Wie Pandemien, Kriege und andere Übel endgültig beseitigt werden könnten

Eine persönliche Reflexion aus christlicher Sicht, die andere religiöse Positionen nicht antastet

Hinweis: Naturwissenschaftliches Erklären und religiöses Reflektieren sind zwei eigenständige Formen des Erkennens. Religiöse Aussagen dürfen in auf Beobachtung basierenden Konzepten der Biologie und Medizin nicht enthalten sein. Bei manchen religiösen Themen ist es hilfreich, Befunde wissenschaftlicher Forschung einzubinden.

INHALT

1. Die Vielfalt viraler Strategien
2. Weitere Besonderheiten von Sars-CoV-2
3. Was bei der Sintflut und in Sodom passiert sein könnte
4. Die Aktivitäten des Mörders von Anfang an
5. Das dämonische Wirken beim irdischen Aufenthalt Jesu
6. „Du sollst nicht morden!“
7. „Der Geist der Wahrheit wird in die ganze Wahrheit führen…“
8. Die Hilfe der von Gott erwählten Wegbegleiterin
9. Eine persönliche Bitte an den Vater im Himmel

1. Die Vielfalt viraler Strategien
Viren sind leblose Partikel, die aus dem Erbmolekül DNA oder RNA und einer umhüllenden Proteinkapsel bestehen. Manche haben noch eine Lipiddoppelmembran mit eingelagerten Proteinen. Zur Vermehrung benötigen sie lebende Zellen. Dabei sind sie wie Computerviren auf nicht zu ihnen gehörende Hard- und Software angewiesen. Um möglich erfolgreich zu sein, imitieren sie Moleküle infizierter Wirte, um von deren Immunabwehr nicht bemerkt und beseitigt zu werden. Die Hülle kann von der Zellmembran der Wirtszelle stammen, so dass das Immunsystem wegen der chemischen Ähnlichkeit ausgetrickst ist. Zudem können die Hüllproteine verändert werden, um den Zugriff des Immunsystems zu erschweren. Nach dem Eindringen in lebende Zellen integrieren sie sich ins Genom oder programmieren sie zu Fabriken um, die eine Fülle neuer Viren produzieren und freisetzen. Dabei platzen die Zellen.
Wann, wo und wie die ersten Viren entstanden, wird noch heftig diskutiert. Makroviren könnten Gene von Amöben infizierenden Bodenbakterien haben. Andere Viren könnten aus bakteriellen Komponenten wie Plasmiden entstanden sein. Die weitaus meisten Viren sind harmlos. Manche sind nützlich, da sie schädliche Bakterien vernichten oder beim Wachstum eine höhere Temperatur ertragen lassen. Für jede Bakterienart könnte ein eigener Virustyp existieren, der deren Vermehrung begrenzt.
Nahezu überall in, auf und über der Erde gibt es Viren. Allein in den Meeren tummeln sich vermutlich vier Quintillionen (eine 4 mit 30 Nullen) Viren. Laut Schätzung übertrifft die Anzahl der Viren die der Sterne im Universum mindestens um das 100-Fache. In der Atmosphäre kommen bis in zwei Kilometer Höhe bis zu 460 Mal mehr Viren als Bakterien vor. Jedes Jahr fallen pro Quadratmeter zirka drei Billionen Viren auf die Erdoberfläche. Im Grundwasser befallen und töten Viren Kohlendioxid bindende Archaeen, so dass die Freisetzung des Treibhausgases das Klima beeinflussen könnte. Auf und im Körper eines Erwachsenen halten sich vermutlich mindestens 100 Billionen Viren auf. Im Ejakulat wurden über zwei Dutzend infektiöse Virentypen entdeckt, die unter anderem die Hoden schädigen, die Beweglichkeit der Spermien reduzieren, Mutationen auslösen und Akutanfälle von Chikungunya- und Lassa-Fieber auslösen könnten. Nur die wenigsten viralen Typen sind erst erforscht.
Viren gehören zu den Weltmeistern beim Mutieren und Überspringen von Artgrenzen. Ein Virus kann mit dem bisherigen Wirt verwandte Arten oder bisweilen eine taxonomisch weit entferne Gruppe heimsuchen. Es kann dem Wirt zuerst einen Vorteil bieten, dann ihn schädigen. Die Infizierten können zunächst sterben, später kooperieren die Viren mit den Wirten der gleichen Art beim Vernichten von Rivalen. Manche Viren überprüfen ihre Mutationen auf die Auswirkung hin. Falls sie zu einem Problem beim Andocken oder Eindringen in die Wirtszelle führen, werden sie von einem Korrekturmechanismus korrigiert oder beseitigt.
Zu den Verursachern viraler Infektionen gehören die Erreger von Aids, Chikungunya, Covid-19, Dengue-, Gelb-, Marburg-, West-Nil-Fieber, Ebola, Herpes, Influenza, Masern, Pocken, Polio, Röteln, Tollwut und Zika. Bei einigen Tumoren könnten die Verursacher von Eppstein Barr, Hepatitis B und C, Papillom, Herpes 8 und T-lymphotrope-1 beteiligt sein.
Clever verhält sich das Ebola-Virus. Vor dem Verlassen der Zellen lässt es Antikörper anlockende Partikel bilden, um das Immunsystem von ihm abzulenken. Hepatitis-C-Viren werden bei Tierexperimenten von einem Selbstheilungsmechanismus infizierter Leberzellen entfernt. Die aufgesuchten Leberzellen sind aber genetisch anders programmiert, so dass teilweise andere Gene in einem anderen Ausmaß aktiviert werden. Sie können etwa beim Stoffwechsel und bei der Teilung von Leberzellen beteiligt sein. Eventuell haben Hepatitis-C-Patienten dadurch ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs.
Das Bakterien infizierende Virus Phi3T benutzt ein Peptid aus sieben Aminosäuren zur Manipulation anderer Phi3T-Viren. Bei Freisetzung töten sie keine Bakterien mehr, sondern integrieren sich in ihr Genom und bereiten möglich viele Bakterien auf zukünftige Virenvermehrungen vor. Das Zika-Virus erhöht durch Verknoten die Stabilität seiner Erbsubstanz. Sie ist nun für RNA abbauende Enzyme schwerer angreifbar und das Ansteckungspotenzial erhöht.
Durch eine virale Infektion können die Gestalt, der Stoffwechsel und/oder das Verhalten des Wirts verändert werden. Bei mit dem Zika- und Dengue-Virus infizierten Mäusen und Menschen verändert sich die Bakterienbesiedlung der Haut, wodurch ein Geruch entsteht, der Gelsen und andere Mücken zum Weitertragen der Viren anlockt. Baculoviren lassen die Raupen des Schwammspinners ein Enzym zum Inaktivieren des Häutungshormons produzieren. Sodann schützen sie sich tagsüber nicht mehr vor Fressfeinden, sondern klettern unter Einsatz ihrer letzten Kraft in Richtung Baumwipfel, heften sich an ein Blatt, lösen sich auf und tropfen nach unten. Andere Schwammspinnerraupen fressen die verseuchten Blätter und bilden weitere Baculoviren.
Virale Erbsubstanz im Genom der Meeresschnecke Elysia chlorotica verleiht dem Tier einen pflanzentypischen Stoffwechsel. Die Schnecke betreibt Fotosynthese, wenn sie die Chloroplasten von der Meeresalge Vaucheria litorea bei der Ernährung erhält. Die Chloroplasten durchziehen wie eine grüne Lichterkette den blattförmigen Körper. Bei genügend Helligkeit kann Elysia die Energie des Sonnenlichts bis zu neun Monate lang nutzen. In der Schnecke sind die Chloroplasten sogar länger funktionsfähig als in der Alge. Dabei spielt ein Gen für die Reparatur von DNA-Schäden im Schneckengenom eine Rolle, das an den Nachwuchs weitergereicht wird. Sobald er die Meeresalge konsumiert hat, betreibt auch er Fotosynthese. Nach der Eiablage beginnen die Schnecken zu erkranken und siechen dahin. Pathologische Gewebeveränderungen deuten eine aggressive Infektion an. Anthropomorph ausgedrückt haben die den Schnecken ein leichtes Leben gewährten Viren ihr aggressives Potential entdeckt und zum Ausmerzen einer überflüssigen Schneckengeneration eingesetzt.
Höchst kompliziert ist der Aspekt, welche Nukleotid-Sequenzen Viren ins Genom von Lebewesen eingeschleust und welche Gene Viren von Zellen übernommen und eventuell modifiziert haben. Das Influenza-Virus hat eine dem humanen Neuramidase-Gen ähnelnde Sequenz. HIV besitzt eine kleine IL8-Sequenz, die der des Menschen ähnelt und die es zum Eindringen in dessen Immunzellen benötigt. Durch chemische Mimikry von Protein KAT2A im humanen Histonprotein H3 reduziert Sars-CoV-2 die antivirale Reaktion menschlicher Wirtszellen, indem es die Regulierung der Transkription durch das virale Protein ORF8 stört. Histone sind Proteinkomplexe, um die der DNA-Strang gewickelt ist. Der Vorläufer Sars-CoV-1 von 2003 mit einer Sterblichkeitsrate von zirka zehn Prozent besaß ORF8 noch nicht. Ohne ORF8 verläuft Covid-19 schwächer. Bei seiner Anwesenheit sinkt die KAT2A-Konzentration und der Covid-19-Verlauf ist stärker. ORF8 kann KAT2A-Proteine beseitigen und das Ablesen immunologisch relevanter Gene durch eine dichtere Verpackung der DNA beeinträchtigen. Epigenetische Prozesse in infizierten Zellen werden von Sars-CoV-2 offenbar manipuliert. Ein Abschnitt im Erbgut des Rous Sarcoma Virus ähnelt einer Sequenz des Vogelgenoms. Durch ihn und den Schalter eines Proto-Onko-Gens kann es die karzinogene Aktivität bei Vögeln entfalten. Das Klosneuvirus hat Gene für die Proteinsynthese und TetV-1 für die Gärung, sie können es aber nicht realisieren.
Mittels eigener Enzyme bauen DNA-Viren wie der das Bakterium Escherichia coli infizierende Phage Lambda sowie RNA-Viren wie HIV und die Erreger von Hepatitis-B (HBV) und T-Zell-Leukämie (HTLV-1) ihre in DNA umgeschriebene RNA ins Genom von Wirtszellen ein. Die zelluläre Nukleotidsequenz, die von Viren ins Erbgut eingeschleust wurde oder die Viren mit ähnlicher Nukleotidabfolge haben, wird als „endogene Retroviren“ (ERV) bezeichnet. Die ERVs können wie Gene aktiv sein. Bei Katzen, Schweinen, Mäusen und Koalas kodieren sie Moleküle, die für die Arten selbst oder andere Spezies infektiös sind.
Humane endogene Retroviren (HERVs) können sich gesundheitlich erwünscht und schädlich auswirken. Ihre Aktivitäten sind gewebespezifisch und bei weiblichen Personen anders als bei männlichen. HML-2-Transkripte (in mRNA übertragene DNA-Sequenzen) werden im gesamten Organismus in gesunden und kranken Geweben und Organen gefunden. Aktiv sind sie vor allem im Kleinhirn, in der Hypophyse und Schilddrüse sowie in den Hoden. Sie beeinflussen die Aktivität benachbarter Gene, den Aufbau der Plazenta, die Embryonalentwicklung und Interaktion von Nervenzellen. Durch deaktivierte HERVs auf den Chromosomen 12 und 19 differenzieren Stammzellen zu Billionen Nervenzellen. HERVs beseitigen Neurotoxine, kurbeln das Muskelwachstum männlicher Individuen an und verringern das Krebsrisiko.
Umgekehrt werden HERV-Transkripte bei Krebserkrankungen stark exprimiert und dadurch Tumoren verursacht. Zudem bilden sich durch aktivierte HERV-K (HML-2) deformierte Nervenzellen in der Großhirnrinde. Sie können auch die Gehirnschichtung verändern. Bei neurologischen Erkrankungen wie Schizophrenie und Multiple Sklerose könnten aktivierte HERVs wie HERV-K beteiligt sein. UV-Strahlung, manche Bakterien und Viren könnten ihre Blockade beseitigen. Die Auswirkungen von auch bei Viren vorkommenden Nukleotidsequenzen im Genom des Menschen sind noch größtenteils unbekannt.

2. Weitere Besonderheiten von Sars-CoV-2
Raffiniert agieren die Mutanten von Sars-CoV-2. Jede Mutante setzt eine andere Strategie ein. Clever werden die gegen das Virus gerichteten Antikörper und Immunzellen ausgetrickst oder die Interferon-Ausschüttung blockiert. Die Viren vermehren sich in den Infizierten, bevor sie ihre Anwesenheit durch Symptome bemerken. Unwissend stecken sie andere an. Während der Pandemie wurden mehr als sieben Millionen Kinder zu Vollwaisen.
Diverse Schäden richtet das ans Protein ACE2 der Zellmembran bindende Spike-Protein an. Infizierte und intakte Zellen verschmelzen miteinander und sterben ab. In der Lunge kann eine Entzüdung der die Arterien auskleidenden Endothelzellen und im Gehirn ein Schlaganfall auftreten. Noch stärker können die Endothelzellen von nicht zur Virushülle gehörenden Proteinen geschädigt werden. Zum Herabsetzen der Antikörper-Bindung bedient das Virus sich eines beim Abbau von Hämoglobin anfallenden Proteins. Ein Unterdrückungsmechanismus hält die gegen es gerichtete Interferonmenge auf niedrigem Niveau, so dass das Virus sich ziemlich ungestört im Körper ausbreiten kann. Bei der Vervielfältigung der RNA kontrolliert ein Enzym, ob Fehler passieren. Möglicherweise wird das Ansteckungspotential durch eine höhere Mutationsrate wieder hergestellt oder verstärkt.
Wie die anderen Sars-Coronaviren hat Sars-CoV-2 ein spezifisches genetisches Kennzeichen, das als „Sars-unique-Domain“ (SUD) bezeichnet wird. In infizierten Zellen bindet das SUD-Protein mit deren Protein Paip-1, damit die Ribosomen vermehrt virale Proteine erzeugen. Die Synthese zellulärer Proteine wird gedrosselt, da nicht-virale RNAs zerstört werden.
Personen mit einem effizienten Immunsystem können bei einer Sars-CoV-2-Infektion benachteiligt sein, da die T-Lymphozyten nicht nur die infizierten Zellen zerstören, sondern auch Interferon-Gamma freisetzen. Es blockiert die Vermehrung der Viren und aktiviert weitere Immunzellen, lässt die Schleimhautzellen aber mehr ACE2-Proteine bilden, so dass eine größere Virenmenge in die Zellen zum Verstärken der Infektion eindringt. Eine weitere Besonderheit ist die vorzeitige Ausschüttung des Botenstoffs TGFß. Die natürlichen Killerzellen des angeborenen Abwehrsystems sind nun davon abgehalten, die infizierten Zellen zu registrieren und ihre Zerstörung einzuleiten. Durch die verfrühte Hemmung der natürlichen Killerzellen ist die Immunabwehr fehlgeleitet und die Körperschäden des schweren Verlaufs können entstehen.
Um möglichst viele Bereiche des Organismus zu schädigen, bedient Sars-CoV-2 beim schweren Verlauf sich auch der frei beweglichen Fresszellen, die Körperfremdes wie Bakterien und Körpereigenes wie zelluläre Partikel im Blut und in Zellzwischenräumen aufnehmen können. Zunächst versetzt das Virus die Zellen der oberen Atemwege in den Ruhezustand zum Verhindern von Entartung im Alter. Dadurch startet eine bahnbrechende Kettenreaktion, zu deren Beginn die alt gewordenen Zellen zahlreiche Entzündungen verursachende Botenstoffe abgeben. Daraufhin kontaktieren die Fresszellen die seneszenten Schleimhautzellen, um sie zu entfernen. Durch die immense Botenstoffmenge werden aber auch die Fresszellen in den Überalterungsruhezustand versetzt und infizieren nun die Zellen anderer Organe mit Entzündungen auslösenden Botenstoffen. In der Lunge wird der seneszente Zustand vor allem auf die Endothelzellen übertragen, so dass eine Lungenentzündung entstehen kann. Zudem sondern Zellen der Blutgefäßwände bei der sich ausbreitenden Überalternung Verklumpungen begünstigende Stoffe ab. Dadurch können Minithrombosen und wegen des reduzierten Gasaustauschs in den Lungenlappen Atemnot auftreten. Eine Hauptrolle haben die Fresszellen. Sars-CoV-2 könnte auch die bei über 90 Prozent der Menschen inaktiv vorliegenden Epstein-Barr-Viren reaktivieren, die unter anderem als Spätfolge Multiple Sklerose auslösen könnten. Schlimmstenfalls kommt es bei Covid-19 zu Multiorganversagen mit Eintritt des Tod.
Mehrere Monate nach Covid-19 können noch Störungen wie Schwindel, Konzentrationsmangel, Erinnerungsdefizite, Bewusstseinseinstrübung, Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Angstzustände, Riechveränderung, Haarausfall, Schlaf- und Herz-Kreislauf-Probleme vorliegen. Long Covid kann zu Symptomen am Herzen, Vagus-Nerv, in der Lunge, Niere und Leber, im Magen und Gehirn, beim Bewegungsapparat, bei der Verdauung, Blutgerinnung und mentalen Gesundheit führen. Infizierte haben laut einer US-Studie ein doppelt so hohes Risiko, später eine Lungenembolie oder Atemprobleme zu entwickeln. In Abhängigkeit vom Alter, Geschlecht und gesundheitlichen Zustand vor der Infektion leidet jeder Zehnte bis Zwanzigste an einem Teil der bis zu 200 Langzeitsymptome, von denen mindestens 62 eine direkte Auswirkung der Infektion sind.
Die Ursachen sind erst ansatzweise bekannt. So schädigt das Spike-Protein die Herzmuskelzellen wie ein Gift. Die Sauerstoff transportierenden Erythrozyten und die für die Abwehr von Krankheitserregern zuständigen Blutkörperchen können Verformungen und eine andere Größe und Fexibilität in den Blutgefäßen aufweisen. Deformierte Erythrozyten können sich den Fließbedingungen in den sehr engen Blutgefäßen zu wenig anpassen, können sich ineinander verhaken und hängen bleiben, so dass die Sauerstoffversorgung des Körpers beeinträchtigt ist. Dadurch könnten Atemprobleme und eventuell eine Thrombose auftreten. Ins Gehirn gelangte Sars-Co-2-Viren könnten die Astrozyten infizieren, die den Nervenzellen Nährstoffe liefern, und die Rezeptoren der Perizyten blockieren, so dass die Haargefäße des Blutgefäßnetzes sich zusammenziehen. Gedächtnisstörung, Schwindel, Depression und Schlaganfall sind mögliche Folgen. Das nach Überwinden der Blut-Hirn-Schranke ins Nervengewebe eingedrungene Spike-Protein kann die Aktivität der Mitochondrien hemmen, Cytochrom-C-Oxidase-Systeme zerstören und den ATP-Spiegel senken. Wegen ATP-Mangels können lebensnotwendige Mechanismen wie die Membranpumpen versagen, die Nervenzellen für ihre Funktion benötigen.
Zum Verstärken der Infektion im Gehirn bedient das Virus sich der Nanoleitungen zwischen den Nervenzellen, um von aufgesuchten Nervenzellen in eigentlich nichtempfängliche zu gelangen. In den Nanoröhrchen wird Sars-CoV-2 vom Immunsystem nicht bemerkt. Ungestört vervielfältigt es seine RNA in Gebilden wie Doppelmembranbläschen. Zudem fördert das Virus die Bildung stabilerer und längerer Nanotunnel in doppelter Anzahl. Zum pathogenen Repertoire des Erregers könnten auch bei Überreaktionen des Immunsystems entstehende Auto-Antikörper zählen, die den eigenen Körper attackieren. Sie könnten zerebrale Fehlfunktionen auslösen, so dass nach Passieren der Blut-Hirn-Schranke Symptome wie Vergesslichkeit und Psychosen auftreten. Der ausgeprägten Ermüdung von Long-Covid-Kranken liegt vermutlich eine überschießende Anti-Entzündungsreaktion zu Grunde. Ohne Vorliegen einer Entzündung könnten durch Makrophagen Schlaf auslösende Moleküle ausgeschüttet werden. Laut Schätzung der WHO gab es wegen Covid-19 in den Jahren 2020 und 2021 global 14,83 Millionen zusätzliche Todesfälle.

3. Was bei der Sintflut und in Sodom passiert sein könnte
Bei der Sintflut handelt es sich um eine Überflutungskatastrophe. Der Ausdruck „sint-vluot“ bedeutet im Mittelhochdeutschen eine große allgemeine Flut. Eine weitgehend übereinstimmende Überschwemmung wird im älteren Gilgamesch-Epos geschildert. Auch Überlieferungen aus Australien, Indien, Island und Griechenland erzählen von einer verheerenden Flut.
Laut Bibel ereignete sich die Sintflut, nachdem das Sinnen und Trachten der Menschen „immer nur böse war“ (vgl. Gen 6,5). Gott war mit ihrem Reden und Handeln nicht einverstanden, da sie die Erde mit anderen „Wesen aus Fleisch“ zu einem lebenswidrigen Aufenthaltsort machten (vgl. Gen 6,12). So tötete Evas Sohn Kain seinen Bruder Abel (vgl. Gen 4,8). Sodann brachen „alle Quellen der gewaltigen Urflut auf, und die Schleusen des Himmels öffneten sich“ (vgl. Gen 7,11).
Als reale Entsprechung könnten die Überschwemmungen von Euphrat und Tigris oder gar der späten Eiszeit in Frage kommen. Damals ergossen sich immense Wassermassen des Mittelmeers am Bosporus in einen tiefer gelegenen Süßwassersee und schufen das heutige Schwarze Meer. Der steigende Wasserspiegel überflutete eine 100.000 Quadratkilometer umfassende Fläche. Archäologische Funde legen eine dichte Besiedlung der Uferregion und ein rasches Verlassen der Unterkünfte nahe.
Vergleichbares könnte in anderen Regionen passiert sein. So wurden in Nordamerika vermutlich durch Ausbrüche von Eisstauseen die Channeled Scablands im Bundesstaat Washington überflutet. Damals könnte eine Wassermenge mit mehrfachem Volumen des Bodensees sich über das Columbia-Plateau ergossen und beim Abfließen tiefe Schluchten erzeugt haben. In mehreren Regionen der Erde kamen Überflutungen zu Stande, unter anderem wenn Eisdämme oder Endmoränen brachen.
Ob bei der Sintflut sich auch extrem heißes Wasser aus der Übergangszone vom oberen zum unteren Erdmantel ergoss, ist ungewiss. Der Fund von zwei an der Grenze zum unteren Erdmantel entstandenen Diamanten mit an Wasser gebundenen Mineralen Ringwoodit und Brucit könnte auf ein Wasserreservoir verweisen, das sechsmal größer als das Wasser der Meere ist.
Die Städte Sodom und Gomorra wurden durch ein kosmisches Ereignis vernichtet, da Bürger mit zwei Engeln sexuell verkehren wollten, die Lot besuchten. Er fühlte sich so stark bedroht, dass er ihnen seine zwei Töchter anbot. Da wurden die Männer noch aggressiver und wollten die Tür des Hauses aufbrechen. Die Engel streckten die Hand aus, zogen Lot in sein Haus und sperrten die Tür zu. Die Männer erblindeten und fanden den Eingang nicht mehr. Am Morgen floh Lot mit seiner Frau und den Töchtern auf Geheiß der Engel ins sichere Zoar. Laut Genesis wurde die Gegend von Sodom und Gomorra mit allem auf den Feldern von Grund auf vernichtet. Lots Frau wurde zur Salzsäule, als sie zurückblickte (vgl. Gen 19,1ff). Davor war die bewässerte Jordanregion fruchtbar „wie das Land Ägypten“ (vgl. Gen 13,10). Dem biblischen Text könnte ebenfalls eine reale Katastrophe zugeordnet werden.
21 Fachpersonen präsentierten 2021 den vorläufigen Stand einer seit 2005 in der antiken Stadt Tall el-Hammam im südlichen Jordantal nordöstlich des Toten Meeres durchgeführten archäologischen Ausgrabung. Der Studie zufolge gab es dort um 1.650 v. Chr. ein Zerstörungsszenario, dessen wahrscheinlichste Ursache ein im Anflug explodierendes Geschoss aus dem All war. Die bei der Luftdetonation freigesetzte Energiemenge könnte die vom 30. Juni 1908 bei Tunguska in Sibirien übertroffen haben. Damals erhellte frühmorgens ein greller Lichtblitz den Himmel. Eine heftige Druckwelle knickte 60 bis 80 Millionen Bäume in der Region des Flusses Steinige Tunguska. Ein Gebiet mit fast der Fläche des Saarlandes wurde verwüstet. Wäre das kosmische Objekt fünf Stunden später eingetroffen, hätte Leningrad, die damalige Hauptstadt der Sowjetunion, das heutige St. Petersburg, durch die Zerstörungskraft von ungefähr tausend Hiroshima-Atombomben in Schutt und Asche gelegen.
In der Metropole Tall el-Hammam mit über 50.000 Einwohnern zerstörte die Druckwelle des Airbursts über dem Toten Meer mehr als zwölf Meter eines vier- oder fünfstöckigen Palastes und einen vier Meter messenden Lehmziegelwall. Weitere Indizien für eine Extremdruck- und Hochtemperaturzerstörung sind nach Nordosten geworfene schwere Gegenstände, eine ungefähr 1,5 Meter dicke Schicht mit Asche, bei fünf bis zehn GPa geschocktem Quarz, zerstörten Zirkon-Kristallstrukturen, diamantartigem Kohlenstoff, geschmolzenem Gips-Putz, Gold, Silber, Platin, Nickel und Chromit, geschmolzenen und verglasten Töpferwaren und Lehmziegelresten, geschmolzenen Speeren und Schwertern aus Metall sowie zerschmetterten Skelettteilen von Menschen. Ihre Kleidung und Körper verbrannten direkt, da die Schmelztemperatur von Chromit 2.140 Grad Celsius beträgt. Von der Schockwelle und Feuersbrunst wurden zirka 15 Städte sowie über 100 Dörfer und Gehöfte einer blühenden Zivilisation ausgelöscht. Das durch die enorme Hitze verdampfte Salzwasser regnete auf die Region im südlichen Jordantal herab und verhinderte 300 bis 600 Jahre lang die landwirtschaftliche Nutzung der Böden.
Die Studie in Nature Scientific Reportshttps://www.nature.com/articles/s41598-021-97778-3
Informationen über die Ausgrabungen in Tall el-Hammam: https://tallelhammam.com/
Die Übereinstimmung mit dem biblischen Text erlaubt den Schluss, dass die Zerstörung von Tall el-Hammam durch mündliche Überlieferung einer Augenzeugenbeschreibung in die Beschreibung der Vernichtung Sodoms eingeflossen ist.
Hier können sich Fragen wie diese ergeben: Gab es während der Lebensgeschichte eine friedliche Epoche? Ab wann ist das gewaltsame Sterben fossil belegt? Werden die Sintflut und die kosmische Zerstörung einer Region erneut stattfinden?
Eine fossil dokumentierte Lebenswelt ohne gewaltsames Sterben könnten die etwa 120 bisher ausgegrabenen Arten des oberen Präkambriums sein, die den „friedlichen Garten von Ediacara“ bewohnten. Fossil überlieferte Verletzungen wurden bei ihnen noch nicht entdeckt. Räuber-Beute-Beziehungen sind paläontologisch ab dem darüber liegenden Kambrium belegt, das vor zirka 539 Millionen Jahren begann. Damals packte die Gattung Anomalocaris die Beute mit dornigen Mundwerkzeugen und zerkleinerte sie im Mund mit mehreren Zahnreihen wie mit einem Nussknacker. Dass Menschen in präkambrischer oder kambrischer Zeit gelebt haben, ist durch ein fossiles Relikt in den entsprechenden Sedimenten bisher nicht belegt und in Anbetracht dessen höchst unwahrscheinlich. Fossil überliefert sind Funde der Gattung Homo seit etwa zwei Millionen Jahren. Doch die Bibel ist kein lebensgeschichtliches Protokoll, sondern ein Buch religiöser Texte von unterschiedlichen Schreibern mit individuellen Formulierungen, die zu verschiedenen Zeiten gelebt haben.
Das Töten und Konsumieren von Lebewesen ist ein Bestandteil der Lebenswelt vom Erdaltertum bis heute. Braunbären und Löwen töten Jungtiere anderer Väter, um durch die Beendigung des Stillens von Fortpflanzungspartnerinnen das eigene Erbgut zu vermehren; umherschweifende Junglöwen-Rudel töten Harem-Anführer und verspeisen sie bisweilen; männliche Stummelaffen, Mäuse und Schleimfische töten gelegentlich den Nachwuchs; Panda-Mütter säugen den stärkeren Jungbären und lassen den anderen sterben; weibliche Erdhörnchen töten männliche Nachkommen ihres Nachwuchses, Tanten töten Nichten; Präriehündinnen töten die Jungtiere kleinerer Erdhörnchenarten; Schafe verstoßen Lämmer; das stärkste Steinadlerküken wirft die schwächeren Geschwister aus dem Nest; Kegelrobben, Komodowarane, Kaulquappen von Baumsteigerfröschen und der australischen Aga-Köte sowie Larven der Taufliege konsumieren ihresgleichen; der kräftigste Tigerhaifetus verspeist im Uterus die schwächeren; junge Ohrwürmer verleiben sich die tote Mutter ein; Jungtiere mancher Spinnenarten fressen die Mutter, Tanten und extra für sie gelegten Eier von Geschwistern; die Schwarze Witwe und die Vogelspinne töten kleine Schlangen und fressen an ihnen; Gottesanbeterinnen verspeisen bisweilen den Fortpflanzungspartner; Bienenköniginnen töten Schwestern, Arbeiterinnen werfen ihre Brüder aus dem Stock zum Verhungern oder töten sie mit einem Stich; Honigtopfameisenarbeiterinnen zerstückeln schwächere Königinnen zum Verzehr von deren Nachwuchs und rotten fremde Nester aus; Wüstenameisen konsumieren Eier, Larven und Arbeiterinnen in Nestern schwächerer Artgenossen und foltern und zerstückeln deren Königinnen vor dem Verzehr; Totenschädelameisen setzen größere Schnappkieferameisen mit Säureeinsatz außer Gefecht, enthaupten sie, sammeln die Köpfe im Bau und schleppen die Leichen zu ihrem Volk zum Zerlegen und Verzehr; weibliche Paviane und Schimpansen töten Jungtiere von Konkurrentinnen; Schimpansengruppen greifen Gorillas an, entreißen Jungtiere der Mutter und töten sie; Pflanzen beseitigen Standortkonkurrenten durch Chemikalien in Wurzeln und Blättern oder locken den Feind der sie fressenden Raupen durch Duftstoffe zum Verzehr an; Abwehrstoffe angeknabberter Tomatenpflanzen machen hungrige Raupen des Eulenfalters zu Kannibalen; der schmarotzende Teufelszwirn zapft die Leitungsbahnen verschiedener Wirtspflanzen an, um Nährstoffe und Wasser zu stehlen sowie durch Verabreichen spezieller microRNAs die Aktivität von Genen zur Verteidigung der Geschädigten zu blockieren; Menschen essen Bestandteile von anderen Lebewesen, manche töten Embryonen oder Feten, andere töten Kinder, Jugendliche und/oder Erwachsene, wenn sie destruktiven Impulsen freien Lauf lassen oder Befehlen von Vorgesetzten folgen.
Nach der Sintflut versprach Gott Noach, seiner Familie und seinen Nachkommen: „Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben“ (Gen 9,11). In Psalm 114 und im Buch Jesaja wird bestätigt, dass Gott der zerstörerischen Kraft des Wassers eine Grenze setzte, die es zukünftig nicht mehr überschreiten darf (vgl. Ps 114,9; Jes 54,9). Demnach wird die Sintflutkatastrophe nicht mehr stattfinden.
Zum kosmischen Vernichtungsszenario enthalten die Prophezeiungen Jesu den Hinweis, dass „gewaltige Zeichen am Himmel“ und „Erschütterungen der Kräfte des Himmels“ auf sein erneutes Kommen verweisen (vgl. Lk 21,11.26). Ob dies sich auf reale Phänomene oder die Erkenntnisse der Astronomie und Kosmologie von solchen Ereignissen bezieht, ist offen.

4. Die Aktivitäten des Mörders von Anfang an
Vom ersten bis zum letzten Buch der Bibel ist vom Teufel als Widersacher Gottes und Urheber des Bösen die Rede. Er heißt auch „Satan“, was im Hebräischen „Widerstand leisten“ bedeutet. Laut dem ersten Schöpfungsmythos der Genesis bot Gott die Erde den Menschen und Tieren als einen Aufenthaltsort an, auf dem sie sich von Pflanzen und Früchten der Samenpflanzen ernährten (vgl. Gen 1,29f). Den Verzehr von „allem Lebendigen, das sich regt“ außer „Fleisch, in dem noch Blut ist“ erlaubte Gott erst nach der Sintflut (vgl. Gen 9,3f).
Das mit Mühsal, Leid und Sterben verbundene Dasein besteht laut Mythos vom Garten Eden seit der Verführung des Menschen durch eine hinterlistige und um sie werbende Schlange. Sie redet der Frau ein, durch den Genuss der „Früchte des Baumes in der Mitte des Gartens“ würden ihr und ihrem Mann die Augen aufgehen: „Ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.“ Nun nimmt die Frau von den Früchten des wie eine Augenweide wirkenden Baumes, gibt auch ihrem Mann davon und beide essen sie. In der Folge erkennen sie ihre Nacktheit, fürchten sich vor Gott und verstecken sich vor ihm. Damit sie die Hand nicht nach dem „Baum des Lebens“ ausstrecken und davon essen, müssen sie den Garten verlassen (vgl. Gen 3).
Aus den beiden Texten kann abgeleitet werden, dass Gott das Verhalten der Menschen beachtet und gegebenenfalls reagiert. Er möchte eine friedliche Menschheit. Doch Satan gaukelt ihr Luftschlösser vor. Menschliches Versagen kann sich auf die Zukunft auswirken. Ein Werden-wie-Gott lässt Gott nicht zu. Der Mensch handelt böse und zerstört die Freundschaft mit Gott, wenn er seine Sterblichkeit durch genetische Eingriffe beseitigen will und moralischen Richtlinien folgt, die Gott missfallen. Der jetzige Mensch ist noch nicht so, wie Gott es vorhatte.
Dass Eva und Adam als Personen einer mythischen Erzählung tatsächlich als erste Menschen auf der Erde gelebt haben, ist nicht belegbar. Ungeachtet dessen stufte die Katholische Kirche sie als Heilige mit zu gedenkendem Festtag am 24. Dezember vor dem Hochfest der Geburt Jesu ein. Wie sie, falls sie existiert haben, nach der Vertreibung aus dem Garten Eden redeten und handelten, weiß kein Mensch. „Adam“ bedeutet im Hebräischen „Erdling“. Laut Mythos ist der Mensch aus Erdboden („adamah“) geformt, was auf seinen materiellen Leib verweist. Erst bei der Vertreibung aus dem Garten nennt Adam seine Frau Eva, was Leben („chawwa“) bedeutet. Äpfel als verlockende Früchte nennt der Text nicht. Dass sie auf Gemälden zu sehen sind, könnte damit zusammenhängen, dass das lateinische Wort „malum“ sowohl „Apfel“ als auch „das Böse“ bedeutet. Der Garten Eden ist zudem nicht das Paradies bzw. der Himmel bei Gott, da der Mensch laut Vorgabe Gottes den Garten bebauen und hüten sollte (vgl. Gen 2,15). Der Mensch stirbt noch nicht (vgl. Gen 2,17), ernährt sich von den Bäumen und gibt jedem lebendigen Wesen einen Namen (vgl. Gen 2,19f).
Dem alttestamentlichen Buch Ijob zufolge gehörte Satan ursprünglich zu den „Gottessöhnen“ und sah den Herrn von Angesicht zu Angesicht. Er durchstreifte die Erde und trat zusammen mit den Seinen vor den Herrn und berichtete ihm von Ijobs Frömmigkeit und rechtschaffenem Handeln. Er behauptete, Ijob fürchte Gott nur, da er ihn beschütze und das Tun seiner Hände segne. Falls der Herr jedoch seine Hand gegen Ijob ausstrecke und Ijob seinen weit im Land ausgebreiteten Besitz verliere, würde er dem Herrn ins Angesicht fluchen. Hier will Satan einen untadeligen und rechtschaffenen Frommen von Gott distanzieren, was ihm aber nicht gelingt. Nachdem Ijob seine Söhne, Töchter, Knechte, Rinder, Kamele, Esel, Schafe, Haus und die übrigen Besitztümer verloren hatte, fiel er zu Boden, betete Gott an und sagte nichts Ungehöriges gegen ihn. Er akzeptierte sogar, dass Satan ihn „mit bösartigem Geschwür von der Fußsohle bis zum Scheitel schlug“ (vgl. Ijob1; 2).
Als drei Freunde ihn besuchten und sieben Tage bei seinem Anblick kein Wort mit ihm reden konnten, verfluchte Ijob allerdings in Verbitterung sein Erdendasein und wünschte, wegen der erschöpften Kraft im Grab zu liegen. Er sprach: „Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren bin, die Nacht, die sprach: Ein Mann ist empfangen.“ Und: „Warum starb ich nicht vom Mutterschoß weg, kam ich aus dem Mutterleib und verschied nicht gleich?“ (Ijob 3,3.11). Er fragte sich, warum Gott Menschen wie ihm Leben schenkt, sie aber den Tod mehr als verborgene Schätze suchen und unter dem Hügel frohlocken würden (vgl. Ijob 3,20-22).
Den Aufenthalt Satans bei Gott deutet auch der Name „Luzifer“ („Lichtträger“) an. Als Ankläger vor dem Herrn erwähnt ihn das Buch Sacharja (Vers 3,1). Bei einer Gelegenheit trat er gegen Israel auf und reizte David zu einer Volkszählung (vgl. 1 Chr 21,1). Im Buch der Weisheit wird gesagt: „Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht. Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt, und ihn erfahren alle, die ihm angehören.“ Der Verfasser wiederholt: „Denn Gott hat den Tod nicht gemacht und hat keine Freude am Untergang der Lebenden. Zum Dasein hat er alles geschaffen“ (Weish 2,24; 1,13f). Die Aussage erinnert an den Mythos vom Garten Eden.
Es lässt sich hier unter anderem das Sterben durch Unfall, Gewalt, Krankheit, destruktive Antriebe wie Dominanz, Habgier, Machtbesessenheit, das zeitlich begrenzte Erdendasein sowie der Verlust des ewigen Lebens bei Gott böswilliger Menschen zuordnen. Laut Bibel kann die irdische Lebensspanne des Menschen 120 Jahre betragen (vgl. Gen 6,3), was mit dem realen Befund übereinstimmt.
Gemäß Aussage Jesu war der Teufel „ein Mörder von Anfang an“ (vgl. Joh 8,44). Er „steht nicht in der Wahrheit“ (vgl. Joh 8,44) und sündigte „von Anfang an“ (vgl. 1 Joh 3,8). In einer Gleichnisdeutung nennt Jesus ihn einen „Feind, der auf dem Acker der Welt Unkraut sät“. Er fügt hinzu: „Das Unkraut sind die Söhne des Bösen“ (vgl. Mt 13,36ff). Das Walten des „Herrschers dieser Welt“ (vgl. Joh 16,11) verlangt von den Menschen ständige Wachsamkeit und entlarvende Klugheit. Schlechtes gibt er als „Vater der Lüge“ als gut aus (vgl. Joh 8,44).
Im Ersten Korintherbrief wird daran erinnert, dass die Väter unter der Wolke durchs Meer zogen und auf Mose getauft wurden. Als sie sich von der Gier beherrschen ließen, habe Gott an den meisten keinen Gefallen mehr gehabt und sie in der Wüste sterben lassen. Einige habe der Verderber umgebracht, weil sie murrten (vgl. 1 Kor 10,1ff). Laut Zweitem Korintherbrief tarnt Satan sich als „Engel des Lichts“ (vgl. 2 Kor 11,14). Paulus bezeugt, ein Bote Satans habe ihn verletzt, um demütig zu bleiben: „Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestoßen: ein Bote Satans, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe“ (2 Kor 12,7). Jesus bat Paulus, die Völker „von der Macht des Satans“ durch Bekehrung zu Gott zu befreien (vgl. Apg 26,18).
Im Judasbrief streitet der Teufel mit dem Erzengel Michael um den Leichnam des Mose (vgl. Jud 9). In der Offenbarung des Johannes heißt Satan auch „der große Drache, die alte Schlange“. Er lebte zunächst im Himmel und wurde bei einem Konflikt mit seinen Mitstreitern von Michael und anderen Engeln auf die Erde gestürzt, wo sie die Menschen verführen und dann ihre Vergehen bei Tag und bei Nacht vor Gott bringen (vgl. Offb 12,7ff).

5. Das dämonische Wirken beim irdischen Aufenthalt Jesu
In den Evangelien tauchen der Teufel und seine Gehilfen, die Dämonen, häufig auf. Nach 40-tägigem Fasten in der Wüste versucht der Teufel Jesus durch aus dem Kontext gerissene Bibelzitate, was das raffinierte, eloquente und scheinheilige Vorgehen des Teufels belegt. Jesus befiehlt ihm: „Weg mit dir, Satan!“ (Mt 4,10). Wiederholt wird Jesus vom Satan attackiert. Er lässt sich von ihm aber nicht blenden und von seiner Mission abhalten.
Für Jesus sind der Teufel und die Dämonen real existierende, personale Geistwesen einer für Menschen nicht wahrnehmbaren Wirklichkeit. Sie haben Fähigkeiten und Mittel zum Verführen, Verwirren und Schädigen. Gemäß Hinweisen Jesu in den Evangelien können Erkrankungen des Körpers, der Psyche und/oder des Geistes dämonisch verursacht sein.
Im Neuen Testament wird zwischen Erkrankungen mit und ohne direkte Anwesenheit des Bösen unterschieden. Eine Erkrankung ohne dämonische Präsenz ist das Fieber der Schwiegermutter des Petrus. Jesus beugte sich über die Kranke und befahl dem Fieber zu weichen. Sofort konnte die Frau wieder arbeiten. Eine dämonische Besessenheit zeigt sich im mentalen, psychischen und physischen Leid eines Mannes bei Gerasa, der in Grabhöhlen lebte. Er schrie unaufhörlich bei Tag und Nacht und schlug sich mit Steinen. Niemand konnte ihn bezwingen, auch nicht mit Ketten und Fesseln. Jesus befreite den Kranken mit göttlicher Kraft und Vollmacht mit dem Befehl: „Verlass diesen Mann, du unreiner Geist!“ Daraufhin verließ eine Legion Dämonen den Kranken und fuhr mit Erlaubnis Jesu in eine Schweineherde. Die etwa 2.000 Tiere stürzten den Abhang hinab und ertranken in einem See (vgl. Mk 5,1ff).
Auffallend ist, dass von Jesus auch neurologische Erkrankungen wie die Epilepsie eines taubstummen Jungen, der unkontrolliert zu Boden fiel, als Besessenheit eingestuft wurden. Zudem heilte Jesus eine Frau mit verkrümmtem Rücken, die „von einem Dämon geplagt wurde“ bzw. „die der Satan seit 18 Jahren gefesselt hielt“, indem er ihr seine Hände auflegte. Die an einem Sabbat in einer Synagoge anwesenden Leute waren darüber erfreut. Den empörten Synagogenvorsteher nannte Jesus einen Heuchler (vgl. Mk 9,14ff; Lk 13,10ff).
Wenn Jesus jemanden von Besessenheit befreite, fielen manche unter lautem Geschrei auf den Boden, ohne sich zu verletzen. Beim Verlassen teilten die Dämonen über die Stimme Befreiter bisweilen mit: „Du bist der Sohn Gottes!“ (Lk 4,41). Er befahl ihnen dann zu schweigen, da die Menschen selbst erkennen sollten, dass er der Messias ist.
Der Ausdruck „Sohn Gottes“ wurde in vorchristlicher Zeit besonders für Pharaonen in Ägypten und für Könige im Orient verwendet. Auch das Alte Testament enthält den Ausdruck. Der leibliche Sohn von David und Nachfolger seines könglichen Vaters „wird für den Herrn Sohn sein“ (vgl. 2 Sam 7,14). Ein vorbildlicher Mensch ist für Gott „sein Sohn“ (vgl. Sir 4,10). Bei den Personen handelt es sich um Menschen, die keinen Anspruch auf göttliche Verehrung haben. Wohin die göttliche Verehrung eines Menschen führen kann, zeigt die blutige „Weltherrschaft“ („imperium sine fine“) von Kaiser Augustus als Sohn des Göttlichen („Caesar divi filius“) vor dem Hintergrund römischen Götter-Glaubens.
Jesus ist der einzige göttliche Sohn des himmlichen Vaters. Er bejahte die Frage des Hohenpriesters beim Verhör vor dem Hohen Rat, ob er der Messias, der Sohn Gottes sei: „Du hast es gesagt“ (Mt 26,64) bzw. „Ihr sagt es – ich bin es“ (Lk 22,70). Zuvor wollten jüdische Kritiker ihn wegen Gotteslästerung steinigen, da er nur ein Mensch sei, sich selbst zu Gott machte und Gott lästerte mit der Aussage: „Ich bin Gottes Sohn“ (vgl. Joh 10,36). Jesus entzog sich aber ihrem Zugriff.
Jesus konnte jede und jeden sofort und vollständig heilen oder befreien, wenn er von den Betroffenen oder stellvertretend einem anderen darum gebeten wurde. Dazu gehörten Menschen mit Aussatz, Epilepsie, Lähmung, Skelettdeformation, Blindheit und Taubstummheit (vgl. Mt 15,30f et al.). Sieben Dämonen verließen Maria Magdalene. Sie begleitete ihn mit anderen Frauen von Dorf zu Dorf, die er geheilt und von bösen Geistern befreit hatte (vgl. Lk, 8,1f). Durch die Menschwerdung Jesu wurden alle Menschen Kinder Gottes (vgl. Joh 1,12; 11,52; 1 Joh 3,1f), menschliche Töchter und Söhne des sie liebenden Vaters im Himmel.
Das dämonische Agieren kann bei Menschen die Gesundheit, das Denken, Empfinden, Reden und Handeln beinflussen. Der Teufel und seine Helfer handeln einfallsreicher, durchtriebener und wirkmächtiger als die Menschen. Als Jesus den Jüngern weissagte, er werde in Jerusalem vieles erleiden, getötet und am dritten Tag auferweckt werden, reagierte Petrus, der Herr möge es verhindern. Aus menschlicher Sicht ist die Aussage nachvollziehbar. Jesus wandte sich aber von ihm ab und befahl: „Weg mit dir, Satan! Geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen. Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen“ (Mt 16,23). Hier versucht der Teufel, durch Eingebung eines Gedankens bei einem engen Vertrauten Jesu, dessen irdische Mission umzulenken.
In den Evangelien findet sich kein Beleg, dass Jesus eine Katastrophe, eine Krankheit oder ein anderes Leid herbeiführte. Als er auf dem Weg nach Jerusalem von Bewohnern eines samaritischen Dorfes nicht aufgenommen wurde, waren zwei Apostel so entsetzt, dass sie ihn fragten: „Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet?“ Unmissverständlich wies Jesus die beiden zur Rache Neigenden zurecht und stellte sich ihrem Ansinnen entschieden entgegen (vgl. Lk 9,51ff). Er respektierte die Ablehnung und verzichtete auf eine zerstörerische Machtdemonstration. Manche außerbiblischen Textüberlieferungen fügten der Aussage Jesu hinzu: „Ihr wisst nicht, was für ein Geist aus euch spricht.“
Jesus lehrte und lebte einen religiösen Glauben ohne Hass, Gewalt und Zwang vor. Er dachte, redete und handelte teilweise anders die Propheten im Alten Bund und viele spätere Christen. Elija sagte zu einem Hauptmann von 50 Leuten, die im Auftrag des Königs Ahasja von Samaria zu ihm mit der Aufforderung gesandt wurden, vom Gipfel eines Bergs zum König herabzukommen: „Wenn ich ein Mann Gottes bin, so falle Feuer vom Himmel und verzehre dich und deine Fünfzig.“ So geschah es, und 51 Personen starben (vgl. 2 Kön 1,9f). Bei den Attacken Satans gegen Ijob heißt es, vom Himmel fallendes „Feuer Gottes“ sei in dessen Schafe und Knechte eingeschlagen und habe sie verzehrt (vgl. Ijob 1,16).

6. „Du sollst nicht morden!“
Gott ist der Urheber und Eigentümer der Welt. Er liebt, was er ins Dasein rief und schont seine Werke (vgl. Sir 42,15ff; Weish 11,24ff). An Zerstörung und Leid hat er kein Gefallen. Besonders liebt er die Menschen mit ihren Schwächen, deren irdische Existenz er wollte. Wird das sensible und liebende Herz Gottes aber zutiefst verletzt, gebietet er dem Teufel keinen Einhalt mehr, damit das Fehlverhalten erkannt, beendet und gegebenenfalls der Schaden gutgemacht wird. In diesem Zusammenhang sprach Jesus vom „Zorn Gottes“ (vgl. Lk 21,23), für den Belege im Alten Testament zu finden sind, etwa Jesaja 45,7, Joël 2,13 und Amos 3,6.
Gott Vater, der durch seinen Sohn Jesus „die Welt erschaffen hat“ und dessen Sohn „das Abbild seines Wesens ist“ (vgl. Hebr 1,2), ist barmherzig, gnädig und gütig (vgl. Ps 145,8f; Joël 2,13). Er vergibt und vergisst die Vergehen, wenn er aufrichtig darum gebeten wird und die Bemühung um zukünftiges Unterlassen sieht. Niemand liebt jede und jeden zärtlicher als der Vater im Himmel, der den Menschen nahe sein will. Er ist kein tyrannischer Herrscher und schreckenerregender Alter mit pompöser Tiara wie auf manchen Gemälden, sondern jung wie Jesus und der liebenswürdigste Freund der Menschen. Er kann in Jesus gesehen werden, da beide Personen eine Einheit sind (vgl. Joh 14,9f).
Im Alten Testament wird teilweise ein anderer Gott präsentiert. Jahwe verbreitet Angst, blickt auf die vor seinem Wort Zitterenden, reagiert mit Unheil bei Abfall von ihm, legt zermürbende Leiden auf, erlaubt Todesurteile und führt Kriege als Herr der Heere (Belege in Psalmen, Jes 54,5; 66,2; Bar 4,28f; Jona 3,10; Mal 1,11). Jahwe entfacht ein loderndes Feuer, sendet die Schwindsucht feisten Männern und nachts einen Engel zum Erschlagen von 185.000 Feinden Israels im Lager der Assyrer (vgl. Jes 10,16; 2 Kön 19,35). Die Wunden kriegerischer Gewalt wie vom Schwert Durchbohrte, vom Hunger Gequälte und verschleppte Propheten und Priester sind Folgen von Unrecht, Schuld der Väter und Sünden gegenüber Gott (vgl. Jer 17ff).
Vermutlich will heute kein gutwilliger Mensch einen Gott lieben, der jeden Erstgeborenen bei Mensch und Vieh in Ägypten erschlägt, den Vernichtenden zum Zerstören erschaften hat, als Krieger vor Zorn schnaubend Pharaos Wagen und seine Streitmacht ins Meer wirft, die Frevler und alle, die Unrecht tun, verlacht und für immer vernichtet, abtrünnige Könige verspottet, die Gewalttätigen aus tiefer Seele hasst, Feinde zerschmettert, Bedrängern die Glieder zerschlägt, die Blutschuld rächt, schonungslos alle Fluren Jakobs vernichtet, in seinem Grimm die Bollwerke der Tochter Juda niederreißt, zum Propheten Hosea sagt, eine Kultdirne zur Frau zu nehmen und mit ihr Kinder zu zeugen, den Weg mancher Menschen zornentbrannt in den Abgrund führt, als siegreicher Held zur Schlacht ruft, die Ausrottung der Völker befiehlt, sie mit eiserner Keule zerschlagen und wie Krüge aus Ton zertrümmern lässt, Übeltäter von der Erde vertilgt und dem die Könige mit Beben die Füße zu küssen haben, was in Ex 12,12f, 15,3ff; Dtn 10,17; 1 Kön 13,34; Jes 35,4, 54,16; Ps 2, 6, 9, 53, 76, 89, 92, 106, 110; Spr 22,23; Sir 5,6f; Klgl 2,2; Hos 1,2; Jona 3,9 und Mi 7,18 ausgesagt wird.
Dazu ist anzumerken, dass Gott so handelte, wenn Menschen ihn als ihren Urheber vergaßen, ihren schlechten Vorhaben freien Lauf ließen oder Götzen verehrten. So wandte sich Salomo, dem Gott zweimal erschienen war, vom Herrn ab und diente fremden Göttern, was Gott ihm verboten hatte (vgl. 1 Kön 11,9f). Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist ein eifersüchtiger Gott (vgl. Ex 20,5; 34,14; Jos 24,19). Jerusalem sündigte schwer und wurde deshalb zum Abscheu (vgl Klgl 1,8). Sogar Kinder wurden Baal geopfert. Es wurde ihm eine Kulthöhe im Tal Ben-Hinnom gebaut und die Söhne und Töchter wurden ihm als Brandopfer dargebracht (vgl. Jer 7,30f; 19,4f; 32,35). Im Buch der Weisheit wird die Verehrung von Götzenbildern als Anfang, Ursache und Höhepunkt aller Übel eingestuft (vgl. Weish 14,27).
Mose sah das vom Herrn abgefallene Israel als „ein falsches, verdrehtes Geschlecht, Verkrüppelte, die nicht mehr seine Söhne sind, ein dummes, verblendetes Volk“ an (vgl. Dtn 32,5f). Der Herr ließ daher über Mose androhen, bei weiterem Nichtbefolgen der Gebote und Missachten seiner Satzungen unter anderem Schwindsucht, das Augenlicht zum Verlöschen bringende und den Atem erstickende Fieber und die Pest zu senden (vgl. Lev 26,16.25).
Gott wollte die ihn zutiefst Verletzenden durch Leid zur Einsicht führen, das ihm missfallende Handeln zu beenden. Wenn Menschen nicht existierende Götter anbeteten und ihnen Brandopfer darbrachten, sich für den Tod und nicht für das Leben entschieden, regte Gott sie mit spürbarer Ernsthaftigkeit zum Nachdenken und Korrigieren des Verhaltens an. Dabei berücksichtigte er den soziokulturellen Entwicklungsstand. Im Übrigen können Wissenslücken und Einfügungen eigener Ansichten bei den Schreibkundigen der Texte nicht ausgeschlossen werden. Zudem gab es Lügen bei Propheten, indem eine falsche Aussage als Mitteilung von Gott deklariert wurde, etwa bei einem alten Propheten in Bet-El (vgl. 1 Kön 13,18).
Jesus ruht als einziger göttlicher Sohn am Herzen des Vaters (vgl. Joh 1,14,18). Er redete und handelte, wie der Vater es ihm aufgetragen hat (vgl. Joh 14,31). Gott gab durch Mose das Gesetz; Jesus verkündete die Wahrheit (vgl. Joh 1,17; 14,6). Der Vater bestätigte es bei der Verklärung Jesu auf einem Berg über eine Stimme aus einer Wolke und ergänzte, auf ihn zu hören: „Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören“ (Lk 9,35).
Für Christen ist daher im Alten Testament nur gültig, was mit der Lehre und dem Handeln Jesu übereinstimmt. Lebenswidrige Bräuche wie die Steinigung einer Frau bei Ehebruch übernahm Jesus nicht. Er ignorierte Gesetze aus finsterer Zeit und lehrte im Auftrag seines Vaters: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“ (Joh 15,12). Zacharias, jüdischer Priester und Vater des Täufers Johannes, weissagte durch Eingebung des Heiligen Geistes: „Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in der Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens“ (Lk 1,78f).
In Jesus offenbarte der Vater sich authentisch den Menschen. Jesus war quasi „der Exeget des Alten Testaments“. Zwischen ihm und dem Vater bestand eine Wirkeinheit, die Jesus charakterisierte: „Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn“ (Joh 5,19). Damit jede und jeder die guten Werke verwirklichen kann, hob Jesus durch sein Sterben das Gesetz samt seinen Geboten und Forderungen auf (vgl. Eph 2,10.15).
Jesus stellte die Liebe und das Verzeihen ins Zentrum seiner Verkündigung. Er verlangte Versöhnung und drohte keine Leiden an. Er verzichtete auf zwölf Legionen Engel, die ihn vor der Gefangennahme bewahrt hätten. Als ein Begleiter einem Diener des Hohenpriesters mit dem Schwert ein Ohr abschlug, heilte Jesus das Ohr und befahl dem Mann: „Steck dein Schwert in die Scheide!“ Er fügte hinzu: „Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen“ (Mt 26,52; Lk 22,50f).
Viele alttestamentliche Stellen entsprechen der Lehre Jesu. Laut Genesis fordert Gott von den Menschen Rechenschaft für jedes vergossene Blut. Beim Bund mit Noach sagte er wie Jesus bei der Gefangennahme: „Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut wird durch Menschen vergossen“ (Gen 9,6). Das Gebot der Nächstenliebe lautet: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ (Lev 19,18). Oder: „Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem anderen nicht zu!“ (Tob 4,15a). Bei den Kriegszügen Israels gegen die Philister wuchsen Gebirge von Gefallenen gespenstisch in die Höhe. Sogar die Bundeslade verhinderte keine Niederlage. Ihr Anblick heizte die Kampfbereitschaft und Tapferkeit der Philister erst richtig an. Hier führte das Einbinden Gottes durch die Bundeslade dazu, dass sie erbeutet wurde sowie 30.000 Mann Fußvolk und die Elis-Söhne Hofni und Pinhas starben (vgl. 1 Sam 4,1-11).
Jesus erlaubte nicht das Töten von Menschen. Die von ihm verkündete Feindesliebe (vgl. Mt 5,44; Lk 6,27), das Böse durch das Gute zu besiegen (vgl. Röm 12,21), fordert den Verzicht auf Freund-Feind-Ideologien und die Beendigung der Kriegs-Spirale. Den Krieg gutheißende Christen befürworten ein Verhalten, das der Lehre Jesu und dem friedlichen Miteinander diametral im Wege steht. Anstatt Meinungsdifferenzen verbal zu klären, erlauben sie, unbekannte Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu töten, Infrastrukturen zu zerstören und Lebensräume der Gott gehörenden Erde (vgl. Ex 19,5) mit Bomben, Raketen und Minen zu ruinieren. Der Apostel Petrus sagte in einer öffentlichen Rede, Gott habe den Frieden durch Jesus verkündet (vgl. Apg 10,36).
Wer einen Menschen tötet, dazu den Befehl erteilt oder es als moralisch erlaubt einstuft, handelt wider das göttliche Gebot „Du sollst nicht morden!“ (Ex 20,13; Dtn 5,17). Christen mit Verantwortung in Kirche, Staat und Theologie, die das Töten von Menschen mit klugen Einfällen rechtfertigen oder tolerieren, gehören zu jenen, von denen Jesus sagte: „Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (vgl. Mt 7,15f). Paulus warnte eindringlich vor einigen Leuten, die ein verfälschtes Evangelium verkünden (vgl. Gal 1,6ff). Der christlichen Gemeinde in Korinth teilte er hinsichtlich der „Zerstörung“ menschlichen Lebens sogar mit: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wer den Tempel Gottes zerstört, den wird Gott zerstören. Denn Gottes Tempel ist heilig und der seid ihr“ (1 Kor 3,16f). Ähnlich äußerte sich der Verfasser des Ersten Johannesbriefes zur Auswirkung des Tötens von Menschen: „Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt“ (1 Joh 3,15).
Jesus verkündete: „Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden“ (Mt 5,5.9). Bei der Aussendung der Jünger grüßte der auferstandene Jesus sie zweimal: „Friede sei mit euch!“ Danach hauchte er sie an, erfüllte sie mit dem Heiligen Geist und beautragte sie, die Sünden zu erlassen (Joh 20,19ff). Wer laut Jesus einen tötet oder ihm auch „nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein“ (vgl. Mt 5,21f).
Der Vater richtet nicht, sondern übertrug es Jesus: „Auch richtet der Vater niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren“, teilte Jesus mit (Joh 5,22). Alle Verstorbenen werden „seine Stimme hören“ und entweder „zum Leben auferstehen“, wenn sie sich um Gutes bemüht haben, oder „zum Gericht“ bei gegenteiligem Reden und Handeln, das nicht bereut wurde. Jede und jeder wird sich selbst im Lichte Gottes beurteilen. Um direkt bei Gott weiter zu leben, hinterließ Jesus das Versprechen: „Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen“ (vgl. Joh 5, 21ff). Wer aber einen Menschen in böser Absicht tötet oder es als Herrscher befiehlt und die Handlung nicht bereut und möglich wiedergutmacht, verliert das ewige Leben bei Gott (vgl. 1 Joh 3,11ff).
Laut Jesus ist Herrschaft mit Unterdrückungs- und Macht mit Missbrauchpotenzial verbunden (vgl. Mt 20,25). Beim Blick in die Geschichte und Gegenwart bekundet sich politischer, wirtschaftlicher und religiöser Machtmissbrauch in vielerlei Formen. Mächtige bedienen sich der Macht, um Verwandten, Freunden, Sympathisanten und sich Vorteile und Vermögen zu verschaffen. Darüber werden sie „am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen“ (vgl. Mt 12,36). In den Himmel wird direkt aufgenommen, wer den Willen des Vaters im Himmel erfüllt hat.
Ausschlaggebend ist nicht, ob ein Mensch bestimmte Handlungen religiöser Praxis pro forma vollzogen hat, sondern ob die innere Bemühung vorlag, im Interesse Gottes zu reden und zu handeln. Viele werden sagen: „Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht?“ Jesus wird ihnen antworten: „Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!“ (Mt 7,22f). Demnach werden nicht der äußere Schein, Titel und Ehrenbezeichnungen beurteilt, sondern ob das Bemühen dem Willen Gottes in der Liebe entsprach. Reden ohne Tun genügt Gott nicht. Ansichten anderer Menschen, die beispielsweise einen Mächtigen einen Wohltäter nennen (vgl. Lk 22,25), fließen in die Schau auf das eigene Leben im Lichte Gottes nicht ein.
Auf die persönliche Verantwortung vor Gott bezogene Aussagen finden sich bereits im Alten Testament. So erinnert der Schreiber des Buches Kohelet daran, die Gebote Gottes zu achten, und fügt hinzu:„Denn Gott wird jedes Tun vor das Gericht bringen, das über alles Verborgene urteilt, sei es gut oder böse“ (12,14). Im Buch Maleachi wird ein Tag göttlicher Gerechtigkeit erwähnt, an dem die Überheblichen und Frevler, die Gott auf die Probe stellten, zu Spreu werden. Anschließend werden sie wie in einem Ofen verbrennen, so dass weder „Wurzel noch Zweig“ von ihnen bleiben. Für die Gerechten hingegen wird die Sonne aufgehen (vgl. 3,13ff).
Jede und jeder legt durch die gewählte und praktizierte Lebensführung fest, ob er/sie ins unermessliche und unvergängliche Licht des Himmels aufgenommen wird, um zu einem neuen Menschen mit einem verklärten Leib zu werden, der dem verherrlichten Leib des auferstandenen Jesus nachgebildet ist (vgl. Röm 8,29), oder den Anspruch auf himmlische Glückseligkeit verliert. Der vollendete Mensch im Himmel hat einen immateriellen Leib (vgl. 1 Kor 15,44ff) und lebt ewig glücklich bei Gott, den Engeln und anderen Menschen.
Wer zu irdischer Lebzeit bewusst im Interesse des Bösen handelt, indem er/sie beispielsweise Gott zutiefst beleidigt, das Liebesgebot aus überheblichem Stolz ablehnt, den Teufel und die Dämonen mit rituellen Praktiken ehrt oder Kinder als Selbstmordattentäter rekrutiert und das Gott missfallende Handeln nicht bereut und möglich wiedergutmacht, entscheidet sich selbst gegen die himmlische Glückseligkeit.
Die endgültige und unwiderrufliche Trennung von Gott bezeichnete Jesus als „Hölle“. Sie betrifft jene, die bewusst und konsequent keine Achtung und Liebe Gott und den Mitmenschen entgegengebracht, ihre schlechten Taten nicht bereut und die Barmherzigkeit Gottes abgelehnt haben. Jeder psychisch und mental intakte Mensch kann seine Lebensweise so gestalten, dass er/sie sich dem Guten widersetzt und im Interesse des Bösen redet und handelt. Die Situation nach dem Sterben entspricht dann der vorherigen (vgl. 2 Kor 11,15). Wer dies leugnet, widerspricht der Lehre Jesu.
Gott kniet quasi vor der autonomen Entscheidung jeder Person. Er beugt nicht den Willen des Menschen und zwingt niemanden, ihn, sich selbst und die anderen zu lieben. Jesus wies seine Jünger jedoch darauf hin: „Jeder, der diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.“ Wer hingegen die Worte Jesu hört und nicht danach handelt, verhält sich wie ein Törichter, der sein Haus auf Sand baute (vgl.Mt 7,24.26).
Um den Menschen einen größeren Rahmen im Denken, Reden und Handeln anzubieten, lässt Gott das dämonische Agieren zu und dem Bösen huldigende Menschen die Früchte nach dem Sterben weiter kosten. Der Täufer Johannes verglich die Hölle mit „nie erlöschendem Feuer“ (vgl. Lk 3,17). Jesus bestätigte es wiederholt und fügte hinzu, die Hölle sei „das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist“ (vgl. Mt 25,41). Er nannte sie auch „Unterwelt“. So würden die Bewohner von Karfanaum, die trotz vieler Wunder sich nicht bekehrten, „am Tag des Gerichts in die Unterwelt hinabgeworfen“ (vgl. Mt 11,20ff; Lk 10,13ff). Wer in der Hölle ist, hat es zu irdischer Lebenszeit selbst gewählt.
Der schlimmste Übeltäter ist nicht in der Hölle, wenn er zu irdischer Lebenszeit Gott um Verzeihen seiner Fehlverhaltensweisen bittet. Bevor manche bei ihm als vollendete Menschen im Himmel sind, werden sie einer inneren Reinigung zur Heiligung unterzogen. Der neben Jesus gekreuzigte Verbrecher, der sein Fehlverhalten bereute und Jesus bat, an ihn zu denken, wenn er in „sein Reich“ komme, war laut Aussage Jesu nach dem Sterben sofort im Himmel. Er erlebte seine vor Gott rein machende Reinigung schon auf der Erde am Kreuz (vgl. Lk 23,32ff). Gott lässt einen Missbrauch seiner Barmherzigkeit aber nicht zu, indem das schlechte Reden und/oder Handel bei klarer Einsicht weiter praktiziert und die Beendigung bewusst hinausaugezögert wird. Dabei ist zu bedenken, dass niemand weiß, ob er/sie vor dem letzten Atemzug noch Gott um Verzeihen der schwerwiegenden Vergehen bitten kann.
Im Himmel leben nur Menschen, die den Dreieinen Gott, die Engel, Menschen und sich selbst in grenzenloser Fülle lieben. Als Hilfestellung äußerte Jesus, vor Gott wie ein Kind zu werden (vgl. Mt 18,3). Wer nach dem Sterben noch nicht wie ein Kind zu lieben vermag und danach verlangt, erwirbt es bei einem Läuterungsprozess mit intensivem Verlangen nach vollkommener Liebe.
In der Bibel wird der jenseitige Reinigungsprozess nicht ausdrücklich genannt. Für Gefallene zu beten und ein Sündopfer darzubringen, damit sie von ihren Sünden befreit werden, impliziert, dass sie noch leben und von ihren Sünden noch nicht befreit sind (vgl. 2 Makk 12,43ff). Nur lebendige Menschen können von ihren Fehlverhaltensweisen befreit werden. In einer Parabel sagt Jesus, Gott vergebe alle Schuld, wenn er um Verzeihung gebeten werde. Wenn aber jemand, dem Gott die Schuld vergab, einem anderen gegenüber kein Erbarmen zeige und ihm nicht vergebe, würde der Vater ihn so behandeln, als „übergäbe er ihn Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt hat“ (vgl. Mt 18,23ff). Die Aussage Jesu bringt zum Ausdruck, dass manche Menschen noch von ihren nicht bereuten Sünden befreit werden, bis sie vor Gott rein sind. Im Ersten Korintherbrief findet sich dazu das Bild eines reinigenden Feuers: „Das Werk eines jedenwird offenbar werden; jener Tag wird es sichtbar machen, weil es im Feuer offenbart wird. Das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt. Hält das stand, was er aufgebaut hat, so empfängt er Lohn. Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch“ (3,13f).
Der zeitlich begrenzte Reinigungsprozess für jene, die zu irdischer Lebzeit das Liebesgebot zu wenig beachtet haben und so vor Gott treten, ergibt sich aus dem Wesen Gottes. Weil er Licht und Wahrheit ist, können nur Menschen mit reinem Herzen ihn sehen, wie er ist. Personen, die Gott, sich selbst und den Mitmenschen zu wenig Liebe geschenkt haben und zu Gott wollen, haben von sich aus das innige Verlangen nach Vervollkommnung. Der barmherzige Gott bietet ihnen nochmals seine Vergebung an, da sie die Liebe unzureichend beachtet haben und es nicht bereut haben.
Eine 20-Jährige aus Belgien, die bei den Schwestern von Mutter Teresa in Russland ein Praktikum absolvierte, dabei den Einsatz auf die Kranken und Ausgegrenzten richtete, sich besonders um mongoloide Kinder kümmerte und im liebevollen und dankbaren Lächeln eines nackten und abgemagerten Mannes das Lächeln Jesu sah, äußerte bei Exerzitien: „Das Kommen des Pfingsten der Liebe hängt von uns ab, von unserer Hingabe an die Barmherzige Liebe in der Nacht der gegenwärtigen Zeit.“ Kurz bevor Claire bei einem Autounfall starb, sagte sie zu ihrer Mutter: „Liebe, liebe, liebe! Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr man es später bereut, nicht geliebt zu haben.“ Oder mit den Worten von Roger Schutz, Gründer der Gemeinschaft von Taizé: „Am Abend unseres Lebens wird es die Liebe sein, nach der wir beurteilt werden, die Liebe, die wir allmählich in uns haben wachsen lassen und sich entfalten lassen, in Barmherzigkeit für jeden Menschen.“
Eine Ausnahme zum Verbot des Tötens von Menschen gibt es bei zwischenmenschlichen und -staatlichen Differenzen in der Regel nicht. Ein auf Machterweiterung fixierter Herrscher, für den außerstaatliches Gebiet wertvoller als die dort lebenden Menschen ist und uneinsichtig seine menschenverachtende Einstellung mit militärischem Blutvergießen realisieren lässt, darf hinter Schloss und Riegel gebracht, aber nicht getötet werden.
Allein bei einem eindeutig erkennbaren Mordvorhaben darf die es beabsichtigende Person als allerletztes Mittel getötet werden, um den Mord zu verhindern. Eine Schusswaffe sollten nur Menschen von staatlichen Einrichtungen wie die Polizei zum Schutz des inneren Friedens und von legalen Unternehmen etwa zur Absicherung von Geldtransporten besitzen. Die dazu Eingesetzten müssen psychisch und mental gesund sein.
Jesus lebte auf der Erde, um „die Werke des Teufels zu zerstören“ (vgl. 1 Joh 3,8). Er wurde ein auf die liebevolle Zuwendung von Menschen angewiesener Säugling, um die Neigung zum Morden und Zerstören durch eine Demutsgebärde Gottes zu blockieren. In der sichtbaren Person Jesu war der für Erdenbewohner sinnlich nicht wahrnehmbare Gott bei den Menschen.
Unzählige haben sich über das Liebesgebot hinweggesetzt. Manche redeten öffentlich von ihrer Bemühung um Frieden, rüsteten aber gleichzeitig zum Krieg. Andere zogen mit pubertärer Begeisterung aufs Schlachtfeld, um in die Anordnung von Krieg nicht eingebundene Unbekannte zu töten, selbst umgebracht zu werden und Eltern mit den Kindern aus der Heimat zu vertreiben. Derzeit sind über 100 Millionen wegen Krieg und diversen Menschenrechtsverletzungen auf der Flucht.
Schon die Vernunft verbietet den Krieg. Denn wer seine Tötung einem anderen nicht erlaubt, darf auch einen anderen nicht töten. Beide haben das gleiche Lebensrecht. Fachpersonen der Allgemeinen Ethik, die das Töten von Menschen im Krieg und Strafvollzug argumentativ absichern, verlangen von Menschen ein Verhalten, das einem Tötungszwang unterliegende Tiere bei der Konkurrenz um Nahrung, Suche einer Fortpflanzungspartnerin oder Übernahme der Gruppenleitung einsetzen. Jede und jeder in die Rechtfertigung oder Ausübung von Tötungshandlungen direkt oder indirekt Eingebundene sollte das moralische Prinzip bedenken: „Das ureigenste aller Menschenrechte ist die Eigenverantwortung“ (Viktor E. Frankl). Für die eigene Beteiligung beim Töten von Menschen ist keine andere Person verantwortlich.
Wer dies nicht einsehen will, am Morden festhält, die Todesstrafte und den Krieg gutheißt, kann sich mit den Gleichgesinnten auf einer unbewohnten Insel fern menschlicher Zivilisation treffen, um sich dort gegenseitig umzubringen.
Albert Einstein forderte 1931 in Anbetracht der aufflammenden Kriegspropaganda nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland, den Krieg möglich schnell zum Verschwinden zu bringen: „Bei diesem Gegenstand komme ich auf die schlimmste Ausgeburt des Herdenwesens zu reden: auf das mir verhasste Militär! Wenn einer mit Vergnügen in Reih und Glied zu einer Musik marschieren kann, dann verachte ich ihn schon; er hat sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde. Diesen Schandfleck der Zivilisation sollte man so schnell wie möglich zum Verschwinden bringen. Heldentum auf Kommando, sinnlose Gewalttat und die leidige Vaterländerei, wie glühend hasse ich sie; wie gemein und verächtlich erscheint mir der Krieg: Ich möchte mich lieber in Stücke schlagen lassen, als mich an einem so elenden Tun beteiligen! Ich denke immerhin so gut von der Menschheit, dass ich glaube, dieser Spuk wäre schon längst verschwunden, wenn der gesunde Sinn der Völker nicht von geschäftlichen und politischen Interessenten durch Schule und Presse systematisch korrumpiert würde.“
90 Jahre danach appellierte Papst Franziskus: „In jede Gegend der Menschheit, der wir angehören und die uns angehört, weil wir alle Brüder und Schwestern sind, wollen wir das Lied vom Leben bringen! Setzen wir uns dafür ein, dass die Todesschreie verstummen, genug der Kriege! Die Produktion und der Handel von Waffen mögen gestoppt werden, denn wir bedürfen des Brotes und nicht der Gewehre.“ Die Politiker aller Staaten rief der Papst auf, sich für ein Ende des Krieges einzusetzen: „Bitte lassen Sie die jungen Generationen die gesunde Luft des Friedens atmen, nicht die verschmutzte Luft des Krieges, der Wahnsinn ist!“
In der Neujahrsansprache 2023 für das Diplomatische Corps von 183 Staaten bezeichnete der Papst die derzeit militärisch ausgetragenen Konflikte als einen „dritten Weltkrieg in Teilen“, denn: „Heute ist der dritte Weltkrieg in einer globalisierten Welt im Gange, in der die Konflikte zwar nur bestimmte Gebiete des Planeten direkt betreffen, aber im Grunde genommen alle mit einbeziehen.“ Zum Erlangen globalen Friedens sei die Kultur der Unterdrückung und Aggression in allen Staaten zu überwinden.

7. „Der Geist der Wahrheit wird in die ganze Wahrheit führen…“
Zumindest ein Teil lebensbedrohlicher Viren könnten clever konzipierte Produkte des „Mörders von Anfang an“ sein. Von Lebewesen übernahm oder kopierte und modifizierte er Erbmaterial. Später beeinflusste er bei nachlassender Wirksamkeit die Mutantenbildung. So lagen der rasanten Verbreitung der Mutante Omikron zirka 50 genetische Veränderungen gegenüber dem Ausgangstyp zu Grunde. Bei diesem war nur jeder tausendste Infizierte ein Superspreader, bei Omikron jeder zehnte bis zwanzigste. Außerdem hatte Omikron eine stärkere Immunflucht als die vorherigen Mutanten, und bei Kindern könnten mehr Pseudokruppanfälle durch Omikron ausgelöst worden sein.
Die Omikron-Subvariante BQ.1.1. mit deutlich höherer Übertragbarkeit als die ursprüngliche Omikron-Mutante erhielt bemerkenswerterweise die inoffizielle Bezeichnung „Höllenhund“ bzw. „Kerberus“. In antiken Erzählungen der Griechen ist der Hund Kerberos, oft dargestellt mit mehreren Köpfen und umwunden von Schlangen, der Torhüter zum Hades. Über ihn gelangen die Toten ohne Rückkehr in die Unterwelt. Die virale Subvariante umgeht die Immunabwehr wegen der Mutationen am Spike-Protein besser als vorherige Varianten. Die Infizierten stecken zwischen 60 und 80 Prozent mehr Personen an als die zuvor mit BA.5 Infizierten.
Bei der Entstehung des Pestbakteriums und mancher Krebszellen könnte der Teufel ebenfalls agiert haben. Im 14. Jahrhundert starben bei der Pest über 20 Millionen Menschen bzw. jeder Dritte in Europa. Durch raffinierte Strategien wie Zellmembranlöcher verschließende Reparaturproteine wehren Krebszellen den Angriff des Immunsystems ab und verhindern dadurch den programmierten Zelltod. Auch bei der tendenziellen Verschlechterung des humanen Genoms könnte der Teufel die Hand im Spiel haben. Tausende „Risikogene“ für potenzielle und unausweichliche Gesundheitsprobleme sind heute bekannt. Um Krankenheilungen durch okkult-verbale Praktiken vorzutäuschen, beendet der Teufel den Einfluss. Damit die Fachpersonen der Biotechnologie nicht weiter im Interesse des Bösen handeln, sollten Experimente zur Erzeugung pathogener Krankheitserreger beendet werden. Das Gleiche sollte für Aggressivität steigernde sowie klares und verantwortungsvolles Denken eintrübende Wirkstoffe gelten.
Das zukünftige Pandemiegeschehen durch sprunghafte Entstehung neuer Viren, vielfach mutierte Ausgangstypen und Rekombination vorhandener ist offen. Auch die anderen gesundheitlichen Herausforderungen der Zukunft sind ungewiss. Gott kann die lebenswidrigen Attacken des Bösen aber außer Kraft setzen (vgl. Sach 3,2; Jud 9), besonders wenn Menschen ihn darum bitten. Laut Ijob1,12 kann Satan nur machen, was Gott zulässt. Ausgeschlossen ist der Gedanke, der Teufel und seine Helfer seien Gott überlegen. Ihrem Urheber sind sie immer unterlegen.
Jesus hat den Bösen am Kreuz besiegt. Das Erlösungsopfer Jesu setzt das Agieren Satans voraus. Durch sein Leiden und Sterben entmachtete Jesus den die Gewalt über den Tod innehabenden Teufel (vgl. Hebr 2,14). Zuvor war Jesus in Städten und Dörfern unterwegs, um Gutes zu tun und „alle zu heilen, die in der Gewalt des Teufels waren“ (vgl. Mt 4,24; Apg 10,38).
Jesus beauftragte die Jünger, Kranke zu heilen, Dämonen auszutreiben und unlängst Verstorbenen das Weiterleben von Gott zu erbitten: „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!“ Dabei gilt: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“ (vgl. Mt 10,6-8). Demnach können uneigennützig handelnde Nachfolger der Jünger dies realisieren, wenn Gott an ihrer Seite ist.
Bei der Verkündigung der Liebesbotschaft Jesu durch den Apostel Philippus in Samarien fuhren aus vielen Besessenen unter lautem Geschrei die unreinen Geister aus. Gelähmte und andere Kranke wurden geheilt, so dass große Freude herrschte (vgl. Apg 8,5ff). Eine Viper, die Paulus auf Malta fest in die Hand biss, fügte ihm keinen Schaden zu. Einheimische meinten, die Hand würde anschwellen und Paulus würde plötzlich tot umfallen. Stattdessen heilte Paulus den an Ruhr fiebrig erkrankten Vater eines gastfreundlichen Mannes durch Auflegen der Hände und andere Kranke (vgl. Apg 28,1ff). Beim öffentlichen Auftreten der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder. Alle herbeigebrachten Kranken und von Dämonen Geplagten wurden geheilt (vgl. Apg 5,12ff). Es belegt, dass das lebenswidrige Agieren des Teufels über menschliche Werkzeuge von Gott außer Kraft gesetzt werden kann.
Wer die Aussagen Jesu in den Evangelien über den Bösen als zutreffend einstuft, kann seine Existenz nicht leugnen. Das Erdendasein kann als ein Dornenweg mit zermürbenden Herausforderungen erlebt werden, auf dem fast nur Durststrecken zu bewältigen sind. Die Zeiten mit unerträglichem Leid können die glücklichen vielfach übertreffen. Auch Jesus war tief erschüttert und weinte, als er auf die zukünftige Zerstörung Jerusalems blickte und in Betanien die zwei weinenden Schwestern seines vor vier Tagen verstorbenen Freundes Lazarus und andere Trauernde sah. Doch er ließ Lazarus das Grab lebend verlassen (Joh 11,17ff).
In Jesus war auch Gott Vater auf der Erde, da beide Personen eine Einheit sind. Den Jüngern prophezeite Jesus, sie würden versprengt werden und ihn allein lassen. Doch der Vater würde ihn nicht allein lassen: „Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir“ (Joh 16,32). Der Vater war in Jesus auf der Erde unter den Menschen, um seine Werke zu vollbringen (vgl. Joh 14,10f). Sie erkannten ihn aber nicht, kritisierten seine Worte, misshandelten ihn trotz des Guten, das er ihnen tat, verspotteten ihn, kreuzigten ihn und ließen ihn die bittere Qual des Sterbens erleben. Erst kurz vor Abschluss des Sterbens war Jesus allein, so dass er ausrief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34). Gott Vater und Jesus litten, da sie die Menschen mehr lieben als sich selbst. Niemand kann sagen, Gott habe ihm beim irdischen Aufenthalt mehr zugemutet als sich selbst.
Damit der himmlische Vater besser erkannt und ihm entsprechend verehrt werden kann, sollte er durch ein eigenes Hochfest von der Katholischen Kirche geehrt werden. Dass Gott als Vater angerufen und angebetet werden will, teilte er in vorchristlicher Zeit „seinem Knecht David“ mit (vgl. Ps 89,27). Dieses Anliegen ist liturgisch bedeutsamer, als des Täufers Johannes, einzelner Apostel, der Mutter Jesu oder der Weihe einer spätantiken Kirche in Rom zu gedenken. Der Termin des Festtages zur Vertiefung der persönlichen Beziehung zwischen Gott Vater und den Menschen sollte zum jahreszeitlichen Feiern passen. Es bietet sich etwa der erste Sonntag im August an.
Wie Gott Vater im Neuen Bund unter den Menschen auf der Erde weilte, so war Jesus im Alten Bund anwesend. Laut Paulus tranken alle Israeliten bei der Wanderung durch die Wüste „den gleichen gottgeschenkten Trank; denn sie tranken aus dem lebenspendenden Felsen, der mit ihnen zog. Und dieser Fels war Christus“ (vgl. 1 Kor 10,4). Jesus offenbarte dies Paulus: „Ich erkläre euch Brüder: Das Evangelium, das ich verkündet habe, stammt nicht von Menschen; ich habe es ja nicht von einem Menschen übernommen oder gelernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi empfangen“ (Gal 1,11f). Jesus bat außerdem den Jünger Hananias in einer Vision, zu Paulus nach Tarsus wegen seines Auftrags zu gehen: „Denn dieser Mann ist mein auserwähltes Werkzeug: Er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen“ (Apg 9,15). Von daher war Jesus im Alten Bund anwesend.
In diesem Zusammenhang bedarf ein biblischer Widerspruch einer Klärung. Im Buch Exodus heißt es: „Der Herr und Mose redeten miteinander Auge in Auge, wie Menschen miteinander reden“ (Ex 33,11). Laut Jesus hat aber nur er, der von Gott sei, den Vater gesehen: „Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen“ (Joh 6,46). Oder: „Niemand hat Gott je gesehen“ (Joh 1,18) bzw. „Niemand hat Gott je geschaut“ (1 Joh 4,12). Kritikern teilte Jesus zu seinem Vater mit: „Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt je gesehen“ (Joh 5,37). Es ist daher zu fragen, mit wem Abraham, Isaak, Jakob, Mose, Aaron, Nadab, Abihu, die 70 Ältesten Israels, Gideon und Salomo Kontakt hatten.
Der Widerspruch lässt mindestens zwei Lösungsversuche zu. Einerseits könnte es sich bei den im Alten Bund geschilderten Gottesbegegnungen um mystische Erlebnisse handeln. Gott teilte sich auserwählten Personen über Visionen und Einsprechungen mit, ohne auf der Erde real anwesend zu sein. Wer aber später Jesus sah und mit ihm redete, hatte Kontakt mit einem materiell anwesenden Mann. Jede und jeder konnte Jesus leibhaftig sehen und berühren.
Andererseits könnte Jesus mit Männern des Alten Bundes geredet haben. Er beteiligte sich bei der Erschaffung der Welt als „das Wort“ und war, „noch ehe Abraham wurde“ (vgl. Joh 1,3; 8,58). Der Vater zeigt sich in ihm: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9). Jesus ist im Vater und der Vater in ihm: „Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist“ (Joh 14,11). Gott Vater war bei der Wanderung durch die Wüste und Durchquerung des Meeres in der Wolkensäule am Tag und in der Feuersäule nachts dabei und zeigte den Israeliten den Weg (vgl. Ex 13,21; 1 Kor 10,1f). Hätten Männer des Alten Bundes ihn konkret gesehen, wären die Mitteilungen Jesu über den Vater nicht notwendig gewesen. Jesus offenbarte aber authetisch seinen Vater, der auch der Vater der Menschen ist. Jesus redete und handelte im Neuen Bund teilweise anders, da der soziokulturelle Hintergrund nun ein anderer war und er den Wissensstand der Menschen berücksichtigte.
Aus der Anwesenheit Jesu und des Vaters folgt, dass auch Gottes Geist im Alten Bund zugegen war. Als „Himmel und Erde“ ins Dasein gerufen wurden, schwebte er „über dem Wasser“ (vgl. Gen 1,2). Der Psalmist erwähnt die lebendig machende und erneuernde Kraft von Gottes Geist: „Sendest du deinen Geist aus, so werden sie erschaffen, und du erneuerst das Antlitz der Erde“ (Ps 104, 30). Der Geist Gottes erwählte Propheten, um den Messias anzukündigen. Auf ihn lässt der Geist des Herrn sich nieder (vgl. Jes 11,2). 70 Älteste, Eldad und Medad gerieten durch Gottes Geist „in prophetische Verzückung, die kein Ende nahm“. Daher bat ein Diener Mose, sie daran zu hindern. Mose aber sagte: „Wenn nur das ganze Volk des Herrn zu Propheten würde, wenn nur der Herr seinen Geist auf sie alle legte!“ (vgl. Num 11,25ff).
Zur ständigen Einheit vom Vater und Jesus passt, dass beide in der Bibel als „Herr – Fels – Erlöser“ bezeichnet werden. Ein Lied des Mose enthält die Aussagen: „Ich will den Namen des Herrn verkünden; preist die Größe unseres Gottes! Er heißt: Der Fels“ (Dtn 32,3f). Der Psalmist jubelt: „Es lebt der Herr! Mein Fels sei gepriesen“ (Ps 18,47). Der Herr spricht zu seinem Herrn: „So spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße“ (Ps 110,1). Laut Jesus hat David durch Erleuchtung des Geistes Gottes erkannt, dass der Messias sein Herr ist (vgl. Mt 22,41ff; Mk 12,35ff; Lk 20,41ff). Im Buch Jesaja heißt es: „Verlasst euch stets auf den Herrn; denn der Herr ist ein ewiger Fels.“ Und: „So spricht der Herr, dein Erlöser“ (Jes 26,4; 44,24; 48,17). Eine Bestätigung: „Du hast mit starkem Arm dein Volk erlöst, die Kinder Jakobs und Josefs“ (Ps 77,16).
Jesus redete als „der Herr“ mit Marta aus Betanien (vgl. Lk 10,41). Seine Jünger sprachen ihn mit „Herr“ an (vgl. Joh 11,12), der Apostel Thomas den auferstandenen Jesus mit „Mein Herr und mein Gott!“ (vgl. Joh 20,28). Paulus fragte die Stimme: „Wer bist du Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst“ (Apg 9,5). Er nannte den Vater „Gott Jesu Christi – Gott, den Vater Jesu Christi – den Vater der Herrlichkeit“ und Jesus „unseren Herrn“ (vgl. Eph 1,17; Kol 1,3). Zudem glaubte er wie viele andere: „Gott hat den Herrn auferweckt“ (1 Kor 6,14).
Die Gottheit Jesu impliziert jedoch, dass er aus eigener Kraft auferstehen konnte. Bei den jeweils drei Ankündigungen im Matthäus-, Markus- und Lukasevangelium sagt Jesus, der selbst Gott ist, zu seinen Jüngern, er „werde am dritten Tag auferstehen“ (etwa Mt 20,19). Beim verstorbenen Lazarus sagt er zu ihnen hingegen: „Aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken“ (Joh 11,11). Daher ist Jesus der Auferstandene, Lazarus der Auferweckte. Nach dem Sterben lebte Jesus weiter, auch wenn sein Körper leblos in einem Grab lag. Zudem hat er die gleiche Macht über das Leben der Menschen wie der Vater (vgl. Joh 5,21). Es ist aber ein Geheimnis, welchen Anteil der Vater und Jesus bei seiner Auferstehung hatten.
Zu ergänzen ist, dass auch Abraham als dem Auserwählten Jahwes (vgl. Jes 51,1f) und Petrus als dem irdischen Nachfolger Jesu der Ausdruck „Fels“ zugeordnet wird (vgl. Mt 16,18). Für Paulus ist auch der enthüllende, befreiende und verwandelnde Geist Gottes „der Herr“: „Weil wir eine solche Hoffnung haben, treten wir mit großem Freimut auf, nicht wie Mose, der über sein Gesicht eine Hülle legte, damit die Israeliten das Verblassen des Glanzes nicht sahen. Doch ihr Denken wurde verhärtet. Bis zum heutigen Tag liegt die gleiche Hülle auf dem Alten Bund, wenn daraus vorgelesen wird, und es bleibt verhüllt, dass er in Christus ein Ende nimmt. Bis heute liegt die Hülle auf ihrem Herzen, wenn Mose vorgelesen wird. Sobald sich aber einer dem Herrn zuwendet, wird die Hülle entfernt. Der Herr aber ist der Geist, und wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit. Wir alle spiegeln mit verhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn“ (2 Kor 3,12ff). Von daher kann jede der drei göttlichen Personen als „der Herr“ angesehen werden, wobei insbesondere Gottes Geist noch eine Fülle weiterer Vorstellungen zulässt. Wer das Wesen der dritten Person des Dreieinen Gottes ergründen will, muss mit viel Sensibilität, Behutsamkeit und Liebe sich ihr nähern.
Jesus hinterließ das Versprechen: „Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil“ (Mk 11,24). Oder: „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun“ (Joh 14,12-14). Oder auch: „Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten“ (Joh 15,7).
Laut Jesus kümmert der Vater im Himmel sich mehr um die Menschen als die Eltern um ihre Kinder (vgl. Mt 7,7ff). Der himmlische Vater gibt den Menschen, worum sie ihn bitten: „Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten“ (Mt 18,19). Und: „Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben. Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist“ (Joh 16,23f).
Vergleichbare Aussagen finden sich im Alten Testament. Der Psalmist schreibt, David werde zum Herrn rufen: „Mein Vater bist du, mein Gott, der Fels meiner Rettung“ (Ps 89,27). Jahwe beachte die Bitten der Menschen: „Du erhörst die Gebete“ (Ps 65,3). Oder: „Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr; er entreißt sie all ihren Ängsten“ (Ps 34,18). An anderer Stelle wird gesagt: „Das Flehen des Armen dringt durch die Wolken, es ruht nicht, bis es am Ziel ist. Es weicht nicht, bis Gott eingreift und Recht schafft als gerechter Richter“ (Sir 35,21f).
Die biblischen Zitate sind ohne Nennung einer Ausnahme im Indikativ und nicht im Konjunktiv formuliert. Daher wird Gott die lebenswidrigen Übel wie Covid-19 und Influenza beseitigen, wenn die biblischen Aussagen korrekt sind und genug Menschen mit dem Glauben und Vertrauen eines Kindes ihn darum bitten. Der Dreieine Gott kann Zeichen und Wunder wirken (vgl. Dan 6,28; Apg 5,12) – besonders in schwieriger Zeit. Die Kriege kann der Mensch kraft seiner Vernunft selbst beenden. Dabei steht Gott den Gutwilligen gerne zur Seite, wenn sie es wollen.
Falls die Versprechen Gottes in der Bibel von Menschen erfunden wurden, falsch überliefert sind oder von Gott ignoriert werden, sollte er sich nicht wundern, wenn Personen mit religiös offenem Herzen von ihm ent-täuscht sind, sich distanzieren oder den Glauben verlieren.
Im Mythos vom Garten Eden sagt der Herr zur Schlange nach der gelungenen Verführung des Menschen: „Feindschaft setze ich zwischen dich und der Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst ihn an der Ferse“ (Gen 3,15). Demnach besteht eine feindschaftliche Beziehung zwischen Satan und einer Frau, deren Kinder die Seinigen „am Kopf treffen“. Die Frau ist Maria, die jungfräuliche Mutter Jesu, die nach der Empfängnis Jesu beim Besuch der schwangeren Mutter des Täufers Johannes unter anderem ausrief: „Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter“ (Lk 1,48).
Die Mutter Jesu ist eine demütige und nachdenkliche Person. Als sie vom Engel Gabriel erfuhr, sie habe bei Gott Gnade gefunden und werde einen Sohn durch Herabkunft des Heiligen Geistes und Überschattung mit der Kraft des Höchsten empfangen, dem sie den Namen Jesus geben solle, willigte sie ein, obwohl sie nicht wusste, wie dies ohne Beteiligung eines Mannes geschehen soll: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38). Die Menschwerdung Jesu vollzog sich bei der Empfängnis, nicht erst bei der Geburt, die an Weihnachten gefeiert wird. Zudem überlegte Maria, was der Gruß des Engels zu bedeuten habe, bewahrte die Worte der Hirten nach der Geburt Jesu und das Geschehen, als der 12-jährige Jesus beim Paschafest im Tempel zu Jerusalem zurückblieb, in ihrem Herzen und erwog alles (vgl.Lk 1,29; 2,19.51). Sie wollte den verborgenen Sinn dahinter erkennen.
Jesus teilte vieles nicht mit, da die Zeit dafür noch nicht reif war: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen“ (Joh 16,12f). Jesus versprach, den göttlichen Beistand zu senden, der von dem nimmt, was er hört und das dem Vater und Jesus gehört, um das Kommende zu verkünden (vgl. Joh 16,7.13-15). Laut Erstem Korintherbrief „enthüllt Gottes Geist das Geheimnis der verborgenen Weisheit Gottes“ (vgl. 2,7.11). Demnach führt der Geist Gottes die Verkündigung Jesu durch Ausschmückungen in die ganze Wahrheit. Dabei bedient er sich menschlicher Personen.

8. Die Hilfe der von Gott erwählten Wegbegleiterin
Wenn Erlebnisse wie der gemeinsame Gang von zwei Jüngern mit dem auferstandenen Jesus nach Emmaus, die Jesus-Vision des Christenverfolgers Paulus vor Damaskus oder die Befreiung des Petrus durch Intervention eines Engels im Gefängnis für den christlichen Glauben eine wegweisende Bedeutung haben, könnte die Mutter Jesu, umgeben von Licht und Tausenden von Engeln, schon im Jahr 40 dem Apostel Jakobus in der Nähe vom heutigen Saragossa in Spanien Mut bei der Verkündigung der Lehre Jesu zugesprochen und ihm versichert haben, sein Wirken werde viele Früchte tragen. Mystische Erlebnisse wie diese sind Bestandteile der Geschichte christlichen Glaubens. Es werden nun drei mystische Ereignisse der heutigen Zeit ohne Beurteilung kurz vorgestellt. Echtheitsnachweise durch eindeutige Belege und nicht anzweifelbare Argumente würden zu einem Glaubenszwang führen, den Gott nicht will.
1917 könnte Maria als ehemals jüdisches Mädchen, auf dessen Niedrigkeit der Herr schaute und an dem der Mächtige Großes tat (vgl. Lk 1,48f) und das als Mensch im Himmel vollendet ist, drei Kindern aus Fatima in Portugal kurz die Hölle „als Feuermeer mit dem widerlichen Teufel und vor Schmerz schreienden Menschen“ gezeigt haben. Damit die Drei beim Anblick nicht starben, versprach Maria ihnen zuvor den Himmel.
Abermillionen Menschen aus den meisten Ländern der Erde haben den Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina mit einem vom Papst beauftragten Visitator besucht, an dem vier weibliche und zwei männliche Personen bezeugen, Maria würde sich ihnen seit dem 24. Juni 1981 mit individuell verschiedener Häufigkeit im ekstatischen Zustand zeigen und mit ihnen in der Landessprache sprechen. Bei ganz innigen Anliegen betet sie in ihrer Muttersprache. In den 1980er Jahren sahen die damals Jugendlichen Jakov und Vicka kurz den Himmel, das „Fegefeuer“ als seelische Reinigung Verstorbener und die Hölle. Mirjana begegnete in Medjugorje dem Teufel als einem misslungenen Imitat Mariens. Und Ivanka erblickte bei der letzten regelmäßigen Vision Mariens auch zwei Engel und durfte auf Wunsch mit ihrer zuvor verstorbenen Mutter kurz sprechen. Sie umarmte und küsste ihre Tochter.
Beim Blick in den Liturgischen Kalender entsteht der Eindruck, dass primär Päpste, Bischöfe, Priester und Ordensangehörige im Himmel sind. Im Unterschied dazu sah Vicka im Himmel vor allem Hausfrauen. Es ist skandalös, dass ein Seligsprechungsverfahren bis zu 250.000 Euro kostet. Außerdem kann kein Mensch das Denken und Wollen eines Verstorbenen authentisch beurteilen. Nur Gott kennt es in der Gesamtheit und entscheidet, wer wann in den Himmel aufgenommen wird. Das verlangte Wunder vollbringt letztlich Gott. Die Zeichen wie Heilungen und Dämonenaustreibungen bei der Verkündigung der Apostel ließ der Herr geschehen (vgl. Mk 16,20). Menschen können Gott darum bitten. Zudem kann er ihnen die Vollmacht und die Kraft geben, in seinem Auftrag Leiden zu heilen und Dämonen auszutreiben, um den Glauben zu stärken. Dabei wirkt Gott in ihnen und deutet seine Nähe zu den Menschen an.
Am 25. März 2020 wies Maria in Medjugorje darauf hin, dass Satan das Leben der Menschen und die Erde zerstören will. Offen ist, ob er es selbst oder mit Hilfe menschlicher Werkzeuge realisieren will. Einen Tag nach dem Einfall russischen Militärs in der Ukraine gab sie am 25. Februar 2022 die Botschaft: „Liebe Kinder! Ich bin bei euch und beten wir gemeinsam. Meine lieben Kinder, helft mir mit dem Gebet, damit Satan nicht vorherrscht. Seine Macht des Todes, des Hasses und der Angst hat die Erde heimgesucht. Darum, meine lieben Kinder, kehrt zu Gott und dem Gebet zurück, zum Fasten und zur Entsagung für all jene, die niedergetreten, arm sind, und keine Stimme haben in dieser Welt ohne Gott. Meine lieben Kinder, wenn ihr nicht zu Gott und zu seinen Geboten zurückkehrt, habt ihr keine Zukunft. Deshalb hat er mich zu euch gesandt, um euch zu führen. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“
Direkt nach der Weihe der Menschheit mit namentlicher Nennung Russlands und der Ukraine an das reine Herz Mariens durch den Papst und katholische Bischöfe charakterisierte Maria die aktuelle Situation der Menschheit am 25. März 2022: „Liebe Kinder! Ich höre euer Flehen und eure Gebete für den Frieden. Satan kämpft seit Jahren für Krieg. Deshalb hat Gott mich unter euch gesandt, um euch auf dem Weg der Heiligkeit zu führen, denn die Menschheit steht am Scheideweg. Ich rufe euch auf, zu Gott und den Geboten Gottes zurückzukehren, damit es euch wohl ergehe auf Erden und dass ihr aus dieser Krise herausgeht, in die ihr hineingegangen seid, weil ihr nicht auf Gott hört, der euch liebt und euch retten will und euch in ein neues Leben führen möchte. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“
Vier Monate nach Kriegsbeginn bedankte sie sich am 25. Juni 2022 für die Gebete und Opfer, betonte die Wichtigkeit menschlicher Werkzeuge bei der vom Heiligen Geist gelenkten Realisation ihres heilsamen Plans und versprach ihre Nähe in den Tagen dämonischer Bemühung: „Liebe Kinder! Ich freue mich mit euch und danke euch für jedes Opfer und Gebet, das ihr in meinen Anliegen dargebracht habt. Meine lieben Kinder, vergesst nicht, dass ihr wichtig seid in meinem Plan des Heils der Menschheit. Kehrt zu Gott zurück und betet, damit der Heilige Geist in euch und durch euch wirke. Meine lieben Kinder, ich bin mit euch auch in diesen Tagen, in denen Satan sich um Krieg und Hass bemüht. Die Spaltung ist stark und das Böse wirkt im Menschen wie nie zuvor. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“
Maria spricht die Menschen als ihre lieben Kinder an, da sie die Mutter Jesu ist, der durch die Menschwerdung zum Bruder der Menschen wurde. Der sterbende Jesus sagte auf seine Mutter und den Jünger blickend, den er liebte und der als einziger Apostel anwesend war: „Frau, siehe, dein Sohn!“ Und zu Johannes: „Siehe, deine Mutter!“ (Joh 19,26f). Da Jesus alle Menschen wie den Jünger liebt, wurde er stellvertretend für alle Menschen zum Kind seiner Mutter. Die Menschen sind Söhne und Töchter Gottes (vgl. Jes 43,7) und Mariens. Jede und jeder kann aber die persönliche Beziehung zu ihr selbst festlegen, etwa auch als Schwester, Weggefährtin oder Fürsprecherin bei Gott. Wie der Polarstern ganzjährig nach Norden zeigt und um ihn herum sich scheinbar der ganze Sternenhimmel dreht, da er genau in der Verlängerung der Erdachse steht, so möchte Maria jede und jeden dafür Offenen einfühlsam und sicher zu Gott in die himmlische Herrlichkeit führen. Ein Blick auf ein anderes mystisches Ereignis:
Laut Zeugnis von vier Mädchen aus Garanbadal in Spanien hatten sie von 1961 bis 1965 über 2.000 Begegnungen im ekstatischen Zustand mit Maria. Am 1. Januar 1965 habe sie Conchita mitgeteilt, Gott werde zum gegebenen Zeitpunkt allen Menschen den Zustand ihrer Seele aus seiner Sicht durch ein Ereignis in der Atmosphäre zeigen. Alle würden es sehen sowie körperlich und seelisch wie ein Feuer spüren. Niemand werde durch das Ereignis selbst sterben. Es sei aber möglich, wegen starker innerer Erregung zu sterben. Die Seelenschau soll bewirken, die Gutwilligen näher zu Gott zu bringen und die anderen zur Umkehr zu motivieren. Gemäß Hinweis von Loli bei einem Telefonat von 1983 werde es geschehen, wenn die Menschheit es „am notwendigsten“ brauche.
Nach Aussage Conchitas werde Gott innerhalb eines Jahres nach der warnenden Seelenschau an einem Donnerstagabend in Garabandal ein Wunder wirken, das deutlich größer und überzeugender als das Sonnenwunder in Fatima sein und ungefähr eine Viertelstunde dauern werde. Bei den Kiefern oberhalb des Dorfes entstünde etwas Nicht-Materielles, das einer Rauchsäule ähnlich sei, gesehen und fotografiert, aber nicht berührt werden könne. Die in Garabandal anwesenden Kranken würden geheilt. Laut Einsprechung Jesu an Conchita von 1963 würden die Herzen vieler Menschen durch das Wunder sich für die Liebe Gottes öffnen. Der junge Theologe und Jesuit Luis Andréu sah am 8. August 1961 abends bei den Kiefern die Jungfrau und das Wunder vorab. Danach war er so glücklich, dass er morgens gegen vier Uhr bei der Heimfahrt auf dem Beifahrersitz des Autos vor Freude starb.
Falls die Menschheit nach der Warnung und dem Wunder Gott weiter beleidigt, geschehe etwas, dessen Anblick bei den Kindern gellende Angstschreie auslöste. Sie deuteten es als ein schreckliches Strafgericht.
Dazu ist anzumerken, dass Aussagen über den genauern Verlauf der Ereignisse und die mutmaßlichen Zeitpunkte spekulativ sind. Allein Gott entscheidet und kennt die Daten. Es kann jede Ankündigung zudem durch Liebe zu ihm und den Mitmenschen, Gebet und Fasten (Verzicht auf etwas Überflüssiges wie Krimi, Unterhaltung, Süßigkeit oder alkoholisches Getränk) modifiziert, verschoben oder verhindert werden. Gott achtet auf das Verhalten der Menschen, da er sie unermesslich liebt. Laut Aussage Mariens in Medjugorje können Kriege durch Gebet und Fasten beendet und verhindert werden. Wer es vermag, kann bei beliebig viel Brot und Wasser oder Tee am Mittwoch und Freitag fasten.
Von den Vorhersagen der Mädchen aus Garanbandal haben drei sich gemäß der Ankündigung nicht erfüllt. Laut Conchita habe die Jungfrau mitgeteit, Pater Pio werde das Wunder sehen und der blinde Amerikaner Joey Lomangino aus Lindenhurst, Long Island werde beim Wunder wieder sehen. Doch Pater Pio starb 1968 und Joey 2014. Nach Pater Pios Heimgang äußerte Conchita, er werde beim Wunder da sein, sie wisse aber nicht auf welche Weise. Als Papst Johannes XXIII. starb, äußerte Conchita, es gäbe nur noch drei Päpste. Das Pontifikat eines weiteren Papstes sei nur von sehr kurzer Dauer. Danach komme das „Ende der Zeit“. Eingetroffen ist die Aussage, das bischöfliche Besuchsverbot von Garabandal für ortsfremde Priester werde aufgehoben. Ob darüberhinaus die Ankündigung, der Gottesdienstbesuch sei vor dem Wunder eingeschränkt, auf Covid-19 oder ein anderes Ereignis verweist, ist ungewiss.
Während der Untergang Sodoms nicht aufzuhalten war, weil sich keine zehn Gerechten in der Stadt fanden (vgl. Gen 18/19), blieb Ninive vor der Zerstörung bewahrt. Gott sah die Umkehr der Bewohner einschließlich des Königs durch Fasten und Unterlassen böser Taten, nachdem Jona öffentlich ausgerufen hatte: „Noch 40 Tage, und Ninive ist zerstört!“ Dies missfiel Jona ganz und gar. Er wurde zornig wegen der Barmherzigkeit Gottes und wollte sterben. Gott aber hielt an seinem Mitleid fest (vgl. Jona 3/4). Er hatte keinen Gefallen an der Zerstörung der am Tigris gelegenen Hauptstadt des assyrischen Reiches mit mehr als 120.000 Menschen. Wie er sich bei den etwaigen Ankündigungen von Garabandal verhalten wird, ist offen.
Die Erde gehört Gott (vgl. Ex 19,5) und die Menschen sind seine irdischen Abbilder. Er wird nicht zulassen, dass ein atomares Inferno, eine verheerende Pandemie, eine planetare Kollision wie bei der Mondentstehung, ein vagabundierendes Schwarzes Loch oder eine Supernova in relativ geringer Entfernung die Menschheit vernichtet und der Teufel triumphiert. Falls die Bosheit einer Korrektur bedarf, wird er die Menschen zunächst warnen.
Das heutige globale Arsenal an zum Teil hyperschallschnellen Raketen mit nuklearen Sprengköpfen, an Marschflugkörpern und Drohnen, an Bio- und Chemie-Waffen sowie an superelektromagnetische Impulswellen erzeugenden Waffen hat das Potenzial, die Menschheit zu vernichten und die Elektronik-Infrastruktur global zu zerstören. Die Situation könnte zur von Jesus vorausgesagten großen Not passen, „wie es noch nie eine gegeben hat, seit die Welt besteht, und wie es auch keine mehr geben wird“. Falls die Waffen eingesetzt werden, was die Regel zur historischen Verwendung von hergestellten Waffen nahe legt, wird Gott eingreifen. Laut Jesus „würde kein Mensch gerettet, wenn jene Zeit nicht verkürzt würde; doch um der Auserwählten willen wird jene Zeit verkürzt werden“ (vgl. Mt 24,21f).
Dazu ein mystischer Hinweis: Vom 3. Juli 1876 bis 3. September 1877 könnten drei 8-jährige Mädchen aus der saarländischen Ortschaft Marpingen mystische Erlebnisse gehabt haben, deren Höhepunkt darin bestand, dass sie den kleinen Jesus auf dem Arm seiner Mutter sahen, sie ihnen mitteilte, sie sei die „Unbefleckt Empfangene“, was sprachlich korrekter ist als, sie sei die „Unbefleckte Empfängnis“, eine weiße Gestalt mit dem Aussehen einer Taube auf Jesus herabschwebte und eine laute Stimme von oben mehrmals sagte: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe.“
Seither ereignen sich zahlreiche Gebetserhörungen sowie seelische und körperliche Heilungen vor allem durch das von Jesus und Maria gesegnete Wasser einer Quelle, die oberhalb der von der schönen jungen Dame gewünschten Kapelle im Härtelwald entspringt, was Danktafeln belegen. Laut den drei Mädchen versprach die Dame, in „einer schwer bedrängten Zeit“ wieder zu kommen. Etwaig sind die mystischen Erlebnisse dreier Frauen vom 17. Mai bis 17. Oktober 1999 die Erfüllung. Mit der Stimme von Marion könnte Jesus am 6. September mitgeteilt haben, dass es keinen Dritten Weltkrieg, keinen Holocaust geben wird. Gemäß Christine versicherte auch Maria am 8. September, es werde keinen Dritten Weltkrieg geben, da Gott seine Kinder zu sehr liebt.
Den heute vier Frauen und zwei Männern aus Medjugorje zufolge wird Gott beim Eintreffen der jeweils zehn ihnen von Maria anvertrauten Geheimnisse der Menschheit bekunden, dass er „immer noch der Herr dieser Welt“ ist. Wie in Garabandal beinhalten auch die ersten zwei Geheimnisse von Medjugorje eine große Warnung und einen Bezug zur Ortschaft. Beim dritten Geheimnis werde auf dem Hügel namens Podbrdo mit den meisten öffentlichen Visionen ein sichtbares und unzerstörbares Zeichen gegeben. Die göttliche Herkunft werde jedem und jeder einleuchten. Die anderen Geheimnisse würden anregen, Gott den ersten Platz im Leben einzuräumen, um ihm jederzeit froh und mit gutem Gewissen begegnen zu können.
Offenbar gibt es unter den Geheimnissen sehr schöne und gegenteilige. Die ständige Verbundenheit mit Gott etwa durch das Herzensgebet habe eine große Bedeutung. Der Zeitpunkt und der Verlauf zukünftiger Ereignisse könnten beeinflusst werden. Was passieren werde, hänge auch davon ab, wie viele gutwillige Menschen den irdischen Lebensweg mit Gott gehen. Eine besondere Bedeutung werde dem in Fatima angekündigten „Triumph Mariens“ beigemessen. Oft habe sie darüber gesprochen. Ivanka beantwortete die Frage, was danach geschehen werde: „Der Himmel auf Erden!“ Hildegard von Bingen bemerkte dazu im 12. Jahrhundert: „Der Himmel auf Erden ist überall, wo ein Mensch von Liebe zu Gott, zu seinen Mitmenschen und zu sich selbst erfüllt ist:“
Am 25. März 1984 weihte Papst Johannes Paul II. mit katholischen Bischöfen die Welt unter sinngemäßer Nennung Russlands („jene Menschen und Nationen, die dieser Überantwortung und Weihe besonders bedürfen“) dem reinen Herzen Mariens, worum sie am 13. Juli 1917 bei der Vision in Fatima bat, damit Russland sich bekehrt und Friede sein wird. Im Kreml feierte der slowakische Bischof Paul Hnilica am 25. März 1984 im Geheimen einen Gottesdienst mit einer Tablettendose als Kelch und Kopien der Messtexte, die er in einer Prawda versteckte. Das Transitvisum stellte ihm die sowjetische Botschaft in Indien aus. Beim Gottesdienst vollzog er in Einheit mit dem Papst die Weihe Russlands an das Herz Mariens. An diesem Kalendertag, neun Monate vor Weihnachten, gedenkt die Katholische Kirche der Verkündigung der Empfängnis Jesu, die der Engel Gabriel der Jungfrau Maria mitteilte. Nach der Weihe Russlands trat eine Abfolge weitreichender Ereignisse ein.
Zuerst brach am 13. Mai 1984 im militärischen Lager von Seweromorsk bei Murmansk ein 5-tägiges Feuer aus, bei dem Hunderte von Raketen detonierten. Dies geschah am Jahrestag der ersten Vision Mariens in Fatima und des Attentats auf Papst Johannes Paul II. von 1981. Zum Attentat bemerkte der Papst ein halbes Jahr danach: „Eine Hand hat die Kugel gefeuert, eine andere hat sie gelenkt.“ Zum Dank für sein Überleben ließ er eine der Kugeln, von denen eine die Aorta nur wenige Millimeter verfehlte und eine andere die Wirbelsäule nicht durchschlug, in die Krone zwischen den Edelsteinen der Original-Statue Mariens von Fatima einfügen und unternahm er am 13. Mai 1982 eine Wallfahrt nach Fatima. In Medjugorje bestätigte Maria die Aussage des Papstes am 13. Mai 1982: „Seine Feinde wollten ihn töten, aber ich habe ihn beschützt.“ Der Attentäter Ali Agca begrüßte den Papst, als er ihn am 27. Dezember 1983 im Gefängnis von Rebibbia besuchte: „Warum sind Sie nicht tot? Ich weiß, dass ich genau gezielt habe.“ Und weiter: „Ich weiß, dass die Kugel verheerend und tödlich war.“ Als der Papst ihm verzieh, fragte Ali: „Was ist das, was man Fatima nennt?“ Er war überzeugt, dass nur ein Wunder den Papst gerettet hat.
Knapp ein Jahr nach den Explosionen in Seweromorsk verstarb am 10. März 1985 der schwer erkrankte Generalsekretär der KPdSU Konstantin Tschernenko. Einen Tag darauf wurde Michail Gorbatschow zu seinem Nachfolger gewählt und leitete sein Reformwerk ein. Dabei endete die seit seiner Kindheit bestehende Stalin-Euphorie, als er die Jahrzehnte lang abgearbeiteten Erschießungs-Kommandos sah, auf denen die Namen von 100 oder sogar 200 Menschen aufgelistetet waren. Seine Erschütterung betraf die menschlichen Abgründe und die Partei. Er äußerte dazu: „Das Wichtigste ist das menschliche Leben. Und es wird sich zeigen, wie wir es genutzt haben und wie es uns benutzt hat.“
Beim Abkommen beider Großmächte über den Verzicht und Abbau atomarer Mittelstreckenraketen in Washington am 8. Dezember 1987 sprach Gorbatschow von einer „neuen Ära der Vernunft“. Die Katholische Kirche feiert am 8. Dezember, neun Monate vor dem Fest ihrer Geburt, das Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens, was auf die seit der Zeugung bestehende Seelenreinheit der jungfräulichen Mutter Jesu verweist. Um als Sportlerin die geografische Verbundenheit der NATO- und Warschauer-Pakt-Staaten außerhalb Europas augenfällig aufzuzeigen, schwamm die US-Amerikanerin Lynne Cox vier Monate zuvor im 4 Grad kalten Wasser von der zu Alaska gehörenden Insel Little Diomede zur 4,35 Kilometer entfernten Insel Big Diomede der Sowjetunion, wo sie als Heldin gefeiert wurde. Generalsekretär Gorbatschow und Präsident Reagan beglückwünschten sie dazu danach in Washington. Bei der Umsetzung des Abkommens wurden knapp 2.700 Raketen bis Mai 1991 demontiert. Es ist zu hoffen, dass dies mit dem heutigen Waffen-Arsenal auch geschieht.
Ihre Unbefleckte Empfängnis teilte Maria selbst bei mystischen Ereignissen mit. In der Nacht vom 18./19. Juli 1830 sagte sie der Novizin Katharina Labouré in der Kapelle in der Rue du Bac Nr. 140 zu Paris, sie sei „ohne Sünde empfangen“. Am 25. März 1858 gab sie dem Hirtenmädchen Bernadette Soubirous in Lourdes als Zeichen für die Echtheit der Erscheinungen im Dialekt der Region die Auskunft: „Què soy era Immaculada Councepciou“ („Ich bin die Unbefleckte Empfängnis“). Als Bernadette zum Pfarrer geführt wurde, um den geheimnisvollen Satz zu wiederholen, den sie noch nie gehört hatte und nicht verstand, war der Priester zutiefst erschüttert. Er erklärte Bernadette die Bedeutung des Satzes und glaubte an die Echtheit der Visionen.
Am 13. Oktober 1989, Jahrestag der letzten Vision in Fatima, wurde nach 72-jähriger Unterbrechung ein Gottesdienst in der ehemaligen „Mariä-Entschlafen-Kathedrale“ im Kreml gefeiert. Gorbatschow besuchte mit seiner ohne Schleier rot gekleideten Gattin Raissa den Papst am 1. Dezember 1989. Nach der eineinhalbstündigen Unterredung fragte der Papst den Gast, ob er Raissa begrüßen dürfe. Mit Einwilligung Gorbatschows ging er beherzt auf die regungslos an der Tür des Arbeitszimmers Stehende zu und strich ihr, was er sonst bei keiner Präsidentengattin tat, sanft über die Wange. Die Drei spürten eine Zuneigung von Herz zu Herz, die ihre swlawische Herkunft begünstigte.
Danach hatten der Papst und der Präsident einen intensiven Briefwechsel mit einem Gefühl der Sympathie und des gegenseitigen Verständnisses. In einem von der italienischen Zeitung La Stampa am 3. März 1992 veröffentlichten Artikel bezeugte Gorbatschow: „Heute können wir sagen: Was im Osten Europas in den letzten Jahren geschehen ist, wäre ohne diesen Papst unmöglich gewesen, ohne die große Rolle, die er auch im politischen Bereich in der Weltszene gespielt hat.“ Die zwei Männer arbeiteten zusammen bei der „Anstrengung, einen Beitrag zu leisten zur Schaffung einer neuen Weltzivilisation“.
Eine Zäsur war der Putsch in St. Petersburg und Moskau zum Sturze Gorbatschows. Er ereignete sich am 19. August 1991. An diesem Tag fand 1917 die vierte Vision Mariens in Fatima statt, weil die Kinder am 13. August entführt und eingekerkert wurden. Der Putsch endete am 22. August, dem Gedenktag „Maria Königin“. Als am 13. Oktober 1991 Erzbischof Kondrusiewicz aus Moskau in Fatima mit dem dortigen Bischof um den Segen und Schutz Mariens für Russland bat, wurde das religiöse Geschehen per Satellit nach Moskau übertragen und als Live-Sendung in den meisten Republiken der UdSSR ausgestrahlt. Nochmals war es am 7. November 1991 im russischen Fernsehen zu sehen. Die Feier auf dem Roten Platz in Moskau zum Jahrestag der Oktoberrevolution fiel aus. Am 8. Dezember 1991 gaben die drei Präsidenten der GUS in Minsk die Erklärung ab, die Kommunistische Partei werde ab dem heutigen Tag verboten und die UdSSR werde offiziell aufgehoben.
Von den drei Kindern aus Fatima erlebte nur Lucia den Wandel. Sie äußerte 1992 über Gorbatschow: „Dieser Mann in Russland war unwissend ein Instrument Gottes im Rahmen dieser Bekehrung.“ Der Papst bemerkte 1992 zu einem Zeitungsartikel von Gorbatschow, den er vor der Veröffentlichung als Brief im russischen Original erhielt: „Es ist wahr, zwischen uns gab es einen instinktiven Kontakt, als wenn wir uns schon seit Jahren gekannt hätten. Ich weiß auch warum: Unsere Begegnung war von der Vorsehung vorbereitet“. Und weiter: „Ich glaube, er ist ein Mann von Prinzipien, geistig sehr reich. Ein charismatischer Mensch, der ohne Zweifel einen entscheidenden Einfluss auf die Ereignisse im Osten Europas hatte. Er erklärt sich nicht als Gläubiger, aber mit mir – daran erinnere ich mich – sprach er über die Bedeutung des Gebetes, der inneren Dimension des Menschen.“ Außerdem: „Es gab nicht nur eine kommunistische Krise, es gab auch eine Perestroika. Und Perestroika heißt auch ‚Bekehrung’.“ Die koreanischen Bischöfe wies der Papst bei der Synode von 1990 darauf hin, dass das Wunder der Befreiung Polens vom Kommunismus nicht ihm zu verdanken sei. Es sei das Werk Mariens, wie sie es in Fatima und Medjugorje bezeuge.
Der so genannte „dritte Teil des Geheimnisses von Fatima“ bezog sich unter andertem auf das Attentat auf Papst Johannes Paul II. und wurde mit Kommentar von Kardinal Joseph Ratzinger 2000 veröffentlicht. Es steht noch aus „Der Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens“.

Die Jungfrau Maria hat bei mystischen Visionen das Aussehen einer Person, die dem persönlichen Ideal vollkommener weiblicher Schönheit der Sehenden entspricht. Ihr faszinierender Liebreiz inspirierte Dichter, Komponisten und Künstler. Hier ein Porträt mit dem kleinen Jesus und acht verbale Annäherungen:
Der indigene Mexikaner Juan Diego sah Maria 1531 als eine „dunkelhäutige liebe Frau“ auf dem Berg Tepeyac, die der nach der Eroberung durch Spanier entrechteten und unterdrückten Bevölkerung ihre Nähe bekundete.
Bernadette beschrieb die Dame unter anderem wie folgt: „Die Frau ist schöner denn alles! Sie ist jung wie eine Fünfzehnjährige und von unsäglicher Anmut. Ihre Blicke rufen Entzücken hervor und ihr Lächeln ist von Güte ohnegleichen und von mütterlicher Zärtlichkeit. Ihr Kleid ist von blendender Helle. Ein weißer Schleier, weiß wie Milch, bedeckt ihr Haupt bis zum Stirnansatz. Das Haar der Frau ist durch den Schleier bedeckt. Die Füße sehen unbekleidet unter dem langen Kleid hervor, und auf jedem Fuß liegt eine blühende gelbe Rose. An einem Arm hängt ein langer Rosenkranz mit Perlen von leuchtendem Weiß, einer funkelnden gelben Kette und einem Kruzifix von gleicher Farbe wie die Kette. Der ganze Schmuck erstrahlt in hellem Licht und ist gleichzeitig wunderbar weich: Glanz einer anderen Welt, der die Frauengestalt in ein Glorienkleid hüllt, das strahlt, ohne auch nur im Geringsten zu glitzern. Ein blauer Gürtel umfasst die Hüften der Frau, seine Enden gehen ohne einen Knopf ineinander über, er reicht bis zur Knie. In keinem irdischen Farbton findet sich das Blau des Gürtels, die Farbe oder die Art des wunderbaren Stoffes des Gewands der Frau wieder. Damit verglichen sieht alles Blaue und Weiße abgestanden und jedes Gewebe, auch der leuchtendste Satin, grob aus. Es ist etwas anderes, viel schöner. Selbst das Blau des Himmels ist nicht so blau wie der Farbton des Gürtels, der um und vor der Gestalt der wunderschönen Frau schwebt. Die Perlen des Rosenkranzes sind durchsichtiger und kostbarer als alle Edelsteine. Das Gold der Kette, an der das Kruzifix hängt, ähnelt nicht dem Gold, das die Menschen bewundern. Es ist ganz anders, viel, viel schöner!“
Während der instabilen inneren Lage Frankreichs bat Maria im Dezember 1947 vier Mädchen aus L’Île-Bouchard um ihr Gebet für das friedliche und baldige Ende des Konflikts mit ungewissem Ausgang. Jacqueline bezeugte gegenüber ihrem Pfarrer: Ich sah eine schöne Dame mit weißem Kleid, dessen Ärmel wellenförmig waren, und blauem Gürtel. Sie trug einen weißen Schleier, der leicht bestickt war und auf der Stirn lag. An ihrem rechten Arm hing ein Rosenkranz mit weißen Perlen, der an einer goldenen Kette befestigt war und an dessen Ende sich ein schönes goldenes Kruzifix befand. Die Haare der Dame waren blond, gelockt und fielen auf beiden Seiten herab. Lichtstrahlen in Rot, Rosa, Orange, Gelb, Grün und Blau umgaben ihr Antlitz. Ihre Füße standen auf einem rechteckigen Stein. Davor bildeten fünf leuchtende rosa Rosen eine halbkreisförmige Girlande mit zwei grünen Blättern an deren Enden.
Laut Tagebuch und Äußerungen Conchitas hatte die von ihr erstmals am 2. Juli 1961 gesehene etwa 18-Jährige ein brünettes Gesicht, schwarze Augen und Augenbrauen, eine feine Nase, sehr hübsche, leicht geschwungene Lippen und zarte Hände. Auf den langen, dunkelkastanienbraunen, gewellten und in der Mitte gescheitelten Haaren befand sich hinten ein von den Ohren ausgehendes Diadem mit zwölf goldenen Sternen. Sie trug ein weißes Kleid und einen lichtblauen Mantel. Die Füße waren nicht zu sehen. Am Gelenk der rechten Hand hing ein kastanienbraunes Skapulier vom Berg Karmel. Nicht beschreiben lässt sich der sehr schöne Klang ihrer Stimme. Auf dem linken Arm sas der erst einige Monate alte Jesus mit kastanienfarbigen Augen, ein wenig langem, gelocktem, blondem Haar, einem Kronreif sowie weit geöffneten und nach unten gerichteten Armen. Bekleidet war das Kind mit einem Kleid, das einer blassblauen Tunika ähnelte. Keine irdische Frau gleicht der Jungfrau.
Der Pfarrer von Medjugorje, der Franziskaner Jozo Zovko, bat Mirjana am dritten Tag der Visionen, die Schönheit der Dame zu beschreiben. Sie hielt in der Autobiografie „My Heart Will Triumph“ (1986) fest: Ihre Schönheit ist anders, als wenn Menschen von Schönheit sprechen und dabei oft die Augen, die Haare oder ein anderes auszeichnendes Merkmal hervorheben. Bei ihr ist jedes Merkmal schön, und alles ist harmonisch. Sie trägt einen weißen Schleier, der ihr ovales Gesicht umrahmt. Die Hautfarbe ähnelt dem sonnengebräunten Teint der meisten Mittelmeervölker. Zusammen mit ihrem schwarzen, ein wenig zurückgebundenen Haar erinnert sie an eine Person im Nahen Osten. Ihre zierliche Nase ist perfekt auf ihre mandelförmigen Augen abgestimmt. Die leichte Röte auf ihren Wangen entspricht der Farbe ihrer kleinen Lippen, die voll und zart aussehen. Sie zu sehen bewirkt ein Gefühl, das am besten mit „mütterlich“ wiedergegeben werden kann. Ihr Gesichtsausdruck zeigt Eigenschaften wie Zärtlichkeit, Mitgefühl, Fürsorge und Geduld. Aus ihren blauen Augen strömt eine Liebe, bei der ich das Gefühl hatte, umarmt zu werden. Mein einziger Wunsch dabei war, immer bei ihr zu bleiben und mitgenommen zu werden.
Jakov, der bei der ersten Vision am 24. Juni 1981, dem Fest des Täufers Johannes, zehn Jahre alt war, zwei Jahre später seine Mutter und ein Jahr danach seinen Vater verlor, erinnerte sich am 12. April 2022 in einem Vortrag in Medjugorje an das damals Erlebte auf dem Podbrdo und teilte zu der von ihm gesehenen Dame mit: Ich sah eine Frau, die mit ihrer Hand ein Zeichen gab, nach oben zu ihr zu kommen. Ich hatte große Angst und wollte weglaufen. Doch es war in mir auch der Wunsch, hinzugehen und sie kennenzulernen. Sodann begann eine neue Phase in meinem Leben. Ich sah die schönste Frau mit den schönsten Augen und einer großen Liebe in den Augen. Mein Herz begann, diese große Liebe zu spüren und zu fühlen: Das ist meine Mutter! Ich fühlte mich von ihr beschützt. Ihre Schönheit kann mit Worten nicht beschrieben werden. Nie wird jemand ein Bild oder eine Statue mit ihrer tatsächlichen Schönheit anfertigen können. Ihre Schönheit ist die Liebe, die bei ihr erlebt wird.
Ivan aus Medjugorje wird bei Interviews oft nach dem Aussehen der Erscheinung gefragt. Er bemerkte dazu: „Wenn ihr wissen würdet, wie schön Maria ist und wie sehr euch die heilige Jungfrau liebt, würdet ihr vor Freude weinen.“ Zu einem Priester, der Ivanka im Juli 1981 daheim besuchte, sagte sie: „Mein lieber Pfarrer, wenn Sie sie sehen würden, dann würden Sie am liebsten gleich in die Ewigkeit übersiedeln, um sie ewig anschauen zu können. Das ist eine solche Schönheit, dass man das mit einfachen Worten überhaupt nicht beschreiben kann.“
Maria ist die von Gott selbst erwählte Vermittlerin zwischen ihm und den Menschen. Jede und jeden möchte sie auf dem persönlichen Weg zu Gott begleiten. Sie darf als Mensch geliebt und verehrt, aber nicht verherrlicht und angebetet werden. Ihr faszinierender Liebreiz inspirierte Dichter, Komponisten und Künstler. Die ihr geschenkte Aufmerksamkeit behält sie nicht für sich, sondern gibt sie an Jesus weiter, damit Gott den Menschen eine Zeit gewährt, die das Bisherige an Schönheit, Frieden und Liebe bei weitem übertrifft.

9. Eine persönliche Bitte an den Vater im Himmel
Da alles Gute von Gott Vater ausgeht, er angeblich die Menschen unermesslich liebt, machtvolle Taten und für Menschen Unmögliches vollbringt (vgl. Lk 1,51; Mk 10,27), will der Autor in der aktuellen Situation eine persönliche Bitte an den Allerhöchsten im Himmel richten.
Mein Vater und Urheber der Menschen, es fällt mir sehr schwer, dich zu lieben, da deine Gedanken und Wege hoch erhaben und nicht die meinen sind (vgl. Jes 55,8f). Wegen deiner bisherigen Passivität bei zutiefst bittenden Menschen in zermürbenden Nöten, dem allgegenwärtigen Blutvergießen in der Lebenswelt und dem immer lebenswidriger werdenden Aufenthalt auf der Erde mangelt mir die echte Liebe zu dir. Niemand hat mich gefragt, ob, wann und wo ich leben will. Warum müssen die Menschen andere Lebewesen konsumieren? Wann erkennen sie, dass Bodenschätze, Nutzflächen, Wälder, Wasser, Wind und Sonnenenergie allen gehören und nicht der Habgier Einzelner oder Weniger dienen? Weshalb soll die Situation auf einem Planeten verbessert werden, der bei der zukünftiegn Entwicklung der Sonne zum Roten Riesen einmal unbewohnbar sein wird?
In der Ukraine hungern, dürsten, leiden und sterben nun deine Kinder wegen des auf Expansion ausgerichteten Denkens des macht- und ruhmsüchtigen Präsidenten von Russland, unterwürfigen Sympathisanten und zum Teil Freiwilligen der Armee mit Spaß am Töten. Beim Rechtfertigungsversuch nach Kriegsbeginn zitierte der Präsident bei einem Propaganda-Konzert zum Jahrestag der Annexion der Krim im Moskauer Olympia-Stadion eine Aussage Jesu im Johannes-Evangelium: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (15,13). Dies hat der demonstrativ am Oster- und Weihnachtsgottesdienst in Moskau teilnehmende Herrscher vor Jesus zu verantworten. Es erinnert an das aus dem Kontext gerissene Bibelzitat des Teufels bei der Versuchung Jesu in der Wüste.
Der Präsident und das mit ihm befreundete Oberhaupt der Orthodoxen Kirche Russlands sollten wissen: Jesus erlaubt das Töten von Menschen mit keinem Wort der Evangelien. Sein irdischer Aufenthalt war eingerahmt und durchdrungen vom Frieden: Der Prophet Jesaja kündigte ihn als „Fürst des Friedens“ an (vgl. Jes 9,5). Sacharja verhieß den Einwohnern Jerusalems den gerechten und demütig auf einem jungen Esel reitenden Friedenskönig: „Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir.“ Und weiter: „Er verkündet für die Völker den Frieden“ (vgl. Sach 9,9f). Nach der Geburt Jesu verkündete ein großes himmlisches Heer von Engeln den Hirten den Frieden auf Erden (vgl. Lk 2,13f). Jesus lehrte wie Mose bei der rechten Auslegung des Gesetzes auf einem Berg, die Friedensstifter seien selig zu preisen, sie würden „Söhne Gottes“ genannt werden (vgl. Mt 5,9). Erschüttert über die bevorstehende Zerstörung Jerusalems weinte Jesus und sagte: „Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt!“ (Lk 19,42). Der Auferstandene grüßte die Jünger: „Friede sei mit euch!“ Als die Jünger sich freuten, ihn zu sehen, sagte er nochmals zu ihnen: „Friede sei mit euch!“ (vgl. Joh 20,19.21).
Wer sich über das Lebensrecht anderer Menschen hinwegsetzt, wird es „vor dem Richterstuhl Gottes“ zu rechtfertigen haben (vgl. Röm 14,10.12). Jedem und jeder ist es bestimmt, ein einziges Mal zu sterben, „worauf dann das Gericht folgt“ (vgl. Hebr 9,27). Vor Jesus wird das „im Dunkeln Verborgene ans Licht gebracht, die Absichten der Herzen werden aufgedeckt“ (vgl. 1 Kor 4,5). Kurz: „Das Werk eines jeden wird offenbar werden“ (1 Kor 3,13). Um das Bibel-Zitat des russischen Präsidenten ins rechte Licht zu rücken: Wer sich schützend vor die von einem Soldaten mit Tötungsabsicht anvisierten Personen stellt, ihn zum Wegwerfen der Waffe auffordert und von ihm erschossen wird, gibt sein Leben für seine Freunde hin.
Der Präsident von Russland lässt mit patriarchaler Zustimmung Tausende von Zivilisten töten sowie Naturlandschaften, Kulturgüter, Dörfer und Städte wie Butscha, Charkiw, Cherson, Irpin und Mariupol zerstören und behauptet, der Westen wolle Russland zerstören. Schulen, Kindergärten, Kranken- und Wohnhäuser, Theater, Fahrzeuge, Strom-, Gas- und Wärmeleitungen, Straßen, Parks, Felder, Wiesen und Wälder werden von Bomben und Raketen ruiniert. Millionen vor allem Kinder, Frauen und Senioren flohen zum Überleben aus der Heimat. Angst und Bedrängnis sind in ihren Gesichtern unübersehbar abzulesen.
Das aus Sicht des russischen Präsidenten so genannte „Zurückholen“ der souveränen und unabhängigen Ukraine mit militärischer Gewalt ist quasi eine Kopie von Hitlers „Heimholen“ des Sudetenlands ins Nazi-Regime. Der Präsident meint zudem, der Tod russischer Soldaten, für deren Sterben er verantwortlich ist, könne durch einen hohen Geldbetrag an ihre Familien „wiedergutgemacht“ werden. Russische Soldaten haben vor Jesus zu verantworten, dass über 300 sakrale Bauten beschädigt oder zerstört wurden. Außerdem zertrümmerten sie im katholischen Priesterseminar Sacred Heart von Vorzel die Fatima-Statue seiner Mutter und raubten den goldenen Kelch, den Papst Johannes Paul II. beim Besuch der Ukraine 2001 verwendete.
Wer als eine für den Angriff verantwortliche Person von einem „Heiligen Krieg“ spricht, verhält sich wie jemand, für den der Teufel heilig ist. Und wer als christlicher Kleriker lehrt, den aus eigenem Entschluss den brutalen Krieg realisierenden und gefallenen Soldaten würden alle Sünden vergeben, missbraucht das durch blutiges Leiden Jesu erwirkte Geschenk göttlicher Barmherzigkeit zum Rechtfertigungsversuch barbarischen Handelns. Jesus fühlt als Bruder die physischen, psychischen und mentalen Leiden der Misshandelten, Verwundeten, Sterbenden und Angehörigen der Getöteten mit.
Mein Vater, lass die Bürgerinnen und Bürger in Russland erkennen, dass ihr ehemaliger Präsident, der an Weihnachten Politiker in der Ukraine als „Schweine ohne Glauben“ titulierte, welche die Hand christlicher Nächstenliebe ausgeschlagen haben, nicht die Sprache Jesu in den Evangelien sprach. Sende bitte den Verantwortlichen ein Licht des Heiligen Geistes.
Drei Berichte direkt Betroffener in der Ukraine sollen das Leid vom August 2022 veranschaulichen:
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-schulanfang-101.html
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-cherson-interview-103.html
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/gefluechtete-trauma-ukraine-krieg-russland-100.html
Mein Vater, ich frage dich wie der Schreibkundige von Psalm 10: „Warum bleibst du so fern, verbirgst dich in Zeiten der Not?“ Sitzt du erhaben auf deinem himmlischen Thron (vgl. Mt 23,22), ohne auf die Nöte der um deine Hilfe bittenden Menschen zu reagieren? Erwartest du, dass die Bitten und Gebete „mit lautem Schreien und unter Tränen“ wie von Jesus dir vorgetragen werden, um erhört und von der Angst befreit zu werden (vgl. Hebr 5,7)? Ich bitte dich inständig: Steh den Bürgerinnen und Bürger der Ukraine und allen anderen notleidenden und um deine Hilfe bittenden Menschen in den Situationen tiefster Bedrängnis hilfreich zur Seite und erleuchte jene mit himmlischem Licht, die sich über das göttliche Verbot der Tötung von Menschen hinwegsetzen. Lass sie erkennen, dass sie dich als den Urheber und Garant des Lebens verletzen.
In den Blick auf die Ukraine sollten Aspekte wie die verbreitete Korruption, die rechtsradikalen und oligarchen Aktivitäten sowie der Umgang mit kritischen Medien, Oppositionellen und Minderheiten wie Russen, Polen und Ungarn einbezogen werden. Von der Regierung wurde der russischen Bevölkerung der Alltag zunehmend erschwert, da die russische Sprache und Literatur zurückgedrängt wurden. Ukrainisch ist seit 2022 per Gesetz als alleinige Sprache in öffentlichen Einrichtungen vorgeschrieben. Doch zirka 40 Prozent der in der Ukraine lebenden Personen haben Russisch als Muttersprache; in manchen Gebieten im Osten sprechen bis zu 90 Prozent Russisch.
Mein Vater im Himmel, lass die Verantwortlichen erkennen, dass die sprachliche Vielfalt eines Staates die Kultur bereichert. Die Bevölkerung der Schweiz spricht vier offizielle Landessprachen, ohne dass das harmonische Zusammenleben beeinträchtigt ist. Kein Mensch ist ein Franzose oder eine Russin, weil er oder sie die französische oder russische Sprache spricht.
Bereits seit Jahren tobt im Osten der Ukraine ein Krieg der Zerstörung und Menschenverachtung. Eine Studentin aus Perevalsk bei Lugansk schilderte 2019 die Erlebnisse ihrer Familie: „Es gab Tage ohne Lebensmittel in den Geschäften. Wenn nachts Flugzeuge am Himmel auftauchten, flohen wir in den Keller, um am Leben zu bleiben. Manchmal blieben wir dort mehrere Tage ohne Essen, Wasser und Elektrizität. Zu Hause hatten wir 113 Tage kein Licht. Als meine Eltern kein Geld mehr hatten, dachten wir, sterben zu müssen, da wir nichts zum Essen hatten. In der äußerst schwierigen und lebensbedrohlichen Lage hat uns humanitäre Hilfe aus Russland geholfen.“
Die Staatsoberhäupter westlicher Länder verhielten sich unhöflich bei der Winter-Olympiade in China. Es war eine Gelegenheit, einen klärenden Dialog mit Andersdenkenden einschließlich des Herrschers von Russland zu führen. Stattdessen haben sie durch ihre Boykott-Haltung den einladenden Präsidenten von China beleidigt. Wenige Monate danach baten sie ihn um seine Vermittlung beim Konflikt zwischen der Ukraine und Russland. Statt das Blutvergießen auf beiden Seiten des abscheulichen und barbarischen Angriffskriegs mit Millionen Traumatisierten durch mehr Waffenlieferungen zu intensivieren und zu verlängern, sollte eine Lösung durch Verhandlung gefunden werden, bei der die Souveränität, Unabhängigkeit und Neutralität der Ukraine von der UNO, Europa, China, Russland und USA garantiert und abgesichert werden. Dies ist für alle Beteiligten und die übrigen Erdbewohner ein besserer Weg, als bei eskalierender Krise schlimmstenfalls mit Atom- und Wasserstoffbomben ein globales Inferno mit weit in die Zukunft reichenden Schäden anzurichten.
Wer meint, ihm gehöre eine Region der Erde mit den Bodenschätzen, ist verblendet. Skandalös ist der Verkauf von Erdgas, Erdöl und Kohle zur Finanzierung der Entwicklung und Produktion von Kriegswaffen und des Militärs. Anstatt jedem Kind eine schulische Bildung und jedem Jugendlichen eine berufliche Ausbildung anzubieten sowie den Hungernden, Obdachlosen und Armen auf der Erde zu helfen, investierten die Zuständigen 2021 global 2.113.000.000.000 US-Dollar in das Selbstvernichtungspotenzial bei Kriegen. Danach werden weitere immense Summen für den Wiederaufbau benötigt. Die Bewältigung der Klima- und Umweltkrise sowie die Bemühung um allgemeinen Wohlstand werden durch Krieg Jahrzehnte zurückgesetzt. Hätten die Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg mit Millionen von Leichen aufs Militär verzichtet, was Albert Einstein 1931 vehement forderte, wären keine russischen Soldaten in der Ukraine und die Bevölkerung hätte sich nicht verteidigen müssen.
Außer den Kriegen verletzt dich das Töten von Embryonen und Feten. Zu bedenken ist, dass zwischen einem 89 Tage alten Embryo und einem 90 Tage alten Fetus ein sprachlicher, aber kein genetischer und anatomischer Unterschied besteht. Entsprechendes gilt für den Fetus vor und den Säugling nach der Geburt. Die Individalentwicklung ist ein kontinuierlicher Prozess, bei dem zwischen dem siebten und achten Tag der Herzmuskel sich zu bewegen und acht Tage danach das Herz zu schlagen beginnt. Das globale Töten von Embryonen und Feten sollte in deinem Interesse beendet werden. Es sind lebende Abbilder von dir in menschlicher Gestalt.
Mein göttlicher Vater im Himmel, ich frage dich wie einst der hart geprüfte Prophet Habakuk: „Wie lange, Herr, soll ich noch rufen und du hörst nicht? Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt! Aber du hilfst nicht. Warum lässt du mich die Macht des Bösen sehen und siehst der Unterdrückung zu?“ Damals hast du versprochen: „Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst; aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung; wenn es sich verzögert, so warte darauf; denn es kommt, es kommt und bleibt nicht aus. Sieh her: Wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin, der Gerechte aber bleibt wegen seiner Treue am Leben. Wahrhaftig, der Reichtum ist trügerisch, wer hochmütig ist, kommt nicht ans Ziel, wenn er auch seinen Rachen aufsperrt wie die Unterwelt und unersättlich ist wie der Tod, wenn er auch alle Völker zusammentreibt und alle Nationen um sich vereinigt“ (Hab 1,2; 2,3-5). Gilt dein Versprechen auch heute noch?
Wie du weißt, war Papst Franziskus am 8. Dezember 2022 über die „Vernichtungsaktion“ auf ukainischem Boden beim Gebet vor der Mariensäule nahe der Spanischen Treppe sichtlich so stark ergriffen, dass er nicht mehr weiter sprechen konnte und öffentlich weinte wie Jesus, als er vorab an die Zerstörung Jerusalems dachte. Der Papst gestand: „Unbefleckte Jungfrau, ich hätte dir heute den Dank des ukrainischen Volkes überbringen wollen für den Frieden, um den wir den Herrn schon so lange bitten. Stattdessen muss ich dir noch einmal das Bittgesuch überbringen der Kinder, der alten Menschen, der Väter und Mütter, der jungen Menschen aus diesem gequälten Land, das so viel leidet.“ Spürst du in der unerträglichen Situation kein Mit-Leid mit deinen Söhnen und Töchtern in der Ukraine?
Oder soll eine Anküdigung im Buch Jesaja eintreffen? „Verheert wird die Erde, verheert, geplündert wird sie, geplündert. Ja, der Herr hat es gesagt.“ Die Begründung: „Die Erde ist entweiht durch ihre Bewohner; denn sie haben die Weisungen übertreten.“ Die Folge: „Darum schwinden die Bewohner der Erde dahin, nur wenige Menschen werden übriggelassen“ (Jes 24,3.5.6).
Deine Pläne kenne ich nicht. Doch ich will mich bemühen dir zu vertrauen. Als die zwei Vorsteher ihrer Heimatstadt dich auf die Probe stellen wollten, belehrte Judit sie: „Versucht nicht, die Entscheidungen des Herrn, unseres Gottes, zu erzwingen; denn Gott ist nicht wie ein Mensch, dem man drohen kann, und wie ein Menschenkind, das man beeindrucken kann. Darum wollen wir die Rettung von ihm erwarten und ihn um Hilfe anrufen. Er wird unser Flehen erhören, wenn es seinem Willen entspricht“ (Jdt 8,16f).
Wer Spaß am Zerstören hat, sollte bedenken: „Wenn du alles zerstört hast, wirst du selbst zerstört“ (Jes 33,1). Wurden die Menschen gering geschätzt, hast du reagiert: „Jetzt stehe ich auf, spricht der Herr, jetzt erhebe ich mich, jetzt richte ich mich auf.“ Und: „Ihr in der Ferne, hört, was ich tue; ihr in der Nähe, erkennt meine Kraft!“ (Jes 33,8.10.13).
Ich bitte dich wie die von dir erwählte Mutter Jesu, die vor deinem Thron kniet, dich um deine Hilfe anfleht und den Leidenden so nahe wie Jesus unter dem Kreuz ist, deine Passivität um der Glaubwürdigkeit der Versprechen Jesu in den Evangelien willen zu beenden. Hilf den Gutwilligen beim friedlichen Beseitigen der Übel, die deinem Willen nicht entsprechen! Du „regierst als König und herrschst über die Völker“ (vgl. Ps 22,29). In allen Situationen kann dein Wirken stärker als die Machenschaft des Bösen sein.
Mein Vater, tief in der menschlichen Psyche ist Destruktives wie Hass, Rache, Lüge, Habgier, Stolz und Überheblichkeit verankert. Hilf beim Kontrollieren solcher Antriebe und verstärke Tugenden wie Liebe, Friedfertigkeit, Güte, Sanftmut, Selbstbeherrschung, Gerechtigkeitsstreben und Wahrheitssuche. Sende den dafür offenen Herzen den von Jesus versprochenen Geist der Wahrheit, der Liebe und des Friedens! Gewähre einen Abglanz himmlichen Lichts, damit die persönliche Beziehung zu dir, deinem göttlichen Sohn Jesus und zum Heiligen Geist als dem personalen Liebesband zwischen dir und Jesus klarer überdacht und gegebenenfalls neu gestaltet werden kann! Denn nur mit Hilfe von dir, Jesus und dem Geist Gottes, dem dreipersonalen und einen Gott, kann die Erde zu einem lebensfreundlichen Planeten mit geschwisterlich sich liebenden Menschen werden.

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