Ein moralischer Impuls

Wer ernsthaft darüber nachdenkt, kann klar und deutlich erkennen, dass das Projekt zur Verhinderung kosmischer Attacken für alle Erdbewohner überlebensrelevanter als die Produktion und Weiterentwicklung militärischer Waffensysteme ist. Statt wie 2019 knapp zwei Billionen US-Dollar (genauer: 1.917.000.000.000 USD) für das zukünftige Töten von unbekannten Menschen und Zerstören von Naturlandschaften und Infrastrukturen in anderen Ländern global auszugeben und gegebenenfalls nach einer militärischen Auseinandersetzung eine weitere gigantische Summe in den Wiederaufbau zu investieren, sollten die kosmische Bedrohung beseitigt und die Situation auf der Erde verbessert werden. Es kann nur gelingen, wenn finanzielle Mittel und personale Kapazitäten des globalen Militärapparates dafür verwendet werden und Wohlhabende einen Teil ihres Überflusses freiwillig beisteuern.
Mit dem Vorschlag werden nicht Wehrdienst leistende Frauen und Männer kritisiert, sondern eine seit Jahrtausenden bestehende Einrichtung hinterfragt. Es ist eine Heuchelei, der in Verdun und Stalingrad gefallenen Soldaten und der Millionen Zivilopfer der zwei Großkriege des 20. Jahrhunderts mit öffentlichen Nie-wieder-Beteuerungen zu gedenken und gleichzeitig das nächste Blutvergießen vorzubereiten. Jedes sechste Kind lebt laut einem 2016 von der Hilfsorganisation „Save the Children“ veröffentlichen Bericht in einer Region mit einem bewaffneten Konflikt. Mit steigender Tendenz werden Kinder durch Kriege verletzt, getötet, massivem Dauerstress mit gesundheitlichen Langzeitschäden ausgesetzt, von Erwachsenen als Soldatinnen und Soldaten rekrutiert, zu Selbsttötungsattentätern indoktriniert und ausgebildet. Abermillionen Kinder leiden Hunger, vagabundieren auf der Straße oder arbeiten unter härtesten Bedingungen statt in der Schule zu sein. Da die Aufnahmekapazität der Staaten mit friedlichen Rahmenbedingungen begrenzt ist, sollte jeder ein menschenwürdiges Leben in der Heimat haben.
Der Vietnamkrieg mit Einsatz von Entlaubungsmitteln, die zu Fehlbildungen bei Kindern, diversen Erkrankungen bei Erwachsenen und ökologischen Langzeitschäden führten, kostete die USA mit Berücksichtigung der Begleit- und Folgekosten etwa 500 Milliarden Dollar, was heute circa 2,2 Billionen Dollar entspricht. In den Irak-Aufenthalt ab 2003 steckten die USA ungefähr drei Billionen Dollar. Das Engagement in Afghanistan ab 2001 benötigte etwa 100 Milliarden Dollar pro Jahr. Was hätte Besseres allein damit geleistet werden können!
Jeder Staat benötigt die Polizei zum Schutz der Bevölkerung, aber keine Soldatinnen und Soldaten zum Töten unbekannter Personen anderer Staaten und Zerstören von deren Heimat. Ein Krieg hat nur Verlierer und noch nie einen Konflikt gelöst. Meinungsverschiedenheiten können nur durch Aufeinander-Zugehen zur fairen Konsensfindung im gewaltfreien Diskurs beseitigt werden. Wer einen Befehl zum Töten gibt, sollte auch die Angehörigen der auf seinen Wunsch hin Getöteten bei den Beerdigungen trösten und die ihnen zugefügten Schäden möglichst wieder gut machen. Herrscherinnen und Herrscher, die das Töten als Mittel zum Lösen eines zwischenstaatlichen Konfliktes einsetzen, sind inkompetent und sollten ersetzt werden. Das Festhalten an der Macht sollte eine gesetzlich vorgegebene Grenze haben. Wenn Uneinsichtige sie überschreiten, sollten kompetentere Person sie ablösen und fortan regieren.
Alle Staatenlenker behaupten öffentlich, das Militär diene nur zur Verteidigung. Daraus folgt seine Überflüssigkeit, da kein Staat einen Angriff beabsichtigt. Von der Vernunft geleitete Herrscherinnen und Herrscher kümmern sich um das Wohlergehen der ihnen anvertrauten Bürgerinnen und Bürger. Sie verzichten auf den Einsatz von Raketen, Bomben, Panzern, Fregatten und Flugzeugen zum Töten unbekannter Personen und Zerstören von Biotopen und Infrastrukturen. Truppenübungsplätze und Schlachtfelder mit Knochen, Helmen, Gewehren, Panzerfäusten und diversem anderem Kriegsmaterial bestückten Böden sollten endgültig der Vergangenheit angehören. Wer dennoch den Krieg gutheißt, sollte mit Gleichgesinnten eine unbewohnte Insel aufsuchen, um sich dort gegenseitig umzubringen.
Mögen die Einsicht, Durchsetzungskraft und Tat der Gutwilligen die irdische Lebenswelt vor zerstörerischen Impakten bewahren. Der Blaue Planet sollte ein sicherer und friedlicher Ort für alle Menschen und die übrigen Lebewesen sein.