sprache in öffentlichen Einrichtungen vorgeschrieben. Doch zirka 40 Prozent der in der Ukraine lebenden Personen haben Russisch als Muttersprache; in manchen Gebieten im Osten sprechen bis zu 90 Prozent Russisch. Mit der Aufforderung, dass die Mönche das Höhlenkloster in Kiew – Ursprungsort der christlichen Religion in der Region und religiöses Zentrum der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche – verlassen sollen, tat die ukrainsche Regierung genau das, was ihr von russischer Seite schon länger vorgeworfen wird: die Einschränkung der religiösen Freiheit orthodoxer Christen. Die große Mehrheit der 200 Insassen des Höhlenklosters sind fromme Mönche, die dort ihre Gottesdienste feiern, aber keine Politik betreiben und keine Konfrontation erleben wollen.
Vater, lass die Verantwortlichen in der Ukraine klar erkennen, dass die religiöse und sprachliche Vielfalt die Kultur eines Staates bereichert. In der Schweiz werden vier offizielle Sprachen gesprochen, ohne dass das friedliche Miteinander beeinträchtigt ist. Kein Mensch ist ein Franzose oder eine Russin, weil er oder sie die französische oder russische Sprache spricht.
Bereits seit Jahren tobt im Osten der Ukraine ein Krieg der Zerstörung und Menschenverachtung. Eine Studentin aus Perevalsk bei Lugansk schilderte 2019 die Erlebnisse ihrer Familie: „Es gab Tage ohne Lebensmittel in den Geschäften. Wenn nachts Flugzeuge am Himmel auftauchten, flohen wir in den Keller, um am Leben zu bleiben. Manchmal blieben wir dort mehrere Tage ohne Essen, Wasser und Elektrizität. Zu Hause hatten wir 113 Tage kein Licht. Als meine Eltern kein Geld mehr hatten, dachten wir, sterben zu müssen, da wir nichts zum Essen hatten. In der äußerst lebensbedrohlichen Lage hat uns humanitäre Hilfe aus Russland geholfen.“
Die Staatsoberhäupter westlicher Länder verhielten sich unhöflich bei der Winter-Olympiade in China. Es war eine Gelegenheit, einen klärenden Dialog mit Andersdenkenden einschließlich des Herrschers von Russland zu führen. Stattdessen haben sie durch ihre Boykott-Haltung den einladenden Präsidenten von China beleidigt. Wenige Monate danach baten sie ihn um seine Vermittlung beim Konflikt zwischen der Ukraine und Russland. Im März 2023 hielt der chinesische Päsident sich drei Tage in Moskau auf und lud den russischen Präsidenten zu einem Besuch nach Peking ein, was dieser sieben Monate danach realisierte. Kiew besuchte der chinesische Präsident noch nicht. Er telefonierte lediglich mit dem ukrainischen Präsidenten und versprach, sein Land werde sich für faire Friedensverhandlungen einsetzen.
Anstatt das beiderseitige Blutvergießen beim barbarischen Angriffskrieg mit mehreren zehntausend getöteten Soldaten, über 100.000 Verwundeten wie Amputierten, Millionen Traumatisierten und Abertausenden zerstörten Gebäuden durch weitere Waffen zu intensivieren und zu verlängern, sollte eine Lösung durch Verhandlung gefunden werden, die von der UN und EU, von China und den USA garantiert und abgesichert wird. Dies wäre für alle Erdbewohner ein weitaus besserer Weg, als bei eskalierender Gewalt von russischer Seite darüber nachzudenken, mit Nuklearwaffen ein globales Inferno anzurichten.
Wer meint, ihm gehöre ein Teil der Erde mit den Bodenschätzen, ist verblendet. Skandalös ist der Verkauf etwa von Erdgas, Erdöl und Kohle zum finanziellen Absichern einer Gott missfallenden Herrschaftsform durch Zuwendungen an Untergebene sowie der Entwicklung und Produktion von Kriegswaffen. Naturlandschaften wie die Urwälder am Amazonas, Kongo und in Papua-Neuguinea sowie die Wälder Sibiriens und anderer Regionen sind eine Lebensgrundlage der dortigen Bewohner und Sauerstoffspender aller Menschen und keine Geldquelle für wenige. Jeder Zehnte hat heute nicht genug zu essen, obwohl alle satt werden könnten. Alle sechs Sekunden stirbt ein Kind vor allem wegen der Auswirkungen von Unterernährung. Anstatt den Hungernden, Dürstenden, Obdachlosen und Armen zu helfen und jedem Kind eine schulische Bildung und jedem Jugendlichen eine berufliche Ausbildung anzubieten, wurden 2023 global ungefähr 2.443 Milliarden US-Dollar in Militärausgaben zum Zerstören und Töten bei Kriegen gesteckt. Danach werden immense Summen für die Renaturierung von verseuchten Gebieten und Minenfeldern sowie etwa für den Wiederaufbau von zerstörten Krankenhäusern, Seniorenheimen, Kindergärten, Schulen, Kirchen, Wohnhäusern, Straßen, Strom- und Schienennetzen benötigt. Die Bewältigung der Klima- und Umweltkrise sowie die Bemühung um allgemeinen Wohlstand werden dadurch um Jahrzehnte zurückgesetzt.
Hätten die Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg mit über 60 Millionen Toten aufs Militär verzichtet, was Albert Einstein 1931 vehement forderte, und den Militär-Etat zum Verbessern der Infrastruktur im eigenen Staat und armer Länder verwendet, wären unter anderem keine fremden Soldaten in der Ukraine, die Bevölkerung bräuchte sich nicht zu verteidigen und der heutige Exodus aus armen Ländern würde nicht stattfinden. Vermutlich wären die Staatsschulden Deutschlands von 2.624 Milliarden Euro bzw. von zirka 30.000 Euro pro Person geringer.
Außer den Kriegen verletzt dich das Töten von Embryonen und Föten. Zu bedenken ist, dass zwischen einem 89 Tage alten Embryo und einem 90 Tage alten Fötus ein sprachlicher, aber kein genetischer und anatomischer Unterschied besteht. Entsprechendes gilt für den Fötus vor und den Säugling nach der Geburt. Die Individalentwicklung ist ein kontinuierlicher Prozess, bei dem zwischen dem siebten und achten Tag der Herzmuskel sich zu bewegen und acht Tage danach das Herz zu schlagen beginnt. Beim ersten Herzschlag werden die Zellen plötzlich, unabhängig voneinander und gleichzeitig aktiv. Ein spezieller mRNA-Translationsschaltkreis priorisiert die Herzbildung in einem frühen Stadium der Embryonalentwicklung.
https://www.thenakedscientists.com/articles/interviews/first-heartbeat
https://nachrichten.idw-online.de/2023/03/30/wie-ein-herz-entsteht
https://www.nature.com/articles/s41586-023-06561-z
Das globale Töten von Embryonen und Föten sollte schnellstmöglich beendet werden – durch Einsicht der Betroffenen, nicht durch gesetzlichen Zwang. Es sind lebende Abbilder Gottes in pränataler menschlicher Gestalt. Ihr lebender Körper und ihre unsterbliche Seele ab der Empfängnis sind ein Geschenk Gottes. Wer es durch die vorzeitige Beendigung des irdischen Aufenthaltes eines Embryos oder Fötus ablehnt, verletzt das sensible Herz Gottes. Die auf natürliche Weise und bei der Abtreibung verstorbenen Embryonen und Föten schmücken als engelähnliche Kinder das himmlische Paradies des sie liebenden Vaters.
Die Katholische Kirche hielt bis ins 16./17. Jahrhundert mehrheitlich an der Vorstellung der sukzessiven Beseelung fest. Fehlendes Sachwissen zur Befruchtung und pränatalen Entwicklung und Einflüsse anderer Religionen führten sie auf die falsche Fährte. Heute sollte sie das Fest der in Betlehem und in der Umgebung ermordeten männlichen Säuglinge und bis zu zwei Jahre alten Knaben, die laut Matthäusevangelium auf Befehl von König Herodes umgebracht wurden, weil die Geburt Jesu bei Herodes Angst um seinen Thron auslöste, am zweiten Weihnachtstag feiern. Ohne Jesus als Messias zu kennen, legten sie durch ihr gewaltsames Sterben das erste Blutzeugnis für ihn ab (vgl. Mt 2,16ff). Stephanus war nicht der erste christliche Märtyrer, wie die Platzierung im liturgischen Kalender es andeutet. Als sein Festtag eignet sich der Pfingstmontag, da er mit Hilfe des Heiligen Geistes von keinem Kritiker widerlegt wurde (vgl. Apg 6,10). Eine Frucht seines Martyriums könnte die wegweisende Jesus-Vision des Paulus gewesen sein, der bei der Steinigung des Stephanus anwesend war.
Da ein Dokument aus dem ersten Jahrhundert zum Kindermord noch fehlt und der Evangelist der Geburt Jesu die Weissagung des Jeremia zur um ihre Kinder weinenden Rahel hinzufügte (vgl. Jer 31,15), sollte der 26. Dezember vor allem auf Fakten basieren. Abermillionen Kinder starben wegen Unterernährung, wurden physisch, psychisch und/oder mental misshandelt, bei militärischen Konflikten getötet, zu Schwerstarbeit gezwungen, Opfer von Drogen und Menschenhandel, vagabundierten auf der Straße und boten in ihrem Elend den Körper für Geld an. Auch zum Überleben ihrer Familie mussten Kinder sich prostituieren.
Das römische Recht erlaubte dem Vater als Familienoberhaupt bis ins vierte Jahrhundert, Neugeborene auszusetzen und zu töten. Zuhälterinnen und Zuhälter nahmen ausgesetzte Mädchen und erzogen sie zu Prostituierten. Kinder wurden gezüchtigt, verkauft, verpfändet und Fremden für Dienstleistungen überlassen. Barbarische Gräuel besonders an Mädchen durchziehen die Kulturgeschichte. Unzählige weibliche Embryonen und Föten starben durch äußeren Eingriff, weil ihr Geschlecht den Eltern oder einem Staatslenker nicht zusagte. Die Geschwister Alexei, Anastasia, Marija, Tatjana und Olga wurden 1918 nachts in einem Keller in Jekaterinburg erschossen, nur weil sie die Kinder des Zaren waren. Nach dem Fund der vergrabenen Leichenteile sprach die Russisch-Orthodoxe Kirche die Kinder mit ihren Eltern 2000 heilig.
Jesus liebt besonders die die Kinder, von denen heute manche wegen Long oder Post Covid kränker als erwachsene Krebspatienten sind. Als Eltern zu ihm Kinder zum Segnen und Gebet brachten und die Jünger es verhindern wollten, wurde Jesus unwillig und bat die Kinder zu ihm zu kommen. Er bemerkte: „Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich.“ Dann nahm er die Kinder in seine Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie. Er fügte hinzu: „Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen“ (vgl. Mt 19,13ff; Mk 10,13ff; Lk 18,15ff). Bei den Menschen mit kindlicher Seele haben die „reißenden Wölfe“ in verschiedenen Bereichen des sozialen Lebens allerdings beim Manipulieren in ihrem Interesse ein leichtes Spiel.
Vater, ich frage dich wie der hart geprüfte Prophet Habakuk: „Wie lange, Herr, soll ich noch rufen und du hörst nicht? Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt! Aber du hilfst nicht. Warum lässt du mich die Macht des Bösen sehen und siehst der Unterdrückung zu?“ Damals hast du versprochen: „Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst; aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung; wenn es sich verzögert, so warte darauf; denn es kommt, es kommt und bleibt nicht aus. Sieh her: Wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin, der Gerechte aber bleibt wegen seiner Treue am Leben. Wahrhaftig, der Reichtum ist trügerisch, wer hochmütig ist, kommt nicht ans Ziel, wenn er auch seinen Rachen aufsperrt wie die Unterwelt und unersättlich ist wie der Tod, wenn er auch alle Völker zusammentreibt und alle Nationen um sich vereinigt“ (Hab 1,2; 2,3-5).
Gilt dein Versprechen noch heute? Soll das Streben nach Machterweiterung bestehen bleiben und das Recht des Stärkeren beim Machtmissbrauch weiter das Maß aller Dinge sein? Warum schaust du tatenlos zu, wenn die Lüge Machthabern, die ständig auf der Suche nach Anerkennung sind, leicht über die Lippen kommt, Unrecht sich ins Gewand des Rechts hüllt, Kriegsverbrecher sich ihrer Greueltaten rühmen? Soll knapp die Hälfte des globalen Vermögens im Besitz von einem Prozent der Menschheit bleiben und das Sterben der Armen, die kein Geld für Lebensmittel oder eine notwendige medizinische Therapie haben, fortbestehen?
Jesus lehrte seine Jünger, du seist in ihm und er sei in dir. Du würdest in ihm deine Werke vollbrigen. Wer an ihn glaube, würde seine Werke auch vollbringen. Sogar größere Werke als er könnten die an ihn Glaubenden vollbringen. Nach dem Weggang zu dir werde er alles tun, worum sie ihn in seinem Namen bitten, damit du in ihm verherrlicht wirst (vgl. Joh 14,7ff). Ist die Aussage Jesu zum Wohl der Menschen und zu deiner Ehre korrekt wiedergegeben und zutreffend? Wenn ja: Wo sind die Belege? Hilft Jesus beim Beenden von Krieg, wenn Abertausende ihn innig darum bitten?
Wie du weißt, war Papst Franziskus am 8. Dezember 2022 über die „Vernichtungsaktion“ auf ukainischem Boden beim Gebet vor der Mariensäule nahe der Spanischen Treppe sichtlich so stark ergriffen, dass er nicht mehr weiter sprechen konnte und öffentlich weinte wie Jesus, als er vorab an die Zerstörung Jerusalems dachte. Der Papst gestand: „Unbefleckte Jungfrau, ich hätte dir heute den Dank des ukrainischen Volkes überbringen wollen für den Frieden, um den wir den Herrn schon so lange bitten. Stattdessen muss ich dir noch einmal das Bittgesuch überbringen der Kinder, der alten Menschen, der Väter und Mütter, der jungen Menschen aus diesem gequälten Land, das so viel leidet.“ Spürst du in der unerträglichen Situation kein Mit-Leid mit deinen Söhnen und Töchtern in der Ukraine?
Oder soll eine Anküdigung im Buch Jesaja eintreffen? „Verheert wird die Erde, verheert, geplündert wird sie, geplündert. Ja, der Herr hat es gesagt.“ Denn: „Die Erde ist entweiht durch ihre Bewohner; sie haben die Weisungen übertreten.“ Die Folge: „Darum schwinden die Bewohner der Erde dahin, nur wenige Menschen werden übriggelassen“ (Jes 24,3.5.6).
Zu den Ermordeten wird im Buch Jesaja gesagt, der Herr werde den Ort, wo er ist, verlassen, um die Erdenbewohner für ihre Schuld zu bestraften. Die Erde werde das Blut, das sie trank, wieder aufdecken und die Ermordeten nicht mehr in sich verbergen. „Deine Toten werden leben, die Leichen stehen wieder auf; wer in der Erde liegt, wird erwachen und jubeln. Denn der Tau, den du sendest, ist ein Tau des Lichts; die Erde gibt die Toten heraus“ (Jes 26,19.21). Demnach leben die Ermordeten weiter. Wen du nach dem Sterben zu dir nimmst, erhält einen immateriellen Leib, der dem verklärten Leib Jesu nachgebildet ist und nicht mehr stirbt. Die Menschen können den materiellen Leib anderer töten, aber nicht ihre Seele (vgl. Mt 10,28a).
In der Nacht zum 14. Juli 2023 wurde bei einem russischen Raketenangriff eine der größten Kirchen in der Ukraine stark beschädigt: die Verklärungskathedrale im historischen Zentrum von Odessa, deren Bau von Katharina der Großen 1795 in Auftrag gegeben wurde. Die Kathedrale mit 9.000 Sitzplätzen wurde nach der Machtübernahme der Kommunisten von 1919 geplündert, Stalin ließ sie 1936 niederreißen, der jetzige Moskauer Patriarch weihte sie 2010 ein, nachdem sie detailgetreu wieder aufgebaut war.
Nach der Beschädigung des sakralen Gebäudes bemerkte der Bischof von Odessa-Simferopol Stanislaw Szyrokoradiuk: Dieser schreckliche Krieg ist ein diabolischer Krieg, dieser Hass ohne Grund. Diese totale Zerstörung, diese Ruinen und diese Lügen, totale Lügen. Das ist eine diabolische Sache. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir viel beten sollten, weil wir Gottes Hilfe brauchen.“ Er gestand: „Der Friede sei mit euch! Das sind die Worte, die Christus gesagt hat: Friede sei mit euch! Jedes Mal, wenn ich die Heilige Messe feiere, sage ich: der Friede sei mit euch! Aber das habe ich früher immer automatisch gesagt. Heute sage ich das ganz anders. Mit Gefühl, mit Verständnis dafür, was das bedeutet: Friede sei mit euch!“
Als der Bischof im Mai 2024 in Deutschland weilte und um Unterstützung bat, berichtete er über die Situation in Cherson: „Ich war vor kurzem noch da. Da möchte man einfach nur noch weinen. Eine sehr schwierige Situation, viele Häuser wurden zerstört, nicht nur militärische Einrichtungen werden zum Ziel, sondern auch zivile Infrastruktur: Krankenhäuser, Wohnblöcke, Schulen. Das macht die Situation sehr schwierig. Das ist ein echter Völkermord. (…) Ich bitte meine Priester nur immer um eine Sache: Verliert kein Wort über die Politik, kein Wort über die Lage. Betet und Predigt über Gott. Auf diese Weise können wir bei den Leuten bleiben, das ist das Wichtigste für uns.“ Er stellte klar: „Wir haben in der Ukraine nur eine Wahl: Kämpfen oder zu Sklaven werden. Die ‚Weiße Flagge‘ ist für uns keine Option.“

Folgen Sie bitte der Einladung des Mädchens! (Foto: pexels-tim-mossholder)

Vater, deine Pläne kenne ich nicht. Doch ich will mich bemühen, dir zu vertrauen. Als die zwei Vorsteher der Heimatstadt Judits dich auf die Probe stellen wollten, belehrte die gottergebene Seherin sie: „Versucht nicht, die Entscheidungen des Herrn, unseres Gottes, zu erzwingen; denn Gott ist nicht wie ein Mensch, dem man drohen kann, und wie ein Menschenkind, das man beeindrucken kann. Darum wollen wir die Rettung von ihm erwarten und ihn um Hilfe anrufen. Er wird unser Flehen erhören, wenn es seinem Willen entspricht“ (Jdt 8,16f). Als es Judit gelang, die Bedrohung der Israeliten „mit dem Reiz ihrer Schönheit“ zu bannen, stimmte sie ein Lob- und Dankeslied für Gott mit der Aussage an: „Der Herr ist ein Gott, der den Kriegen ein Ende setzt“ (Jdt 16,2). Vater, ist Judits Glaube korrekt? Wann sagst du zu den Kriegen: „Es reicht!?“ Wann lernen die Menschen „deine Gerechtigkeit kennen“ (vgl. Jes 26,9)?
Wer Spaß am Zerstören hat, sollte bedenken: „Wenn du alles zerstört hast, wirst du selbst zerstört“ (Jes 33,1). Wurden die Menschen gering geschätzt, hast du reagiert: „Jetzt stehe ich auf, spricht der Herr, jetzt erhebe ich mich, jetzt richte ich mich auf.“ Und: „Ihr in der Ferne, hört, was ich tue; ihr in der Nähe, erkennt meine Kraft!“ (Jes 33,8.10.13). Jesus hat alle auf Haben und Expansion Fixierten eingeladen zu reflektieren: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen“ (Mt 16,26f).
Vater, es ist jetzt die Zeit deines notwendigen Wirkens. Sieh auf das Unheil, das deine Werke verfinstert und entstellt! Ich bitte dich wie die von dir erwählte Mutter Jesu, die vor deinem Thron kniet, dich um deine Hilfe anfleht und den Leidenden so nahe wie Jesus unter dem Kreuz ist, deine bisherige Passivität um der Glaubwürdigkeit der Versprechen Jesu in den Evangelien willen zu beenden. Erleuchte die Finsternis mit dem „aufstrahlenden Licht aus der Höhe“ (vgl. Lk 1,78) und hilf beim friedlichen Beseitigen der Übel, die deinem Willen nicht entsprechen! Denn du „regierst als König und Herrscher über die Völker“ und bist „der Hirt, der sich um seine Schafe kümmert und für sie sorgt, wie es recht ist“ (vgl. Ps 22,29; 24,8.10; 47,3.8; 93,1; 95,3; 96,10; 97,1; 99,1; Ez 34,11ff). In allen Bedrängnissen ist dein liebevolles Wirken stärker als die Machenschaft des Bösen. Die Kriege mit physisch, psychisch und mental Verletzten, Misshandelten, Verschleppten, Gefolterten und Getöteten werden enden, wenn alle dafür Verantworlichen und die aus eigener Überzeugung das Töten von Menschen Gutheißenden und Praktizierenden den Zustand ihrer Seele in deinem Licht klar erkennen. Lass sie einsehen, dass ihr Denken, Reden und Handeln mit dem Liebesgebot und der Unantastbarkeit des Lebens von Menschen kollidiert.
Die Menschheit benötigt keine Unruhestifter, sondern Friedenstifter. Doch tief in der menschlichen Psyche sind destruktive Neigungen wie Hass, Rache, Jähzorn, Habgier, Neid, Überheblichkeit, Dominanz, Streitsucht und Lüge verankert. Hilf beim Kontrollieren solcher Antriebe und verstärke Tugenden wie Liebe, Verzeihen, Friedfertigkeit, Güte, Sanftmut, Selbstbeherrschung, Sorge für die Schwachen, Streben nach Gerechtigkeit und Suche der Wahrheit. Sende den dafür offenen Herzen den von Jesus zugesagten Geist der Wahrheit, der Liebe und des Friedens! Gewähre einen Abglanz himmlischen Lichts, damit die persönliche Beziehung zu dir, deinem göttlichen Sohn Jesus und zum Heiligen Geist als dem personalen Liebesband zwischen dir und Jesus klar und deutlich überdacht und gegebenenfalls neu gestaltet werden kann! Denn nur mit dir, Jesus und dem Heiligen Geist, dem einen Gott in drei Personen, kann die Erde zu einem friedlichen und lebensfreundlichen Planeten mit geschwisterlich sich liebenden Menschen werden. Schenke „den neuen Himmel und die neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt“ (vgl. 2 Petr 3,13).

Heilige Jungfrau, bitte deinen Sohn, der Vater möge mein Gebet erhören. Dafür danke ich dir.

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