Die Funktion des Lichts bei der Entstehung von Kosmos und Lebenswelt

Eine religiöse Betrachtung vor naturwissenschaftlichem Hintergrund

INHALT

1. Einleitende Fragen
2. Schöpfungsmythen verschiedener Kulturen
3. Was bei der Lektüre biblischer Texte zu beachten ist
4. Wie Gott das Universum ins Dasein geruft haben könnte
5. Zwei eigenständige, sich nicht ergänzende Menschenbilder
6. Das Handeln Gottes im Verlauf der Lebensgeschichte
7. Der christliche Glaube als persönliche Option mit Zukunftsperspektive

1. Einleitende Fragen
Wie entstanden das Universum und die Lebewesen? Enthalten mythische Erzählungen dazu einen relevanten Wahrheitsgehalt? Wirkt ein möglicherweise existierender Gott? Wer sich für existentielle Fragen wie diese interessiert und nach Antworten sucht, findet eine Vielzahl verschiedener Vorschläge. Sie erstrecken sich auf Überlieferungen aus vorgeschichtlicher Zeit bis hin zu naturwissenschaftlichen Sachtexten von heute. Die nachfolgende Reflexion will etwas Licht in die komplizierte Thematik aus christlicher Perspektive bringen. Es werden andere Positionen erwähnt, ihre Daseinsberechtigung wird nicht angetastet.

2. Schöpfungsmythen verschiedener Kulturen
Bildhafte Erzählungen zur Entstehung des Kosmos und des Menschen sind rund um den Globus verbreitet. Oft wird ein göttliches Handeln erwähnt, das die Naturprozesse in Gang setzte. Einer afrikanischen Überlieferung zufolge verdankt das Weltall sein Dasein dem Schöpfergott Amma. Zuvor hatte er den Plan in seinem Geist. Bei einem von Amma herbeigeführten Beben brach die „Schale des kosmischen Eis“ auf. Ordnung und Chaos traten als zwei gegensätzliche Gottheiten hervor. Das Motiv des „zerplatzten Welten-Eis“ findet sich bei diversen Kulturen. So sahen frühe Orphiker Griechenlands den die Erde mit Tau beschenkenden Himmel als Produkt der oberen Schale an.
In altindischen Mythen ersinnt Brahma meditierend den Kosmos und ruft kraft seiner Gedanken die materielle Welt ins Dasein. Auch in anderen asiatischen Mythen wird die Welt auf einen von Gott oder von Göttern ersonnenen Plan zurückgeführt. In der göttlichen Sphäre werden vollkommenes Wissen und kreatives Handeln angesiedelt.
Manche Erzählungen präkolumbianischer Kulturen enthalten diverse Erdzeitalter. In Überlieferungen der Azteken und Quiché-Maya kommen vier vergangene Zeitalter vor, die jeweils durch Überflutung, Finsternis, Vulkanausbrüche und Wirbelstürme endeten. Ähnliches findet sich bei den Quechua in Peru sowie den nordamerikanischen Navaho und Pueblo-Indianern. Bisweilen wird einem zukünftigen fünften und letzten Erdzeitalter eine Steigerung mit außergewöhnlichem Wert zugesprochen.
In einem Mythos der Hopi verdanken die Menschen ihr Dasein der Spinnenfrau, einer Helferin des Schöpfers. Ein alter Hopi erzählte in einer TV-Dokumentation: „Zuerst gab es nur den Schöpfer. Er schuf den Himmel und fügte ihm den Wind hinzu. Dann gefiel es dem Unendlichen, das Endliche zu schaffen. Er erschuf sich dazu einen Helfer, die Spinnenfrau. Sie war eine Geistmutter und verfügte über große Kräfte. Aus ihrer Hand gingen der Mond und die Sonne hervor und alles Leben, auch die Hopi. Im ersten Frühlicht entstanden wir, ins Leben gerufen durch den Schöpfungsgesang von Großmutter Spinne. Unser Vater, der Schöpfer, lehrte uns, was wir zum Leben brauchten. Die Sonne wärmte uns und wir verbrachten unsere Tage in Harmonie mit allen Geschöpfen.
Aber wir wurden übermütig und taten schlechte Dinge. Da zerstörte er die erste Welt durch Eis. Nur die Unschuldigen überlebten. Er erschuf eine zweite Welt. Auch sie wurde zerstört in einer Wasserflut. Eine dritte Welt entstand und wurde vernichtet. Doch bevor sie im Feuer verging, rettete der Schöpfer die Guten. Er zeigte uns, wie wir in die vierte Welt gelangen könnten. Durch ein Loch kamen wir an die Oberfläche. Die Stelle gibt es noch, aber ich darf sie euch nicht zeigen. Wir nennen sie Sipápu.
Bevor uns der Schöpfer entließ, hatte er uns eine Verheißung gegeben. Wir würden auf der Neuen Erde jemanden treffen, der uns beschützen und leiten werde. Wir wussten nicht, wer es war und hatten große Furcht, ihn zu verfehlen.“
Mythen der Ägypter, Griechen und Römer enthalten ebenfalls eine Abfolge von Zeitaltern. Manchmal lebten die Menschen zunächst friedlich in ungetrübter Freude in einem Goldenen Zeitalter. Im Silbernen und Bronzenen Zeitalter nahm die Lebensqualität ab, da die Menschen die Götter vernachlässigten und sich gegenseitig bekämpften. Es folgt bisweilen eine Zeit mit Helden und Halbgöttern. Im letzten Zeitalter verschlechtert die Situation sich durch harte Arbeit, Missgunst und vielerlei Gebrechen. Zukünftig könnten die Menschen sich selbst auslöschen und die Welt im Chaos enden. Danach könnte ein neuer Schöpfungszyklus beginnen.
Alte mythische Erzählungen aus China erwähnen den göttlichen Urahn Pan Gu. Er wuchs in einem kosmischen Ei, das in zwei Teile zerbrach. Himmel und Erde entstanden. Vor etwa 4.200 Jahren wurde ShangTi als oberster Herrscher verehrt. Der Kaiser pries ihn bei religiösen Anlässen als den Schöpfer von Himmel und Erde. Zur Sommer- und Wintersonnenwende soll der Kaiser einer Überlieferung zufolge das folgende Gebet gesprochen haben: „Ganz am Anfang war ein großes gestaltloses Chaos und es war dunkel. Die fünf Elemente (Planeten) hatten noch nicht begonnen sich zu drehen, und auch Sonne und Mond schienen noch nicht. Ganz in der Mitte davon gab es weder eine Form noch einen Laut. Du, oh göttlicher Herrscher, bist erschienen in deiner Hoheit und hast als erster die groben Teile von den reinen getrennt. Du machtest den Himmel, du machtest die Erde, du machtest den Menschen. Alle Dinge erhielten ihr Wesen und die Fähigkeit sich zu vermehren.“
Der Kaiser dankte ShangTi und verwies auf die Liebe, Güte und Geduld des himmlischen Herrschers, der den Menschen das Leben und Gelingen verleiht und wie ein guter Vater auf sie achtet: „Du warst willens, oh Ti, uns anzuhören, da du wie ein Vater auf uns acht hast. Ich, dein Kind, einfältig und ungelehrt, bin nicht fähig, meine Gefühle der Schuldigkeit auszudrücken.“ Und weiter: „Wie ein Töpfer hast du alle lebendigen Wesen gemacht. Deine erhabene Güte ist unbegrenzt. Groß und Klein findet Zuflucht (bei deiner Liebe).“

3. Was bei der Lektüre biblischer Texte zu beachten ist
Biblische Aussagen über das Universum, die Erde und ihre Bewohner basieren auf religiösen Überlieferungen verschiedenen Alters. Sie wurden von Schreibkundigen mit bestimmten Intensionen verfasst und stehen inhaltlich in Beziehung zum vorherrschenden Weltbild. Die Bibel enthält keine historischen Dokumente und wissenschaftlichen Konzepte. Mehrere Aussagen zu Sachverhalten und Naturprozessen sind nicht zutreffend. Zudem enthält die Bibel widersprüchliche, kaum und nicht verständliche Passagen. Beispiele als Beleg:
Laut erstem Mythos der Genesis schuf Gott die grünen Landpflanzen und Früchte tragenden Bäume am dritten Tag vor den zwei großen Lichtern am Himmelsgewölbe – gemeint sind Sonne und Mond – und den Sternen, die er am vierten Tag ins Dasein rief (vgl. Gen 1,11ff). Doch die Pflanzen benötigen die Energie des Sonnenlichts für die lebenserhaltende Fotosynthese. Zudem schuf Gott das Licht des Tags und die Finsternis der Nacht schon am ersten Tag, was ohne die Sonne nicht verständlich ist.
Dann heißt es, die Samenpflanzen des Festlandes hätten vor den Bewohnern des Wassers gelebt und alle Arten großer Seetiere und gefiederter Vögel hätten die Erde vor den Reptilien bewohnt (vgl. Gen 1,20ff). Es entspricht nicht der fossilen Überlieferung. Zur Schlange sagt Gott, sie soll auf ihrem Bauch kriechen und alle Tage ihres Lebens Staub fressen. Schlangen ernähren sich jedoch nicht vom Staub und manche klettern auf Bäume. Die Menschen sowie die Tiere des Feldes und Vögel ernährten sich anfangs von Pflanzen und Früchten der Samenpflanzen (vgl. Gen 1,29f). Erst nach der Sintflut gestattet Gott den Menschen den Verzehr tierischer Nahrung. Demnach war Abel, ein Sohn von Eva, ein Hirte wegen des Fells der Schafe. Bemerkenswerter Weise brachte er dem Herrn ein Opfer von den Erstlingen seiner Herde dar (vgl. Gen 4,2-4). Auch Noach brachte dem Herrn ein Brandopfer mit Tieren dar, bevor Gott den Konsum tierischer Nahrung erlaubte (vgl. Gen 8,20).
Der Psalmist bittet Gott, in seiner Huld Gutes an Zion zu tun, die Mauern Jerusalems wieder aufzubauen. Er glaubt: „Dann hast du Freude an rechten Opfern, an Brandopfern und Ganzopfern, dann opfert man Stiere auf deinem Altar“ (Ps 51,21). Drei Verse vorher glaubt er hingegen: „Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; an Brandopfern hast du kein Gefallen.“ Bei den als Tage heiliger Versammlung vom Herrn mitgeteilten Festzeiten soll Mose ausrufen, für den Herrn seien an den jeweiligen Tagen Feueropfer, Brandopfer, Speiseopfer, Schlachtopfer oder Trankopfer darzubringen (vgl. Lev 23,37). Durch Hosea lässt der Herr sagen: „Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer“ (Hos 6,6).
In Psalm 19 läuft die Sonne tagsüber von einem Ende bis zum anderen Ende des Himmels. In Psalm 104 verankert Gott die Balken seiner Wohnung im Wasser, bedient sich der Wolken als Wagen, fährt einher auf den Flügeln des Sturms, macht die Winde zu Boten und lodernde Feuer zu seinen Dienern. Die ewig nicht wankende Erde gründet er auf Pfeiler.
Einerseits kommen Sterndeuter aus dem Osten nach Betlehem, um Jesus nach der Geburt mit Geschenken zu huldigen. Sodann fliehen die Eltern Jesu mit dem Säugling auf Geheiß eines Engels noch in der Nacht nach Ägypten, weil König Herodes das Kind töten lassen wollte. In Ägypten bleibt die Familie, bis Herodes stirbt (vgl. Mt 2). Es entspricht einem Zeitraum von etwa zwei Jahren, wenn Jesus im Jahr 7 oder 6 v. Ch. geboren wurde und Herodes der Große im Jahr 4 v. Chr. starb, wovon die meisten Historiker ausgehen.
Andererseits bleibt die Familie nach der Geburt Jesu in Betlehem. Nach acht Tagen wird das Baby nach jüdischem Brauch beschnitten und erhält den bei der Verkündigung seiner Geburt genannten Namen Jesus. Seine Mutter bleibt zu Hause, da Frauen laut Gesetz des Mose nach der Geburt eines Jungen 40 Tage und nach der Geburt eines Mädchens 80 Tage als unrein gelten. Danach wird Jesus im Tempel zu Jerusalem dem Herrn geweiht. Dabei bringt seine Mutter das vom Gesetz verlangte Reinigungsopfer dar: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. Nach gesetzeskonformer Erledigung begibt die Familie sich nach Nazaret in Galiläa, wo Jesus heranwächst (vgl. Lk 2,21-24; 39f). Wie die zwei Versionen der frühen Kindheit Jesu in Einklang zu bringen sind, ist ungewiss.
Im Johannesevangelium bezeugt der mit der Kraft und dem Geist Elijas öffentlich auftretende Täufer Johannes, Jesus sei der Sohn Gottes. Daraufhin folgen zwei Jünger des Johannes Jesus. Einer heißt Andreas. Er trifft seinen Bruder Simon und teilt ihm mit, den Messias gefunden zu haben. Andreas führt Simon zu Jesus, der ihn Kephas nennt, was im Deutschen Fels bzw. Petrus bedeutet (vgl. Joh 1,34ff). Im Lukasevangelium schickt Johannes zwei Jünger zu Jesus, um von ihm zu erfahren, ob er der sei, der kommen soll, oder ob sie auf einen anderen warten sollen. Zu dem Zeitpunkt hat Jesus schon Jünger, viele Kranke geheilt und den verstorbenen Sohn einer Witwe aus Naïn wieder mit Leben erfüllt (vgl. Lk 7,18ff). Laut Markusevangelium beruft Jesus die ersten Jünger beim Aufenthalt von Johannes im Gefängnis. Jesus bittet Andreas und Simon beim Fischfang, ihm als Menschenfischer zu folgen (vgl. Mk 1,14ff).
Das Zeugnis des Täufers Johannes über den vom Himmel gekommenen Jesus enthält den Widerspruch: „Doch niemand nimmt sein Zeugnis an. Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist“ (Joh 3,32). Im Johannesevangelium äußert Jesus beim Gespräch mit dem Pharisäer Nikodemus: „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“ (Joh 3,17). Einem geheilten linden teilt Jesus mit: „Um zu richten bin ich in diese Welt gekommen: damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden“ (Joh 9,39).
Jesus sagt von sich als der dem Himmel auf die Erde gekommene Verkünder des Wortes Gottes: „Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an.“ Doch dann: „Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist“ (Joh 3,32). An anderer Stelle wird berichtet, Jesus habe in Judäa getauft (Joh 3,22), dann: „Allerdings taufte Jesus nicht selbst, sondern seine Jünger“ (Joh 4,2). Jesus sendet die Apostel ohne Wanderstab (vgl. Mt 10,10) und bei Bedarf mit einem Wanderstab aus (vgl. Mk 6,8). Im Matthäusevangelium fragt der Apostel Judas Jesus, ob er der Verräter sei. Jesu Antwort: „Du sagst es“ (Mt 26,25). Im Johannesevangelium weist Jesus auf den Verräter, indem er ihm einen Bissen Brot reicht (vgl. Joh 13,26). Hat Jesus selbst das Kreuz zur Schädelhöhe (vgl. Joh 19,17) oder ein Mann von Zyrene das Kreuz Jesu getragen (vgl. Mt 27,32; Mk 15,21; Lk 23,26)?
Im Matthäusevangelium sagt Jesus zu Schriftgelehrten und Pharisäern, die ihn um ein Zeichen bitten: „Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde sein“ (Mt 12,40). Ähnlich äußert er sich im Markusevangelium gegenüber den Jüngern: „Der Menschensohn wird in die Hände von Menschen ausgeliefert und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen“ (Mk 9,31). Jesu Leichnam lag aber nur zwei Nächte im Grab.
Jesus bezeichnet sich hier und bei anderer Gelegenheit als „Menschensohn“ unter Bezug auf Stellen im Alten Testament. Bei der Berufung des Propheten Ezechiel im babylonischen Exil verwendet der Herr den Ausdruck „Menschensohn“ und gewährt ihm „etwa so wie die Herrlichkeit des Herrn“ aussehende Visionen (vgl. Ez 1-3). Daniel sieht in einer Vision jemanden, der „wie ein Menschensohn“ mit den Wolken des Himmels kommt. Ihm seien „Herrschaft, Würde und Königtum“ in Ewigkeit übertragen worden (vgl. Dan 7,13f).
Bei Lukas sagen die Apostel und in Jerusalem versammelte Jünger nach der Grablegung Jesu zu zwei von Emmaus zurückkehrenden Jüngern: „Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen“ (Lk 24,34). Bei Markus glauben sie den Beiden nicht, als sie berichten, Jesus sei ihnen unterwegs erschienen. Zudem glauben sie vorher die Aussage von Maria aus Magda nicht, sie habe Jesus gesehen. Daher erscheint Jesus den elf Aposteln später beim Essen und tadelt „ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten“ (vgl. Mk 16,9ff).
Laut Matthäus lebte Jesus auf der Erde, um das Gesetz und die Propheten zu erfüllen. Jesus bemerkt dazu: „Amen, das sage ich euch. Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein“ (Mt 5,18f). Auch Lukas zufolge werden eher Himmel und Erde vergehen, als dass der kleinste Buchstabe im Gesetz wegfällt (vgl. Lk 16,17). Doch in Paulinischen Briefen heißt es, Jesus habe durch sein Sterben „das Gesetz mit seinen Geboten und Forderungen aufgehoben“, um die Beiden (Juden und Heiden) in seiner Person zu einem neuen Menschen zu machen. Jesus habe „die trennende Wand der Feindschaft“ entfernt, Frieden gestiftet und „die Beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib“ versöhnt (vgl. Eph 2,14f). Vor dem Sterben Jesu seien die Gläubigen „in Zucht“ gehalten worden. Nun seien sie nicht mehr „im Gefängnis des Gesetzes“ festgehalten. (vgl. Gal 3,23-25).
Jesus empfiehlt seinen Jüngern: „Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es (mit euch) zu Ende geht“ (Lk 16,9). Es klingt wie ein Appell, Reichtümer anzusammeln. Es passt aber nicht zur übrigen Lehre Jesu. Jesus könnte gemeint haben: Wer Nächstenliebe praktizieren will, soll den Überfluss, der zwischen Arm und Reich ungerecht verteilt ist, Hilfsbedürftigen zukommen lassen.
Im Johannesevangelium fragt Petrus den auferstandenen Jesus mit Blick auf den Apostel Johannes: „Herr, was wird denn mit ihm?“ Die Antwort: „Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber folge mir nach“ (Joh 21,21f). Die Aussage ist falsch, wenn sie bedeutet, Johannes sei nicht gestorben. Sie trifft zu, wenn Jesus Johannes später erschien und Petrus andeutete, er würde als sein Nachfolger wie er am Kreuz sterben.
Jesus weissagte, er werde „mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.“ Und weiter: „Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen“ (Mt 16,27f). Doch kein Zeitgenosse Jesu sah ihn mit königlicher Macht kommen. Alle starben, ohne es zu erleben. Wird die gesamte Verkündigung Jesu zu Grunde gelegt, bedeutet die Aussage: Einige Zuhörer/innen werden Jesus nach dem Sterben im Himmel mit seiner göttlichen Herrlichkeit sehen.
In der Nachfolge des Täufers Johannes rief Jesus zur Bekehrung auf. Als er in einem Boot sitzend die am Ufer des Sees Stehenden durch Gleichnisse belehrte und die Apostel ihn danach nach dem Sinn der Gleichnisse fragten, sagte er zu ihnen: „Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut.“ Was er dann ergänzte, wirkt befremdlich: „Denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen gesagt; denn sehen sollen sie, sehen, aber nicht erkennen; hören sollen sie, hören, aber nicht verstehen, damit sie sich nicht bekehren und ihnen nicht vergeben wird“ (Mk 4,11f). Dass die Worte Jesu bei den Anwesenden keine positive Denk- und Verhaltensänderung bewirken sollten, kann Jesus nicht gemeint haben. Er redete zu den Menschen nicht, damit sie seine Worte ignorieren. Ablehnung ist eine individuelle Entscheidung.
Laut Kolosserbrief war das Evangelium bei der Niederschrift im ersten Jahrhundert schon „in der ganzen Schöpfung unter dem Himmel“ verkündet (vgl. Kol 1,23). Im Römerbrief heißt es: „Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod, und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, da alle sündigten“ (Röm 5,12). Der Satz verweist auf das Verhalten Evas im Garten Eden. Doch auch ihr Gefährte Adam verstößt gegen die Vorgabe Gottes. Beide essen von der „Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse“. Als Auswirkung verlieren sie die intime Nähe zu Gott, schämen sich wegen ihrer Nacktheit und müssen den Garten verlassen. Gott ließ nicht zu, wie er zu werden, was die verführerische Schlange versprach. Die Menschen wurden sterblich, Mühsal und Krankheiten zu Bestandteilen des irdischen Lebens (vgl. Gen 2,17ff; 3,5).
Der Tod von Lebewesen ist fossil schon vor dem Auftauchen der Gattung Mensch überliefert. Laut geologischer Datierung starben unzählige Einzeller, Pilze, Tiere und Pflanzen lange vor Homo erectus. Die ersten Menschen können demnach erst nach dem Tod unzähliger Lebewesen versagt haben. Oder sollte angenommen werden, die Menschen seien älter als die fossilen Hinterlassenschaften der Ediacara-Lebenswelt ab vor etwa 579 Millionen Jahren?
Zudem ist es moralisch verwerflich, die gesamte Lebenswelt dem Tod auszuliefern, weil die ersten Menschen sich über eine Vorgabe Gottes hinwegsetzten. Die Einzeller, Pilze, Pflanzen, Tiere und übrigen Menschen sind dafür nicht verantwortlich. Niemand darf für das Vergehen anderer bestraft werden. Keiner ist ein schlechter Mensch, weil ein Elter oder Großelter etwas Böses getan hat. In der Genesis und einem Paulus-Brief heißt es aber, der Tod sei durch einen Menschen gekommen, und alle würden „wie in Adam sterben“ (vgl. 1 Kor 15,21f).
Im Ersten Johannesbrief wird gesagt: „Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht“ (1 Joh 5,12). Doch schätzungsweise knapp 110 Milliarden Menschen lebten bisher auf der Erde, viele von ihnen vor Jesus. Sodann heißt es: „Wer die Sünde tut, stammt vom Teufel.“ Und: „Jeder, der von Gott stammt, tut keine Sünde, da Gottes Same in ihm bleibt. Er kann nicht sündigen, da er von Gott stammt“ (1 Joh, 3,8f). Es stammt aber kein Mensch vom Teufel und jeder Mensch sündigt. Ein Mensch ohne Sünde wäre dazu verurteilt, stets gut zu sein. Dies erkennt auch der Schreiber. Er sagt, wer meint, ohne Sünde zu sein, führt sich selbst in die Irre und stellt den Sünden vergebenden Jesus quasi als Lügner hin, und sein Wort ist nicht in ihm (vgl. 1 Joh 1,8-10).

4. Wie Gott das Universum ins Dasein geruft haben könnte
Hoch kompliziert ist die Beantwortung der Frage, wie der Ursprung des Weltalls aus christlicher Sicht abgelaufen sein könnte. Die hier vorgestellte Reflexion ist als extrem vage und rudimentär anzusehen. Fünf Aspekte werden herausgestellt:
1. Das Universum hat einen Beginn. Zwei Zitate von Jesus: Er bittet den Vater vor dem Sterben: „Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war“ (Joh 17,5). Er fügt hinzu: „Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, da du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt“ (Joh, 17,24).
2. Die Welt verdankt ihre Existenz Gott Vater, Gottes Geist und Jesus. Zu Beginn der Genesis werden Gott und der über dem Wasser schwebende „Gottes Geist“ beim Ursprung der Welt erwähnt (vgl. Gen 1,1f). Auch der Psalmist erwähnt den von Gott ausgesandten „erschaffenden Geist“ (vgl. Ps 104,30).
Jesu Beteiligung findet sich im Johannesevangelium. Er wird als „das Wort“ bezeichnet, das am Anfang bei Gott war und Gott war (vgl. Joh 1,1f). Dann: „Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist“ (Joh 1,3). Nachdem erneut gesagt wird, die Welt sei durch das Wort geworden (vgl. Joh 1,10), wird hinzugefügt, das Wort sei Mensch geworden, war unter ihnen und habe ihnen seine Herrlichkeit als der einzige Sohn des Vaters gezeigt (vgl. Joh 1,14). Im Kolosserbrief wird bestätigt, dass Jesus als der geliebte Sohn des Vaters und als das Ebenbild des unsichtbaren Gottes alles im Himmel und auf Erden erschaffen hat: „Alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen“ (Kol 1,16). Auch laut Hebräerbrief hat Gott durch den Sohn, den er zum Erben des Alls einsetzte, die Welt erschaffen (vgl. Hebr 1,2).
Eventuell deutete Jesus seine Mitwirkung beim Ursprung der Welt durch die Einheit mit dem Vater selbst an. Gegenüber Mose nennt Gott sich „Ich bin, der ich bin“ (vgl. Ex 3,14) und beauftragt ihn, den Israeliten zu sagen, der „Ich-bin“, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, habe ihn zu ihnen gesandt (vgl. Ex 3,15). Zu Kritikern sagt Jesus: „Noch ehe Abraham wurde, bin ich“ (Joh 8,58). Dass Jesus das „Bin-ich“ für sich in Anspruch nimmt, löste tiefstes Entsetzen aus. Denn er brachte zum Ausdruck, schon vor Abraham gelebt zu haben und dass der Name Jahwes auch für ihn gilt. Sie empfanden es als eine Gotteslästerung und wollten Steine auf Jesus werfen. Er verbarg sich aber und verließ den Tempel.
3. Gott vermag alles kraft seiner Allmacht (vgl. Sir 43,14; Röm 4,17). Nichts kann ihn einschränken oder sein Wirken beenden. Sein Handeln ist anders als das der Menschen, was mit dem hebräischen Verb „bara“ herausgestellt wird, das nur für Gottes Schöpfungshandeln verwendet wird.
Der Herr stellte sich dem 99-jährigen Abraham vor: „Ich bin der Allmächtige“ (Gen 17,1). Der Psalmist lehrt: „Denn der Herr sprach, und sogleich geschah es; er gebot, und alles war da“ (Ps 33,9). Laut Jesaja kehrt das vom Herrn gesprochene Wort nicht leer zu ihm zurück, sondern bewirkt, was er will, und erreicht, wozu er es gesagt hat (vgl. Jes 55,11).
Der Engel Gabriel sagte zur Jungfrau Maria bei der Mitteilung der Empfängnis Jesu in ihrem Leib: „Für Gott ist nichts unmöglich“ (vgl. Lk 1,37). Jesus bestätigte es als Erwachsener: „Denn für Gott ist alles möglich“ (Mk 10,27). Als sichtbare Belege beendete er abrupt einen Sturm, vermehrte er wenige Brote zum Sättigen von Tausenden hungrigen Personen und ließ er Verstorbene wieder leben. Es genügte ein Befehl wie „Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!“ (Lk 7,14) oder „Mädchen, steh auf!“ (Lk 8,54) oder „Lazarus komm heraus!“ (Joh 11,43). Sofort waren der junge Mann aus Naïn, die Tochter des Jaïrus und Lazarus aus Betanien wieder lebendig.
4. Gott ist von Licht erfüllt. Das Gesicht des Mose strahlte nach einem vertrauten Gespräch mit dem Herrn auf dem Berg Sinai so viel Licht aus, dass die Israeliten sich fürchteten, in seiner Nähe zu sein (vgl. Ex 34,29ff). Der Psalmist jubelt: „Mein Gott, wie groß bist du! Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet. Du hüllst dich in Licht wie in ein Kleid“ (vgl. Ps 104,1f). Der Prophet Habakuk frohlockt: „Er leuchtet wie das Licht der Sonne, ein Kranz von Strahlen umgibt ihn, in ihnen verbirgt sich seine Macht“ (Hab 3,4).
Jesus sagte von sich: „Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist.“ Er lehrte: „Solange ihr das Licht bei euch habt, glaubt an das Licht, damit ihr Söhne des Lichts werdet.“ (Joh 12,46,36). Bei der Verklärung Jesu auf einem hohen Berg erschienen Mose und Elija in strahlendem Licht und drei Jünger sahen Jesus mit ihnen reden in strahlendem Licht. Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider waren blendend weiß (vgl. Mt 17,1ff; Lk 9,28ff). Im Ersten Johannesbrief wird von der Lehre Jesu gesagt: „Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkünden: Gott ist Licht, und Finsternis ist nicht in ihm“ (1 Joh 1,5).
5. Die von Gott ins Dasein gerufene Welt entstand im Nichts aus dem Licht Gottes. Vor dem Wechsel von Tag und Nacht befahl Gott: „Es werde Licht“ (Gen 1,3). Eine Mutter tröstete ihren jüngsten Sohn vor seiner Ermordung durch einen Tyrannen: „Ich bitte dich, mein Kind, schau dir den Himmel und die Erde an; sieh alles, was es da gibt, und erkenne: Gott hat das aus dem Nichts erschaffen“ (2 Makk 7,28).
Auf Basis der fünf Aspekte könnte ein Gedankenimpuls mit wissenschaftlichen Bestandteilen zum Beginn des Universums lauten: Albert Einstein zufolge sind Energie und Masse ineinander umwandelbar. 1905 publizierte er die Gleichung, dass die Energie gleich der Masse multipliziert mit dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit ist. Beleg: Bei einer Atombombenexplosion durch Spaltung von Uran- oder Plutoniumkernen wird eine immense Energiemenge freigesetzt. Weitaus mehr Energie liegt beim Zünden einer Wasserstoffbombe durch fusionierende Wasserstoffkerne vor. Umgekehrt entstehen Elementarteilchen aus Lichtenergie, wenn ein Vakuum-Hohlraum mit Extremfeldstärke angeregt wird. Durch Höchstleistungslaser zur kurzfristigen Erzeugung eines extrem hochenergetischen Feldes von Trillionen Volt auf kleinstem Raum könnten Materie- und Antimaterieelementarteilchen wie Elektronen und Positronen erzeugt werden. 2021 teilte Daniel Brandenburg vom Brookhaven Laboratory mit, im Teilchenbeschleuniger seien Materie-Antimaterie-Paare in einem Schritt bei der Kollision energiereicher Photonen erzeugt worden: Paare von Elektronen und Positronen aus Licht.
Bei der Erschaffung der materiellen Welt könnte der sich in Licht hüllende Gott analog vorgegangen sein. Schon 1225 meinte der englische Naturphilosoph und Bischof Robert Grosseteste in der Schrift „De luce“, dass die Welt aus Licht bei einem explosiven Urknall entstanden sein könnte. Empirisch belegbar und nachprüfbar ist die religiöse Aussage nicht.
Die Kosmologie bietet mehr als ein Konzept zum Beginn des Universums an. Gemäß dem favorisierten Urknall-Modell entstanden Raum, Zeit und Materie aus einem Minimalpünktchen extremster Energiedichte vor ungefähr 13,8 Milliarden Jahren. Es verlief leise, da der Raum und ein Medium wie Luft zur Ausbreitung eines Geräuschs noch nicht existierten. Einem anderen Konzept zufolge könnte die kosmische Gesamtenergie im ewigen Licht-Vakuum in den Erstfluktuationen vor ungefähr 5.000 Milliarden Jahren vorgelegt haben. Gemäß einer dritten Hypothese könnte das Universum sogar von einer technologisch fortschrittlichen Zivilisation im Labor erschaffen worden sein. Sie habe die Wechselwirkungen zwischen Quantenmechanik und Schwerkraft beherrscht und sei durch eine „Theorie von allem“ in der Lage gewesen, Raum und Zeit zu manipulieren und vielleicht neue Universen zu erschaffen.
Wie beim Urknall-Modell die Werte der Gravitation, der elektromagnetischen, starken und schwachen Kraft für die spätere Entstehung der Sterne und Planeten in der ersten Millionstelsekunde zu Stande kamen, bedarf noch der Erforschung. Auch bei Fragen wie der Erstentstehung subatomarer Teilchen, dem Versorgen des Weltalls mit primordialem Wasserstoff, Helium und Spurenmengen von Lithium sowie der Entstehung dichter Molekülwolkenkernen und erster Galaxien besteht noch enorm viel Forschungsbedarf.
Zur zeitlichen Begrenztheit der Urknalltheorie bemerkte Robert Jastrow, Gründungsdirektor des Goddard Institute for Space Studies der Nasa, 1978: „Dieses Ergebnis hat uns überrascht, da wir bisher in der Ermittlung der Ursachenkette erfolgreich gewesen waren. Nur allzu gern würden wir die Spuren noch weiter zurückverfolgen, aber es geht einfach nicht. Mit mehr Forschungsaufwand, mit mehr Zeit, mit mehr Messungen, mit einer neuen Theorie ist es einfach nicht getan. Es sieht so aus, dass wir niemals in der Lage sein werden, die Anfangsursachen hinter dem Anfang zu ermitteln. Demnach wird der Schöpfungsakt immer ein Geheimnis bleiben. Für den Naturwissenschaftler, der im Glauben an die Macht der Vernunft gelebt hat, ist diese Erkenntnis ein Albtraum. Er hat Berge der Unwissenheit bezwungen und steht vor dem höchsten übrigbleibenden Gipfel.“
Auf die Expansion des Universums wies der belgische Astrophysiker und Priester Georges Lemaître 1927 in einer Brüsseler Fachzeitschrift hin. Kurz danach belegte Edwin Hubble unter Hinweis auf die Rotverschiebung in den Spektren von Galaxien, dass das Weltall sich ausdehnt. Nach heutiger Auffassung nimmt die Expansionsgeschwindigkeit kontinuierlich zu, so dass im Laufe von Abermilliarden Jahren der Sternenhimmel zunehmend dunkler wird.
Laut Bibel hat Gott das Universum ins Dasein gerufen. Wann, wo und wie er es tat, wird nicht mitgeteilt. Würde ein Protokoll vorliegen, entstünde ein Glaubenszwang, den Gott nicht will.

5. Zwei eigenständige, sich nicht ergänzende Menschenbilder
Das christliche und das evolutionsbiologische Menschenbild stimmen teilweise nicht überein. Wer behauptet, zwischen biologischer Evolutions- und christlicher Schöpfungslehre bestünde eine sich ergänzende Beziehung, kennt zumindest eins der beiden Konzepte zu wenig oder erlaubt sich eine Grenzüberschreitung, die aus wissenschaftstheoretischer Sicht unzulässig ist.
So sagte Papst Franziskus 2014 bei der Einweihung einer Büste seines Vorgängers gegenüber den anwesenden Kardinälen, Bischöfen und Priestern sowie Vertretern der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, die Evolution und die Lehre der Katholischen Kirche zum göttlichen Schöpfungshandeln seien miteinander vereinbar: „Die Evolution in der Natur steht nicht im Kontrast zum Begriff Schöpfung, denn die Evolution setzt die Erschaffung der Wesen voraus, die sich entwickeln.“
Hier wird eine religiöse Aussage in ein biologisches Konzept integriert, was nicht zulässig ist. Die Behauptung der „Erschaffung der Wesen“ gehört nicht in die Biologie, da sie mittels Beobachtungsdaten nicht belegt und die Korrektheit nicht überprüft werden kann. Sie darf in einem Lehrbuch der Evolutionsbiologie nicht enthalten sein.
Der Genetiker, Zoologe und Evolutionsbiologe Theodosius Dobzhansky, von dem der 1973 publizierte und häufig zitierte Satz stammt, „nichts in der Biologie macht Sinn außer im Lichte der Evolution“, vertrat den religiösen Standpunkt, die Bibel lehre, dass Gott die Welt geschaffen hat. Sie teile aber nicht mit, wie er es tat. Zur Beseitigung der Wissenslücke fügte Dobzhansky hinzu, das Wie, die Schöpfungsmethode Gottes, sei die Evolution.
Eine vergleichbare Position nahm der Stuttgarter Pflanzenphysiologe Ulrich Kull ein. Er teilte 1994 mit, aus einem Aufsatz des Paläontologen Hölder im Evangelischen Gemeindeblatt für Württemberg (1994) und einem Aufsatz von ihm in der Zeitschrift Offene Kirche (1987) „sei zu ersehen, dass zwischen Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube kein Widerspruch besteht“. Im genannten Aufsatz schreibt er, der bedeutendste schwäbische Naturforscher Johannes Kepler habe es als Aufgabe der Naturwissenschaft bezeichnet, die Schöpfungsgedanken Gottes nachzudenken. Dies sei der Biologie und hier vor allem Charles Darwin und all denen, die auf seinen Schultern stehend weitergebaut haben, mit der Evolutionstheorie ein Stück weit gelungen.
Im 2022 erschienenen Buch Und Gott schuf die Evolution versucht Matthew Nelson Hill darzulegen, dass die Auseinandersetzung mit der Evolutionstheorie Christen auf dem Weg zu einem erfüllten und tugendhaften Leben unterstützen kann. Hill ist ordinierter Ältester in der Freien Methodistischen Kirche und Philosophie-Dozent an der Spring Arbor University. Laut einleitendem Kommentar von Joel Green, Neutestamentler am Fuller Theological Seminary, wird in dem Buch aufgezeigt, dass „uns das Verstehen unserer evolutionären Natur helfen kann, Christus ähnlicher zu werden“. Hill schreibt: „Wenn wir die Evolution zu einem Teil unseres Weltbildes machen, kann das viel mehr bedeuten als die bloße Akzeptanz der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Dieser Schritt hat das Potenzial, uns in dem Bemühen, ein heiliges Leben zu führen, zur Hilfe und zum Segen zu werden.“ Hills integrativer Ansatz geht so weit, dass er von Jesus sagt, er sei auch ein Tier geworden: „Aber da wir Menschen gemeinsame Vorfahren mit den höherentwickelten Tieren haben, wurde Jesus nicht nur Mensch, er wurde auch ein Tier – wodurch alle Tiere etwas ganz Besonderes sind, denn Gott wurde einer von ihnen.“
Zur sich ergänzenden Beziehung ist anzumerken: Aus christlicher Sicht ist der Mensch so, wie Gott ihn wollte. Vor der Erschaffung von Raum, Zeit, Naturgesetzen und Materie wusste Gott schon, wie der Mensch als sein irdisches Abbild beschaffen sein wird. Er allein ist ihm wie ein Abbild ähnlich (vgl. Gen 1,26f; Eph 1,4).
Wer diese Vorgabe mit der evolutionsbiologischen Aussage kombiniert, wonach der Mensch aus tierischen Vorfahren durch evolutive Mechanismen entstanden sei, muss annehmen, Gott habe die Zufallskomponente der Mutationen bei der Menschwerdung gelenkt. Die Evolutionsbiologie als wissenschaftliche Deutung der Fossilüberlieferung kennt aber kein den Naturprozessen übergeordnetes, den Zufall lenkendes Prinzip bzw. keine zielsetzende Instanz. Die Merkmale ausgestorbener und rezenter Lebensformen sind die Resultate naturgesetzlicher Prozesse, deren Ergebnisse zuvor nicht feststanden. Ein erneuter Verlauf der Lebensgeschichte würde nach über vier Milliarden Jahren zu einer anderen Lebenswelt als der heutigen führen. Die für Menschen typische Merkmalskombination würde nicht nochmals entstehen. Zitate zur Verdeutlichung:
Ulrich Kull charakterisierte die Mutationen: „Sie treten fortlaufend bei allen Lebewesen ein. Welcher Art sie sind, kann nicht vorhergesagt werden; nur ihre mittlere Häufigkeit kann angegeben werden. Sie sind also ihrer Natur nach für die Naturwissenschaft zufällig.“
Der Paläontologe Stephen Brusatte von der University of Edinburgh konstatierte: „Wie viele Zufälle haben im Verlauf von Jahrmillionen zur Entstehung der Vögel beigetragen! Die Evolution vermag nicht vorauszuschauen. Niemand von uns, wäre er damals dabei gewesen, hätte geahnt, was aus dem Federkleid der Dinosaurier, das zum Warmhalten und Prahlen dient, einmal werden würde. Die Evolution wirkt stets nur aus dem Augenblick heraus, mit dem gerade Vorhandenen, das vom nie verschwindenden, immerfort wechselnden Umwelt- und Wettbewerbsdruck geprägt ist.“
Der Genetiker Joseph Thornton von der University of Oregon äußerte: „Wenn wir die Zeit zurückdrehen und die Evolution von neuem starten lassen könnten, würden andere Mutationen entstehen. Das würde neue historische Pfade erschließen und andere blockieren – inklusive jenem, der in unsere Gegenwart geführt hat.“
Der Komplexitätsforscher Klaus Mainzer stellte heraus: „Auf jeder Entwicklungsstufe wären auch andere Entwicklungswege möglich gewesen. Vorbestimmt war dabei nichts. Waren es am Anfang des Universums Quantenfluktuationen, so sind es nun zufällige molekulare Veränderungen mit katalytischen Folgen, die an den instabilen Verzweigungspunkten dieser Entwicklungsbäume stattfinden.“ Er ergänzte: „Jedes Einzelereignis ist zwar kausal bestimmt, das Zusammentreffen der vielen Kausalketten aber zufällig (kontingent).“
Ben Moore, Astrophysiker und Kosmologe mit Albert-Einstein-Lehrstuhl an der Universität Zürich, bemerkte: „Einen Sinn des Lebens gibt es nicht, nein. Wir sind durch Zufall hier, wir sind hier, weil Moleküle diesen erstaunlichen Weg von Bakterien zu Elefanten hin zu Menschen eingeschlagen haben, es gibt keine Regeln, wie Moleküle sich verhalten sollen. Es ist erstaunlich, es ist großartig, dass wir hier sind, aber es steckt kein Sinn dahinter.“
Die Zitate belegen, dass Vertreter der Evolutionsbiologie die Herkunft des Menschen anders erklären, als das christliche Menschenbild es nahelegt. Aus evolutionsbiologischer Sicht sind die ältesten Einzeller, die auf der jungen Erde, einem Exoplaneten oder Mond durch experimentell noch nicht nachgewiesene Prozesse der präbiotischen Chemie aus leblosen Molekülen entstandenen sind, die Ururururururur…großeltern des Menschen, dessen Eigenschaften nicht vorhersehbar waren. Aus christlicher Sicht ist der heutige Mensch mit den ältesten Menschen verwandt, die Gott ins Dasein gerufen hat und von denen er vorab wusste, wie sie ausgestattet sein werden. Sein Plan und die spätere Gegebenheit stimmen überein.
„Wir sind nicht das zufällige und sinnlose Produkt der Evolution. Jeder von uns ist Frucht eines Gedankens Gottes“, meinte Papst Benedikt XVI. 2005. „Dagegen sind Evolutionsbiologen überzeugt, dass die Natur allein ein ebenso genialer wie blinder Uhrmacher ist“, entgegnete der Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht wenige Monate danach. Anlässlich des 200. Geburtstags Darwins stufte Glaubrecht 2009, seit 2014 Direktor des Centrums für Naturkunde an der Universität Hamburg, als dessen wichtigstes und folgenreichstes Verdienst ein: „Wir verdanken Darwin den Einblick in den Mechanismus der Evolution und die Erkenntnis, dass sie durch natürliche Auslese stattfindet. Damit löste Darwin die Vorstellung ab, dass es irgendeine höhere Macht gibt, die diese natürlichen Prozesse steuert. Er hat gegen den Schöpfungsglauben eine naturwissenschaftliche Erklärung gesetzt, die bis heute tragfähig ist.“ Oder so formuliert: „Seit Darwin müssen wir nicht länger glauben, dass ein allmächtiger Gott das Leben auf der Welt erschaffen hat. Nachdem bis dahin eine naturwissenschaftliche Erklärung für die Entstehung und Vielfalt des Lebens in Abrede gestellt worden war (einen ‚Newton des Grashalms’ könne es nicht geben, meinte etwa Immanuel Kant), wurde Darwin genau dies: der Newton der Biologie. Wie Newton durch seine Gravitationstheorie hat Darwin mit seiner Abstammungslehre die Natursicht revolutioniert.“
Ähnlich äußerte sich der Wiener Biologe Franz Wuketits 2009: „Darwin wollte die Entstehung der Lebewesen ausschließlich durch natürliche Faktoren erklären. Seine Zeitgenossen erschütterte dabei vor allem, dass er sich komplett vom Gedanken einer universellen Teleologie verabschiedete, also von der Vorstellung, alles Leben sei auf ein bestimmtes Ziel hin gerichtet. Im Schlusskapitel seines Hauptwerks Über die Entstehung der Arten heißt es: ‚So geht also aus dem Kampf der Natur, aus Hunger und Tod allein, das Höchste hervor, das wir uns vorstellen können – die Erzeugung immer höherer Lebewesen.’“ Wuketits weiter: „An die Stelle eines Schöpfers setzte Darwin also einen natürlichen Mechanismus. Und das tun Evolutionsbiologen bis heute.“
Der renommierte Evolutionsbiologe Richard Dawkins äußerte einmal plakativ, die angebliche Annäherung zwischen Wissenschaft und Religion sei eine „flache, leere, hohle, schönrednerische Augenwischerei“.
Demnach stimmt ein zentraler Bestandteil des evolutionsbiologischen und christlichen Menschenbildes nicht überein. Wer behauptet, sie würden sich ergänzen, kennt zumindest eins der beiden Konzepte noch zu wenig.
Darwin stufte sich nicht als Atheist ein. Brieflich gestand er 1879: „Selbst in meinem stärksten Schwanken war ich nie ein Atheist in dem Sinne, dass ich die Existenz Gottes geleugnet hätte.“ Über Jahrzehnte suchte er nach einer Kompromisslösung zwischen auf Beobachtungsdaten gestützter Evolutionslehre und christlichem Glauben. Die Lösung des Problems fand er nicht. Gegenüber dem Missionar John Fordyce räumte er ein, dass sein Urteil oft schwanke.

6. Das Handeln Gottes im Verlauf der Lebensgeschichte
Bildhafte Beschreibungen der Geschichte der Lebewesen enthält der erste Schöpfungsmythos (Gen 1,1 – 2,4a). Der Text kann unter Einbeziehung anderer Bibelstellen und wissenschaftlicher Erkenntnisse wie folgt interpretiert werden:
a) Die Geschichte der Erde und ihrer Bewohner wird als „Sieben-Tage-Schema“ erzählt, um das göttliche Schöpfungshandeln mehreren Zeitabschnitten zuzuordnen. Gott ruft unterschiedliche Lebensformen zu verschiedenen Zeiten der Erdgeschichte ins Dasein („am dritten, fünften und sechsten Tag“).
Belege für die Korrektheit der Deutung sind symbolische Zahlen- und Zeitangaben der Bibel. So wird die Zahl 7 im Sinne von „vielmals“ verwendet: „Denn sieben Mal fällt der Gerechte und steht wieder auf“ (Spr 24,16; Mt 18,21). Oder: „Denn er ist ein Gott, der vergilt, siebenfach wird er es erstatten“ (Sir 35,13). Samuel wurde zu Isai geschickt, um einen seiner Söhne zum König über Israel zu bestimmen und zu salben. Dabei ließ Isai sieben Söhne zur Auswahl vor Samuel treten (vgl. 1 Sam 16,1ff). Jesus beantwortet dem Apostel Petrus die Frage, wie oft er verzeihen soll: „Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal“ (Mt 18,21). Der Ausdruck „Tag“ kann auch einen längeren Zeitraum bedeuten. Der Psalmist betet: „Denn tausend Jahre sind für dich wie der Tag, der gestern vergangen ist, wie eine Wache in der Nacht“ (Ps 90,4). Das Zitat steht in einem erdgeschichtlichen Kontext, da die Entstehung des Weltalls, der Erde mit Bergen und eine Überflutung genannt werden. Ein weiterer Beleg: „Beim Herrn ist ein Tag wie tausend Jahre, und tausend Jahre sind wie ein Tag“ (2 Petr 3,8).
b) Auf der frühen Erde gab es ein Tohu-wa-bohu (vgl. Gen 1,2). Es könnte das Inferno bei der Entstehung des Mondes und das Große Bombardement der jungen Erde gewesen sein.
c) Der die ersten sechs Tage beendende Passus „Es wurde Abend, und es wurde Morgen“ verweist auf einen Zeitraum ohne das Erzeugen neuer Lebensformen („Es wurde Abend“) und einen Zeitraum schöpferischer Aktivität („Es wurde Morgen“). Phasen göttlichen Erzeugens und Zeiten, in denen Gott auf seine Werke schaut und die Lebensformen durch Artbildungen sich entfalten lässt, lösen einander ab. So wird im Alten und Neuen Testament zur Arbeit des Menschen gesagt, sie beginne beim Aufgang der Sonne und ende am Abend (vgl. Ps 104,22f und Ri 19,16; Mt 20,1 und 20,8).
d) Dass Gott zahlreiche neue Lebensformen zu verschiedenen Zeiten der Erdgeschichte durch zielgerichtetes Handeln ins Dasein rief, vermutete der Naturforscher Alcide d’Orbigny (1802-1857). Er unterteilte die Geschichte der Lebewesen in 29 Abschnitte, wobei nach jedem Sterben neue Lebensformen die Erde bewohnten. Wie oft sich dies ereignete, ist Gegenstand geologischer und paläontologischer Forschung.
e) Der Verlauf der Lebensgeschichte mit mehrmaligem Auftreten neuer Lebensformen deutet vage das Handeln Gottes an, das mit dem Wissen biologischer Disziplinen bisher nicht nachvollzogen werden konnte. So erklärte noch kein Team der präbiotischen Chemie an Hand eines experimentellen Nachweises, wie die ältesten Einzeller lebendig wurden. Und kein Koryphäe der Mikrobiologie erklärte die Entstehung des Elektrorotationsmotors mit Antriebs- und Navigationssystem des Darmakteriums Escherichia coli durch nicht aufeinander abgestimmte Mutationsabfolgen. Technisch formuliert ist das Bakterium eine lebende 0,2-Volt-Baterie, die einen Nano-Elektromotor antreibt. Seine die Nähr- und Schadstoffe im Darm registrierenden Sensorproteine üben die gleiche Funktion wie die Millionen Riechzellen des Menschen in der Nase aus. Solange das vollständige Bakterium nicht existiert, würden die funktionslosen Vorstufen als unnötiger Ballast selektiv eliminiert werden. Niemand erklärte bisher mit einem genetischen Konzept die Entstehung der vielgestaltigen und hochdifferenzierten Fauna des unteren Kambriums mit Vertretern aller Tierstämme mit Hartteilen aus den fossilen Spezies des oberen Präkambriums. Entsprechendes gilt für die Lebensformen nach den Massenaussterben, bei denen vor circa 443 Millionen die marine Fauna zu zwei Drittel dezimiert wurde, vor etwa 359, 201 und 66 Millionen Jahren 75 Prozent der Arten ausstarben und vor ungefähr 252 Millionen Jahren über 90 Prozent der marinen Spezies und drei von vier der Festlandarten ausgelöscht wurden. Ein ungelöstes Rätsel genetischer Erklärungsversuche ist auch die Entstehung der fossil ältesten Federtypen, die sich bezüglich des Aufbaus, der Funktion und ontogenetischen Bildung total von der Reptilschuppe unterscheiden.
f) Die Lebensformen sind nicht vollkommen, sondern überlebensfähig ausgestattet. Eine vollkommene Lebenswelt wäre ein Indizienbeweis für einen göttlichen Urheber, den der die autonome Entscheidung des Einzelnen respektierende Gott nicht will. Zudem kann nur eine defizitäre Lebenswelt vom Menschen gestaltet werden.
g) Allein der Mensch ist das irdische Abbild Gottes, die einzige Lebensform mit Vernunft. Er kann als das Meisterwerk Gottes mit ihm wie mit einem vertrauten Freund reden. Aus chritlicher Sicht verdanken der Mensch und die übrigen Lebensformen ihr Lebendig-sein nicht den Eigenschaften der Materie, sondern der Lebensfülle Gottes.

Hier eine höchst provisorische und partielle Skizze zum Verlauf der Lebensgeschichte:

⇑ Zeit ⇑

  Anzahl der existierenden Lebensformen  ⇒

Skizze zum Verlauf der Geschichte der Lebewesen in Anlehnung an Alcide d’Orbigny.
In mehreren geologischen Epochen hat Gott zahlreiche neue Lebensformen mit unterschiedlichem Aufbau, vielfältigem Variations- und hohem Anpassungspotenzial ins Dasein gerufen. Danach bildeten sich durch zufällige Mutationen, Loci-spezifische Mutationsraten, epigenetische Veränderungen und phänotypische Selektion situativ passende, niedere taxonomische Kategorien wie Arten und teilweise Gattungen. Bei Krisen und Massensterben wurden die Lebensformen dezimiert. Der Fossilfundus sagt nichts über die Entstehung der Lebensformen aus, sondern präsentiert einen minimalen Teil ihrer Leichen.

Wichtige Hinweise: Die Skizze zeigt nur fünf geologische Epochen, keine Zunahme der Vielfalt bei den einzelnen Lebensformen durch Bildung neuer Arten und berücksichtigt nicht, dass über 99 Prozent der Spezies ausgestorben sind. Sie deutet das Auftreten neuer Lebensformen und das Sterben mit abnehmender Vielgestaltigkeit und Vielfalt nur an. Relevant ist, dass eine bis zu den Einzellern zurückreichende Verwandtschaft des Menschen und der übrigen vielzelligen Lebensformen nicht vorliegt. Verwandt ist der heutige Mensch mit den ausgestorbenen Menschenarten und deren Hybriden. Die Hunderassen sind mit den Wölfen, Füchsen, Kojoten, Schakalen und deren Mischlingen, nicht mit den Katzen oder den Pferden verwandt. Vom etwa auf Helgoland noch wachsenden Wildkohl stammen Gemüsesorten wie Blumen-, Grün-, Rosen-, Rot-, Spitz-, Zierkohl, Kohlrabi und Brokkoli ab. Die morphologischen Übereinstimmungen bei taxonomisch weit entfernten Gruppen wie die Grabbeine des Maulwurfs und der Maulwurfsgrille, die Echo-Orientierung mittels Ultraschall der Fledermäuse und Delfine oder der Gerüststoff Chitin von Insekten, Pilzen und Algen signalisieren, dass die gleichen Genverbände bei unterschiedlichen Lebensformen verwendet wurden. Spezifisch bei jeder Lebensform sind die proteinkodierenden und genregulierenden Erbgutbereiche, die nur bei ihr gefunden werden.

7. Der christliche Glaube als persönliche Option mit Zukunftsperspektive
Dass Gott existiert sowie die materielle Welt und ein für irdische Menschen unsichtbares Jenseits ins Dasein gerufen hat, ist eine Aussage religiösen Glaubens, kein empirisch abgesichertes Wissen wie die Aussage, dass das Licht der Sonne den Erdentag erhellt. Es ist auch nicht empirisch belegbar, dass Jesus noch lebt. Die Dokumente des jüdischen Geschichtsschreibers Josephus Flavius und des römischen Historikers Tacitus erwähnen den irdischen Aufenthalt Jesu. Der Glaube an seine Auferstehung nach dem Sterben am Kreuz ist ein persönliches Für-wahr-Halten, kein durch Erfahrung erworbenes Wissen (vgl. Hebr 11,1ff). Glauben und Wissen unterscheiden sich. Jesus bat die Menschen zu glauben.
Zudem sind die Evangelien keine Originaltexte mit präziser Wiedergabe von Aussagen Jesu, sondern Abschriften jüngerer Fragmente, von denen die ältesten aus dem zweiten Jahrhundert stammen. Der Kanon wurde im 4. Jahrhundert aus einem größeren Fundus ausgewählt. Manche Texte wurden als apokrüph eingestuft und verworfen. Des Weiteren weichen die Übersetzungen stellenweise deutlich voneinander ab. Zwei Belege:
Vers 10,23 im Lukasevangelium lautet in der Einheitsübersetzung der Bibel, Stuttgart 1980: „Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht.“ Der gleiche Vers wird in der gemeinsamen Bibelausgabe von katholischen und evangelischen Theologen übersetzt, Stuttgart 1997: „Dann wandte sich Jesus zu seinen Jüngern, den Männern und Frauen, und sagte: ‚Ihr dürft euch freuen, dass Gott euch die Augen gab zu sehen und zu verstehen, was hier geschieht.’“ In der Einheitsübersetzung von 2016 ist die Bezeichnung „Heiland“ nicht mehr zu finden, obwohl Jesus als „der Heilende“ wirkte. Es wird dafür meistens der Ausdruck „Retter“ verwendet, was an die Hilfe Jesu beim Verhindern des Ertrinkens von Petrus im See erinnert. Das altgriechische Wort „ἐγκράτεια“ (Gal 5,23) heißt in der Lutherbibel „Keuschheit“, in der Elberfelder Bibel „Enthaltsamkeit“ sowie in der Hoffnung-für-alle-Bibel und Einheitsübersetzung von 1980 „Selbstbeherrschung“. Überspitzt formuliert trifft das italienische Sprichwort ‚Traduttore, traditore’ zu, wonach „der Übersetzer ein Verräter“ ist. Die Bemühung, hebräische, altgriechische und lateinische Texte in die heutigen Sprachen zu übertragen, kann die Vorlagen nie exakt wiedergeben.
Ungeachtet dessen wird hier der Blick vor allem auf den in den Evangelien vorgestellten Jesus gerichtet, da er gemäß Johannesevangelium die Wahrheit zu den Menschen brachte (vgl. Joh 1,17). Um eine Basis zum Refektieren zu haben, wird analog zum Prinzip bei Gericht „In dubio pro reo“ die Bemühung der Evangelisten um eine korrekte Jesus-Biografie, das präzise Abschreiben der Textvorlagen im Verlauf mehrerer Jahrhunderte und die Zuverlässigkeit der Bibelübersetzungen nach dem Prinzip „In dubio pro deo“ angenommen.
Was Jesus laut den Evangelien unter den Menschen heraushebt: Er trug seine Lehre kompromisslos vor, entlarvte Scheinheiligkeiten, verhielt sich nicht unterwürfig gegenüber Repräsentanten religiöser und staatlicher Macht, legte keinen Wert auf Vermögen, heilte alle ihn bittenden Kranken, verbot ausnahmslos das Töten von Menschen und ließ Verstorbene wieder weiter leben. Es genügte, den Saum seines Gewandes mit Zuversicht zu berühren, und die Gesundheit war sofort wieder hergestellt (vgl. Mt 14,36). Jesus wusste Zukünftiges an Orten, wo er sich zum Zeitpunkt der Aussage nicht befand (vgl. Lk 19,30ff; 22,10ff). Er verließ lebend das Grab, erschien den von Gott vorherbestimmten Zeugen in verschiedener Gestalt, unterhielt sich mit zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus, zeigte seine Hände und Füße mit den Wunden der Kreuzigung den Aposteln und anderen Jüngern, bat sie ihn anzufassen, da sie meinten, einen Geist zu sehen, sagte acht Tage danach zum Apostel Thomas, der zuvor nicht anwesend war und an seine Auferstehung nicht glaubte, die Hand auszustrecken und in seine Seitenwunde zu legen, und aß unter anderem ein Stück gebratenen Fisch und trank vor ihren Augen (vgl. Mk 16,12; Lk 24,35ff; Joh 20,19ff; Apg 10,41).
Zum Pharisäer Nikodemus und zu Marta aus Betanien sagte Jesus: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben“ (vgl. Joh 3,15f; 11,25f). Allen Menschen versprach er: „Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen“ (Joh 8,51). Der Weg zu Gott führt über ihn: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6). In Jesus wird Gott Vater gesehen: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9). Die Erklärung: „Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist!“ (Joh 14,11). Kürzer: „Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10,30). Aus Demut äußerte Jesus daher: „Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat“ (Joh 12,44f).
Jesus gebührt als dem göttlichen Sohn des himmlischen Vaters Ehrfurcht und Anbetung. Gerne steht er als Bruder, Freund, Kumpel und/oder Bräutigam den Menschen auf der Erde hilfreich zur Seite. Die Vollendung in unermesslicher und immerwährender Fülle verleiht er denjenigen in der himmlischen Herrlichkeit, denen es aus seiner Sicht zusteht.
Der Engel Gabriel teilte der Mutter Jesu bei seiner Menschwerdung mit, ihr Sohn werde der „Sohn des Höchsten“ genannt werden. Gott, der Herr, werde seinem Sohn „den Thron seines Vaters David geben“ (vgl. Lk 1,32.38). Demnach erfüllten sich in Jesus prophetische Verheißungen zur Nachfolge Davids. Laut Jesaja werde auf der Schulter eines von Gott geschenkten Sohnes auf dem Thron Davids die Herrschaft ruhen. Er werde „wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens“ genannt (vgl. Jes 9,5). Sacharja frohlockte: „Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin“ (Sach 9,9).
Die Weissagung traf beim Paschafest ein. Auf einem jungen Esel sitzend zog Jesus in Jerusalem ein. Dabei breiteten viele ihre Kleider und Zweige auf der Straße aus und riefen ihm zu: „Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!“ (Mt 21,9; Mk 11,9). Der Ausruf „Sohn Davids“ ist ein indirektes Messiasbekenntnis. Auch Blinde und eine kanaanäische Frau, deren Tochter „von einem Dämon gequält wurde“, nannten Jesus bei der Bitte um Hilfe „Sohn Davids“ (vgl. Mt 9,27; 15,22; 20,30f). Durch die sitzende Körperhaltung auf einem jungen Esel zeigte Jesus, dass er ein Friedenskönig ohne irdisches Heer und Kriegswaffen ist.
Josef, der Verlobte der Mutter Jesu, war ein „Sohn Davids“ (vgl. Mt 1,20) bzw. „stammte aus dem Haus David“ (vgl. Lk 1,27). Durch die Annahme des nicht von ihm gezeugten Jesus an Sohnes Statt, worum ihn ein im Traum erschienener Engel des Herrn bat (vgl. Mt 1,20), übertrug er seine davidische Abstammung indirekt auf Jesus. Die Schreiber des Matthäusevangeliums und Römerbriefes erwähnen die direkte Verwandtschaft Jesu mit David: „Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids“ (vgl. Mt 1,1) und „Evangelium des Sohnes Gottes, der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkomme Davids“ (vgl. Röm 1,3). Bei Matthäus wird zudem „des Sohnes Abrahams“ hinzugefügt. Es könnte dadurch angedeutet worden sein, dass durch Jesus wie durch Abraham „alle Geschlechter der Erde Segen erlangen“ (vgl. Gen 12,3).
In zwei frühchristlichen Schriften findet sich die leibliche Herkunft Jesu aus dem Haus David über seine Mutter. Justinus der Märtyrer (100 – 165) sagt von Jesus bei einem Dialog mit dem Juden Tryphon: „Menschensohn nun nannte er sich entweder wegen der Geburt aus der Jungfrau, die, wie gesagt, aus dem Geschlechte Davids, Jakobs, Isaaks und Abrahams war, oder weil Adam auch der Vater dieser erwähnten Männer war, von denen Maria ihr Geschlecht ableitet; denn, wie wir wissen, sind die Väter der Frauen auch Väter von den Kindern, die von den Töchtern geboren werden.“ Das seinerzeit beliebte Jakobusevangelium aus dem zweiten Jahrhundert, das nicht in den Kanon aufgenommen wurde, enthält den Hinweis: „Die Priester aber besprachen sich und sagten: ‚Wir wollen einen Vorhang für den Tempel des Herrn anfertigen lassen.’ Und es sprach der Priester: ‚Rufet mir unbefleckte Jungfrauen aus dem Stamme Davids!’ Und die Diener gingen hin und machten sich auf die Suche und fanden sieben Jungfrauen. Und es erinnerte sich der Priester an die kleine Maria, dass sie ja aus dem Stamme Davids war und unbefleckt war vor Gott. Und die Diener gingen hin und brachten sie.“
Die beiden Schreiber des zweiten Jahrhunderts führten die davidische Abstammung Jesu auf seine jungfräuliche Mutter zurück und machten sie dadurch sicherer, indem seine menschliche Natur an die aktuelle Rechtslage angepasst wurde. Das matrilineare Prinzip bei der Herkunft eines Menschen setzte sich im Judentum erst nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem im Jahr 70 durch. In der Antike galt es eigentlich immer. So richtete sich der Rechtsstatus der Kinder bei Sklaven stets nach der Mutter, da der korrekte Nachweis des Vaters immer unsicher war („pater semper incertus est“). Zurzeit Jesu galt bei den Juden das patrilineare Prinzip, das unter anderem damit begründet wurde, dass die Mutter bei der Zeugung eines Kindes nur wenig beiträgt. Sie wurde lediglich als „Behältnis“ für den „Samen“ des Mannes und das daraus entstehende Kind angesehen.
Das Wesen und Handeln Gottes können die in Raum und Zeit eingebetteten Menschen mit einem materiellen Körper auf der Erde nur vage verstehen. Dazu ein Vergleich: Wenn die Regenwürmer die Menschen sehen und erkennen könnten, wären sie aus ihrer Sicht „anatomisch deformierte Regenwürmer mit törichtem Verhalten“. Denn sie setzen sich tagsüber der Trockenheit über dem Boden und der schädlichen UV-Strahlung aus und ruinieren dadurch ihre Gesundheit. Analog können die drei göttlichen Personen des einen Gottes als den Menschen übergeordnete Personen nicht authentisch erfasst werden. Könnte Gott voll und ganz verstanden werden, wäre er nicht Gott, sondern nur ein Mensch.
Naturverbundene Personen äußern bisweilen, die Erde mit einer friedlichen Menschheit werde schon fast dem Paradies gleichen. Papst Benedikt XVI. meinte beim Blick auf die Dolomiten im Sommer 2007: „Wenn die Menschen in Frieden mit Gott und untereinander leben, ähnelt die Erde wirklich einem Paradies.“ Die Erde und die Lebenswelt sind von einem paradiesähnlichen Zustand aber weit entfernt. Schon die Dinosaurier wurden von Parasiten gequält. Jedes Jahr sterben sieben Millionen Menschen vorzeitig an den Folgen der für 99 Prozent der Menschheit zu hohen Schadstoffwerten in der Luft.
Solange große Impaktoren und Strahlung aus dem Kosmos, gewaltige Vulkaneruptionen und andere Naturkatastrophen die Menschheit attackieren und auslöschen können, der Klimawandel sich verschärft, Hurrikans und Tsunamis nach heftigen Seebeben bewohnte Küstenregionen zerstören, Lawinen und herabrutschende Berghänge idyllische Gebirgsdörfer unter sich begraben, bei der Fortpflanzung brutale Rivalenkämpfe etwa unter männlichen Hirschen stattfinden und Guanakos sich gegenseitig in die Genitalien beißen, Pandemie auslösende und therapieresistente Erreger auftreten, Menschen wegen einer genetischen Vorgabe sich verstümmeln, Locked-in-Patienten bei ungetrübtem Bewusstsein sich nicht eigenständig bewegen, reden und essen können, Personen mit Cotard-Syndrom sich für tot halten, Angst einflößende Stimmen Schizophrene drangsalieren, ein Embryo sich in einem anderen entwickelt, zwei ineinander gewachsene Feten mit einem Gehirn oder vier Armen, Babys mit zwei Köpfen oder drei Händen, Säuglinge ohne Nase und Augen, mit unvollständigem Schädel, freiliegendem Gehirn und außerhalb der Brust schlagendem Herzen geboren werden, ab der Geburt zu vergreisen beginnen, Schulkinder wegen Gehirnzellenabbaus an schwerer Demenz leiden, Körperzellen zu wuchernden Krebszellen werden, jeder jederzeit leidvoll und unheilbar erkranken kann, ähnelt die Erde nicht dem Paradies.
Etliche haben wegen unerträglicher Herausforderungen vorzeitig den Aufenthalt auf der Erde beendet, sich von Gott distanziert oder eine negative Gottesvorstellung konzipiert. Auch Jesus sah seufzend zum Himmel beim Anblick eines Taubstummen (vgl. Mk 7,34). Laut Hebräerbrief brachte er Gebete und Bitten „mit lautem Schreien und unter Tränen“ vor den ihn erhörenden Vater (vgl. Hebr 5,7). Der Planet Erde und die Lebenswelt bedürfen einer grundlegenden Erneuerung, die nur Gott verwirklichen kann. Die instrumentelle Vernunft des Menschen vermag es nicht.
Im Römerbrief wird eingestanden, dass „die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt“. Sie vermittle den Eindruck, das Unvollkommene habe in ihr die Oberhand gewonnen. Sodann heißt es, sie werde „von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes“ (vgl. Röm 8,19ff).
Jesus betonte, das Schöpfungswerk sei noch nicht abgeschlossen: „Mein Vater ist noch immer am Werk, und auch ich bin am Werk“ (Joh 5,17). Biblischer Prophezeiung zufolge wird Gott den jetzigen Zustand der Erde lebensfreundlicher gestalten und das Firmament erneuern (vgl. Jes 65,17; 2 Petr 3,13). Bei einer vom Dreieinen Gott verwirklichten Erneuerung der Erde und der Lebenswelt, ausgedacht vom Heiligen Geist, werden die heutigen Defizite und Übel größtenteils beseitigt sein. Offen ist, wer wann es erleben wird. Ausschlaggebend wird die persönliche Einstellung zum dreiteiligen Liebesgebot Jesu sein: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken“ (Mt 22,37). Und: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mt 22,39). An der verwirklichten Liebe zu Gott, den anderen und sich selbst „hängt das ganze Gesetz samt den Propheten“ (vgl. Mt 22,40).

Andere Artikel